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Corona-Ansteckungsrate in Sachsen nun über 400

Bundesweit mehr als 63.000 neue Fälle, Sachsens Ärzte-Chef gegen Impfpflicht, Lauterbach spricht von Öffnungen nach Omikron - unser Newsblog.

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Plakate weisen in der Dresdner Neustadt auf ein Corona Testzentrum hin: Die Inzidenz steigt auch in Sachsen weiter.
Plakate weisen in der Dresdner Neustadt auf ein Corona Testzentrum hin: Die Inzidenz steigt auch in Sachsen weiter. © dpa/Robert Michael

Coronavirus in Sachsen, Deutschland und der Welt – das Wichtigste in Kürze:

8.03 Uhr: Ansteckungsrate steigt auch in Sachsen

Die Sieben-Tage-Inzidenz in Sachsen ist am Montag erstmals in der aktuellen Corona-Welle über die 400er-Marke gestiegen. Das Robert Koch-Institut (RKI) meldete nun einen Wert von 403,9, am Sonntag lag die Zahl der gemeldeten Corona-Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner binnen einer Woche noch bei 386,2. Zum Vergleich: Vor einer Woche wurde eine Inzidenz von 248,5 gemeldet, vor einem Monat - also am 24. Dezember - waren es 510,6.

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Auch bundesweit stieg der Wert bei mehr als 63.000 Infektionen an nur einem Tag auf nun 840,3. Sachsen war für lange Zeit das Bundesland mit der höchsten Inzidenz, Ende November lag der Wert bei knapp 1.300, bevor er wieder sank. In der Omikron-Welle ist der Freistaat am unteren Tabellenende gelistet. Nur Thüringen hat mit 302,9 eine niedrigere Ansteckungsrate. Den negativen Spitzenplatz hat derzeit Hamburg mit 1535,9 inne, auch Berlin, Bremen und Brandenburg melden vierstellige Werte.

Innerhalb der 13 Regionen Sachsens ist die Lage sehr unterschiedlich: Während Leipzig und Dresden Inzidenzen von über 600 melden, fällt die Zahl im Erzgebirgskreis mit 169,9 vergleichsweise gering aus.

7.35 Uhr: Endgültiges Dschungel-Aus für Lucas Cordalis

Der Sänger Lucas Cordalis wird nicht mehr ins RTL-Dschungelcamp einziehen. Das Risiko sei einfach zu groß, sagten die Moderatoren Sonja Zietlow und Daniel Hartwich am Sonntagabend zu Beginn der Show "Ich bin ein Star - Holt mich hier raus". Cordalis war zwar mit zum Drehort nach Südafrika gereist, dort aber positiv auf Corona getestet worden. Zuletzt hatten Sender - und wohl auch Cordalis selbst - auf einen verspäteten Einzug gehofft. Diese Hoffnung hat sich nun zerschlagen. Dem Ehemann von Reality-Star Daniela Katzenberger gehe es gut, er habe keinerlei Symptome, hatte der Sender kurz vor dem Start der Show festgestellt. Bei dem Sänger sei die Infektion mit einem PCR-Test nach der Einreise in Südafrika nachgewiesen worden.

Die 15. Staffel der Reality-Show "Ich bin ein Star - Holt mich hier raus!" hatte am Freitag begonnen. Welcher der verbliebenen elf Kandidaten die Dschungelkrone aufsetzen darf, soll am 5. Februar feststehen.

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7.01 Uhr: Wie es derzeit um die kritische Infrastruktur steht

Ist es nur die Ruhe vor dem Sturm oder treten die Befürchtungen wegen der sich schnell ausbreitenden Omikron-Variante doch nicht ein? Seit Wochen ist die Politik in großer Sorge wegen möglicher Ausfälle in wichtigen Bereichen der Infrastruktur des Landes. An diesem Montag beraten Bund und Länder erneut darüber.

Vor dem Jahreswechsel wurden bereits Kontaktbeschränkungen weiter verschärft. Daneben wurden auch Isolations- und Quarantänevorgaben gelockert, damit nicht zu viel Personal gleichzeitig ausfällt. Einige Bereiche melden inzwischen Probleme, andere nicht. Ein Überblick

6.23 Uhr: Sachsens Ärzte-Chef gegen Impfpflicht

Der Vorsitzende der Kassenärztlichen Vereinigung in Sachsen, Dr. Klaus Heckemann, lehnt eine allgemeine Impfpflicht gegen das Coronavirus strikt ab. "Ich bin sicher, dass sie nicht kommt", sagte er saechsische.de.

