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So läuft die Corona-Impfaktion

Freitag, Sonnabend und am 20. April ist in Weißwasser ein lokales Impfzentrum offen. Die Stadt machte sich stark dafür.

Froh, endlich geimpft zu werden, noch dazu mit dem Impfstoff von Biontech, war Ingrid Pawel. Sie wurde medizinisch umsorgt von Dr. Karl-Heinz Dreier, den Schwestern Heike Hartwig (li.) und Susann Baudach.
Froh, endlich geimpft zu werden, noch dazu mit dem Impfstoff von Biontech, war Ingrid Pawel. Sie wurde medizinisch umsorgt von Dr. Karl-Heinz Dreier, den Schwestern Heike Hartwig (li.) und Susann Baudach. © Joachim Rehle

Weißwasser. Für rund 200 Senioren aus Weißwasser und Weißkeißel war gestern der Vereinspavillon am Sorauer Platz das Ziel. In Zeiten außerhalb der Pandemie hätte man vermutet, dass ein geselliges Event für die ältere Generation lockt. Dem war Corona-bedingt nicht so. Ein Event passierte dort trotzdem. Noch dazu eines, das Leben rettet. Im Pavillon wurden nämlich Impfberechtigte und impfwillige Bürger über 80 Jahre gegen das Corona-Virus geimpft, weshalb das Gebäude – auch heute und am 20. April – als lokales Impfzentrum fungiert.

Oberbürgermeister Torsten Pötzsch war im Impfzentrum verantwortlich für den Einlassdienst.
Oberbürgermeister Torsten Pötzsch war im Impfzentrum verantwortlich für den Einlassdienst. © Joachim Rehle

Logistischer Aufwand ist immens

Zum Impfen kamen auch Reiner Gröning und Anke Karg. „Wir sind sehr froh, dass wir endlich und in Weißwasser geimpft werden und nicht rumfahren müssen“, erzählt Reiner Karg, bevor er von Oberbürgermeister Torsten Pötzsch zum Eintritt gebeten wird. Pötzsch ist einer von 21 Mitarbeitern der Stadtverwaltung, die gestern und heute freiwillig im Einsatz sind. Auch städtische Hausmeister und vier Reservekräfte, sogenannte „Springer“, unterstützen die Impfaktion, für die sich die Stadt bei Land und Bund stark gemacht hatte, um Bürgern den weiten Weg nach Löbau zu ersparen. Dafür musste Weißwasser auch Logistik und Organisation des lokalen Impfzentrums übernehmen. „Es war im Vorfeld ein immenser Kraftakt und auch bei der Durchführung der Impfungen muss ein gigantischer Aufwand bewältigt werden, sind zudem das Impfteam des DRK, Schwestern, Ärzte, ein Sicherheitsdienst nötig“, erläutert Stadtsprecher Wulf Stibenz.

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Während „Einlasschef“ Pötzsch darauf achtet, dass der Pavillon nur mit Mund-Nasen-Maske betreten wird und abklärt, ob die Bürger auf der Impfberechtigten- und Bestellliste stehen und nötige Formulare und Dokumente vollständig sind, messen andere Helfer nach dem Check-In bei den Senioren die Temperatur. Wieder andere beantworten Fragen, füllen Unterlagen aus, erklären den Impfablauf oder geleiten Geimpfte in einen Warteraum, wo sie wegen eventueller allergischer Reaktionen etwa 20 Minuten bleiben müssen. „Wirklich jeder der vielen Helfer vor oder hinter den Kulissen hat eine bestimmte und wichtige Aufgabe. Das Impfen selbst nimmt den kürzesten Teil ein“, sagt Stibenz.

Trotzdem ist gerade der kleine Piks mit einer Impfstoffdosierung, die ganz genau sein muss, der Hauptbestandteil und Grund, weshalb es das lokale und zeitlich begrenzte Impfzentrum gibt. Das hat, laut Meldeliste, gestern und heute je 205 zu Impfende und ist somit ausgelastet. Für den 20. April sind schon 75 Prozent der Termine vergeben.
Die Spritzen im Impfzentrum gesetzt haben gestern und heute die Weißwasseraner Ärzte Dr. Dreier und Dr. Buschmann. Dass sie ein eingespieltes Team sind, bemerkten nicht nur die Senioren sofort.

Weißkeißel hat eine Verwaltungsgemeinschaft mit Weißwasser. Seine Senioren werden daher in der Stadt geimpft, kamen per Shuttle.
Weißkeißel hat eine Verwaltungsgemeinschaft mit Weißwasser. Seine Senioren werden daher in der Stadt geimpft, kamen per Shuttle. © Joachim Rehle

Nur Biontech wurde verimpft

Kein Wunder. Die Mediziner sind seit Jahren als niedergelassene Ärzte in Weißwasser tätig und gemeinsam waren sie bereits im kreislichen Impfzentrum in Löbau im Einsatz. Verimpft haben sie in Weißwasser übrigens ausschließlich das Vakzin von Biontech. Viele Bürger hatten gleich beim Einlass nachgefragt, welchen Impfstoff sie erhalten, da sie im Vorfeld für zwei unterschiedliche Vakzine eine Einwilligung ausfüllen mussten. Dass es Biontech war, ließ die Senioren hinter ihren Masken strahlen.

Gestrahlt darüber, dass sie endlich eine Impfung erhielten und nicht nach Löbau mussten, haben auch dutzende Weißkeißeler. Sie kamen per Fahrdienst, den die Gemeinde organisiert hatte. „Ich fahre heute und morgen je sieben Touren und alle unsere Senioren sind sehr froh über das Angebot, da die meisten keine Verwandten vor Ort haben, die sie fahren könnten“, erzählt Gemeindearbeiter Henri Hänchen. Eine der glücklichen Weißkeißeler ist Edelgard Pegesa. „Das mit dem Shuttle ist wirklich prima. Aber es ist ja auch Weißkeißel“, meint die Lokalpatriotin. „Aber ich muss auch sagen, dass das ganze Impfzentrum und der Ablauf prima organisiert sind.“ Impfung erspart Testpflicht nicht

Solches Lob freut die Organisatoren und alle Beteiligten. Vor allem, weil es sehr oft kam. Das entschädige für die Mühen, die Arbeit und den großen logistischen Aufwand, bekennt Wulf Stibenz.

Die Frage, ob sie nun frei von Testpflichten und Maske sind, bewegte dennoch viele der nun Geimpften. Und nicht nur sie. Denn aufgrund zahlreicher Nachfragen weist die Kreisverwaltung extra darauf hin, dass geimpfte Personen nicht von der Testpflicht sowie der Pflicht zum Tragen einer Mund-Nasen-Bedeckung befreit sind!

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