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Rödertal: So war der Start beim digitalen Impfpass

Den Andrang konnten die Server teils nicht bewältigen. Apotheken im Rödertal bieten einen besonderen Service an.

Hier gibt es den digitalen Impfnachweis: In der Hirsch-Apotheke in Ottendorf-Okrilla stellen Melanie Scholz, Maren Silbermann und Sabine Ziller (v.l.) das Zertifikat aus.
Hier gibt es den digitalen Impfnachweis: In der Hirsch-Apotheke in Ottendorf-Okrilla stellen Melanie Scholz, Maren Silbermann und Sabine Ziller (v.l.) das Zertifikat aus. © Sven Ellger

Radeberg. Die Nachfrage nach dem neuen digitalen Impfzertifikat des Robert-Koch-Instituts (RKI) in den Apotheken im Rödertal ist enorm. Das ergab eine Stichprobe der SZ. Die Mohren-Apotheke am Markt in Radeberg hat bereits am Montag, dem ersten Tag der Ausgabe, 200 dieser Zertifikate ausgestellt, wie Inhaberin Peggy Adler sagte.

"Jeder zweite Kunde wollte das Zertifikat"

Das Gleiche in der Löwen-Apotheke an der Badstraße in Radeberg. Rund 60 Zertifikate haben Dr. Thomas Köhler und seine Mitarbeiter ausgegeben. Auch die Arnoldis-Apotheke in Arnsdorf und die Hirsch-Apotheke in Ottendorf-Okrilla berichten von einem großen Andrang. „Bei uns war es etwa jeder zweite Kunde, der das digitale Impfzertifikat haben wollte“, sagt Maren Silbermann, Inhaberin der Hirsch-Apotheke.

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Vielerorts konnten die Interessenten die Nachweise gleich wieder mitnehmen. „Das hat am ersten Tag ganz gut funktioniert“, sagt Peggy Adler. „Wir haben den gelben Impfausweis und den Personalausweis geprüft, die Daten eingegeben und dann das Zertifikat ausgedruckt. Das dauert zwar einige Minuten. Bei uns sind aber zwei Mitarbeiterinnen für diese Aufgabe abgestellt, so kam es nicht zu langen Wartezeiten.“

Ähnlich verlief der erste Tag in der Arnoldis-Apotheke. „Bei uns hat das die Mitarbeiterin übernommen, die in unserem Testzentrum tätig ist. So war das gut zu bewältigen“, sagt Inhaber Morris Wetzig. Nach seinen Angaben lassen aber auch viele Interessenten ihre Unterlagen in der Apotheke. „Wir prüfen, ob Impf- und Personalausweis ihre Richtigkeit haben, dann lassen sie die Impfunterlagen bei uns und wir arbeiten nach und nach die Anträge ab.“

In der Mohren-Apotheke bringen Kunden oft die Ausweise von Familienangehörigen mit. „Das ist auch in Ordnung so. Es muss sich ja nicht jeder anstellen. Allerdings prüfen wir Vollmachten und Ausweiskopien“, sagt die Inhaberin. Mittlerweile hat sich ein ganzer Berg von noch einzugebenden Unterlagen angesammelt. „Den werden wir jetzt abarbeiten. Das Zertifikat schicken wir jedem, der es möchte, per Post zu, so spart er sich das Abholen.“

Apotheker rät, einige Tage zu warten

Den Bearbeitungsstau hat es wegen des Andrangs, vor allem aber wegen der technischen Probleme am Dienstag gegeben. „Am Montag lief es bis auf einige kleine Verzögerungen ganz reibungslos. Am heutigen Dienstag ist der Server des RKI offenbar so überlastet, dass zeitweise nichts mehr geht“, sagt Thomas Köhler.

Mehrmals müssen er und seine Mitarbeiter die Daten eingeben, bis der Ausdruck des Nachweises möglich ist. „Die Eingabemaske ist immer abrufbar, aber wenn die Daten dann abgeschickt werden sollen, geht es nicht mehr weiter. Ich habe bereits mit dem Landesapotheker-Verband telefoniert. Ich wollte sichergehen, dass nicht wir die Probleme bei unseren Computern hier in der Apotheke haben. Dort versicherte man mir, dass das ein zentrales Problem ist“, sagt Thomas Köhler.

Er vermutet, dass jetzt bundesweit Tausende Apotheken zugreifen und die Zertifikate ausstellen wollen. „Das schafft die Technik nicht.“ Er empfiehlt allen, die das Zertifikat nicht dringend brauchen, noch einige Tage zu warten. „Dann läuft das sicher problemloser.“ Auch Peggy Adler berichtet vom Serverausfall am Dienstag. „Ab 9 Uhr ging nichts mehr. Das war natürlich ärgerlich für alle, die am Vormittag extra zu uns gekommen sind. Sie konnten aber die Unterlagen hier lassen und wir senden das Zertifikat ihnen dann zu.“

Das Gleiche passierte in der Elefanten-Apotheke an der Ecke Röderstraße/Hauptstraße in Radeberg. „Wer nicht zum Zuge gekommen ist, hat seine Unterlagen hier gelassen, wir haben Nummern vergeben. So kann jeder sein Zertifikat zu einer Zeit abholen, zu der es ihm passt“, sagt Mitarbeiterin Doreen Schneider.

Einen besonderen Service bieten die Mitarbeiter hier ebenfalls an. „Manche haben Schwierigkeiten, den QR-Code ins Handy in die App einzulesen. Hier sind wir gerne behilflich“, sagt sie. Offenbar war nicht nur der Server für die Anmeldungen überlastet, am Nachmittag war dann auch die Internetseite mein-apothekenmanager.de nicht mehr abrufbar. Hier können Interessenten nach Apotheken in der Nähe suchen, die das Zertifikat ausstellen. Offenbar war auch hier die Zahl der Zugriffe zu groß.

Weshalb ist der Andrang auf den neuen digitalen Impfnachweis derzeit überhaupt so groß? Apotheker Morris Wetzig vermutet, dass das jeder vor dem Urlaub erledigt haben möchte. „Das ist ja eine gute Sache, einfach Handy vorzeigen, und schon ist der volle Impfschutz nachgewiesen. Das will jetzt jeder haben, und zwar gleich richtig mit dem RKI-Zertifikat, auch wenn die Ferienzeit vielleicht noch ein paar Tage hin ist.“

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Das Landratsamt Bautzen weist darauf hin, dass RKI-Impfzertifikate für Genesene derzeit noch nicht in den Apotheken möglich sind. „Nach Informationen des Bundesgesundheitsministeriums soll diese Funktion bis Ende des Monats verfügbar sein“, teilt das Amt mit. Genesene können sich bis dahin eine Bestätigung über die App „schnelltest.cklick“ ausstellen lassen. Diese App wird aber nur in einigen Landkreisen akzeptiert. Auch können die Daten daraus noch nicht in die überregional gültigen Corona-Warn-App oder CovPass-App integriert werden. Aber auch daran werde gearbeitet, so das Landratsamt.

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