Auch die einrichtungsbezogene Impfpflicht, die bereits beschlossen ist und Mitte März in Kraft treten soll, wird aus seiner Sicht nicht wirksam werden. Zur Begründung verweist er auf die Verhältnismäßigkeit, die seit der Verbreitung der Omikron-Variante nicht mehr gegeben sei. Als Alternative schlägt Heckemann vor, Ungeimpfte an den zu erwartenden Kosten vermeidbarer Covid-Behandlungen zu beteiligen. Mehr dazu im Artikel Sachsens Kassenärzte-Chef lehnt Corona-Impfpflicht ab

Klaus Heckemann, Chef der Kassenärztlichen Vereinigung in Sachsen
Klaus Heckemann, Chef der Kassenärztlichen Vereinigung in Sachsen © Sven Ellger

5.46 Uhr: Umfrage: Viele Dienstreisen dürften weiter digital ersetzt werden

Größere Unternehmen in Deutschland rechnen auch auf längere Sicht bei Geschäftsreisen zumeist nicht mit einer Rückkehr auf das Niveau vor der Corona-Pandemie. Laut einer Umfrage des Prüfungs- und Beratungsunternehmens PwC unter gut 150 Firmen mit mehr als 500 Mitarbeitern gehen 61 Prozent davon aus, dass Dienstreisen im Inland in den kommenden fünf Jahren weitgehend durch digitale Formate ersetzt werden. Bei Auslandsreisen erwarten dies 47 Prozent der Befragten. Mehrfachnennungen waren möglich. Für das laufende Jahr gehen zwei von drei befragten Firmen von einer Reduzierung ihres Reiseaufkommens um durchschnittlich 36 Prozent im Vergleich zum Vor-Corona-Niveau aus. Nur 28 Prozent der Unternehmen erwarteten, das Niveau von 2019 wieder zu erreichen, 7 Prozent rechneten mit einem höheren Wert.

Neben der Kostenersparnis spielen den Angaben zufolge zunehmend auch Klimaschutzfragen bei den Planungen eine Rolle. Bislang ermittelt nur ein Drittel der befragten Firmen (35 Prozent) den ökologischen Fußabdruck von Geschäftsreisen. Weitere 13 Prozent planen, ein Instrument für die Messbarkeit einzuführen, 45 Prozent der Befragten schließen dies aus. In jedem zweiten Unternehmen gibt es den Angaben zufolge die Vorgabe, dass die günstigste Reisevariante gewählt werden müsse oder dies empfohlen werde.

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5.15 Uhr: RKI registriert 63.393 Corona-Neuinfektionen

Das Robert Koch-Institut (RKI) hat einen deutlichen Anstieg der bundesweiten Sieben-Tage-Inzidenz gemeldet und damit erneut einen Höchstwert. Das RKI gab den Wert der Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner und Woche am Montagmorgen mit 840,3 an. Zum Vergleich: Vor einer Woche lag die bundesweite Inzidenz bei 528,2, vor einem Monat bei 222,7. Die Gesundheitsämter in Deutschland meldeten dem RKI binnen eines Tages 63.393 Corona-Neuinfektionen. Vor einer Woche waren es 34 145 Ansteckungen.

Deutschlandweit wurden den neuen Angaben zufolge binnen 24 Stunden 28 Todesfälle verzeichnet. Vor einer Woche waren es 30 Todesfälle. Das RKI zählte seit Beginn der Pandemie 8.744.840 nachgewiesene Infektionen mit Sars-CoV-2, 7.273.100 an Menschen gelten als genesen. Die Zahl der Menschen, die an oder unter Beteiligung einer nachgewiesenen Infektion gestorben sind, stieg auf 116.746.

Montag, 4.53 Uhr: Lauterbach: Nach der Welle schrittweise Öffnungen

Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach hat verteidigt, dass es bei der Verkürzung des Genesenenstatus von bisher sechs auf nun drei Monate keine Übergangsregelungen gibt. "Ich kann jetzt nicht sagen, es gibt einen Übergang, wenn das medizinisch nicht zu halten ist", sagte der SPD-Politiker am Sonntagabend in der ZDF-Sendung "Berlin direkt". Corona-Genesene hätten angesichts der nun vorherrschenden Omikron-Variante ihren Impfschutz nach drei Monaten leider verloren und könnten sich infizieren. "Wenn man da Sicherheit will und die Fallzahlen kontrollieren will und die Vulnerablen besonders schützen will, dann muss man schnell handeln."

