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Belantis & Co.: Sachsens Freizeitparks öffnen wieder

Belantis, Sonnenlandpark, Saurierpark: Nach dem Lockdown öffnen die großen Freizeitparks. Für Rutschen, Bahnen und Abenteuer gibt es aber strenge Regeln.

Für viele dürfte der Blick auf die Corona-Zahlen der einzige Adrenalinschub in den vergangenen Monaten gewesen sein. Nun kann man sich auch in Freizeitparks wieder den Kick suchen – wie hier bei einer Achterbahnfahrt im Freizeitpark Belantis.
Für viele dürfte der Blick auf die Corona-Zahlen der einzige Adrenalinschub in den vergangenen Monaten gewesen sein. Nun kann man sich auch in Freizeitparks wieder den Kick suchen – wie hier bei einer Achterbahnfahrt im Freizeitpark Belantis. © Robert Michael (Archiv)

Leipzig. Der Neustart im Freizeitpark Belantis bei Leipzig beginnt mit einer guten Nachricht für die Betreiber – und einer schlechten für die Gäste: Der heutige Eröffnungs-Samstag (5. Juni 2021) ist bereits ausverkauft. Alle 1500 Tickets, die Belantis derzeit täglich ausgibt, sind seit Tagen vergriffen. Für Sonntag aber soll es noch Karten geben. „Nach den Vorgaben des Gesundheitsamtes dürften wir derzeit bis zu 5500 Gäste empfangen“, sagt Sprecher Markus Langnickel. „Aber wir starten vorerst mit 1500 Gästen.“

Grund ist das Nadelöhr am Einlass: Von jedem Besucher müssen nun Corona-Tests, Impfausweise oder Covid-Genesungsbescheinigungen kontrolliert werden. Niemand kann abschätzen, wie lange das genau dauert. „Wir werden schauen, wie der Einlass funktioniert“, sagt Langnickel, „und nach den ersten Erfahrungen die Besucherzahlen steigern.“

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Offen ja - aber mit Einschränkungen

Wie dem „Abenteuerreich“ im Leipziger Südraum geht es dieser Tage vielen Freizeitparks in Sachsen: Nach der langen corona-bedingten Zwangspause öffnen die meisten Anlagen und Gärten wieder, und alle haben sich auf andere Umstände eingestellt: Online-Terminbuchungen und tagesaktuelle negative Corona-Tests sind fast überall nötig, Masken braucht man dort, wo es eng wird, auch Personalien zur Kontaktnachverfolgung werden erfragt.

Sachsens neueste Corona-Verordnung hatte die Öffnung von Freizeit- und Vergnügungsparks ab 31. Mai nur unter diesen Auflagen erlaubt. Einzelne Bereiche bleiben dennoch aus Gründen des Infektionsschutzes vorerst geschlossen.

Im Freizeitpark Belantis mit seinen rund 60 Attraktionen sind von den Einschränkungen das „Verlies des Grauens“, das „Labyrinth von Avalon“ und die Indianerkanus betroffen. Ticketermäßigungen gibt es deswegen nicht, aber auch keine gestiegenen Preise oder gar Corona-Aufschläge wie in anderen Branchen, betont Langnickel.

Dabei muss der Park, der seit 2018 zur spanischen Freizeitparkgruppe Parques Reunidos gehört, Verluste durch den langen Lockdown kompensieren. Unter anderen Umständen hätte Belantis schon am 27. März geöffnet. „Wir haben wieder zwei Monate verloren“, sagt Langnickel. „Umso glücklicher sind wir, dass nun wieder Leben in den Park zurückkehrt und wir wieder fröhliche Gesichter sehen.“

Fast 50 Prozent weniger Umsatz

In früheren Jahren hatte Belantis rund 600.000 Besucher pro Saison angelockt, Tendenz steigend. 2020 aber seien die Besucherzahlen und der Umsatz durch die langen Schließungen um fast 50 Prozent eingebrochen, berichtet Belantis-Geschäftsführer Bazil El Atassi. Das Betriebsergebnis sei sogar um etwa 65 Prozent zurückgegangen. Denn zugleich habe der Freizeitpark etwa 350.000 Euro in Corona-Schutzmaßnahmen investiert und die Zeit für Instandhaltungen genutzt. Erweiterungen mit neuen Großprojekten seien in Zukunft dennoch zu erwarten. Die Muttergesellschaft sei dafür glücklicherweise stark genug, so Atassi.

  • Adresse: Zur Weißen Mark 1, 04249 Leipzig
  • Geöffnet: Bis 22. Juni immer Mittwoch und am Wochenende von 10 bis 17 Uhr, ab 23. Juni täglich
  • Tickets: Nur online, ab 11 Jahren 38,50€, 4-10-Jährige 33,50€, Familientickets für 3-5 Personen erhältlich

Auch ganz im Osten Sachsens, in der Kulturinsel Einsiedel an der polnischen Grenze, ist der Spaß zurückgekehrt. Innerhalb von zwei Tagen wurden alle Baustellen beräumt, seit Montag sind die Tore in die „Geheime Welt von Turisede“ wieder geöffnet. Auch Übernachtungen im Baumhaushotel in zehn Metern Höhe sind wieder erlaubt, erzählt Jürgen Bergmann, der Gründer und Kreativdirektor.

