merken
PLUS Dresden

So viele Dresdner haben sich bereits impfen lassen

Am Montag öffnet das Impfzentrum in der Messe. Wer nun an der Reihe ist, wie man an einen Termin kommt und wie hoch die Impfbereitschaft schon ist - der Überblick.

Unter dem sächsischen Krankenhauspersonal besteht eine überdurchschnittlich hohe Bereitschaft, sich impfen zu lassen, sagt Dresdens Uniklinik-Vorstand Michael Albrecht.
Unter dem sächsischen Krankenhauspersonal besteht eine überdurchschnittlich hohe Bereitschaft, sich impfen zu lassen, sagt Dresdens Uniklinik-Vorstand Michael Albrecht. © UKD/PR

Dresden. Sachsen hat am Freitag weiteren Impfstoff der Hersteller Biontech/Pfizer erhalten, am Dienstag soll auch das neu zugelassene Vakzin des Produzenten Moderna den Freistaat erreichen. Wie geht es nun weiter? Wer ist als nächstes dran? Und wie viele Pflegeheim-Bewohner, Ärzte und Pflegekräfte wollen sich in Dresden überhaupt impfen lassen? Das sind die wichtigsten Fragen und Antworten.

Wie viele Dresdner sind bereits geimpft worden?

Aktuell werden in Dresden zwei Gruppen geimpft - zum einen Pflegeheim-Bewohner, zum anderen besonders gefährdete Ärzte und Pfleger in Krankenhäusern sowie Mitarbeiter in Pflegeheimen. In ganz Sachsen wurden bis einschließlich Donnerstag 15.593 Impfdosen verabreicht, meldete das Robert-Koch-Institut am Freitag.

Anzeige
Sie suchen den perfekten Arbeitgeber?
Sie suchen den perfekten Arbeitgeber?

Das therapeutische Gesundheitszentrum von PPS Medical Fitness in Dresden bietet modernste Möglichkeiten. Hier bringt Arbeiten Spaß und Erfüllung.

Davon entfallen SZ-Recherchen zufolge mindestens 2.000 auf Dresden. Eine genaue Zahl für Dresden konnte das sächsische Gesundheitsministerium auf Anfrage nicht nennen. In der kommenden Woche sollen die Daten aber für jeden Landkreis und jede kreisfreie Stadt vorliegen.

Wie laufen die Impfungen in den Kliniken?

Am Dresdner Uniklinikum begannen die Impfungen bereits am 28. Dezember. "Inzwischen haben wir gestern – Donnerstag – die 1.000er-Marke geknackt. Das Universitätsklinikum nimmt damit einen Spitzenplatz unter den deutschen Gesundheitseinrichtungen ein", so Professor Michael Albrecht, der medizinische Vorstand des Klinikums. Er und sein Team würden sehr genau beobachten, wie die Mitarbeiter die Impfungen vertragen. "Unser Betriebsärztlicher Dienst hat dabei nur sehr vereinzelt sehr milde Komplikationen registriert."

Bis zum 7. Januar konnten 288 Mitarbeiter des Städtischen Klinikums geimpft werden, so Sprecherin Viviane Piffczyk. "Wir planen, die Zahl der Geimpften in der nächsten Woche zu verdoppeln", so die Sprecherin. Bisher habe es bei keinem der geimpften Mitarbeiter eine schwere allergische Reaktion gegeben.

Auch im Diakonissenkrankenhaus haben die Impfungen begonnen. Die Pressestelle wollte auf Anfrage aber keine Zahlen zu den geimpften Mitarbeitern nennen.

Und wie sieht es in den Dresdner Pflegeheimen aus?

In den Pflegeheimen und Seniorenresidenzen ist derzeit das mobile Impfteam unterwegs, um die Corona-Schutzimpfung zu verabreichen. "Wir haben am 31. Dezember in unserem Wohnpark Elsa Fenske mit insgesamt 230 Impfungen begonnen, dabei wurden 130 Bewohner und 100 Mitarbeiter geimpft", sagt Matthias Beine, Chef der städtischen Cultus-Gesellschaft, die mehrere Dresdner Pflegeheime betreibt. Am 3. Januar fand der Impftermin im Haus An der Maille-Bahn für 64 Bewohner und 36 Mitarbeiter statt. Am Donnerstag seien schließlich 193 Bewohner und 96 Mitarbeiter des Hauses in Löbtau geimpft worden. Macht zusammen 619 Impfungen. "Wir organisieren aktuell weitere Termine für das Haus Olga Körner und die Wohnstätte für Senioren in Bühlau für die kommende Woche. Auch da rechnen wir wieder mit einer sehr hohen Impfbereitschaft. Diese zeigt sich insgesamt sehr deutlich", so Beine.

Gibt es auch Heime, die noch nicht an der Reihe waren?

