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Der Mann mit der Spielhölle im Keller

Udo Schmitz verdiente sein Geld spielend. Bis ihn Corona rauswarf. Das Spielen vergeht dem Meusegaster trotzdem nicht. Davon haben nun auch die SZ-Leser etwas.

Sein Keller ist eine wahre Spielhölle: Udo Schmitz.
Sein Keller ist eine wahre Spielhölle: Udo Schmitz. © Daniel Schäfer

Udo Schmitz ist ein Spieler. Einer, der immer dabei gewinnt. Und nicht nur das. Der Meusegaster entwickelt auch Spiele, stellt sie vor und testet sie. Doch seit fast einem Jahr hat es sich nun ausgespielt. Keine Messen, keine Seminare, keine Fortbildungen und keine Veranstaltungen wie die "Mensch ärgere dich nicht"-Meisterschaft in Dohna. "Ich hätte nie gedacht, dass mir alle Standbeine auf einmal wegbrechen", sagt Schmitz.

Ganz aufs Spielen kann er natürlich nicht verzichten. Weil die Spieleabende mit Freunden, so wie es bei ihm üblich war, nicht möglich sind, spielt Schmitz nun einmal pro Woche von zuhause aus auf der Online-Spieleplattform Boardgamearena. "Dies kann zwar das reale Spielen nicht ersetzen, aber lindert doch etwas den Frust, sich nicht treffen zu können", sagt er.

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Drei Empfehlungen für SZ-Leser

Einmal Spieler immer Spieler. Und so entwickelt er gerade neue Ideen und Konzepte für die nach Corona-Spielzeit. Mit seinem Sohn arbeitet er darüber hinaus an neuen Spielideen. So ist gerade ein neuartiges Quizspiel in Arbeit. Ansonsten nutzt er die verordnete Spielpause und entdeckt die Sächsische Schweiz wandernd neu. Bisher sei er zum Glück gesund durch die Krise gekommen. "Ich hoffe, dass es irgendwann genau so schnell wieder losgehen kann, wie alles beendet wurde."

Udo Schmitz hat in seinem Keller das wohl größte Spielelager weit und breit. Aus seinem großen Fundus hat er für die SZ drei Spiele ausgewählt, die für Kinder, Familien und sogar für allein geeignet sind und alle für um die zehn Euro im Handel erhältlich sind. Sein Lieblingsspiel ist zurzeit Dizzle, "da ich es auch hervorragend alleine spielen kann." Wenn ihn seine Tochter besucht, dann kommt "Biss 20" auf den Spieltisch.

Spielideen vom Spielprofi Udo Schmitz aus Meusegast bei Pirna. Wie hier das Spiel BISS 20.
Spielideen vom Spielprofi Udo Schmitz aus Meusegast bei Pirna. Wie hier das Spiel BISS 20. © Daniel Schäfer

Erste Empfehlung: Biss 20

Bis 20 zählen, das ist doch einfach! Oder doch nicht? Bei BISS 20 zählen die Spieler gemeinsam reihum von 1 bis 20. Das allein wäre wirklich einfach, zu einfach. Beim Spiel wird in jeder Runde eine Zahl mit einer Aufgabe belegt. Mal müssen Zahlenpaare vertauscht werden oder statt eine Zahl zu nennen, klatscht man in die Hände. Hört sich einfach an? Aber weit gefehlt! Schnell schleichen sich Fehler ein, weil man sich ja ähnlich wie beim Memory an die Aufgaben erinnern muss. Je nach Schwierigkeitsstufe müssen die Spieler eine bestimmte Anzahl von Aufgaben erfüllen und dürfen hierbei nur eine bestimmte Anzahl von Fehlern machen. Man gewinnt oder verliert das Spiel dann gemeinsam. Was für eine schöne Botschaft in dieser Zeit.

"BISS 20" ist erschienen im Verlag Drei Magier, ist für zwei bis acht Spieler ab sieben Jahre, ein Spiel dauert etwa 15 bis 20 Minuten und kostet etwa 10 Euro.

Funktioniert auch allein: Das Würfelspiel Dizzle.
Funktioniert auch allein: Das Würfelspiel Dizzle. © Daniel Schäfer

Zweite Empfehlung: Dizzle

Beim Würfelspiel Dizzle nehmen die Spieler abwechselnd Würfel aus der Tischmitte und legen diese auf ihrem Blatt auf Felder mit der gleichen Augenzahl. Liegen keine Würfel mehr in der Mitte, kreuzen alle Spieler die Felder an, auf denen die Würfel lagen. Manche Kreuze erlauben nun Sonderaktionen oder bringen Bonuspunkte. Das klingt nicht besonders aufregend. Das wird es aber ganz schnell, weil man planen und denken muss, damit einem die Mitspieler keine Würfel wegnehmen, die man gut gebrauchen kann. Und Dizzle kann man hervorragend auch allein spielen.

Dizzle ist aus dem Hause Schmidt Spiele, für ein bis vier Spieler ab acht Jahre, eine Partie dauert etwa 20 Minuten, und das Spiel kostet im Spielehandel etwa zehn Euro.

An den mexikanischen Tag der Toten lehnt sich das Spiel Calavera an.
An den mexikanischen Tag der Toten lehnt sich das Spiel Calavera an. © Daniel Schäfer

Dritte Empfehlung: Calavera

In Mexico feiert man den Día de Muertos, den Tag der Toten, der aber ein buntes Fest voller Lebensfreude ist. Dieses Thema liegt dem schnellen und spannenden Würfelspiel zugrunde. Ziel der Spieler ist es, die vier Farbreihen auf ihrem Blatt so voll wie möglich zu machen. Aber Vorsicht, überschreitet man die Todeszone, so bekommt man statt Plus-Punkten viele Minus-Punkte. Calavera ist also ein taktisches Würfelspiel, bei dem man vorausschauend planen muss. Einfache Regeln und großer Spielspaß zeichnen das Spiel aus, das sich eines ungewöhnlichen Themas angenommen hat.

Calavera, herausgegeben vom Moses Verlag, ist für zwei bis vier Spieler ab acht Jahren, eine Runde dauert 15 bis 20 Minuten, das Spiel kostet etwa zehn Euro.

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