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Sächsische Schweiz und Osterzgebirge im Krisenmodus

Es gibt vier weitere Todesfälle von Corona-Infizierten. Der Landrat berät mit den Bürgermeistern das weitere Vorgehen.

Landrat Michael Geisler besprach am Donnerstag mit den Bürgermeistern des Landkreises die nächsten Schritte im Kampf gegen die Corona-Epidemie. Natürlich unter Beachtung der entsprechenden Hygienevorschriften.
Landrat Michael Geisler besprach am Donnerstag mit den Bürgermeistern des Landkreises die nächsten Schritte im Kampf gegen die Corona-Epidemie. Natürlich unter Beachtung der entsprechenden Hygienevorschriften. © Daniel Förster

Angesichts der stark gestiegenen Corona-Infektionszahlen hat sich Landrat Michael Geisler (CDU) am Donnerstag in Kreischa mit den Bürgermeistern aus dem Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge getroffen. Dort hat Geisler die Runde zunächst über den aktuellen Stand und die aktuellen Infektionszahlen informiert.

Das sind die aktuellen Zahlen von Donnerstag, 14 Uhr

Mit Stand vom Donnerstagnachmittag gibt es laut Angaben des Landratsamts 306 positiv getestete Personen im Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge. Im Vergleich zum Vortag kamen 25 weitere Fälle hinzu. Der Inzidenzwert steigt damit auf 85,17 Infektionen pro 100.000 Einwohner in den vergangenen sieben Tagen.

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Die drastischste Nachricht: Es gibt vier weitere Todesfälle. Dabei handelt es sich laut Landratsamt um drei Männer (77, 78 und 80 Jahre alt) sowie eine Frau (79 Jahre alt). Alle waren Bewohner von Freitaler Pflegeeinrichtungen und sind nach der stationären Aufnahme im Freitaler Klinikum verstorben. Alle vier Verstorbenen wurden nachweislich positiv auf Sars-CoV-2 getestet. Die Zahl der bekannten Todesfälle insgesamt im Landkreis steigt damit auf sechs.

In den Krankenhäusern im Landkreis befinden sich aktuell 50 Personen wegen Covid-19 in stationärer Behandlung. Davon liegen 31 auf der Intensivstation, weitere 19 werden auf Normalstationen versorgt.

So geht der Landkreis jetzt vor

Wichtigstes Ziel sei es laut Geisler, einen Ausbruch in weiteren Pflegeeinrichtungen oder in allen sonstigen öffentlichen Einrichtungen möglichst frühzeitig zu erkennen, um rechtzeitig reagieren zu können. Der Landkreis hat sein Personal für die Ermittlung von Kontaktpersonen unter anderem mit Bundeswehrsoldaten aufgestockt. Abhängig von der weiteren Entwicklung soll das Gesundheitsamt mit weiteren Mitarbeitern ausgestattet werden.

Die neue Allgemeinverfügung des Landkreises soll dem Vernehmen nach am Montag in Kraft treten. Bei den darin verankerten Einschränkungen wolle sich der Kreis in erster Linie an der Landes-Verordnung orientieren und die eigenen Regelungen diesen Vorgaben anpassen. Schärfere Maßnahmen, die über jene der Landesverordnung hinausgehen, sollen nach SZ-Informationen nicht getroffen werden. So hat es der Landrat dem Vernehmen nach beim Treffen mit den Bürgermeistern gesagt.

Diese Regeln gelten jetzt im Landkreis

Überall im öffentlichen Raum besteht Maskenpflicht, wenn der Abstand von 1,50 Meter nicht eingehalten werden kann. In geschlossenen Räumen wie beim Einkaufen oder in Behörden sowieso. Nach den Ferien gilt das auch für Schulgebäude, allerdings ausdrücklich nicht in den Klassenzimmern. Ebenfalls wichtig ist die Einschränkung bei privaten Feiern. Hier dürfen nur noch maximal zehn Personen zusammenkommen. Die Sperrstunde beginnt schon eine Stunde eher als bisher, also um 22 Uhr. Veranstaltungen dürfen mit maximal 100 Personen stattfinden. Ausnahmen sollen auf Antrag mit einem Hygienekonzept möglich sein. Hier sind insbesondere die Weihnachtsmärkte erwähnt.

Weitere Einschränkungen sind möglich

Die Regeln gelten zunächst bis zum 25. Januar. Sinkt der Inzidenzwert wieder, können sie gelockert werden. Sinkt er innerhalb von zehn Tagen nicht unter die Marke von 50, soll es weitere Einschränkungen geben. So sollen dann beispielsweise Treffen im öffentlichen Raum nur noch von zwei Haushalten oder fünf Menschen möglich sein. Eine Art Lockdown mit Schließung von Schulen und Kindergärten wie im Frühjahr sieht der Plan nicht vor.

Das ist die Situation in den Freitaler Pflegeheimen

Inzwischen sind 84 Bewohner und 35 Mitarbeiter im „Haus Sonnengarten“ positiv auf das Coronavirus getestet worden. Im Heim „Jochhöh“ in Pesterwitz sind es zehn Mitarbeiter und 34 Bewohner. Das Landratsamt hat deshalb Allgemeinverfügungen speziell für diese beiden Häuser erlassen. Den isolierten Bewohnern ist es untersagt, die ihnen zugewiesenen Zimmer ohne ausdrückliche Zustimmung des Pflegepersonals zu verlassen.

Auch für die Mitarbeiter der Heime gelten strenge Quarantäne-Regeln. Sie dürfen ihre Wohnungen nur noch zur Berufsausübung verlassen und dürfen zu Hause keinen Besuch empfangen, der nicht ihrem Haushalt angehört. Nicht notwendige Kontakte zu anderen Personen sollen sie unterlassen und selbst die Kontakte innerhalb ihrer eigenen Haushalt minimieren.

Für die beiden Pflegeheime wird ein grundsätzliches Betretungsverbot ausgesprochen, von dem nur das Personal, Rettungskräfte und Mitarbeiter des Gesundheitsamts ausgenommen sind. Sie müssen Schutzkleidung tragen. Die Regelung gilt zunächst bis zum 2. November („Haus Sonnengarten“) bzw. 3. November („Jochhöh“).

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