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So klappt das Reisen mit ungeimpften Kindern

Kinder unter 12 können noch nicht geimpft werden. Wie lässt sich der Auslandsurlaub trotzdem planen? Eine Checkliste.

Endlich wieder Koffer packen: Nur wie sind die Regeln für ungeimpfte Kinder?
Endlich wieder Koffer packen: Nur wie sind die Regeln für ungeimpfte Kinder? © Mascha Brichta/dpa

Die geimpften Eltern und Großeltern sind auf der sicheren Seite, die ungeimpften Kinder einem Ansteckungsrisiko ausgesetzt: Mit diesem Szenario müssen viele Familien bei ihrer Urlaubsplanung rechnen. Zwar können sich in Sachsen ab Montag Kinder ab 14 Jahren um einen Impftermin bemühen. Doch bis zum Sommerurlaub werden die meisten Kinder ungeimpft sein. Vor allem, wer einen Auslandsurlaub plant, sollte deshalb mehrere Dinge beachten.

1. Infektionsrisiko am Ziel abwägen

„Stand jetzt gibt es eine Menge Länder, in denen das Ansteckungsrisiko deutlich geringer ist als in Deutschland“, sagt Reisemediziner Professor Tomas Jelinek. Kritischer sollten Eltern auf Länder schauen, in denen die medizinische Infrastruktur bei einem Anstieg der Fallzahlen schnell ans Limit kommen dürfte. „In Europa sehe ich dieses Risiko nicht“, sagt Jelinek. Ein Beispiel sei aber etwa Ägypten.

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Eltern sollten zudem ihr eigenes Infektionsrisiko beachten. „Oft wird die Zweitimpfung mit Astrazeneca wegen eines Urlaubs vorgezogen“, sagt Jelinek. Wem der Schutz vor Corona wichtig sei, der sollte den Abstand nicht verkürzen. „Bei allem Verständnis für den schnellen Urlaub.“

Die Einschätzungen des Robert Koch-Instituts bleiben bei der Abwägung des Infektionsrisikos hilfreich. Es teilt Länder in vier Kategorien: risikofreie Gebiete, Risikogebiete mit Sieben-Tage-Inzidenz über 50, Hochinzidenzgebiete mit Sieben-Tage-Inzidenz über 200 und Virusvariantengebiete.

2. Einreisebestimmungen prüfen

Ein Urlaub ist nur sinnvoll, wenn niemand am Urlaubsort direkt in Quarantäne muss. Ist dies gegeben, kommt es darauf an, wer einen negativen Coronatest vorlegen muss. Geimpfte und Genesene sind von dieser Pflicht in manchen Ländern ausgenommen. Bei ungeimpften Kindern kommt es auf das Alter an. In Spanien zum Beispiel sind Personen unter sechs Jahren von der Testpflicht bei der Einreise befreit. Eine Quarantäne ist nicht vorgesehen. Italien und Österreich haben die Quarantänepflicht für Einreisende unter anderem aus Deutschland jüngst aufgehoben, die Testpflicht bleibt bestehen. Ausgenommen sind in Italien nur Kinder unter zwei Jahren, in Österreich unter zehn Jahren.

Informationen zu den geltenden Einreiseregeln bieten etwa das Auswärtige Amt, Reisebüros oder der Reiseveranstalter.

3. Regeln bei der Rückkehr kennen

Bislang galt nach der Rückkehr aus Risikogebieten die Pflicht zur häuslichen Quarantäne für alle Personen ab sechs Jahren. Einige der beliebtesten Urlaubsziele in Europa fallen nach wie vor in diese Kategorie.

Mit der neuen, einheitlichen Einreiseverordnung gibt es hier nun deutliche Erleichterungen: Die Quarantänepflicht wurde für vollständig Geimpfte und Genesene aufgehoben – und für alle, die einen negativen Coronatest vorweisen können. Dieser kann in der verpflichtenden digitalen Einreiseanmeldung eingetragen werden.

