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So kontrolliert die Polizei die neuen Corona-Vorschriften

Wer aus Spanien oder Tschechien nach Deutschland will, muss einen negativen Corona-Test vorweisen können. Was kann man tun, wenn man den nicht hat?

Kontrolle am Frankfurter Flughafen: Wer jetzt als Passagier aus einem der von Corona besonders betroffenen Staaten nach Deutschland einreist, muss einen negativen, aktuellen Corona-Test vorweisen können.
Kontrolle am Frankfurter Flughafen: Wer jetzt als Passagier aus einem der von Corona besonders betroffenen Staaten nach Deutschland einreist, muss einen negativen, aktuellen Corona-Test vorweisen können. © Boris Roessler/dpa

Von Heike Jahberg

Reisende aus Ländern mit besonders hohen Infektionszahlen müssen seit Sonntag bei der Einreise nach Deutschland strengere Regeln beachten. Betroffen sind mehr als 20 Länder, die einen Corona-Inzidenzwert von 200 überschreiten. Darunter sind beliebte Urlaubsländer wie Portugal, Spanien und Ägypten, aber auch das Nachbarland Tschechien.

Wer von dort nach Deutschland einreisen will, muss an der Grenze einen negativen Corona-Test vorweisen können. Akzeptiert werden PCR-, LAMP-, TMA- und Antigenschnelltests. Zudem müssen Reisende ein digitales Einreiseformular ausfüllen. Das finden Sie hier.

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Wie wird kontrolliert?

Die Airlines sind verpflichtet, bereits am Abflugairport in Madrid oder Lissabon zu kontrollieren, ob ihre Passagiere einen aktuellen negativen Coronatest vorweisen können. Easyjet überprüft vor Abflug alle erforderlichen Nachweise für die Einreise in das jeweilige Zielland; dazu zählen neben Visabestimmungen auch negative Testergebnisse, die im Rahmen des Infektionsschutzes zur Überprüfung vor Abflug angeordnet wurden. Sollten Fluggäste verpflichtende Einreisedokumente nicht vorweisen können, werden sie nicht befördert.

Auch die Lufthansa lässt sich beim Check-In den negativen Corona-Test zeigen, auch beim Boarden wird noch einmal geprüft. "Ohne negativen Test kommt niemand an Bord", sagte ein Lufthansa-Sprecher dem Tagesspiegel.

Was geschieht am Flughafen?

Bei der Einreise nach Deutschland prüft die Bundespolizei, ob die Einreisebestimmungen erfüllt sind. Am größten deutschen Flughafen, Frankfurt am Main, haben die Beamten am Sonntag die Tests und Einreiseanmeldungen bei einigen Flügen bereits vor der eigentlichen Grenzkontrolle, nämlich noch im Flugzeug, vorgenommen.

Reisende ohne gültigen Test können den notfalls am Flughafen nachholen. Wer negativ getestet ist, kann einreisen. Wer ein positives Ergebnis hat, muss noch am Flughafen in Quarantäne. Für diesen Zweck steht ein Quarantänehotel zur Verfügung.

Test am Flughafen: Das ist möglich, wenn man bei Einreise keinen negativen Test vorweisen kann.
Test am Flughafen: Das ist möglich, wenn man bei Einreise keinen negativen Test vorweisen kann. © Christoph Schmidt/dpa (Symbolbild)

Wie wird in der Bahn kontrolliert?

Während am Flughafen niemand durch das Kontrollnetz schlüpfen kann, wird in den grenzüberschreitenden Zügen von Tschechien nach Deutschland nur stichprobenartig kontrolliert. "Wir haben unsere Kontrollen aber verstärkt", sagte ein Sprecher der Bundespolizei Bayern. Wer keinen negativen Test vorzeigen kann, muss an der Grenze aussteigen und dort zu einem der Testcenter gehen. Großzügiger ist die Bundespolizei, wenn die digitale Einreiseanmeldung fehlt. Die Angaben kann man notfalls händisch im Zug nachholen.

Daten von Fahrgästen muss die Bahn nur für direkte Verbindungen aus Risikogebieten erheben. "Reisende, die mit Zügen der Deutschen Bahn aus Risikogebieten einreisen, weisen wir darauf hin, dass die behördliche Pflicht besteht, Kontaktdaten und Angaben zur Reise zu hinterlegen. Diese Information erfolgt über Durchsagen in den Zügen als auch auf bahn.de", heißt es bei der Bahn.

Welche Abstufungen gibt es?

Bisher hatte die Bundesregierung bei der Einreise zwischen Gebieten mit besonders ansteckenden Virusvarianten und „normalen“ Risikogebieten unterschieden. Seit Sonntag um Mitternacht gibt es drei Kategorien mit unterschiedlichen Test- und Quarantäneregeln: „Normale“ Risikogebiete, Hochinzidenzgebiete und Virusvarianten-Gebiete.

"Normale" Risikogebiete sind Länder oder Regionen über einem Grenzwert (auch Inzidenzwert genannt) von 50 Neuinfektionen auf 100 000 Einwohner in den vergangenen sieben Tagen. Das gilt derzeit für fast ganz Europa mit Ausnahme einzelner Gebiete in Griechenland, Finnland, Norwegen, Österreich und Dänemark. Weltweit sind mehr als 130 aller knapp 200 Länder ganz oder teilweise „normale“ Risikogebiete.

Was sind Regionen mit hohem Risiko?

Das sind "Hochinzidenzgebiete" und "Virusvarianten-Gebiete". "Hochinzidenzgebiete" sind Länder mit deutlich höheren Infektionszahlen als in Deutschland. Dazu zählen in der Regel die Länder mit einem Inzidenzwert über 200. Es können aber auch weitere Länder unter dieser Marke unter bestimmten Bedingungen zu Hochinzidenzgebieten erklärt werden.

In diese Kategorie fallen neben Spanien, Portugal, Ägypten auch Albanien, Andorra, Bolivien, Bosnien-Herzegowina, Estland, Iran, Israel und die Palästinensischen Gebiete, Kolumbien, Kosovo, Lettland, Libanon, Litauen, Mexiko, Montenegro, Nordmazedonien, Panama, Serbien, Slowenien, die Vereinigten Arabischen Emirate und die USA "Virusvarianten-Gebiete" sind Gebiete, in denen hochansteckende Varianten des Coronavirus aufgetreten sind. Bisher fallen Großbritannien, Irland, Südafrika und Brasilien in diese Kategorie.

Was muss ich bei der Einreise beachten?

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Reisende aus „normalen“ Risikogebieten müssen sich spätestens 48 Stunden nach Einreise in Deutschland auf Corona testen lassen. Zudem müssen sie zehn Tage in Quarantäne, können sich davon allerdings durch einen zweiten negativen Test ab Tag fünf vorzeitig befreien lassen. Der Unterschied bei den Hochinzidenz- und Virusvarianten-Gebieten ist die Testpflicht höchstens 48 Stunden vor Einreise. Außerdem gibt es für die Gebiete mit erhöhtem Risiko weniger Ausnahmen bei der Quarantäne. Das regeln aber die einzelnen Bundesländer. Bei der Einreise aus Ländern aller drei Kategorien muss man sich vor der Einreise zudem online unter einreiseanmeldung.de anmelden. (mit dpa)

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