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Wo es jetzt Tests für Berufspendler gibt

Einige Apotheken bieten das an. In Zittau öffnet Mittwoch ein Schnelltest-Center. In Löbau können Firmen eigene Tester ausbilden lassen - was rege genutzt wird.

Corona-Schnelltests sind derzeit gefragt, denn viele Firmen in Löbau-Zittau beschäftigen Grenzpendler.
Corona-Schnelltests sind derzeit gefragt, denn viele Firmen in Löbau-Zittau beschäftigen Grenzpendler. © dpa

Ab dieser Woche müssen Grenzpendler, die von Tschechien oder Polen nach Deutschland zur Arbeit kommen, regelmäßig nachweisen, dass sie nicht mit Corona infiziert sind. Das stellt in der Region Löbau-Zittau viele Firmen und Einrichtungen vor eine Herausforderung, die Mitarbeiter aus den Nachbarländern beschäftigen.

Und es eröffnet für einige Unternehmen ganze neue Geschäftsfelder. So gibt es inzwischen bereits zwei Medizinfirmen aus Hessen und Bayern, die in der Grenzregion Schnelltests im großen Stil anbieten und dafür extra Zentren eingerichtet haben - beide im Raum Görlitz.

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Modl Medical aus dem bayrischen Pappenheim hat bei Birkenstock im Görlitzer Gewerbegebiet ein Center eingerichtet. Ein Test kostet bei Modl Medical 30 Euro. Ein Teil des in Görlitz beschäftigten Fachpersonals wird in dieser Woche auch in Zittau zum Einsatz kommen, kündigt das Unternehmen an. Derzeit wird in der Turnhalle an der Kantstraße ein weiteres Testzentrum eingerichtet - mit Blick auf die Grenzpendler aus Tschechien. Am Mittwoch um 7 Uhr soll es erstmals öffnen. Außerdem will die Firma drei mobile Test-Teams etablieren, die direkt vor Ort unterwegs sind.

Neues Testcenter in Zittau am Start

Nicole Modl von Modl Medical aus Bayern richtet jetzt ein Schnelltest-Center in Zittau ein. Eines betreibt ihre Firma bereits in Görlitz bei Birkenstock.
Nicole Modl von Modl Medical aus Bayern richtet jetzt ein Schnelltest-Center in Zittau ein. Eines betreibt ihre Firma bereits in Görlitz bei Birkenstock. © Martin Schneider

Diese Strategie fährt auch die Firma Covimedical aus Hessen, die jetzt das Schnelltest-Center an der A4 in Kodersdorf eröffnet hat, für den Raum Löbau-Zittau. Sie will zusätzlich zu ihrem Testcenter mit einem mobilen Testteam im Südkreis unterwegs sein. Das bestätigt das Unternehmen auf Nachfrage der SZ. Es gebe bereits Anfragen aus der Region, so Oliver Gerhardt von Covimedical. Er nennt als Preis 29,90 Euro pro Test, für Firmen könnte es auch Sonderkonditionen geben.

Kommen mindestens 40 zu testende Personen in einer Firma zusammen, fährt ein mobiles Schnelltest-Team vor Ort. Der Allgemeine Unternehmerverband Zittau ermutigt deshalb Unternehmen dazu, sich zusammen zu tun, damit die erforderliche Anzahl zustande kommt. Covimedical benötigt zum Test einen Raum mit etwa 40 Quadratmetern Größe. Bedingung ist auch, dass es separate Ein- und Ausgänge gibt, sodass sich die Besucher nicht direkt begegnen. Zudem müssten gegenüberliegende Fenster vorhanden sein zum Durchlüften, so Oliver Gerhardt.

Laut einer Übersicht, die der Allgemeine Unternehmerverband Zittau und Umgebung als Hilfe für betroffene Firmen zusammengestellt hat, bieten im Südkreis unter anderem Apotheken jetzt Schnelltests an: die Kreuzapotheke in Neugersdorf und die Alte Apotheke in Löbau. In Neugersdorf ist der Test, der sich vorrangig an Firmen richtet, nach telefonischer Terminvergabe möglich. Getestet wird jeweils montags von 7 bis 9 Uhr, dienstags 8 bis 10 Uhr und 17 bis 19 Uhr, mittwochs von 7 bis 9 Uhr und donnerstags von 8 bis 10 Uhr. Pro Test fallen Kosten in Höhe von 39,95 Euro an, informiert die Apotheke.

Positiver Test - wie geht's dann weiter?

Birgit Schleicher in der Alten Apotheke in Löbau kann hingegen nicht in größerem Umfang testen. "Wenn eine Firma zwei, drei Mitarbeiter hat, die betroffen sind, dann ist das kein Problem. Aber 20 oder 30 Leute können wir hier nicht regelmäßig testen." Dafür habe sie keine Kapazitäten. Schon seit Mitte Dezember testet sie auch Privatpersonen, die beispielsweise Angehörige im Pflegeheim besuchen wollen und dafür einen Negativ-Bescheid brauchen. Ein Beispiel seien auch Patienten, die für einen Facharzt-Termin einen Corona-Test mitbringen müssen, so Frau Schleicher. "Wir bieten das eher individuell an, für Massentests haben wir keine Möglichkeit."

Allerdings bietet Frau Schleicher eine andere Variante für Firmen an, die jetzt von der Pendler-Regelung betroffen sind: Sie bildet Mitarbeiter von Unternehmen aus, damit sie die Tests dann in ihrer Firma selbst durchführen können. Das könne zum Beispiel jemand aus der Firma sein, der schon als Ersthelfer aktiv ist. Mehrere Firmen haben davon schon Gebrauch gemacht und haben nun ihre eigene Test-Station direkt im Betrieb, zum Beispiel auch ULT in Kittlitz und die Firma BJM aus Zittau. In einem Bürogebäude im Zittauer Gewerbegebiet Weinau führt die Firma jetzt an mehreren Tagen in der Woche Corona-Schnelltests durch. "Das ist mehr aus der Not heraus geboren", sagt Chef Andreas Jauernig. "Wir wollen daraus kein Geschäftsmodell machen." Als er erfuhr, dass Berufspendler aus Polen und Tschechien sich regelmäßig testen lassen müssen, war das auch für ihn ein Problem. Denn auch er beschäftigt einige Mitarbeiter aus den Nachbarländern. Jauernig betreibt mit seiner Frau Angela eine Zeitarbeitsfirma und einen Betrieb, der Kompressionsware repariert. "Meine Frau hat sich bei Frau Schleicher in Löbau qualifizieren lassen, damit wir die Tests selbst machen können", erzählt Andreas Jauernig. Inzwischen übernehmen Jauernigs auch die Tests für andere Firmen aus dem Gewerbegebiet oder Kollegen aus dem Zittauer Unternehmerverband. "Man hilft sich eben untereinander", sagt Andreas Jauernig. "Wir machen das nicht des Geldes wegen, sondern als Unterstützung auch für andere Betriebe." 20 Euro kostet der Test hier.

Zu etwa 90 Prozent, so Apothekerin Birgit Schleicher, sind die Schnelltests zuverlässig. Der Schnelltest ist dabei erst einmal ein Indiz. Die Diagnose muss ein Arzt stellen, betont die Apothekerin. Zeigt der Schnelltest zwei Streifen an - also positiv - muss sie den Betroffenen in Quarantäne schicken und zu einem Arzt, außerdem das Gesundheitsamt informieren.

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