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Steuererklärung 2020: Corona bringt mehr Erstattung

Die Steuererklärung für das Corona-Jahr 2020 steht an. Die meisten Sachsen nutzen dafür schon die Software Elster. Welche Besonderheiten diesmal zu beachten sind.

Rund 1,12 Millionen Einkommensteuererklärungen haben die Finanzämter in Sachsen im vergangenen Jahr bearbeitet.
Rund 1,12 Millionen Einkommensteuererklärungen haben die Finanzämter in Sachsen im vergangenen Jahr bearbeitet. © dpa

Wer eine Steuererklärung für 2020 abgeben muss, kann loslegen. Krankenkassen, Arbeitgeber, Rentenversicherer und andere meldepflichtige Stellen haben ihre Daten bis Ende Februar an die Finanzverwaltung übermittelt. „Die Abgabefrist endet in diesem Jahr erst am 2. August, da der letzte Tag im Juli auf einen Samstag fällt“, erklärt Sandra Jäschke vom Sächsischen Finanzministerium. Das gelte aber nur für die, die zur Abgabe verpflichtet sind. Wer die Hilfe eines Steuerberaters oder Lohnsteuerhilfevereins nutzt, hat bis Ende Februar 2022 Zeit.

Rund 1,12 Millionen Einkommensteuererklärungen haben die Finanzämter in Sachsen im vergangenen Jahr bearbeitet. Gut drei Viertel davon wurden auf elektronischem Wege eingereicht. Wer dafür bisher die Software ElsterFormular der Steuerverwaltung genutzt hat, muss sich umstellen. In diesem Jahr steht nur noch das Portal MeinElster zur Verfügung. „Mit einem Klick können die Angaben aus den Vorjahren aber übertragen werden“, sagt Jäschke. Dies erspare die erneute Eingabe. Übernommen werden können auch Daten, die bisher über das Onlineportal eingereicht wurden.

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Zudem sind in MeinElster die Bescheinigungen abrufbar, die automatisch an das Finanzamt übermittelt werden – also Lohnsteuerbescheinigungen, Lohnersatzleistungen, Rentenleistungen, Beiträge zu Kranken- und Pflegeversicherungen, Vorsorgeaufwendungen, wie zum Beispiel Riester- und Rürup-Verträge sowie Beiträge für vermögenswirksame Leistungen.

Homeoffice-Pauschale und Werbungskostenpauschbetrag

Ihre Steuererklärung in Papierform abgeben dürfen nur noch Arbeitnehmer und Senioren, wenn sie keine weiteren Gewinneinkünfte als Selbstständiger, Gewerbetreibender oder aus Land- und Forstwirtschaft haben. Zudem können Senioren in Sachsen, die ausschließlich Alterseinkünfte beziehen, die vereinfachte Steuererklärung nutzen. 2018 wurde das nur zweiseitige Formular im Freistaat eingeführt. Rund 60 Prozent der Rentner und Pensionäre, die dafür infrage kommen, nutzen es bereits. Daten, die der Steuerverwaltung bereits in elektronischer Form vorliegen, müssen darin nicht mehr extra erklärt werden.

Weil die Finanzämter weiter für den Besucherverkehr geschlossen sind, werden die Vordrucke für den Veranlagungszeitraum 2020 in den nächsten Tagen per Post verschickt – und zwar an alle Senioren, die ihre Steuererklärung bisher auf Papier abgegeben haben und das vereinfachte Verfahren nutzen können.

Nach Ansicht des Bundesverbandes Lohnsteuerhilfevereine stehen für Beschäftigte die Chancen auf eine Steuererstattung sehr gut: Gerade, weil im Corona-Jahr einiges anders war als sonst. Viele haben ihren Arbeitsplatz nach Hause verlagern müssen. Sie können nun die Homeoffice-Pauschale geltend machen. Für jeden Arbeitstag in der häuslichen Wohnung können sie einen Betrag von fünf Euro als Werbungskosten angeben – maximal 600 Euro im Jahr. Für Tage, an denen die Firma aufgesucht wurde, und wenn es nur zum Post holen geschah, gibt es keine Homeoffice-Pauschale. Für diese Tage ist die Pendlerpauschale von 30 Cent pro Kilometer der einfachen Entfernung anzusetzen.