Der SPD-Politiker warb für einen weiterhin vorsichtigen Kurs. "Dabei bleiben wir", sagte er und wies darauf hin, dass Deutschland anders als andere lockernde Länder die zweitälteste Bevölkerung Europas habe. Er erwarte den Höhepunkt der Welle mit mehreren Hunderttausend Neuinfizierten pro Tag für Mitte Februar. Aber: "Wenn wir das hinter uns haben, dann kann es bei den Einschränkungen natürlich nicht bleiben. Und dann würde man Schritt für Schritt wieder Öffnungen machen. Das jetzt schon ins Auge zu fassen, ist richtig."

Er glaube, dass es weitere Varianten geben werde, weil es weltweit noch zu viele Menschen gebe, die sich infizieren könnten. So könnten Viruskombinationen entstehen. Er befürchte: "Im Herbst haben wir wieder Probleme", sagte Lauterbach.

Corona-Pandemie - das geschah am Sonntag:

17.56 Uhr: Scholz vor Corona-Beratungen: "Brauchen keine Kurskorrektur"

Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) sieht momentan keinen Anlass für ein Umsteuern bei den Corona-Maßnahmen in Deutschland. "Es ist jedenfalls sicher nicht angebracht, mitten in der Omikron-Welle auf breiter Front die Regeln zu lockern", sagte er in einem Interview mit der "Süddeutschen Zeitung" mit Blick auf die anstehenden Corona-Beratungen mit den Ländern an diesem Montag. "Wir brauchen keine Kurskorrektur." Scholz sagte, das Land sei auf dem richtigen Weg. Die seit November eingeführten strengen Regeln hätten dazu geführt, dass die Omikron-Welle Deutschland später erreicht habe als die europäischen Nachbarn.

Er verwies etwa auf die vor gut zwei Wochen beim letzten Bund-Länder-Gipfel vereinbarte 2G-plus-Regel für Restaurants. Der SPD-Politiker verteidigte sein Eintreten für eine allgemeine Impfpflicht, über die im Bundestag ohne Fraktionszwang abgestimmt werden soll: "Mittlerweile bin ich überzeugt: Ohne eine Impfpflicht wird es uns nicht gelingen, die Quote auf das Niveau zu bringen, das nötig ist, damit wir die Pandemie hinter uns lassen können." Die Lage werde sich hoffentlich im Frühjahr und Sommer entspannen. Der nächste Herbst komme aber bestimmt. "Wenn wir durch eine allgemeine Impfpflicht eine sehr hohe Impfquote erreicht haben, werden wir der nächsten Volte des Virus ein Schnippchen schlagen können."

17.33 Uhr: Harte Einschränkungen für Ungeimpfte treten in Frankreich in Kraft

In Frankreich treten drastische Einschränkungen für nicht gegen Corona Geimpfte in Kraft. Ab Montag haben Ungeimpfte und Nicht-Genesene etwa keinen Zugang mehr zu Restaurants, Bars, Kultureinrichtungen, Sportveranstaltungen und Fernzügen. Grund ist die Einführung des "pass vaccinal" (Impfpass) in Frankreich. Dieser Nachweis über Genesung oder Impfung muss künftig für die Teilnahme am öffentlichen Leben vorgelegt werden. Bislang reichte auch der Nachweis über einen negativen Corona-Test. Der "pass vaccinal" entspricht grob der 2G-Regelung in Deutschland.

Ausnahmen sollen zunächst aber für Menschen gelten, die sich noch kurzfristig für eine erste Impfung entscheiden. Sie sollen vorerst weiter ein negatives Testergebnis vorlegen dürfen. Laut einem Urteil des französischen Verfassungsrats dürfen die Einschränkungen für Ungeimpfte nur solange in Kraft bleiben, wie es die Pandemie erfordert.

In Frankreich sind die Infektionszahlen derzeit extrem hoch. Zuletzt lag die Sieben-Tage-Inzidenz, das heißt die Zahl der registrierten Infektionen auf 100.000 Einwohner binnen einer Woche, bei über 3.300. Am Samstag wurden knapp 390.000 Neuinfektionen festgestellt.

17.15 Uhr: Steinmeier diskutiert "Hass und Gewalt in Zeiten der Pandemie"

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier trifft sich am Montag im Schloss Bellevue mit Gästen aus Medizin, Kommunalpolitik, Polizei und Zivilgesellschaft, um über "Hass und Gewalt in Zeiten der Pandemie" zu diskutieren. Dabei soll es um "Erfahrungen und Reaktionen" gehen, wie das Bundespräsidialamt in Berlin mitteilte. Unter anderem sind eingeladen der Oberbürgermeister von Altenburg (Thüringen), André Neumann (CDU), der Bautzener evangelische Pfarrer und Mitinitiator der Erklärung "Bautzen gemeinsam", Christian Tiede, der Präsident der Bundesärztekammer und Hausarzt Klaus Reinhardt sowie Markus Lewe (CDU), Oberbürgermeister von Münster und Präsident des Deutschen Städtetages. Weitere Gäste sind eine leitende medizinische Fachangestellte aus Paderborn (Nordrhein-Westfalen) und die Leiterin einer Berliner Einsatzhundertschaft der Polizei.