Noch warten müssen die Senioren und Mitarbeiter der Arbeiterwohlfahrt. "In den drei AWO-Pflegeheimen in Dresden sind noch keine Impfungen erfolgt", sagt Sprecher Andreas Szabo. Die Einrichtungen seien zwar beim mobilen Impfteam angemeldet, würden aber auf Termine warten.

Im Senioren- und Pflegeheim "Albert Schweitzer" in Prohlis werde es voraussichtlich kommende Woche losgehen. Etwa 200 Bewohner sowie Mitarbeiter hätten dort ihre Zustimmung erteilt. "Insbesondere bei der Mitarbeiterschaft werben wir weiter um eine Teilnahme, diese ist natürlich freiwillig", erklärt Szabo.

Ebenfalls noch keinen Impftermin haben die Bewohner der acht Einrichtungen des Pflegedienstleisters Coravita, der unter anderem die neue Pflegeresidenz im Hochhaus an der Budapester Straße, aber auch Intensivpflege-Stationen betreibt. Noch werde ermittelt, wer sich überhaupt impfen lassen wolle, sagt Geschäftsführerin Katharina Schleicher. Unter den insgesamt 220 Bewohnern der Einrichtungen sei die Impfbereitschaft sehr hoch. Anders sehe das beim Personal aus. Schleicher schätzt, dass rund 80 Prozent der 170 Mitarbeiter auf eine Impfung verzichten werden.

Erst Mitte dieser Woche habe sie überhaupt Bescheid bekommen, wie die Impfungen ablaufen werden. Warum Coravita insbesondere mit den Intensivpflege-Patienten nicht eher berücksichtigt wurde, kann Katharina Schleicher nicht beantworten. Perspektivisch soll in Dresden ein zweites mobiles Impfteam unterwegs sein, so das Gesundheitsministerium. Dann könnten 200 Dosen pro Tag verabreicht werden. Nicht geimpft werden Pflegeheim-Bewohner, die bereits infiziert waren, betonte Gesundheitsministerin Petra Köpping am Freitagabend.

Wie nehmen Klinik-Mitarbeiter die Impfungen an?

"Wie man an unseren Zahlen unschwer ablesen kann, ist die Akzeptanz unter den Ärztinnen und Ärzten ebenso wie in den Pflegeteams außerordentlich hoch", sagt Michael Albrecht vom Dresdner Uniklinikum. Das liegt sicher auch daran, dass wir tagtäglich mit dem großen Leid konfrontiert werden, das Covid-19 auslöst."

Das Uniklinikum hat bereits Anfang Dezember damit begonnen, Aufklärungsangebote für die Belegschaft bereitzustellen. Etwa mit einem Brief oder mit internen Podcasts, unter anderem von dem Dresdner Virologen Professor Alexander Dalpke. Das Video, das inzwischen auch außerhalb des Uniklinikums angeschaut werden kann, ist fast 20.000-mal aufgerufen worden.

"Auch sehen wir, dass unter dem sächsischen Krankenhauspersonal eine überdurchschnittlich hohe Bereitschaft besteht, sich impfen zu lassen. So wurden – Stand Donnerstag – bereits 21 Prozent des sächsischen Krankenhauspersonals geimpft. Dieser Wert liegt deutlich über dem Bundesdurchschnitt von 16 Prozent", so Albrecht.

Von einer breiten Ablehnung der Corona-Schutzimpfung kann auch an den Krankenhäusern Neustadt und Friedrichstadt nicht die Rede sein. Die Impfung sei freiwillig und die Impfbereitschaft hoch, sagt Sprecherin Viviane Piffczyk. Man habe bereits 1.000 Mitarbeiter der Hochrisiko- und Covid-Bereiche von 36 Stationen angesprochen. "60 Prozent dieser Kollegen sind bereit, sich den Impfstoff sofort verabreichen zu lassen. Es gibt nur wenige, die sich auf gar keinen Fall impfen lassen wollen", sagt sie.

Wer wird als nächstes geimpft und wie bekomme ich einen Termin?

Es gibt eine festgelegte Impf-Reihenfolge. Diese richtet sich nach Alter, Berufsgruppen und Vorerkrankungen. Höchste Priorität haben dem Alter nach alle Menschen, die 80 Jahre und älter sind. In Dresden leben rund 44.000 Senioren in diesem Alter. Wer in einem Pflegeheim lebt, kann aktuell vor Ort geimpft werden. Die Heime organisieren dies. Wer zu Hause wohnt, bekommt ab Montag die Möglichkeit, telefonisch oder per Internet einen Termin im Impfzentrum in der Messe Dresden zu vereinbaren.