Wichtig: Die Homeoffice-Pauschale gibt es nicht zusätzlich zum Werbungskostenpauschbetrag. Daher ist sie für jene von Vorteil, die Werbungskosten von mehr als 1.000 Euro haben.

Steuerliche Entlastung für Alleinerziehende

Wer alleinerziehend ist und mindestens ein Kind bei sich wohnen hat, profitiert von 4.008 Euro steuerlicher Entlastung (zuvor 1.908 Euro). „Nach unserer Erfahrung wurde der neue Freibetrag bei vielen in der Gehaltsabrechnung im letzten Jahr noch nicht berücksichtigt“, sagt Erich Nöll, Geschäftsführer beim Bundesverband Lohnsteuerhilfevereine. Dabei geht es um viel Geld: Eine Alleinerziehende mit 40.000 Euro zu versteuerndem Einkommen zahlt dadurch inklusive Solidaritätszuschlag rund 761 Euro weniger Einkommensteuer.

Genau rechnen müssen Arbeitnehmer, die in Kurzarbeit waren. Sie sind verpflichtet, eine Steuererklärung abzugeben, wenn sie mehr als 410 Euro Lohnersatz erhalten haben. Durch das an sich steuerfreie Kurzarbeitergeld steigt ihr persönlicher Steuersatz. Ob dies eine Nachzahlung bedeutet, hängt vom Einzelfall ab. „Oft wird das mit einer Steuererstattung einhergehen, da für den Arbeitslohn zu viel Lohnsteuer abgezogen wurde“, sagt Isabel Klocke vom Bund der Steuerzahler.

Ausgaben wie Vorsorgeaufwendungen, Dienst- und Handwerkerleistungen oder Spenden sollten unbedingt angegeben werden, um die Steuerlast zu senken. Auch Eltern, die mehr als 410 Euro Kinderkrankengeld bekommen haben, müssen eine Steuererklärung abgeben und die Lohnersatzleistung eintragen.

Wer die Corona-Soforthilfe, Überbrückungshilfe oder ähnliche Programme genutzt hat, muss laut Bund der Steuerzahler die Zuschüsse in seiner Steuererklärung angeben. Dafür gebe es die Anlage Corona-Hilfen. „Hat der Arbeitgeber eine spezielle Corona-Prämie von bis zu 1.500 Euro zusätzlich zum Gehalt gezahlt, hat diese Summe allerdings nichts in der Steuererklärung zu suchen“, sagt Nöll. (mit dpa)

Telefonforum: Was lässt sich absetzen?

Für die Steuererklärung 2020 gibt es neue Anlagen – was muss wo eingetragen werden? Welche Freibeträge gibt es? Wie werden haushaltsnahe Dienstleistungen abgesetzt? Was können Rentner angeben?

Fragen beantworten unsere Steuer-Experten am Mittwoch, 10. März, von 14 bis 16 Uhr:

Gabi Kneschk, Vereinigte Lohnsteuerhilfe e.V.: 0351 48642805

Jana Bauer, Bundesverband Lohnsteuerhilfevereine e.V: 0351 48642806

Antje Barth, Lohn- und Einkommensteuer Hilfe-Ring Deutschland e.V.:

0351 48642807

So erreichen Sie das Amt

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  • Die Finanzämter in Sachsen bleiben noch bis mindestens 7. März für den Besucherverkehr geschlossen. Wann wieder geöffnet wird, kann selbst das Finanzministerium noch nicht sagen.
  • Die Vordrucke für die Steuererklärung können auf der Website des Bundesfinanzministeriums heruntergeladen werden. Auf Anfrage werden sie auch kostenfrei zugesandt. Das Formular für die vereinfachte Steuererklärung für Rentner gibt es beim Sächsischen Finanzministerium.
  • Erreichbar sind die Finanzämter telefonisch, schriftlich, über das Portal MeinElster und per E-Mail. Kontaktdaten gibt es online. Fragen zur Steuererklärung werden auch am Infotelefon beantwortet (Mo. – Do., 8 – 17 Uhr, Fr., 8 – 12 Uhr): 0351/79997888
  • www.finanzamt.sachsen.de

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