Zuletzt hatte Steinmeier am Mittwoch sich mit ehrenamtlich engagierten Bürgerinnen und Bürgern im Schloss Bellevue getroffen. In der Woche davor debattierte der Bundespräsident mit sieben Bürgerinnen und Bürgern, die teilweise digital zugeschaltet waren, über das Thema Impfpflicht. Bereits in den Vormonaten hatte Steinmeier immer wieder zu Diskussionsrunden etwa zur Zukunft der Demokratie eingeladen.

17.00 Uhr: Erstmals seit Dezember Anstieg der Intensivbetten-Belegung

Erstmals seit Mitte Dezember gibt es wieder einen Anstieg bei der Zahl auf Intensivstationen behandelter Covid-19-Patienten. Laut Tagesreport des Divi-Intensivregisters waren am Sonntag 2426 Covid-19-Patienten in intensivmedizinischer Behandlung erfasst - und damit 28 mehr als am Vortag. Ein Anstieg war zuletzt im Tagesreport vom 13. Dezember gemeldet worden, um 21 auf 4.926 Patienten. Danach war die Zahl stetig gesunken. Bisher schien sich die Welle der neuen Corona-Virusvariante Omikron nicht auf die Intensivstationen niederzuschlagen, dies könnte sich nun ändern.

Experten hatten stets davor gewarnt, dass im Zuge rasant steigender Fallzahlen auch die Zahl der Covid-19-Patienten in intensivmedizinischer Behandlung wieder steigen dürfte, auch wenn Omikron seltener zu schweren Verläufen führt als die zuvor dominierende Variante Delta. Die Zahl der bundesweit in Kliniken aufgenommenen Corona-Patienten je 100.000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen hatte bereits in den vergangenen Tagen wieder merklich zugelegt. Am Montag lag sie noch bei 3,14 - am Freitag bei 3,77. Regional gibt es große Unterschiede.

16.37 Uhr: Umfrage: Zustimmung zu allgemeiner Impfpflicht sinkt

Die Zustimmung in der Bevölkerung zu einer allgemeinen Impfpflicht gegen das Coronavirus in Deutschland sinkt. Es ist aber immer noch eine deutliche Mehrheit dafür. Nach einer Umfrage des Meinungsforschungsinstituts YouGov im Auftrag der Deutschen Presse-Agentur befürworten 60 Prozent eine allgemeine Impfpflicht, 32 Prozent sind dagegen, 8 Prozent machen keine Angaben. Anfang Dezember waren noch 63 Prozent dafür und nur 30 Prozent dagegen.

Der Bundestag will am kommenden Mittwoch erstmals über eine allgemeine Impfpflicht debattieren. Die Ampel-Koalition aus SPD, Grünen und FDP hat sich dafür entschieden, den Fraktionszwang aufzuheben und die Abgeordneten frei entscheiden zu lassen. Es liegt bereits ein Gruppenantrag des FDP-Abgeordneten Wolfgang Kubicki gegen eine Impfpflicht vor. Zudem haben Abgeordnete von SPD, Grünen und FDP einen Antrag für eine Impfpflicht ab 18 Jahren angekündigt. Die alte Bundesregierung von Union und SPD hatte die Impfpflicht lange Zeit abgelehnt, auch in der Bevölkerung gab es zu Beginn der Impfkampagne vor gut einem Jahr noch keine Mehrheit dafür.

Wenige Tage nach der ersten Impfung in Deutschland am 26. Dezember 2020 hatten sich in einer YouGov-Umfrage noch 56 Prozent gegen eine allgemeine Impfpflicht und nur 33 Prozent dafür ausgesprochen. Nach der aktuellen Umfrage wächst die Zustimmung zur Impfpflicht mit zunehmendem Alter. Von den 18- bis 24-Jährigen sind nur 48 Prozent dafür und 35 Prozent dagegen. In der Altersklasse über 55 sind 68 Prozent dafür und nur 26 Prozent dagegen.

