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Tausende Corona-Schnelltests geordert

Im Epilepsiezentrum Kleinwachau beginnt eine groß angelegte Test-Aktion. Dutzende Schüler im Rödertal sind in Quarantäne. Die aktuelle Corona-Lage in der Region.

Schnelltests sollen jetzt im Epilepsiezentrum Kleinwachau Aufschluss geben, wie viele Patienten, Mitarbeiter und Klienten dort infiziert sind.
Schnelltests sollen jetzt im Epilepsiezentrum Kleinwachau Aufschluss geben, wie viele Patienten, Mitarbeiter und Klienten dort infiziert sind. © dpa

Radeberg. Der Landkreis Bautzen gehört zu den am stärksten vom Coronavirus betroffenen Regionen in ganz Deutschland. Die Sieben-Tage-Inzidenz liegt bei 343 Fällen pro 100.000 Einwohner. Einrichtungen, in denen viele Menschen zusammenkommen, sind besonders in Gefahr, zu Hotspots zu werden. Wie ist die Situation in Wohnheimen, Schulen und Kitas im Rödertal?

Besuchsverbot im Wohnheim „Tobiasmühle“

Mit einer groß angelegten Testaktion versucht das Epilepsiezentrum Kleinwachau, die Ausbreitung des Coronavirus einzudämmen. Nach Angaben von Alexander Nuck, Leiter Unternehmenskommunikation, sollen Mitarbeiter, Patienten und Klienten Schnelltests unterzogen werden.

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Voraussetzung dafür war die Ausarbeitung eines Testkonzeptes. „Das haben wir vergangene Woche beim Gesundheitsamt eingereicht und sehr schnell eine Antwort bekommen. Über diese gute Zusammenarbeit bin ich sehr froh“, sagt er. „Jetzt haben wir 10.000 Tests bestellt.“

Allerdings gibt es Lieferschwierigkeiten, so dass bisher erst 200 Stück im Epilepsiezentrum angekommen sind. Sie sind mittlerweile nahezu aufgebraucht. „Wir haben vor allem Personen in der Werkstatt und in den Wohnbereichen getestet, immer auf freiwilliger Basis. Bei einigen fiel das Ergebnis positiv aus. Sie wurden von einem Arzt erneut getestet, bei einer Bestätigung des Ergebnisses wurden dann weitere Schutzmaßnahmen ergriffen.“

So sind derzeit 21 Mitarbeiter in häuslicher Quarantäne sowie 17 Patienten, Klienten oder Schüler. Um wen es sich genau handelt, teilt das Epilepsiezentrum aus Datenschutzgründen nicht mit. Wegen mehrerer positiver Ergebnisse ist das Wohnheim „Tobiasmühle“ bis einschließlich 30. November unter Quarantäne gestellt. Hier herrscht ein Besuchsverbot.

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„Glücklicherweise sind bei uns keine schweren Fälle aufgetreten, bei denen ein Krankenhausaufenthalt notwendig ist“, sagt Alexander Nuck. Sobald neue Tests geliefert wurden, sollen die Überprüfungen in der Fachklinik, in der Schule, den Werkstätten und den Wohnbereichen weitergehen. „Das ist eine Mammutaufgabe für die betreffenden Mitarbeiter. Es ist herausragend, was sie derzeit leisten.“

Auch mit anderen Mitteln versucht das Epilepsiezentrum, eine Ausbreitung zu verhindern. Dort wo es geht, arbeiten die Kollegen aus dem Homeoffice, es finden derzeit keine Weiterbildungen statt, Besuche dürfen nur nach Anmeldung erfolgen. Schon jetzt ist klar, dass auch das Weihnachtsfest diesmal anders ablaufen wird als sonst. „Es wird keine zentrale Christvesper geben. Unsere Pfarrerin wird unter Einhaltung der Schutzregeln die Häuser einzeln besuchen und dort Messen abhalten.“

Schulkinder in Quarantäne

Am Humboldt-Gymnasium Radeberg ist die Zahl der Coronafälle derzeit gering, sagt Schuldirektor Andreas Känner. „Wir haben zwei Elftklässler, bei denen selbst oder im familiären Umfeld Infektionen festgestellt wurden. Um aber kein Risiko einzugehen, haben wir die gesamte Klassenstufe in Quarantäne geschickt. 99 Schüler sind betroffen“, sagt er.

Der Schulleiter kann sich durchaus vorstellen, dass die Weihnachtsferien vorzeitig am 20. Dezember beginnen. „Sollte das zur Beruhigung der Situation beitragen, dann habe ich kein Problem damit. Kritisch sehe ich die Idee, die Klassen wieder zu teilen, wie das im Frühjahr der Fall war.“

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Jetzt zeige sich, dass Lernstoff liegengeblieben ist und die Noten in einigen Fächern unter dem Niveau der Vorjahre liegen. „Da ist einiges nachzuholen.“ In der Pestalozzi-Oberschule Radeberg ist derzeit eine Klasse in Quarantäne. „Dort ist ein Corona-Fall aufgetreten. Vorsorglich haben wir die Schüler nach Hause geschickt“, sagt Schulleiterin Marion Hobohm. Auch in der Ludwig-Richter-Oberschule kann eine Klasse derzeit nicht am Unterricht teilnehmen, teilt Schulleiterin Peggy May mit.

Weihnachtsmann in Kita nur aus der Ferne

Stark betroffen von Corona-Fällen war die Kita Am Sandberg in Radeberg. Hier entspannt sich die Situation. „Momentan sind noch zwei unserer Erzieherinnen in Quarantäne, vor einiger Zeit waren es noch acht. Das heißt, eine Kindergruppe befindet sich in Quarantäne. Sie gilt bis Donnerstag“, sagt Kita-Leiterin Madlen Winkler. Derzeit ist die Kita in drei Teile aufgeteilt. So können eventuell auftretende Infektionen besser unter Kontrolle gehalten werden.

Dass die Weihnachtszeit in diesem Jahr anders als sonst ausfällt, ist schon jetzt klar. „Der Weihnachtsmann wird nicht wie sonst in die einzelnen Gruppen gehen können. Er klopft nur an die Türen und legt die Geschenke davor ab. Das ist schon eine Einschränkung. Jetzt sind wir aber dabei, das Haus für die Adventszeit zu schmücken. Ein wenig Atmosphäre wollen wir ja schaffen.“

Mit Spannung blickt die Leiterin auf den 4. Januar. An dem Tag geht der normale Kita-Betrieb nach den Weihnachtsferien wieder los. „Ich hoffe, dass alle sich umsichtig verhalten, die Infektionszahlen niedrig sind und wir die Kinder wie gewohnt betreuen können.“

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