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Bautzen: Kaum Nachfrage nach Schnelltests für Schüler

Organisation gut, Teilnahmebereitschaft mau - das Fazit nach der Testaktion in den Schulen im Kreis ist zwiespältig. Trotzdem brachte sie eine wichtige Erkenntnis.

Nur knapp 13 Prozent aller Schüler aus Abschlussklassen ließen sich im Landkreis Bautzen am Montag und Dienstag per Schnelltest auf Corona testen. Der Kreis liegt damit weit unter dem sachsenweiten Schnitt.
Nur knapp 13 Prozent aller Schüler aus Abschlussklassen ließen sich im Landkreis Bautzen am Montag und Dienstag per Schnelltest auf Corona testen. Der Kreis liegt damit weit unter dem sachsenweiten Schnitt. © Symbolfoto: dpa-Zentralbild

Bautzen. Die Vermutungen im Vorfeld haben sich bewahrheitet: Nur wenige Schüler der Abschlussklassen, die im Landkreis Bautzen am Montag wieder zum Präsenzunterricht in die Schulen zurückgekehrt sind, haben das Angebot, sich einem kostenlosen Schnelltest zu unterziehen, wahrgenommen.

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Nur knapp 13 Prozent der 5.863 Schülerinnen und Schüler aus Gymnasien, Berufs- und Oberschulen, die nach Landkreis-Angaben Anspruch auf einen Test gehabt hätten, nutzten die Möglichkeit. So seien in den sieben Testschulen im Kreis 752 Tests durchgeführt worden. "Mit dieser Beteiligung liegen wir deutlich unter dem sachsenweiten Durchschnitt", ordnet Vincent Richter, Sprecher des Bautzener Standortes des Landesamtes für Schule und Bildung (Lasub), das Testgeschehen vom Montag und Dienstag ein. Im gesamten Freistaat hatten sich rund 38 Prozent aller Schüler der Abschlussjahrgänge kostenfrei auf das Coronavirus testen lassen."

Angst vor Ansteckung im Bus

"Aus meiner Sicht viel zu wenig", sagt Wilthens Bürgermeister Michael Herfort (CDU). Als Träger war die Stadt Wilthen für die Einrichtung des Testzentrums in der Turnhalle des Immanuel-Kant-Gymnasiums verantwortlich. Neben den Schülern der benachbarten Goethe-Oberschule kamen per Bus auch Schüler aus anderen Orten des Oberlandes für die Testungen hierher. Laut Herfort hätten die Abläufe wunderbar funktioniert. Bereits am Montagvormittag sei die Aktion beendet gewesen. Ergebnis: ein positiver Schnelltest.

In Radeberg war die Bereitschaft der Schüler, an einem Test teilzunehmen, vergleichsweise groß. Nach Angaben von Verena Unger, der stellvertretenden Schulleiterin des Humboldt-Gymnasiums, beteiligte sich fast die Hälfte der Jugendlichen. „Von den 209 Schülern in den Abschlussklassen haben 91 bei dem Schnelltest mitgemacht.“ Alle Tests fielen negativ aus. Sie fanden im Beruflichen Schulzentrum (BSZ) in Radeberg statt. „Die Schüler sind gemeinsam mit den Lehrern ins BSZ gegangen. Das haben wir an dem Schultag von vornherein so geplant. Für die Schüler, die sich nicht testen lassen wollten, ging der normale Unterricht weiter“, sagt Unger.

Genau wie in Pulsnitz: Während für alle anderen der Schulbeginn ganz normal verlief, nahmen laut Silvana Wendt, Schulleiterin der Ernst-Rietschel-Oberschule, rund 20 Prozent der Abschlussschüler die Testmöglichkeit in Anspruch. Kathrin Berg aus Pulsnitz ist Mutter eines Zehntklässlers und gleichzeitig Elternsprecherin der Schule. Ihr Sohn hat sich nicht testen lassen, aus seiner Gruppe habe keiner in der Schule gefehlt. „Viele Eltern hatten sich im Vorfeld Sorgen über das Prozedere gemacht, vor allem was die Busfahrt nach Bischofswerda angeht“, erklärt Kathrin Berg die geringe Teilnahmebereitschaft.

27 Bustouren zu den Testschulen

Bei allen Bustouren seien die Abstands- und Hygieneregeln jederzeit eingehalten worden, teilt das Bautzener Landratsamt dazu mit: "Bei der Beförderung war sichergestellt, dass alle Schüler eine FFP2-Maske tragen. Es wurden überall große Busse mit circa 45 bis 50 Sitzplätzen eingesetzt. Die bisher vorliegenden Rückmeldungen ergaben, dass zwischen fünf bis maximal 30 Schüler im Bus waren", meldet Mandy Noack. Sieben Linien- und Reisebusunternehmen seien im Einsatz gewesen, um 27 angefragte Touren zu Testschulen abzusichern. Drei davon seien wegen zu geringer Nachfrage später wieder abgesagt worden.

Auch an den Testschulen war im Vorfeld der Maßnahme darauf hingearbeitet worden, das Infektionsrisiko durch Hygienekonzepte gering zu halten. So hat etwa das Goethe-Gymnasium Bischofswerda die Teststrecke in der großen Cafeteria im Sockelgeschoss eingerichtet, berichtet Schulleiter Bodo Lehnig: "Das hatte den Vorteil, dass die Schüler der anderen Schulen überhaupt nicht in unserem Schulhaus unterwegs waren. Auch während der Wartezeit auf die Testergebnisse konnten die Schüler separiert werden."

Teststrecken bleiben einsatzbereit

Separate Räume für die Testungen gab es auch im Beruflichen Schulzentrum in Bautzen, berichtet Schulleiter Uwe Richter. Sie bleiben fürs Erste als solche eingerichtet. So verfährt auch die Leitung des Wilthener Immanuel-Kant Gymnasiums mit der Teststrecke in der Turnhalle. Denn bislang steht nicht fest, ob sich die Möglichkeit der Schnelltests vor dem Unterrichtsstart bei der Rückkehr der jüngeren Klassen zum Präsenzunterricht wiederholen wird.

Trotz der geringen Nachfrage beurteilt Lasub-Sprecher Vincent Richter das Testangebot im Rückblick keinesfalls als überflüssig: "Diese Zahl an Getesteten aller Abschlussklassen reicht, um uns ein Bild des Infektionsgeschehens an den Schulen machen zu können - auch wenn das nur eine Momentaufnahme ist", sagt er.

Nachdem die Schnelltests zwölf positive Ergebnisse erbracht hatten, konnte per nachfolgenden PCR-Tests bei nur einer Person das Coronavirus sicher nachgewiesen werden, informierte das Bautzener Landratsamt am Mittwoch. Vincent Richter ist ob dieses Ergebnisses erleichtert: "Das zeigt uns, dass die Infektionsrate in den Abschlussklassen niedrig ist und gibt uns Sicherheit bei der Rückkehr zum Präsenzuntericht, der gerade für die Abschlussklassen so wichtig ist."

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