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So klappt der Geschenke-Umtausch trotz Lockdown

Rechtlich muss zwischen Online- und Ladenkauf unterschieden werden. Schwierig wird es aber bei personalisierter Ware.

Rein in die Originalverpackung und schnell wieder weg. Online ist der Umtausch jetzt am einfachsten.
Rein in die Originalverpackung und schnell wieder weg. Online ist der Umtausch jetzt am einfachsten. © Christin Klose/dpa

Der Pulli gefällt nicht, das Spielzeug wurde doppelt geschenkt. Doch bei einwandfreier Ware ist nach wie vor kein Händler zum Umtausch verpflichtet. „Viele sind aber kulant und lassen sich darauf ein“, sagt Stefan Hertel vom Handelsverband Deutschland (HDE). Der Händler kann aber selbst entscheiden, was er dem Kunden anbietet. Das kann ein Gutschein sein, Geld zurück oder ein gleichwertiges Produkt. Das Problem: Wegen der Pandemie sind die meisten Läden voraussichtlich bis 10. Januar geschlossen. Das bedeutet, dass ein Umtausch im stationären Handel erst möglich ist, wenn die Geschäfte wieder öffnen dürfen.

„Klug war, wer bereits beim Kauf mit dem Händler ein Rückgaberecht ausdrücklich vereinbart hat“, sagt Julia Rehberg von der Verbraucherzentrale Hamburg. Steht zum Beispiel auf dem Kassenbon, dass die Ware bei Wiedereröffnung der Geschäfte umgetauscht werden kann, ist der Händler daran gebunden.

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Und was gilt, wenn im Laden gekaufte Ware mangelhaft ist?

Ist die Ware defekt, oder fehlen Teile, dann haben Käufer einen gesetzlichen Anspruch auf Ersatz. „Der Händler ist dann verpflichtet, die Ware entweder zu reparieren oder umzutauschen“, erklärt Rehberg. Die sogenannte gesetzliche Gewährleistung gilt ab dem Kauf zwei Jahre – oft auch Mängelhaftung genannt. Für die Beseitigung eines Mangels ist in dieser Zeit immer der Händler und nicht der Hersteller zuständig.

Verbraucher sollten sich keinesfalls abwimmeln oder an den Hersteller verweisen lassen. Weist die Ware nach dem Umtausch oder dem zweiten Reparaturversuch immer noch einen Mangel auf, können Verbraucher vom Kaufvertrag zurücktreten und ihr Geld zurückverlangen – oder die mangelhafte Ware behalten und den Kaufpreis reduzieren.

Wer muss den Mangel beweisen?

In den ersten sechs Monaten liegt die Beweispflicht beim Händler. Wer danach noch einen Mangel geltend machen will, muss beweisen, dass die Ware schon beim Kauf einen Mangel hatte – in der Praxis nicht immer einfach.

Was gilt bei personalisierter Ware?

Personalisierte Ware, wie maßgeschneiderte Schuhe oder bestickte Handtücher, ist in aller Regel vom Umtausch ausgeschlossen. Denn der Händler kann diese Produkte auch nicht mehr anderweitig verkaufen.

Welche Umtauschoptionen gelten in Online-Shops oder bei Apps?

Online ändert sich auch in Lockdown-Zeiten nichts, da gilt in aller Regel ein 14-tägiges Widerrufsrecht. Das heißt, Kunden können in dieser Zeit die Ware zurückschicken und bekommen ihr Geld zurück. „Gründe für den Widerruf müssen sie nicht nennen“, so Rehberg. Die Kosten für die Rücksendung kann der Anbieter aber dem Kunden auferlegen. Ausgenommen vom Umtausch sind auch in Online-Shops personalisierte Waren. Manchmal sind außerdem bestimmte Waren aus hygienischen Gründen vom Umtausch ausgeschlossen, beispielsweise Zahnbürsten, die nicht mehr originalverpackt sind.

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