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Corona: So gut filtern die besten Luftreiniger

Die Stiftung Warentest zeigt die Grenzen der Geräte im Kampf gegen Corona-Viren – und was das für Schulen heißt.

Ein Luftfiltergerät in einem Klassenzimmer. Für große Räume mit relativ vielen Menschen sind mit hocheffizienten HEPA-Filtern bestückte Geräte vonnöten.
Ein Luftfiltergerät in einem Klassenzimmer. Für große Räume mit relativ vielen Menschen sind mit hocheffizienten HEPA-Filtern bestückte Geräte vonnöten. © Hauke-Christian Dittrich/dpa

Helfen Luftreiniger für den Hausgebrauch, Räume von Partikeln in Virusgröße zu befreien? Diese Frage treibt im Corona-Winter viele Menschen um. Die Stiftung Warentest hat deshalb die drei besten Geräte eines Tests vom Frühjahr 2020 einer Nachprüfung unterzogen. Ergebnis: Im Neuzustand schlucken die Luftreiniger von Philips, Rowenta und Soehnle Aerosole ähnlich gut. Doch je länger sie in Betrieb sind, desto stärker variiert ihre Reinigungsergebnis.

Die Testanordnung war dabei jeweils gleich: Ermittelt wurde, wie viele Partikel mit 0,12 Mikrometern Durchmesser – so groß sind Sars-CoV-2-Viren – aus einem 16 Quadratmeter großen, 2,50 Meter hohen Raum nach 20 Minuten verschwunden waren. Innerhalb dieser Frist schafften die Modelle von Philips und Rowenta eine Reinigungsquote von jeweils 95, das Soehnle-Gerät 90 Prozent. Um den Alterungsprozess der neuen Filtervliese zu simulieren, bliesen die Prüfer das Labor danach mit dem Rauch von 100 Zigaretten voll. Im nächsten Testdurchlauf änderte sich das Bild: Am besten steckte der Philips AC 2889/10 die Belastung weg – bei ihm lag die Quote nach Ablauf der 20-Minuten-Frist immer noch bei 90 Prozent. Der Rowenta Intense Pure Air Connect PU 6080 kam auf 80, der Soehnle Airfresh Clean Connect 500 nur auf 46 Prozent. „Sein Filter lässt so deutlich nach, dass man ihn zur Virenreduzierung weit häufiger wechseln müsste als vom Anbieter vorgesehen“, erklären die Tester. Ein Ersatzfilter kostet 40 Euro.

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Philips AC 2889/10: steckte die künstliche Alterung im Labor am besten weg.
Preis: ca. 350 bis 400 Euro
Philips AC 2889/10: steckte die künstliche Alterung im Labor am besten weg. Preis: ca. 350 bis 400 Euro © Hersteller
Rowenta Intense Pure Air Connect PU 6080: etwas schwächer als der Philips.
Preis: ca. 350 Euro
Rowenta Intense Pure Air Connect PU 6080: etwas schwächer als der Philips. Preis: ca. 350 Euro © Hersteller
Soehnle Airfresh Clean
Connect 500: häufigerer
Filterwechsel nötig.
Preis: ca. 350 Euro
Soehnle Airfresh Clean Connect 500: häufigerer Filterwechsel nötig. Preis: ca. 350 Euro © Hersteller

Grundsätzlich seien die Prüfkandidaten nicht so gründlich, als dass man auf andere Hygienemaßnahmen zum Schutz vor Corona verzichten könnte, sagt Test-Redakteur Reiner Metzger. Um das Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes, genug Sicherheitsabstand und regelmäßiges Lüften kommt also niemand herum. Viele scheinen diese Ratschläge zu beherzigen: Im aktuellen Corona-Monitor, einer Umfrage des Bundesinstituts für Risikobewertung, gaben vier von fünf Befragten an, sie würden zumindest häufiger die Fenster öffnen, um die Raumluft auszutauschen. Laut Metzger haben die geprüften Luftreiniger ihren Nutzen vorrangig in nicht zu großen, schlecht belüftbaren Räumen. Als Beispiele nennt er Umkleidebereiche in Arztpraxen oder kleinere Büros mit Publikumsverkehr,

Neue App warnt vor schlechter Raumluft

Bosch hat auf der Online-Technikmesse CES einen neuen Lüftungsmelderdienst vorgestellt. Mit ihm kann man in Echtzeit feststellen, ob im Zimmer gelüftet werden muss. Nutzer des Feuermelders Bosch Twinguard können den Dienst „Gesunde Luft“ in der zugehörigen, kostenlosen Smartphone-App (nutzbar ab iOS 10 und Android 4.4) aufrufen.

Mit dem System lässt sich eine individuelle Lüftungsampel einrichten. Wird ein zuvor festgelegter Luftreinheitswert unterschritten, kann sich der Nutzer der Wohnung per Push-Nachricht auf dem Smartphone benachrichtigen lassen. Außerdem ist es möglich, eine vernetzte smarte Glühbirne (Philips Hue oder Ledvance Smart+) entsprechend der drei Warnstufen Grün, Gelb und Rot leuchten zu lassen.

Schwellenwerte, ab denen das System eine Warnstufe auslösen soll, sind stufenlos einstellbar. Maßeinheit hierfür ist Parts per Million (ppm), übersetzt Anteile pro Million.

Mit dem neuen Dienst greife man Wünsche der Nutzer auf, um das Smarthome stetig zu optimieren und weiterzuentwickeln, erklärte Christian Thess, Chef von Bosch Smart Home, zum CES-Auftakt.

Der Twinguard-Rauchmelder und Luftqualitätssensor kostet 150 Euro und ist kompatibel mit Amazon Alexa, Apple Home Kit und Google Assistant. (dpa/rnw)

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Ungeeignet ist diese Technik dagegen für Klassenräume mit 30 Schülern. Für solche Dimensionen seien viel teurere, größere und mit hocheffizienten HEPA-Filtern bestückte Geräte vonnöten, erklärt die Verbraucherzentrale Hamburg. Das Kürzel HEPA steht für High Efficient Particulate Air, was so viel heißt wie „hocheffizienter Partikelfilter“. Filter der Klasse H13 und H14 finden sich zum Beispiel in mehrstufigen Anlagen, wie sie in OP-Sälen von Krankenhäusern installiert sind.

Laut Stiftung Warentest müssen H13-Filter bei einem einzigen Durchgang der Raumluft 99,95 Prozent der darin enthaltenen Schwebstoffe binden. Für die Klasse H14 schreibt die entsprechende EU-Norm sogar eine Quote von 99,995 Prozent vor. Welche Konzentration von Coronaviren in einem Raum dazu führt, dass sich eine Person ansteckt und erkrankt, ist bislang nicht geklärt.

Ausführliche Ergebnisse: www.test.de/luftreiniger

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