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Es fehlt ein Monat vom Weihnachtsgeschäft

Seit Montag sind in Meißen wieder alle Restaurants, Hotels, Kinos und Theater geschlossen. Neben Entsetzen gibt es auch Verständnis für den zweiten Lockdown.

Auch vom zweiten, sogenannten Lockdown Light stark betroffen: Im Meißner Theater müssen die Sitze leer bleiben.
Auch vom zweiten, sogenannten Lockdown Light stark betroffen: Im Meißner Theater müssen die Sitze leer bleiben. © Claudia Hübschmann

Meißen. In den letzten Monaten wurden Hygienekonzepte ausgefeilt, damit Theaterstücke möglichst infektionsarm über die Bühne gehen konnten. Seit Montag sind sie nichts mehr wert. Für die Chefin des Theaters Meißen Ann-Kristin Böhme treffen die neuen Einschränkungen deshalb die Falschen: "Ich kann die Entscheidung wirklich nicht nachvollziehen." 

Besonders dramatisch sei der Zeitpunkt: "Der November ist unser spielstärkster Monat - da verdienen wir unser Geld." Nicht nur die Schneekönigin hätte diesen Monat Premiere gefeiert; insgesamt müssen 20 Veranstaltungen ins nächste Jahr verschoben werden. Doch im Frühjahr ist der Kalender - schon mit bereits geschobenen Veranstaltungen - voll. Hinzukommt, dass in den nächsten Wochen Zerstreuung besonders wichtig wäre: "Wir geben den Leuten ein Stück Auszeit vom Alltag, der ist schon anstrengend genug", so Böhme.

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Anders als im Sommer, wird es im November kein Alternativprogramm geben. "So gerne wir das wieder machen würden. Wir können nicht rausgehen und wir dürfen definitiv keine Menschenansammlungen produzieren." Bleiben nur noch Livestreams, aber dafür ist das Theaterhaus nicht in der Lage.

Zumindest gibt es für diese Schließzeit konkrete Hilfen - auch für die Künstler. Ob das Theater Meißen für die neue Corona-Hilfe infrage kommt, wird sich allerdings erst noch zeigen: "Da wir eine kommunale Trägerschaft sind, schließt sich das bei einigen Förderungen einfach aus." 

Die Kassen bleiben im November weiter auf - wenn auch eingeschränkt: Dienstagvormittags zwischen 10 und 13 Uhr, am Donnerstagnachmittag zwischen 15 und 18 Uhr. Auch die Telefonhotline bleibt besetzt, denn Böhme hofft zumindest auf einen starken Dezember: "Ein Monat vom Weihnachtsgeschäft fehlt uns ja schon."

Mit Ausgleichszahlungen müsste es aufgehen

Kirsten Wodniok vom Hotel Schlossberg musste am Montag glücklicherweise keine Gäste vor die Tür setzen. Wie allgemein üblich, reisten ihre Gäste am Sonntag ab. Bei den aktuellen Infektionszahlen hält sie Hotelschließungen allerdings für vollends begründet, auch wenn es einen erheblichen Mehraufwand bedeutet: Obwohl die Gäste ihr Geld zurückbekommen, müsse viel erklärt werden, wie es zurückgezahlt wird.

Mit der neuen Coronahilfe, die Unternehmen 75 Prozent des Vorjahresumsatzes zusichert, müsste sich der November bestreiten lassen: Denn auch wenn die meisten Kosten weiterlaufen, würden nicht unerhebliche Ausgaben für Frühstück und Putzkräfte wegfallen. Im Vergleich zum Frühling seien die Ausgleichsgelder allerdings an deutlich mehr Modalitäten gebunden. Auch das sei richtig, nur so könne ein Missbrauch verhindert werden.

Auch für Alexander Malt vom Filmpalast Meißen kommt der Lockdown zu einem denkbar schlechten Zeitpunkt: "Herbstzeit ist Kinozeit", bestätigt Malt. In keinem anderen Monat klingelt die Kinokasse so oft. Im Oktober waren die Kinosäle teilweise so voll, dass Besucher wieder nach Hause geschickt werden mussten. Doch Malt befürchtet im Dezember daran nicht wieder anknüpfen zu können: Denn der Lockdown könnte dazu führen, dass internationale Verleiher ihre Starts erneut verschieben. Wer Solidarität zeigen will, könne Kinogutscheine kaufen.

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Der neue Irish Pub in Meißen musste seine Eröffnung bereits wegen des ersten Lockdowns verschieben: Nach nicht einmal zwei Monaten muss Dimitri Schwab mindestens für einen Monat schließen, denn ein To-Go-Angebot kann der Jungunternehmer nicht anbieten. Auch aus der lang ersehnten Halloween-Party wurde nichts: "Natürlich ist das schade, aber wenn es sein muss, kann man nichts machen."

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