16.08 Uhr: Gipfeltreffen in Berlin: Lauterbach und Kahn sprechen über Corona

Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) und Bayern Münchens Vorstandschef Oliver Kahn haben sich bei einem Treffen in Berlin über die aktuelle Corona-Lage ausgetauscht. An diesem Montag beraten die Regierungschefs der Länder mit Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) ein weiteres Mal über den weiteren Umgang mit der Omikron-Welle. "Mit Oliver Kahn habe ich heute kurz über Fußball und Corona gesprochen. Das Gespräch war sehr angenehm und spannend für mich", twitterte Lauterbach am Sonntag. "Trotzdem bin ich noch immer kein FC Bayern Fan", schrieb der Gesundheitsminister außerdem in dem Tweet.

Zu den Inhalten des Gesprächs mit dem Bayern-Chef äußerte Lauterbach nichts Konkretes. Es soll aber einen weiteren Austausch geben: "Rückspiel ist vereinbart." Das Treffen fand wenige Stunden vor dem Bundesligaspiel von Tabellenführer FC Bayern im Berliner Olympiastadion gegen Hertha BSC statt. Vom FC Bayern gab es zunächst keine Informationen dazu.

Die deutschen Profiligen vom Fußball über Eishockey bis zum Basketball hoffen, dass nach der Ministerpräsidentenkonferenz am Montag wieder (mehr) Zuschauer bei ihren Spielen zugelassen werden. In Bayern müssen aktuell wieder Geisterspiele ohne Fans ausgetragen werden.

15.45 Uhr: Monarchin wieder auf Reisen: Queen fliegt nach Sandringham

Nach einer längeren Ruhepause und Weihnachten in kleinem Rahmen auf Schloss Windsor ist Queen Elizabeth II. auf ihren ostenglischen Landsitz gereist. Die Königin sei im Helikopter nach Sandringham geflogen worden und werde dort einige Wochen bleiben, meldete die britische Nachrichtenagentur am Sonntagnachmittag. Üblicherweise verbringt die Königin die Winterwochen bis zum 6. Februar, dem Jahrestag ihrer Thronbesteigung, auf dem ostenglischen Landsitz. In diesem Jahr jährt sich dieses Ereignis zum 70. Mal. Die großen Feierlichkeiten zum Platinjubiläum sollen allerdings erst Anfang Juni stattfinden - zum Jubiläum der Krönung. In anderen Wintern reist die Queen allerdings schon vor Weihnachten nach Sandringham.

Wegen der Corona-Pandemie entschied sich die 95-Jährige diesmal allerdings das zweite Jahr infolge dafür, das große Familien-Weihnachtsfest dort abzusagen und auf Schloss Windsor zu bleiben, wo einige ihrer Kinder und Enkelkinder sie besuchten. Zuvor hatte die Königin einige Wochen gesundheitliche Ruhepause eingelegt, nachdem Ärzte ihr geraten hatten, öffentliche Auftritte in Nordirland und Schottland gesundheitsbedingt abzusagen.

14.53 Uhr: Corona-Ausbruch: Weihnachtsoratorium ohne Kreuzchor

Wegen eines Corona-Ausbruchs musste am Samstag die Aufführung des Weihnachtsoratoriums in der Dresdner Kreuzkirche kurzfristig ohne den Kreuzchor stattfinden. Zuvor waren 16 Kruzianer positiv auf das Corona-Virus getestet worden waren, teilte der Chor in Dresden mit. Kreuzkantor Roderich Kreile habe daraufhin entschieden, dass der Kreuzchor nicht mitsingt. Solisten und Orchester einigten sich demnach darauf, das Werk unter der Leitung von Kreile dennoch aufzuführen. Die vier Solisten hätten dabei auch den Part des Chores übernommen. Solisten und Orchestermusiker waren alle zuvor negativ getestet worden.

Eine weitere Aufführung des Weihnachtsoratoriums am Sonntag wurde abgesagt. Die Karten könnten an der Konzertkasse der Kreuzkirche zurückgegeben werden, hieß es. Das Hygienekonzept des Dresdner Kreuzchores sieht vor, alle Kruzianer vor jeder Probe zu testen. Dem Chor gehören etwa 120 Jungen im Alter von neun bis 19 Jahren an.

14.34 Uhr: Zehntausende demonstrieren in Brüssel gegen Corona-Maßnahmen

Tausende Menschen demonstrieren in Brüssel gegen die Corona-Auflagen. Laut ersten Schätzungen versammelten sich mehrere Zehntausend am Sonntag in der Brüsseler Innenstadt, wie eine Sprecherin der Polizei der Deutschen Presse-Agentur bestätigte. Sechs Personen seien bereits vor Beginn der Demonstration festgenommen worden wegen Besitz von gefährlichen oder verbotenen Gegenständen, sagte die Sprecherin. Laut einem Bericht der Nachrichtenagentur Belga hielten die Demonstranten Fahnen aus verschiedenen Ländern wie Deutschland, Frankreich und Polen, viele trugen keine Gesichtsmasken. Auf Schildern standen den Angaben zufolge Parolen gegen die Corona-Impfung und Aufrufe, Kinder zu "schützen". Die Demonstration wurde laut Belga von verschiedenen europäischen Gruppen organisiert.

