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So verhält man sich richtig in Quarantäne

Immer mehr Menschen kommen auf die eine oder andere Weise mit Corona in Kontakt. So soll es dann nach Angaben des Kreises Görlitz weitergehen.

Tests und Quarantäne gehören für viele Menschen im Kreis Görlitz mittlerweile zur Lebenswirklichkeit.
Tests und Quarantäne gehören für viele Menschen im Kreis Görlitz mittlerweile zur Lebenswirklichkeit. © Christoph Schmidt/dpa (Symbolbild)

Es gibt die abenteuerlichsten Geschichten, die sich in der Corona-Pandemie im Landkreis abspielen. Da ist ein Rentner in Quarantäne, geht aber zum Optiker, um seine neue Brille abzuholen. Ein anderer lässt sich vom Nachbar chauffieren, sagt ihm aber nicht, dass er corona-positiv ist und eigentlich zu Hause sein müsste.

Fragen zu Quarantänen und den unterschiedlichen Angaben des Gesundheitsamtes dazu spielen derzeit in der Pandemie im Landkreis Görlitz die wichtigste Rolle - neben der Testung selbst. Da auch das Gesundheitsamt am Limit arbeitet, hat der Kreis nun erstmals eine Bekanntmachung veröffentlicht, die die Quarantäne für die Betroffenen regelt. Die SZ gibt einen Überblick über die wichtigsten Details.

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Drei Personengruppen sind grundlegend zu unterscheiden: Kontaktpersonen der Kategorie I, Verdachtspersonen und positiv getestete Personen. Das hängt damit zusammen, dass Kontaktpersonen der Kategorie I und Verdachtspersonen sich bereits in Quarantäne begeben müssen, bevor das Ergebnis eines Tests vorliegt.

Was Kontaktpersonen der Kategorie I beachten müssen

Kontaktpersonen der Kategorie I hatten engen Kontakt zu corona-positiv getesteten Personen. Enger Kontakt ist gegeben, wenn man den Abstand von 1,5 Meter zu der infektiösen Person nicht einhalten konnte oder länger als eine Stunde mit ihr in einem Raum war, auch unabhängig von dem Abstand. So heißt es auf der Internetseite des Robert-Koch-Instituts in Berlin, wo dann ganz viele Situationen beschrieben werden, die für diese Personen zutreffen.

Diese Kontaktpersonen der Kategorie I haben ein höheres Infektionsrisiko und müssen sich daher sofort in Quarantäne begeben, wenn das Gesundheitsamt ihnen das mitteilt. Die Mitteilung kann schriftlich, per E-Mail, telefonisch oder mündlich erfolgen. In der Regel ist darüber hinaus kein neuer Bescheid nötig.

Die Quarantäne dauert 14 Tage, sofern kein positiver Corona-Test vorliegt und ohne dass das Gesundheitsamt sich noch einmal melden muss. Nach derzeitigem Wissen beträgt die Inkubationszeit bis zu 14 Tage, danach kann eine Infektion oder Erkrankung ausgeschlossen werden.

Wenn sich aber bei diesen Personen Krankheitszeichen zeigen, die auf eine Sars-Cov2-Infektion hindeuten, dann ist das dem Gesundheitsamt per E-Mail oder telefonisch mitzuteilen. Beim Auftreten von Krankheitssymptomen ist unverzüglich der Hausarzt aufzusuchen, am besten zuvor den Hausarzt anrufen und die Situation schildern.

Während der Quarantäne-Zeit soll das Gesundheitsamt telefonisch oder per E-Mail nachfragen bei den Kontaktpersonen der Kategorie I, wie es ihnen geht. Zugleich werden diese Personen verpflichtet, ein Quarantäne-Tagebuch zu führen, in dem zweimal täglich die Körpertemperatur und der Verlauf der Erkrankung sowie der Kontakt zu weiteren Personen festzuhalten ist. Das Gesundheitsamt kann die Vorlage eines solchen Tagebuches verlangen. Auch muss eine Kontaktperson der Kategorie I es dulden, dass in den 14 Tagen das Gesundheitsamt Untersuchungen verlangt oder vornimmt.

