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Leipzig

Corona-Mutation in Sachsen nachgewiesen

Die südafrikanische Variante des Coronavirus hat den Freistaat erreicht. Nachgewiesen wurde die als sehr ansteckend geltende Mutation in Leipzig.

Am Universitätsklinikum Leipzig ist erstmals die als sehr ansteckend geltende Mutation des Coronavirus aus Südafrika nachgewiesen worden.
Am Universitätsklinikum Leipzig ist erstmals die als sehr ansteckend geltende Mutation des Coronavirus aus Südafrika nachgewiesen worden. © Waltraud Grzbitzsch/dpa

Leipzig. Erstmals ist in Sachsen eine südafrikanische Variante des Coronavirus aufgetreten. Die Mutation gilt als deutlich ansteckender als das bisher im Freistaat verbreitete Virus. Betroffen ist nach Behördenangaben eine Frau Mitte 20, die zu Wochenbeginn am Leipziger Universitätsklinikum ambulant behandelt wurde - allerdings nicht wegen eines Corona-Verdachts. Das Virus sei im Zuge eines Routine-Screenings aller Patienten nachgewiesen worden, informierte das Klinikum am Donnerstag. Es handelt sich um den ersten Nachweis dieser Virusvariante in Sachsen, wie das Gesundheitsministerium auf Anfrage in Dresden bestätigte.

Wo sich die Frau mit der Virusmutation angesteckt hat, ist nach Angaben der Stadt Leipzig noch unklar. Es sei nicht bekannt, dass sie jüngst in Südafrika gewesen sei, hieß es. Die Frau war nach der Notfallbehandlung am Montag wieder nach Hause geschickt worden, weil sie keine Symptome einer Corona-Infektion gezeigt hatte. Sie müsse nicht medizinisch behandelt werden und befinde sich inzwischen in häuslicher Quarantäne. Zudem würden nun Kontakte zu anderen Personen und der Infektionsweg nachverfolgt.

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Die Stadt Leipzig habe ihr versichert, dass das Gesundheitsamt über die nötigen Kapazitäten verfüge, um die Kontakte der Infizierten nachzuverfolgen und entsprechende Maßnahmen zu ergreifen, erklärte Gesundheitsministerin Petra Köpping auf Anfrage nach einem Gespräch mit Leipzigs Oberbürgermeister Burkhard Jung (beide SPD). "Wir hoffen beide, dass dies gelingt und der Weg dieser hochansteckenden Corona-Mutation nachverfolgt werden kann."

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Köpping appellierte, Kontaktbeschränkungen und Abstandsregeln einzuhalten: "Ohne Kontakte kann sich auch dieses Virus nicht ausbreiten." "Es kommt jetzt mehr denn je auf jeden Einzelnen an, sich selbst und andere Menschen zu schützen und die Verbreitung des Virus weiter einzudämmen", mahnte auch Oberbürgermeister Jung.

Laut Uniklinikum handelt es sich "mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit" um den Stamm B.1.351. Diese Variante sei vor allem in Südafrika verbreitet. "Eine vollständige Sequenzierung des Virusgenoms der nun nachgewiesenen Virusvariante ist in Arbeit", sagte die kommissarische Leiterin der Virologie, Corinna Pietsch. "Daten aus anderen Ländern weisen darauf hin, dass diese Virusvariante ansteckender und damit letztendlich leider für die Bevölkerung auch gefährlicher ist, weil sich mehr Menschen infizieren und erkranken", bemerkte Pietsch. Zudem gebe es Hinweise, dass die Wirksamkeit der Impfstoffe beeinträchtigt sein könnte.

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In Deutschland war die Südafrika-Variante B.1.351 des Coronavirus vor mehr als einer Woche erstmals in Baden-Württemberg nachgewiesen worden. Erkrankt war den Angaben zufolge eine Person, die mit ihrer Familie von einem längeren Aufenthalt in Südafrika zurückgekehrt war.

In Sachsen war bereits Anfang des Monats eine neue Variante des Virus aus Großbritannien bei einem Patienten aus Dresden aufgetreten. (dpa)

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