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Heidenaus langer Weg zum Stolperstein

Vor vier Jahren tauchte die Idee zu dieser Form des Gedenkens in der Stadt auf. Im August soll sie vor dem Rathaus Realität werden. Unter einer Voraussetzung.

Einer der Pflastersteine vor dem Heidenauer Rathaus soll im August gegen einen Stolperstein ausgetauscht werden.
Einer der Pflastersteine vor dem Heidenauer Rathaus soll im August gegen einen Stolperstein ausgetauscht werden. © Daniel Schäfer

Nach fast vier Jahren ist Marco Boltz seinem Ziel wieder ein Stück näher gekommen. Der gebürtige Heidenauer will seiner Heimatstadt zum ersten Stolperstein verhelfen.

Mit diesen kleinen Steinen in Fußwegen oder Straßen wird Opfern des Nationalsozialismus gedacht. Nach dem Beschluss im Stadtrat soll der Heidenauer Stein dem einstigen Bürgermeister Paul Gröger gewidmet sein. Er war von 1923 bis zur Machtergreifung durch Hitler 1933 sozialdemokratischer Bürgermeister von Heidenau und starb im August 1933 an den Folgen eines Suizidversuchs. Der Stein soll vor dem Rathaus verlegt werden. Für diesen Akt gibt es nun einen Termin: August.

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Genauer geht es noch nicht, weil auch dem Stolperstein-Initiator Gunter Demnig Corona ausgebremst hat. Einerseits wachsen die Anfragen von überall her, sagt er. Andererseits: "Ohne Impfung keine Verlegungen", sagt er gegenüber sächsische.de. Der 73-Jährige will endlich wieder unterwegs sein, um Steine zu verlegen. Er hofft, dass der August-Termin in Heidenau in Ordnung geht.

60. Stadt in Sachsen und dritte im Landkreis

Wie schon an rund 1.300 Orten in Deutschland wird er dann mit seinem Werkzeug selbst Hand anlegen und den zehn mal zehn Zentimeter großen Stein mit der Messingplatte, auf der der Name, Geburtstag und Todestag des Opfers stehen, verlegen. Heidenau wird nach Pirna und Wilsdruff die dritte Stadt im Landkreis und die 60. in Sachsen mit einem Stolperstein sein. In Pirna gibt es insgesamt drei, in Wilsdruff zwei.

Für Marco Boltz wird das Verlegen auch ein Grund für einen Besuch in seiner Heimatstadt sein. Als er 2017 begann, in der Stadt Verbündete für seine Stolperstein-Idee zu finden, ahnte er zwar, dass es nicht so schnell geht, aber dass es so lange dauert, auch nicht. In der Stadtverwaltung und im Stadtrat brauchte es bis 2019, um einen entsprechenden Beschluss zu fassen. Egal, wann der Stein wirklich verlegt wird, für Marco Boltz hat sich die Mühe gelohnt.

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