Tausende Menschen nehmen an der Demonstration "für Freiheit, Demokratie und Menschenrechte" in Brüssel teil, die von dem Bündnis Europeans United organisiert wurde und gegen die von den Behörden in Belgien und anderen europäischen Ländern verhängten Maßna
Tausende Menschen nehmen an der Demonstration "für Freiheit, Demokratie und Menschenrechte" in Brüssel teil, die von dem Bündnis Europeans United organisiert wurde und gegen die von den Behörden in Belgien und anderen europäischen Ländern verhängten Maßna © Hatim Kaghat/BELGA/dpa

14.20 Uhr: Sachsen meldet 1.397 neue Corona-Fälle in 24 Stunden

Das Gesundheitsministerium hat am Sonntag 1.397 Neuinfektionen innerhalb von 24 Stunden in Sachsen gemeldet. Vor genau einer Woche wurden 1.048 neue Infektionen gemeldet. Mit den aktuellen Zahlen haben sich seit Beginn der Pandemie insgesamt 697.341 Menschen in Sachsen mit dem Coronavirus infiziert. Innerhalb eines Tages kamen zudem zwei Todesfälle hinzu. Damit kamen im Freistaat bisher 13.958 Menschen im Zusammenhang mit einer Corona-Infektion ums Leben.

In den sächsischen Krankenhäusern sind aktuell 341 Betten auf Normalstation mit Corona-Patienten belegt - eine Auslastung von 30,8 Prozent, auf den Intensivstationen liegen derzeit 210 Patienten (65 Prozent Auslastung).

13.48 Uhr: Medien berichten über fragwürdige Jobanzeigen ungeimpfter Pfleger

In einigen deutschen Tageszeitungen gibt es auffallend viele Jobanzeigen angeblich ungeimpfter Pflegekräfte. Mehrere Medien und Journalisten berichteten über eine bemerkenswerte Häufung sehr ähnlicher Anzeigen, die den Verdacht nahelegt, dass es sich zumindest teilweise um Falsch-Anzeigen beziehungsweise abgesprochene Aktionen von Gegnern der Corona-Impfung handeln könnte. So verzeichnete der "Fränkische Tag" (Bamberg) mehr als 50 Anzeigen am Samstag.

Auch der Rundfunk Berlin-Brandenburg (RBB) berichtete am Wochenende über "mehr als 100 vermeintliche Stellengesuche in einem Bautzener Anzeigenblatt". RBB-Journalist Andreas Rausch beschrieb in dem Bericht, wie er am Samstag versuchte, einige der 126 Annoncen-Aufgeber zu erreichen. Warum er das nicht schaffte und was das bedeuten könnte, erfahren Sie hier im Artikel.

Ein Pfleger steht auf der Intensivstation für Corona-Patienten an einem Bett. In einigen Medien häufen sich Job-Anzeigen ungeimpfter Pfleger auffallend stark.
Ein Pfleger steht auf der Intensivstation für Corona-Patienten an einem Bett. In einigen Medien häufen sich Job-Anzeigen ungeimpfter Pfleger auffallend stark. © Sebastian Gollnow/dpa (Symbolbild)

13.17 Uhr: Pläne für Impfpflicht ab 18 nehmen Konturen an

Wenige Tage vor den ersten Beratungen über eine Corona-Impfpflicht im Bundestag nehmen die Pläne der Befürworter Konturen an. Der stellvertretende SPD-Fraktionsvorsitzende Dirk Wiese, der zusammen mit anderen Abgeordneten der Ampel-Koalition Eckpunkte einer Impfpflicht ab 18 Jahren vorbereitet, nennt jetzt Einzelheiten der Pläne: Die Pflicht sollte auf ein bis zwei Jahre befristet sein, für nicht mehr als drei Impfungen gelten und über Bußgelder durchgesetzt werden, sagte der Innen- und Rechtspolitiker.