Jürgen Bergmann startet mit seinem Freizeitpark, der Kulturinsel Einsiedel, in Zentendorf wieder.
Jürgen Bergmann startet mit seinem Freizeitpark, der Kulturinsel Einsiedel, in Zentendorf wieder. © André Schulze

Außerdem sei nun das Turi-Hallum fertiggestellt, eine verzaubernde Indoor-Erlebniswelt und weit verzweigte Spiellandschaft mit großen offenen Fenstern und einem „Pfad der Erleuchtung“. Eigentlich wollte die Kulturinsel zum ersten Mal ohne Winterpause durchgehend öffnen, doch die Pandemie kam dazwischen. Nun hofft man in Neißeaue auf eine schnelle Rückkehr der Gäste. Bis zu 1500 Besucher dürften täglich kommen. „Aber der Park braucht seine Anlaufzeit“, sagt Bergmann. „Eigentlich ist es um diese Jahreszeit schon voller.“

  • Adresse: Kulturinsel Einsiedel 1 02829 Neißeaue/Zentendorf
  • Geöffnet: Täglich von 10 bis 18 Uhr
  • Tickets: können vor Ort gekauft werden, Preise 11,50€ , 4-14-Jährige 7,50€, Ermäßigte 8,50€, an Wochenenden teurer

Auch der Sonnenlandpark Lichtenau zwischen Frankenberg und Mittweida ist seit Wochenbeginn wieder jeden Tag von 10 bis 18 Uhr geöffnet – samt Deutschlands höchstem Rutschenturm und 50 weiteren Attraktionen. „Das Riesenrad ist geschmiert, das Kettenkarussell gewartet, die Boote ins Wasser gelassen“, sagt Sprecherin Anita Müller. „Der Neustart läuft super, gerade der Kindertag war sehr gut besucht.“ Schon seit dem 8. Mai sind der Zoobereich mit 200 Tieren und die Außenspielplätze geöffnet, Gästebegrenzungen gibt es in dem großen Areal mit 30 Hektar nicht. „Wir haben Platz – zum Glück“, sagt Müller. Das vergangene Jahr habe etwa 20 Prozent Minus gebracht.

Adresse: Sachsenstraße 6 09244 Lichtenau
Geöffnet: Täglich von 10 bis 18 Uhr
Tickets: Vorab-Reservierung nötig, Eintritt ab 4 Jahre 16€, Familienkarte für vier Personen 54€

Der Saurierpark Kleinwelka hat am Freitag seine Saison begonnen, aber ausschließlich mit termingebundenen Onlinetickets. Geöffnet ist dort bis 7. November täglich von 9 bis 18 Uhr. Die Miniwelt in Lichtenstein zwischen Chemnitz und Zwickau lädt ebenfalls seit dem 8. Mai wieder zur Weltreise ein – allerdings mit 46 Tagen Verspätung. „Eine Katastrophe“, sagt Marketingchefin Claudia Schmidt. Aber nun grüne der kulturelle Landschaftspark in voller Pracht und sei gut besucht. „Die Welt sieht mit Menschen viel schöner aus – und unsere Miniwelt erst recht.“

Diese Dinos im Saurierpark Kleinwelka haben schon lange keinen Besuchern mehr Angst eingeflößt.
Diese Dinos im Saurierpark Kleinwelka haben schon lange keinen Besuchern mehr Angst eingeflößt. © SZ/Uwe Soeder

Sicherheitshalber sei die Besucherzahl aber auf 500 bis 700 Gäste begrenzt, statt normalerweise mehr als 1000. Schon voriges Jahr konnten nur 50.000 Besucher kommen, 65.000 bis 70.000 seien es sonst, erzählt Schmidt. Es fehlen Gruppenreisen und Schulklassen. Zudem sind die Eintrittspreise zurzeit von 12 auf 10 Euro reduziert, denn das Kleinplanetarium Minikosmos und die Schauwerkstatt der Modellbauer sind noch geschlossen. „Dafür kann man bei uns um die Welt wandern und tolle Fotos mit den Sehenswürdigkeiten der Welt machen“, sagt Claudia Schmidt. „Für seine Insta-Story.“

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  • Adresse: Saurierpark 1 02625 Bautzen/Kleinwelka
  • Geöffnet: Täglich von 9 bis 18 Uhr
  • Tickets: Ausschließlich online, Eintritt 15€, Kinder (4-13 Jahre) 13€, Familienkarten erhältlich

Miniwelt Lichtenstein

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