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Schuhprotest vor dem Dippser Rathaus

Gut 50 Teilnehmer hatten am Mittwoch stumm gegen die Einschränkungen für Kinder protestiert.

Mit Kinderschuhen und Plakaten protestierten am Mittwoch Eltern vor dem Dippser Rathaus gegen Corona-Einschränkungen.
Mit Kinderschuhen und Plakaten protestierten am Mittwoch Eltern vor dem Dippser Rathaus gegen Corona-Einschränkungen. © Egbert Kamprath

Die neue Protestform mit Kinderschuhen vor öffentlichen Einrichtungen gegen die Einschränkungen wegen der Corona-Pandemie hat am Mittwochnachmittag auch Dippoldiswalde erreicht. Nach einem Aufruf über soziale Medien hatten sich gut 50 Teilnehmer, viele von ihnen Eltern mit Kindern, auf dem Marktplatz eingefunden.

Schweigend stellten die Teilnehmer Kinderschuhe auf die Treppen vor der Rathaustür und selbstgemalte Protestbriefe, Plakate und Zeichnungen. Deutlich wurde darauf die Verunsicherung angesichts der Corona-Pandemie und der Wunsch nach einer Rückkehr ins normale Leben. Es ging um einfache Kinderwünsche, wie „Ich will wieder einmal ins Schwimmbad“ oder „Ich will meine Freunde alle wieder treffen.“

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Andere Texte wandten sich gegen konkrete Maßnahmen im Zuge der Corona-Pandemie, wie beispielsweise Vorschriften, sich testen zu lassen, um den Unterricht besuchen zu dürfen. „Wir müssen nicht beweisen, dass wir nicht krank sind“, war eine Forderung. Der Protest wandte sich auch gegen eine Maskenpflicht für Kinder. Aber auch die Ablehnung von Impfungen wurde deutlich.

Stumme Protestaktion ohne Sprechchöre

Dabei traf der Beginn der Aktion um 15 Uhr mit dem wöchentlichen Probealarm der Sirene zusammen. Ein Lautsprecher spielte unter anderem das Lied mit der Strophe: „Wenn selbst ein Kind nicht mehr lacht wie ein Kind, dann sind wir jenseits von Eden.“ Dieser Text war auch auf einem Plakat vor dem Rathaus zu sehen. Ansonsten blieb die Protestaktion stumm, keine Reden oder Sprechchöre waren zu hören.

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Da das Rathaus mittwochs ohnehin geschlossen hat, kam es auch zu keinen Begegnungen mit Besuchern oder Verwaltungsmitarbeitern. Oberbürgermeisterin Kerstin Körner (CDU) hat deswegen erst eine Stunde danach von der Aktion erfahren. Sie sagte: „Ich wäre sonst natürlich hingegangen. Jetzt werde ich mir die Anliegen der Eltern ansehen. Diese mitnehmen und sie an die richtigen Stellen bringen.“ Dafür traf es sich gut, dass sie und andere Bürgermeister am Mittwochabend eine Videokonferenz mit Ministerpräsident Michael Kretschmer und anderen Ministern hat.

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