Wiese hatte am Freitag zusammen mit sechs Politikern von Grünen und FDP in einem Brief an alle Bundestagsabgeordneten außer denen der AfD einen Gruppenantrag für eine Impfpflicht ab 18 angekündigt. Es gehe darum, "eine nachhaltige, verhältnismäßige und gleichzeitig zielgerichtete Lösung zu finden", heißt es in dem Schreiben. Das sind nun die ersten Details der Vorschläge, über die am Mittwoch im Bundestag debattiert werden soll.

12.38 Uhr: Sachsens Grüne fordern Vorrang für Pflegekräfte bei Novavax-Impfstoff

Beim neuen Corona-Impfstoff von Novavax sollen nach dem Willen von Sachsens Grünen-Fraktionschefin Franziska Schubert Mitarbeiter in Pflege und Gesundheitswesen Vorrang erhalten. Viele Menschen warteten darauf, dass dieser Impfstoff ausgeliefert werde, erklärte sie am Sonntag. Deswegen sollten Angehörige der Berufe, die ab Mitte März einer Impfpflicht unterliegen, "ein exklusives Impfangebot" in Zusammenarbeit mit den jeweiligen Einrichtungen erhalten. Der Impfstoff beruht auf einer anderen Technologie als die mRNA-Impfstoffe von Biontech und Moderna. Experten hoffen, dass sich damit viele Menschen impfen lassen, die bisherigen Impfstoffen skeptisch gegenüber stehen oder sie ganz ablehnen.

12.24 Uhr: IOC-Mediziner verteidigt Corona-Testregeln in Peking

In der Debatte um die Corona-Testregeln bei den Winterspielen in Peking hat das Internationale Olympische Komitee das Vorgehen verteidigt. Es sei das Ziel der Organisatoren, "Omikron nicht in die geschlossene Blase zu lassen", sagte der IOC-Arzt Brian McCloskey, der die Medizinische Expertenkommission bei Olympia in China anführt, einer Mitteilung zufolge. Umstritten ist vor allem, dass die Gastgeber andere Grenzwerte ansetzen, ab wann ein Olympia-Teilnehmer als positiv gilt. Es sei wahrscheinlicher, dass vor ihrer Abreise negativ getestete Sportler nach ihrer Ankunft positiv getestet werden könnten, räumte McCloskey ein.

Mehrere Athleten und Funktionäre wie der deutsche Alpinchef Wolfgang Maier hatten zuletzt die Vorgaben der Organisatoren kritisiert. Im Fokus steht dabei der CT-Wert, der theoretisch angibt, wie ansteckend ein Corona-Infizierter ist. Je niedriger der Wert ist, als desto ansteckender gilt eine Person. In Deutschland gilt man ab einem Wert von über 30 als nicht mehr infektiös. In China ist dieser Wert auf 40 festgelegt. Damit wolle man die Verbreitung des Virus verhindern, erklärte McCloskey.

11.55 Uhr: Tausende Menschen demonstrieren in Chemnitz gegen die Impfpflicht

Mehrere Tausend Menschen haben am Samstag in Chemnitz gegen die Impfpflicht demonstriert. Zunächst hätten sich rund 400 auf dem Neumarkt versammelt, teilte die Polizei mit. Vor Ort habe ein Mann eine stationäre Versammlung angezeigt, die Versammlungsbehörde habe dem stattgegeben. Derzeit sind laut sächsischer Corona-Notfallverordnung Versammlungen mit bis zu 1.000 Teilnehmern erlaubt. Die Polizei war in der Stadt mit rund 130 Kräften im Einsatz.

Am Nachmittag habe es weiteren Zulauf gegeben und sich dann ein Aufzug von schätzungsweise 1.000 Teilnehmern in der Innenstadt gebildet. Dem hätten sich weitere Gruppen angeschlossen, so die Polizei. "Im Ergebnis war ein friedlicher sowie störungsfreier Verlauf zu bilanzieren." Allerdings werde nun wegen der Durchführung eines unzulässigen Aufzuges gegen unbekannt ermittelt.

Auch in Leipzig meldete die Polizei einen Protestzug am Völkerschlachtdenkmal. Die Zahl der Teilnehmer habe im mittleren dreistelligen Bereich gelegen.

11.12 Uhr: Corona-Expertenrat kritisiert dünne Datenlage in Deutschland

Der Corona-Expertenrat der Bundesregierung kritisiert eine zu dünne Datenlage bei der Pandemiebeobachtung in Deutschland und mahnt "dringende Maßnahmen für eine verbesserte Datenerhebung und Digitalisierung" an. Auch zwei Jahre nach Beginn der Pandemie bestehe weiterhin kein Zugang zu einigen wichtigen, aktuellen Versorgungsdaten, heißt es in einer aktuellen Stellungnahme des Gremiums. Die Omikron-Welle verstärke und verdeutliche das Defizit. "Eine Echtzeitübersicht über alle verfügbaren Krankenhausbetten mit aktueller Belegung auch außerhalb der Intensivmedizin wird dringend benötigt." Die Expertinnen und Experten fordern "zeitnahe", "tagesaktuelle" Daten etwa zu Krankenhauseinweisungen in allen Altersgruppen und zu freien und belegten "Ressourcen".