Das heißt: Kehren geimpfte oder genesene Eltern aus dem Wanderurlaub in Tirol oder dem Badeurlaub auf Kreta heim, müssen sie Kinder ab sechs Jahren nicht zwingend zu Hause isolieren. Stattdessen können sie die Kleinen vorher freitesten lassen.

Wichtig zu wissen: Für Flugreisen zurück nach Deutschland ist ein negativer Coronatest ohnehin vorgeschrieben. Unabhängig davon, ob das Land Risikogebiet ist oder nicht. Das gilt auch für Personen, die aus einem Hochinzidenz- oder Virusvariantengebiet heimkehren, unabhängig vom Transportmittel.

Geimpfte und Genesene können stattdessen einen Impf- oder Genesungsnachweis vorlegen. Ausgenommen sind hier wieder Kinder bis zum vollendeten sechsten Lebensjahr. Für Hochinzidenzgebiete bleibt die Quarantänepflicht bestehen. Sie kann erst fünf Tage nach der Rückkehr durch einen negativen Test beendet werden. Genesene und vollständig Geimpfte müssen nur noch in Quarantäne, wenn sie aus einem Gebiet mit neuen Virusvarianten kommen. Hier beträgt die Dauer immer 14 Tage. Die Regelungen zur Quarantänepflicht gelten vorerst bis 30. Juni.

4. Über Testmöglichkeiten am Urlaubsort informieren

Ein Test am Urlaubsort im Ausland muss vor dem Abflug verlässlich verfügbar sein. „Da würde ich mich zeitig schlaumachen und einen Termin reservieren“, rät Karolina Wojtal vom Europäischen Verbraucherzentrum Deutschland. Reiseveranstalter können bei der Suche nach Testeinrichtungen vor Ort helfen. Das Gesundheitsministerium weist darauf hin, dass der Antigen-Test beim Zeitpunkt der Einreise maximal 48 Stunden zurückliegen darf.

5. Reiseversicherungen checken

Die Fluggesellschaften dürfen nur Passagiere an Bord lassen, die negativ getestet wurden. Steckt sich ein Kind im Urlaub mit dem Coronavirus an und wird positiv getestet, muss es in Quarantäne. „Es wird vielleicht nicht krank, aber der Flug ist dann nicht möglich“, erklärt Jelinek. Der Urlaub verlängert sich also unfreiwillig – mit entsprechenden Kosten, die für die ganze Familie anfallen.

Für solche Fälle gibt es mittlerweile Versicherungen, sagt Wojtal. „Es müssen aber spezielle Corona-Produkte sein.“ Klassische Reiserücktritts- und Reiseabbruchversicherungen seien oft noch nicht an die Pandemie angepasst. Familien müssen aber häufig keine neue Versicherung abschließen. „Oft lässt sich der bestehende Reiseschutz schon für ein paar Euro speziell um die aktuelle Corona-Situation erweitern.“ Damit sei auch der unfreiwillig längere Aufenthalt vor Ort meist abgesichert.

Eine Auslandsreise-Krankenversicherung deckt nur Behandlungskosten ab, nicht aber die Kosten für die Verlängerung des Urlaubs. „Wenn ich einfach nur in Quarantäne muss, ist das nicht abgedeckt“, bestätigt Wojtal. Wichtig ist die Versicherung dennoch, auch im EU-Ausland. Bei einem Krankenhausaufenthalt erstatten die deutschen Kassen nämlich häufig nicht alle anfallenden Behandlungskosten.

6. Stornierungsbedingungen prüfen

Wird ein gebuchter Urlaub nicht angetreten, zahlt eine Reiserücktrittsversicherung nur in bestimmten Fällen: bei Erkrankung oder Unfall, Tod eines nahen Angehörigen oder etwa einem Wohnungseinbruch. Nicht abgedeckt sind Reisewarnungen oder Einschränkungen am Urlaubsort. Deshalb sollten gerade Familien die Umbuchungs- und Stornierungsmöglichkeiten ihrer Reise prüfen.

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