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Wer wird Weesensteins neuer Schlosskoch?

Bierbrauer Betsch hat Weesenstein verlassen. Er will künftig in Maxen brauen. Das Schloss sucht einen Gastronomen und hat genaue Vorstellungen.

Ulrich Betsch hat sich von Schloss Weesenstein verabschiedet - als Gastronom und Bierbrauer.
Ulrich Betsch hat sich von Schloss Weesenstein verabschiedet - als Gastronom und Bierbrauer. © Andreas Weihs

Angekündigt war es schon lange, doch nun hat Ulrich Betsch fast sang- und klanglos Schloss Weesenstein verlassen. Nach über 20 Jahren. So lange hat er das Weesensteiner Bier gebraut. Die letzten fünf Jahre war er auch der Gastwirt der Gaststätte im Schloss, die eine wechselvolle Geschichte hat. Nachdem das Café im Schloss schon länger zu ist, fehlt nun jede Gastronomie. Im Moment merkt das aufgrund der Corona-Einschränkungen keiner, doch wenn die vorbei sind, wo kann der Gast dann einkehren?

Die Schloss-Gastronomie ist seit Längerem im Internet ausgeschrieben. Derzeit sind wir mit ernsthaft interessierten Bewerbern im Gespräch, sagt Schlosschefin Andrea Dietrich. Inwiefern sich in derzeit unsicheren Zeiten jemand auf etwas Neues einlässt, wird sich zeigen. Noch dazu, da es eine nicht unwesentliche Bedingung gibt: Der Betreiber muss in die Ausstattung der Schlossküche investieren.

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Vorrangig für die Tagesgäste

Gesucht wird ein Betreiber, der vorrangig tagsüber den Schlossbesuchern Frisches und Saisonales anbietet. Darüber hinaus wünschen sich die Schlossleitung jemanden, der in den Sälen im Schloss Veranstaltungen wie Hochzeiten, Geburtstage und Empfänge bedient. Gern kann der neue Betreiber in Abstimmung mit dem Schloss auch eigene Veranstaltungen kreieren und abends öffnen. "Das ist jedoch nicht Bedingung, sodass die Arbeitszeiten familienfreundlich gestaltet sein könnten", sagt Andrea Dietrich. Nur eine Brauerei schließt sie aus konservatorisch-bauklimatischen Gründen für die Zukunft aus.

Noch liegt Schloss Weesenstein in der Winter- und Corona-Ruhe. Wer bewirtet die Besucher, wenn sie wieder kommen dürfen?
Noch liegt Schloss Weesenstein in der Winter- und Corona-Ruhe. Wer bewirtet die Besucher, wenn sie wieder kommen dürfen? © dpa-Zentralbild

Die Schlossleitung nutzt die Zeit des Übergangs für notwendige Renovierungen bzw. Sanierungen. Das werde eine Weile dauern. "Ich hoffe, dass wir – in Abhängigkeit von den allgemeinen Vorschriften – im Frühsommer wenigstens einen Teil der Gastronomie wieder öffnen können", sagt Andrea Dietrich. Der Vertrag mit einem neuen Betreiber müsste also bald unterschrieben werden.

Schöne Flaschen, Lieder und Dudelsack

Wer das sein wird, interessiert auch die Kleckers, die so manche schöne Erinnerung mit der Brauerei und Gaststätte verbinden. Das Bier haben sie selbst gern getrunken in der besonderen Atmosphäre, zu der Betschs Lieder und auch mal Dudelsack-Musik gehörten. Oder sie haben es in einer der schönen Flaschen verschenkt. "Viele Veranstaltungen, auch von der Braukommune besonders gefördert, bleiben in Erinnerung", sagen die Kleckers.

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Bier wird künftig also nicht mehr auf Schloss Weesenstein gebraut. Vielleicht aber in unmittelbarer Nachbarschaft. Ulrich Betsch hat schon vor Jahren das Rittergut Maxen gekauft und dort einige Pläne. Er ist und bleibt ein Idealist. Die Kombination Gastronom und Idealist sei zwar nicht so gut gegangen, trotzdem wünscht sich Betsch für das Schloss wieder einen Idealisten.

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