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Radebeul

Test als fast nutzlose Momentaufnahme

Den Schülertest vor dem Schulbeginn kommentiert Peter Redlich.

Warum beteiligen sich so wenige am Schülertest, fragt sich Peter Redlich.
Warum beteiligen sich so wenige am Schülertest, fragt sich Peter Redlich. © Symbolbild: dpa; Monage: SZ

Da haben die jungen Männer und Frauen zwischen 15 und 18 Jahren einen Erklärungsbogen ausgefüllt - oder für sie die Eltern - und sind zum Test in die Turnhalle gegangen. Welche Erkenntnis bringt das?

Die Umfrage der Sächsischen Zeitung im Testbereich Radebeul zeigte, dass mit beabsichtigter 75-Prozent-Beteiligung allenfalls die Schüler vom Lößnitzgymnasium ein Ergebnis mit einer verwertbaren Aussage liefern. Wenn lediglich ein Viertel oder nur ein Fünftel der Schüler bereit ist, sich den Wattetupfer in Mund oder Nase schieben zu lassen, bleiben alle anderen im Nebulösen. Warum beteiligen sich so wenige am Test, es ist doch noch nicht mal die Impfung? Ist es die Sorge der Eltern, bei einem Positivtest mit ihrem Sohn oder ihrer Tochter in Quarantäne zu müssen? Ist es generelle Ablehnung der Corona-Politik in Sachsen und Deutschland? Reicht hier Freiwilligkeit aus? Fragen, Fragen und kein Ergebnis.

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Fakt ist, dass sich aus den Testzahlen seriös überhaupt nichts ableiten lässt. Weder wie hoch der Anteil möglicher infizierter Schüler ist, noch welche Gefahren bestehen und Konsequenzen nötig wären. An den Schulen besteht weiterhin die Gefahr, dass das Virus verbreitet wird, erst recht dort, wo nur jeder Fünfte zum Test geht. Eine Gefahr, die übrigens auch ohne den Test bestehen würde - selbst wenn sich jeder Schüler, jeder Lehrer und Hausmeister beteiligt hätte. Denn scheinbar negativ sind alle nur in dem Moment des Testes. Was also soll die vielleicht gut gemeinte Aktion? In einer Situation, in welcher letztlich Leben gerettet werden sollen, bringen freiwillige Tests und freiwilliges Impfen so gut wie nichts. Da ist Demokratie, wenn so gewollt, am Ende ihres Lateins.

E-Mail an Peter Redlich

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