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Leben und Stil

Frauen sind im Homeoffice schlechter dran

Frauen werden von ihren Arbeitgebern schlechter mit Computern, Handy oder einem Bürostuhl versorgt als Männer. Das geht aus einer Studie hervor.

Frauen im Homeoffice werden von ihren Arbeitgebern schlechter mit Computern, Handy oder einem Bürostuhl versorgt als Männer.
Frauen im Homeoffice werden von ihren Arbeitgebern schlechter mit Computern, Handy oder einem Bürostuhl versorgt als Männer. © dpa

Berlin. Frauen im Homeoffice werden von ihren Arbeitgebern schlechter mit Computern, Handy oder einem Bürostuhl versorgt als Männer. Das geht aus einer Studie im Auftrag des Bundesarbeitsministeriums hervor, die am Dienstag in Berlin veröffentlicht wurde. Das Bonner Forschungsinstitut zur Zukunft der Arbeit (IZA) gibt darin einen aktuellen Überblick über die Verbreitung von Homeoffice, Corona-Schutzmaßnahmen der Arbeitgeber und das Belastungsempfinden der Arbeitnehmer.

Die Studie, die auf einer Mitte Februar erfolgten, repräsentativen Forsa-Umfrage unter Beschäftigten basiert, kommt auch zu dem Ergebnis, dass die Corona-Arbeitsschutzverordnung von Bundesarbeitsminister Hubertus Heil (SPD) zu mehr Heimarbeit beiträgt.

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Insgesamt kümmern sich die Arbeitgeber durchaus um die Ausstattung ihrer Beschäftigten zu Hause: 85 Prozent stellen einen Computer, ein Laptop oder Tablet, knapp die Hälfte ein Smartphone. Nur jeder zehnte Arbeitnehmer wird indes auch bei der Einrichtung des Arbeitsplatzes unterstützt, etwa mit einem Bürostuhl. Auffällig sind laut Studie aber die Unterschiede zwischen Männern und Frauen: Während nur sechs Prozent aller männlichen Beschäftigten gar keine Arbeitsmittel erhalten, ist der Anteil der Frauen mit elf Prozent fast doppelt so hoch.

Deutliche Unterschiede zeigen sich auch bei der Frage, wie die Beschäftigten die derzeitigen Belastungen einschätzen. 48 Prozent der Frauen empfinden ihre Situation häufig oder immer als "sehr anstrengend", Männer dagegen nur zu 36 Prozent. Die allgemeine Lebenszufriedenheit ist gegenüber dem Beginn der Pandemie in diesem Februar auf einen Wert von 6,7 auf einer 10er-Skala gegenüber 7,4 im April 2020 gesunken.

Veränderte Arbeitssituation

Insgesamt zeigt die Studie, dass sich die Arbeitssituation durch die Pandemie spürbar verändert. Mitte Februar arbeitete fast jeder zweite Beschäftigte (49 Prozent) zumindest stundenweise im Homeoffice, gut jeder Dritte überwiegend oder ausschließlich. Vor der Beginn der Pandemie war der Anteil nur halb so hoch. Im vergangenen Sommer gaben gut ein Drittel (36 Prozent) der Arbeitnehmer an, ständig oder tageweise von zu Hause aus oder mobil zu arbeiten.

Aktuell hat sich der Anteil der Arbeitszeit im Homeoffice erhöht, wie die IZA-Forscher berichten, die im Unterschied zu früheren Untersuchungen stundengenaue Angaben erfragten. Der Studie zufolge wird das in den Unternehmen auch so gesehen. Von den befragten Arbeitnehmern, die seit Ende Januar Veränderungen wahrgenommen haben, geben 81 Prozent an, dass Kolleginnen und Kollegen mit dem Homeoffice angefangen haben, die das vorher nicht gemacht hatten. Weitere 59 Prozent dieser Beschäftigten bekommen mit, dass Kollegen, die schon im Homeoffice tätig sind, seit Ende Januar mehr Arbeit von zu Hause aus erledigen.

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Die IZA-Forscher werten das als einen Effekt der Ende Januar wirksam gewordenen Corona-Arbeitsschutzverordnung. Sie verpflichtet Arbeitgeber, ihren Beschäftigten Homeoffice anzubieten, wenn keine betrieblichen Gründe dagegensprechen. Ob die Verordnung, die am 15. März ausläuft, verlängert werden soll, dürfte auch Thema des Bund-Länder-Treffens zu den Corona-Maßnahmen an diesem Mittwoch werden. (epd)

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