Nun kann es vorkommen, dass viele Mitarbeiter von Einrichtungen der kritischen Infrastruktur Kontaktpersonen der Kategorie I sind. Solche Einrichtungen sind Krankenhäuser, Altenheime, Behindertenheime, es können aber auch Feuerwehr, Rettungsdienst und Katastrophenschutz und selbst die Stadtwerke betroffen sein, Lebensmittelmärkte oder staatliche Einrichtungen wie Gefängnisse oder Verwaltungen der Kreise und Kommunen. Sollte hier der Geschäftsbetrieb dadurch gefährdet sein, dass alle Mitarbeiter, die eine Kontaktperson der Kategorie I sind, zu Hause bleiben müssen, kann das Gesundheitsamt im Einzelfall von der Anordnung der Quarantäne abweichen.

Was Verdachtspersonen beachten müssen

Verdachtspersonen haben Erkrankungszeichen, die auf eine Sars-Cov2-Infektion hindeuten, und das Gesundheitsamt ordnet einen Corona-Test an, oder der Hausarzt hat diesen Test bereits vorgenommen.

Diese Verdachtspersonen müssen sich in Quarantäne begeben sofort nach der Mitteilung des Gesundheitsamtes. Wenn jetzt eine solche Verdachtsperson zu einem Corona-Test beispielsweise ins Testcenter Löbau muss, dann ist für diese Zeit die Quarantäne aufgehoben. Ist die Verdachtsperson unabhängig vom Gesundheitsamt zu einem Hausarzt gegangen und der hat einen Test vorgenommen, dann muss sie sich anschließend in Quarantäne begeben.

Gesundheitsamt oder Hausarzt informieren die Verdachtsperson über diese Quarantäne. Sie dauert entweder so lange, bis ein negativer Test vorliegt, oder mit Ablauf des fünften Tages nach dem Tag der Testung. Der Kreis griff zu dieser Formulierung, weil zwar das Ergebnis des Tests innerhalb von fünf Tagen in aller Regel vorliegt, aber möglicherweise nicht so rasch übermittelt wird. Die Benachrichtigung über ein negatives Ergebnis kann auch per Telefon erfolgen. Bei einem positiven Testergebnis wird die Person auf jeden Fall und schnell informiert.

Wenn sich der Gesundheitszustand der Verdachtsperson verschlechtert, dann ist das Gesundheitsamt per E-Mail oder telefonisch zu informieren. Beim Auftreten von Krankheitssymptomen ist unverzüglich der Hausarzt aufzusuchen (auch hier vorher anrufen). Bei einem positiven Test wird die Quarantäne fortgesetzt und dann gelten alle Regeln für positiv-getestete Personen.

Was positiv getestete Personen beachten müssen

Sobald jemand erfährt, dass sein Corona-Test positiv ausgefallen ist, muss er sich in Quarantäne begeben. Die das Testergebnis bekanntgebende Stelle informiert die Person schriftlich oder elektronisch über die Pflicht zur Quarantäne.

Die Quarantäne bei positiv-getesten Personen kann auf dreierlei Art enden. Hat die Person keine Krankheitssymptome entwickelt, also einen asymptomatischen Verlauf, dann endet die Quarantäne zehn Tage nach dem Erstnachweis des Virus.

Bei leicht symptomatischem Krankheitsverlauf endet die Qurantäne frühestens zehn Tage nach Symptombeginn und mindestens 48 Stunden nach Symptomfreiheit.

Im dritten Fall lag ein positiver Antigen-Schnelltest vor - hier endet die Quarantäne wenn ein weiterer PCR-Test ein negatives Ergebnis ausweist.

Wenn die positiv getestete Person bis 48 Stunden vor Ablauf der Quarantäne noch Covid-19-Krankheitszeichen zeigt oder sich der Gesundheitszustand sogar noch verschlechtert hat, dann ist das Gesundheitsamt unverzüglich per E-Mail oder Telefon zu informieren. Es entscheidet dann, wie es weitergeht.

Was gilt für alle drei Gruppen

Für alle drei Gruppen heißt Quarantäne: Sie sollten sich in einem Raum von anderen Mitbewohnern oder der Familie absondern und dürfen ihre Wohnung während der Quarantäne nicht ohne ausdrückliche Zustimmung des Gesundheitsamtes verlassen.

Im dazugehörenden Garten oder auf dem Balkon oder Terrasse dürfen sie immer nur allein oder mit Personen des gleichen Hausstandes sein, wenn diese Person auch in Quarantäne ist.

Auch zeitlich müssen sich alle drei Personengruppen von anderen, im Hausstand des Betroffenen lebenden Personen trennen. Das kann beispielsweise dadurch erreicht werden, dass Mahlzeiten nacheinander eingenommen werden.

Während der Quarantäne dürfen die Personen keinen Besuch empfangen, der nicht zum Hausstand gehört.

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