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So läuft der Unterricht jetzt in Ostrau und Döbeln-Ost

Wegen gehäufter Corona-Infektionen müssen einige Klassenstufen zu Hause bleiben. Die Oberschule Stauchitz ist fast komplett zu. Das sagen die Schulleiter.

Von Cathrin Reichelt & Elke Görlitz
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Die zweiten und dritten Klassen der Grundschule Döbeln-Ost müssen bis 19. November zu Hause bleiben.
Die zweiten und dritten Klassen der Grundschule Döbeln-Ost müssen bis 19. November zu Hause bleiben. © Lars Halbauer

Region Döbeln. Die steigenden Infektionszahlen wirken sich in der Region Döbeln nun auch auf den Schulbetrieb aus. Die Oberschule Stauchitz ist seit Mittwoch für mehr als eine Woche fast komplett geschlossen. Ausnahme sind die Abschlussklassen.

In den Grundschulen Döbeln Ost und Ostrau gibt es für einige Klassen seit Donnerstag keinen Präsenzunterricht. Wie Dirk Reelfs, Sprecher des Kultusministeriums, sagte, sorge die deutschlandweit niedrigste Impfquote für Schulschließungen durch die Hintertür.

Viele Infektionen bei Erstklässlern

Laut dem Ministerium ist in der Grundschule Ostrau das Infektionsgeschehen vor allem unter den Erstklässlern nicht mehr kontrollierbar. Dort gab es sieben positive PCR-Tests sowie neun Verdachtsfälle auf eine Infektion mit Sars-CoV-2. Zwei weitere Verdachtsfälle seien am Sonntag, vier positive Selbsttests am Montag, sieben weitere am Dienstag hinzugekommen.

In der zweiten Klasse habe es laut Ministerium einen positiven PCR-Test gegeben, in Klassenstufe 3 sei eine Lehrkraft positiv getestet worden. Vier Verdachtsfälle gebe es in Ostrau in der Klassenstufe 4. Die Erst- und Viertklässler dürfen deshalb bis einschließlich 19. November nicht in die Schule kommen.

Jetzt drei Tests pro Woche

„Die Infektionen sind nicht in der Schule entstanden, sondern von außen eingetragen worden“, sagt Schulleiterin Angela Jurczyk. Die betroffenen Schüler werden jetzt über LernSax unterrichtet. Die Viertklässler müssten bereits routiniert mit der Lernplattform umgehen, meint die Schulleiterin. Auch für die Erstklässler seien sofort zu Beginn des Schuljahres LernSax-Zugänge vorbereitet worden, damit sie im Fall des Falles damit zurechtkommen.

Noch sieht Angela Jurczyk keine Probleme auf die Schüler zukommen. Denn es handle sich nur um eine Woche und zwei Tage, an denen die Mädchen und Jungen nicht am Präsenzunterricht teilnehmen können. Das sei besser, als wenn die Kinder länger erkranken.

Nachdem das Bildungsministerium bereits nach den Herbstferien für Schüler das dreimalige Testen pro Woche angeordnet hatte, führt die Ostrauer Grundschule dies in der laufenden und kommenden Woche fort. „Wir hoffen, dass die beiden zweiten und die dritte Klasse weiterhin die Schule besuchen können“, sagt die Schulleiterin.

Am Eingang der Ostrauer Grundschule wird auf ein Betretungsverbot für alle Personen hingewiesen, die Corona-Symptome aufweisen.
Am Eingang der Ostrauer Grundschule wird auf ein Betretungsverbot für alle Personen hingewiesen, die Corona-Symptome aufweisen. © Sylvia Jentzsch

Nur noch Klassenleiterunterricht

Mittlerweile sind in Döbeln-Ost drei Klassen der Klassenstufen 2 und 3 mit insgesamt sechs Infektionen betroffen, teilt das Kultusministerium mit. Diese müssen ebenfalls zu Hause bleiben. Auch in Döbeln-Ost ist die teilweise Schulschließung bis zum 19. November angeordnet worden.

Die verbleibenden Schüler der ersten und vierten Klasse werden ab sofort täglich getestet. „Dafür stehen genügend Tests zur Verfügung“, sagt Schulleiterin Andrea Katzer. Außerdem wurden extra Pausenbereiche und unterschiedliche Pausenzeiten eingeführt.

Der Unterricht wird jetzt ausschließlich von den Klassenleitern gehalten. Für die Fächer, die sie normalerweise nicht unterrichten, erhalten sie von den zuständigen Lehrern das Material. „Wir haben ein tolles Lehrerteam, in dem es eine fantastische Zusammenarbeit gibt“, so die Schulleiterin.

Die Zweit- und Drittklässler nutzen zu Hause verschiedene Lernprogramme und ebenfalls LernSax. „Wir haben uns zu Beginn des Schuljahres intensiv mit einem Konzept für LernSax beschäftigt“, erklärt Andrea Katzer. Auch für die erste Klasse. Zudem gebe es eine gute Kommunikation zwischen Eltern und Lehrern, die auch über E-Mails und Klassen-Whatsapp-Gruppen laufe.

Abschlussklassen nicht betroffen

In Stauchitz sind 25 Schüler der fünften bis neunten Klassen betroffen. Die Oberschule „Anne Frank“ bleibt bis einschließlich 19. November komplett geschlossen. Nur die Abschlussklassen dürfen am Präsenzunterricht teilnehmen.

Schulen entscheiden von Tag zu Tag

Auch in anderen Schulen der Region gibt es vereinzelte Corona-Fälle, die aber noch nicht zu einer Schließung führen, wie im Döbelner Lessing-Gymnasium und der Geschwister-Scholl-Oberschule Roßwein. Beide Schulleiter seien in ständigem Kontakt mit dem Gesundheitsamt, dem Landesamt für Schule und Bildung sowie dem Bildungsministerium und entscheiden von Tag zu Tag über das mögliche und nötige Vorgehen. Es sei nicht auszuschließen, dass auch dort ganze Klassen zeitweise zu Hause lernen müssen.

Eine Mischung aus Videokonferenz und Aufgaben sei dabei am sinnvollsten. Das habe sich am Gymnasium im zweiten Halbjahr des vergangenen Schuljahres herauskristallisiert, so Schulleiter Michael Höhme. Die Lehrer hätten inzwischen auch diverse Fortbildungen absolviert. Die technischen Voraussetzungen seien ebenfalls vorhanden.

Viele Eltern hätten vorgesorgt. Zudem habe der Schulträger 30 Notebooks angeschafft, von denen etwa die Hälfte an Familien verteilt worden sind. Der Rest könne im Bedarfsfall ausgeliehen werden. Um kein Risiko einzugehen, habe das Gymnasium geplante Projekte abgesagt.

„Es ist wichtig, dass die Positiv-Tests Einzelfälle bleiben. Wenn sich die Situation verändert, wäre das bedenklich“, meint Michael Höhme und fügt hinzu: „Die Schulen sind das Spiegelbild der Gesamtsituation.“

Technik zum Ausleihen bereit

Es sei noch alles im grünen Bereich, erklärt Thomas Winter, Leiter der Roßweiner Schule. Große Projekte seien dort erst im Frühjahr geplant, sodass der Schulbetrieb normal laufe. Sollte die Quarantäne für eine oder mehrere Klassen notwendig werden, werde der Unterricht per LernSax fortgesetzt.

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Auch die Roßweiner Schule hat 28 Laptops erhalten, von denen noch einige verliehen werden könnten. Nur eine schlechte Internetverbindung könnte den einen oder anderen Schüler beider Schulen noch vom Fernunterricht abhalten.