merken
Deutschland & Welt

Stiko empfiehlt parallele Corona-und Grippeimpfung

Impfungen gegen Corona und Grippe können jetzt an einem Termin erfolgen. Booster-Impfungen soll es aber nicht für alle Senioren geben.

Zwischen der Corona- und der Grippeimpfung muss laut Empfehlung der Stiko kein Abstand eingehalten werden.
Zwischen der Corona- und der Grippeimpfung muss laut Empfehlung der Stiko kein Abstand eingehalten werden. © Fabian Sommer/dpa (Symbolbild)

Impfungen gegen Corona und Grippe können nach einer Empfehlung der Ständigen Impfkomission (Stiko) nun an einem Termin erfolgen. Geraten wird dabei zu einem Zeitpunkt ab Oktober. Voraussetzung sei, dass es sich beim Influenza-Vakzin um einen Totimpfstoff handele, teilte die Stiko am Freitag mit.

Totimpfstoffe enthalten inaktivierte Viren oder Bestandteile der Viren. Bei den in Deutschland zugelassenen Influenza-Impfstoffen für Kinder und Erwachsene handelt es sich nach Angaben des Robert Koch-Instituts meist um Totimpfstoffe. Zuvor hatten sich bereits der Stiko-Vorsitzende Thomas Mertens und der Hausärzteverband für gleichzeitiges Impfen ausgesprochen.

Gesundheit und Wellness
Gesundheit und Wellness auf sächsische.de
Gesundheit und Wellness auf sächsische.de

Immer gerne informiert? Nützliche Informationen und Wissenswertes rund um das Thema Gesundheit und Wellness haben wir in unserer Themenwelt zusammengefasst.

Zwischen Covid-19-Impfungen und auch allen anderen Totimpfstoffen muss damit nicht mehr zwingend ein Impfabstand eingehalten werden. Voraussetzung sei, dass eine Indikation zur Impfung sowohl gegen Covid-19 als auch andere Erkrankungen bestehe, hieß es. Parallel-Impfungen sollten aber nicht in denselben Oberarm erfolgen, sondern verteilt auf unterschiedliche Gliedmaßen.

Impfreaktionen könnten bei gleichzeitigen Impfungen häufiger auftreten als bei der getrennten Gabe, hieß es. Umfangreiche Erfahrungen mit Nicht-Covid-19-Impfstoffen zeigten bisher aber, dass die Immunantwort und Nebenwirkungen generell denen einer Solo-Gabe ähnelten.

Für Deutschland gibt es laut Stiko noch keine veröffentlichten Ergebnisse zur simultanen Anwendung von zugelassenen Corona-Impfstoffen und anderen Totimpfstoffen. Unveröffentlichte Daten aus Großbritannien zeigten jedoch nur eine leicht erhöhte Körperreaktion bei gleichzeitiger Anwendung von Covid-19- und Influenza-Impfstoffen.

Keine generelle Booster-Empfehlung für alle Senioren

Weiterhin spricht sich die Stiko in ihrer aktuellen Empfehlung bislang nicht für generelle Auffrischungsimpfungen bei Senioren aus - obwohl ältere Menschen diese in Deutschland bereits bekommen können. Empfohlen wird eine Booster-Dosis mit einem mRNA-Impfstoff aber für Menschen mit Immunschwäche, heißt es in dem am Freitag vom Robert Koch-Institut veröffentlichten Papier. Die Stiko arbeite derzeit die Studienlage für eine Auffrischimpfung anderer Bevölkerungsgruppen auf. Eine Entscheidung soll es in den kommenden Wochen geben.

Die Stiko ist mit ihrer Empfehlung damit zurückhaltender als die Gesundheitsministerkonferenz. Diese hatte Anfang August beschlossen, dass ein Booster ab 60 Jahren wahrgenommen werden könne - frühestens sechs Monate nach der vollständigen Impfung und nach "individueller Abwägung, ärztlicher Beratung und Entscheidung".

Weiterführende Artikel

Köpping: Niedrige Impfquote rächt sich nun

Köpping: Niedrige Impfquote rächt sich nun

Zahl der Intensivpatienten in Sachsen in zwei Wochen verdoppelt, Sachsen meldet 2.177 neue Fälle, Söder fordert Bund-Länder-Runde – unser Newsblog.

Stiko empfiehlt Auffrischung für Senioren ab 70

Stiko empfiehlt Auffrischung für Senioren ab 70

Die Ständige Impfkommission spricht sich für Auffrischungsimpfungen gegen das Coronavirus aus - für Ältere und für bestimmte Berufsgruppen.

Warum gibt es neue Grippe-Impfstoffe für Ältere?

Warum gibt es neue Grippe-Impfstoffe für Ältere?

Verstärkte Grippe-Impfstoffe sollen besser wirken. Wer den Schutz braucht und welche Nebenwirkungen möglich sind.

Corona: Stiko jetzt auch für Impfung von Schwangeren

Corona: Stiko jetzt auch für Impfung von Schwangeren

Lange hat sich die Ständige Impfkommission zurückgehalten. Doch jetzt empfiehlt sie auch werdenden Müttern eine Impfung.

Seit einigen Wochen ist dieser Booster unter anderem für alte und immungeschwächte Menschen bundesweit zu haben - auch ohne Stiko-Empfehlung. Damit soll ihr Immunsystem nochmals gegen Sars-CoV-2-Viren gestärkt werden. Mehr als eine halbe Million Bundesbürger haben dieses Angebot bislang bereits angenommen. (dpa)

Mehr zum Thema Deutschland & Welt