Das Wichtigste zum Coronavirus in Dresden:

Eine Impfung im Zentrum wird ausschließlich mit Termin möglich sein. Die Kontaktdaten werden am Montag veröffentlicht. Höchste Priorität wird außerdem besonders gefährdeten Ärzten und Pflegern eingeräumt, die in den Kliniken und Pflegeheimen geimpft werden können. Rettungssanitäter und ambulante Pflegekräfte haben bereits am Montag die Möglichkeit, ins Impfzentrum zu gehen. Hierfür gibt es Gruppentermine.

Zur zweiten Kategorie gehören altersmäßig alle Menschen, die 70 Jahre und älter sind. In Dresden sind dies reichlich 50.000 Einwohner. Sie, aber auch demenzkranke Menschen, Kontaktperson von Schwangeren sowie besonders gefährdete Polizisten sind an der Reihe, wenn genug Impfstoff zur Verfügung steht. Gesundheitsministerium und Deutsches Rotes Kreuz werden rechtzeitig darüber informieren, ab wann diese Gruppe Termine vereinbaren kann.

Die dritte Gruppe schließt alle Menschen ein, die 60 Jahre und älter sind. In Dresden sind das noch einmal mehr als 58.000 Personen, die sich impfen lassen können. Hinzu kommen unter anderem Menschen mit Vorerkrankungen wie Asthma, Krebs, Diabetes oder Fettleibigkeit; Lehrer und Erzieher; sowie Mitglieder in wichtigen Regierungspositionen sowie weitere Polizisten und Feuerwehrleute.

Erst danach oder wenn genügend Impfstoff vorhanden ist, sind alle anderen an der Reihe, also alle Dresdner zwischen 16 und 59 Jahren. Das sind über 321.000 Einwohner, abzüglich der Menschen, die den bereits genannten Berufs- und Risikogruppen angehören. Für Kinder sind die mRNA-Impfstoffe vorerst nicht zugelassen. Aus ethischen Gründen sind die Vakzine an ihnen nicht getestet worden. Da es bei Schwangeren und Stillenden bisher nicht ausreichend Erfahrungen gibt, wird die Impfung ihnen derzeit nur nach einer individuellen Risiko-Nutzen-Abwägung empfohlen.

Wie sollen Senioren zur Messe kommen?

Ob es einen Shuttleservice vom Zentrum ins Ostragehege geben wird oder Senioren die Straßenbahnlinie 10 nutzen müssen, ist unklar. Eine entsprechende Anfrage beim Deutschen Roten Kreuz ist bislang unbeantwortet geblieben. Laut Gesundheitsministerin Petra Köpping (SPD) sollen sich aber vorrangig Kinder, Enkel, Nachbarn und Freunde um den Weg in die Messe kümmern. "Hier appelliere ich auch an die Solidarität und Unterstützung durch Angehörige, wenn es um die Terminvereinbarung und Anfahrt zum Impfzentrum geht."

Wer keine Angehörigen hat, nicht mehr mobil ist und sich trotzdem impfen lassen möchte, soll dazu auch die Chance erhalten. Köpping verspricht eine Lösung.

Weitere Informationen zur Corona-Schutzimpfung in Sachsen finden Sie auf www.coronavirus.sachsen.de/coronaschutzimpfung.html

Auf Sächsische.de möchten wir ganz unterschiedliche Erfahrungsberichte von Corona-Infizierten aus Dresden teilen. Wenn Sie die Erkrankung bereits überstanden haben und uns davon erzählen möchten, schreiben Sie uns an [email protected]ächsische.de.

Weiterführende Artikel

Corona-Testschulen für Dresdner Schüler

Corona-Testschulen für Dresdner Schüler

Die Abschlussklassen dürfen ab Montag auch in Dresden wieder in den Präsenzunterricht. Wie das funktionieren soll und wo Schüler getestet werden.

Neues Impfzentrum: Dresdens größtes Wartezimmer

Neues Impfzentrum: Dresdens größtes Wartezimmer

Babette Steffen arbeitet bei der Freiwilligen Feuerwehr. Sie gehört zu den ersten Menschen in der Stadt, die sich in der Messe gegen Corona impfen lassen.

Kann man sich den Impfstoff aussuchen?

Kann man sich den Impfstoff aussuchen?

Wer sich gegen Corona impfen lassen will, hätte theoretisch die Wahl zwischen dem Impfstoff von Moderna oder dem von Biontech. Doch so weit ist es noch nicht.

Nachrichten und Hintergründe zum Coronavirus bekommen Sie von uns auch per E-Mail. Hier können Sie sich für unseren Newsletter zum Coronavirus anmelden.

Abonnieren Sie unseren kostenlosen Newsletter "Dresden kompakt" und erhalten Sie alle Nachrichten aus der Stadt jeden Abend direkt in Ihr Postfach.

Mehr Nachrichten aus Dresden lesen Sie hier.

Mehr zum Thema Dresden