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Sachsens Ärzte haben zu wenig Impfstoff erhalten

Sachsen hat in den vergangenen vier Wochen weniger Impfstoff bekommen, als dem Bundesland zusteht. Eine Erklärung für die Lieferpanne gibt es bisher nicht.

Fläschchen der Corona-Impfstoffe von Pfizer-BioNTech (l-r), Moderna und AstraZeneca - . Sachsen hat in den vergangenen Wochen weniger Impfstoff des Herstellers Biontech/Pfizer geliefert bekommen als vereinbart.
Fläschchen der Corona-Impfstoffe von Pfizer-BioNTech (l-r), Moderna und AstraZeneca - . Sachsen hat in den vergangenen Wochen weniger Impfstoff des Herstellers Biontech/Pfizer geliefert bekommen als vereinbart. © dpa

Dresden. Die niedergelassenen Ärzte in Sachsen haben wesentlich weniger Impfstoff erhalten, als sie beim Großhandel bestellt haben. Das bestätigte das Sozialministerium am Mittwoch auf Anfrage. Insbesondere wurde weniger Impfstoff des Herstellers Biontech/Pfizer geliefert, sagte Ministeriumssprecherin Juliane Morgenroth. Es handele sich um eine Größenordnung von 37.000 Dosen. Das habe eine Untersuchung ergeben.

Zugleich hätten die Ärzte Impfstoff des Herstellers Astrazeneca nicht in der Menge abgerufen, wie er ihnen zustehe. Gesundheitsministerin Petra Köpping (SPD) will Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) persönlich um Nachlieferung der fehlenden Biontech-Dosen bitten.

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Die Impfdosen werden den Bundesländern nach einem Verteilungsschlüssel zugeteilt. Der Schlüssel richtet sich im Wesentlichen nach der Bevölkerungsgröße. Nach Recherchen des MDR hat Mecklenburg-Vorpommern im gleichen Zeitraum 61.700 Dosen mehr erhalten als vereinbart. In Nordrhein-Westfalen waren es fast 18.300 mehr. Zuständig für die Verteilung sind die Apotheken, die die Produkte durch den pharmazeutischen Großhandel beziehen. Eine Erklärung für die Lieferpanne gebe es bisher nicht, berichtet der MDR.

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