Verwiesen wird auf andere Länder, wie Israel, wo eine "Datenerhebung in Echtzeit auf individueller Fallebene zur effizienten Bewältigung der Pandemie erheblich beigetragen" habe. Im Moment bediene sich Deutschland zur Einschätzung der Omikron-Variante vorrangig ausländischer Untersuchungen. Diese ließen sich aber wegen der unterschiedlichen Altersstruktur, unterschiedlicher Impfquoten und verschiedener Gesundheitssysteme nur schwer auf Deutschland übertragen.

10.40 Uhr: Wieder Hunderte Menschen bei Corona-Protest in Cottbus

Erneut haben Hunderte Menschen im südbrandenburgischen Cottbus gegen die Corona-Maßnahmen protestiert. Nach Angaben der Polizei versammelten sich am Samstagabend in der Cottbusser Innenstadt in mehreren Gruppen bis zu 750 Personen zu einer nicht angemeldeten Versammlung. Weil sich kein Versammlungsleiter fand und die Mehrheit keinen Mund-Nasen-Schutz trug und Abstände nicht einhielt, habe die Polizei die Versammlung aufgelöst, teilte die Polizeidirektion Süd am Sonntag in Cottbus mit.

Gegen 72 Personen seien Ordnungswidrigkeitsverfahren eingeleitet worden. Ein Mann hätte wegen einer Kopfplatzwunde medizinisch im Krankenhaus versorgt werden müssen. Er habe sich diese zugezogen, als er sich in einer Personengruppe befand, die durch die Polizei gestoppt wurde, hieß es. Er sei gestolpert und mit dem Kopf auf das Straßenpflaster aufgeschlagen. Zudem seien drei Personen in Polizeigewahrsam genommen worden. Es gebe sechs Strafanzeigen wegen Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte und gefährlichen Eingriff in den Straßenverkehr. Wegen des Aufzugs wurde vorübergehend der Straßenbahnverkehr unterbrochen.

10.18 Uhr: Corona-Inzidenz in Sachsen weit unter Bundesschnitt

Die Corona-Wocheninzidenz ist in Sachsen übers Wochenende gestiegen, bleibt aber deutlich unter dem Bundesschnitt. Am Sonntag lag die Quote der wöchentlichen Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner im Freistaat laut Robert Koch-Institut (RKI) bei 386,2 - nach 363,9 am Vortag und 339,2 am Freitag. Im Vergleich war der bundesweite Wert mit 806,8 mehr als doppelt so hoch; in Berlin, Brandenburg, Bremen und Hamburg lag er über der 1.000er Marke. Den bundesweitweit höchsten Wert weist der Berliner Stadtkreis Mitte mit 2.845,8 auf.

Nach RKI-Angaben wurden im Freistaat bis zum frühen Sonntagmorgen 2.144 neue Corona-Infektionen und 8 weitere Todesfälle innerhalb eines Tages gemeldet. In Sachsen ist die Neuinfektionsrate in Leipzig (676,0) und Dresden (569,7) am höchsten, am niedrigsten ist sie in Mittel- und Südwestsachsen. Die geringste Infektionsrate aller Landkreise im Freistaat wird aus dem einstigen Corona-Hotspot Erzgebirge mit aktuell 164,5 gemeldet.

9.54 Uhr: Pflegeheime in Sachsen schlagen Alarm wegen ungeimpfter Mitarbeiter

In gut acht Wochen beginnt die berufsbezogene Impfpflicht für Gesundheitswesen und Pflege. In vielen sächsischen Pflegeeinrichtungen besteht erhebliche Sorge. Sollte es nach dem 15. März tatsächlich zu Tätigkeitsverboten kommen, wird es mit Blick auf den ohnehin angespannten Personalmarkt in der Pflege schwierig sein, fehlendes Personal zu ersetzen, teilte der Caritasverband für das Bistum Dresden-Meißen mit. Im Vergleich zum Vorjahr stehe landesweit etwa ein Drittel weniger Pflegepersonal zur Verfügung, teilte die Arbeiterwohlfahrt (AWO) Sachsen mit. Die Sorge von Einrichtungsträgern, dass weiteres Personal infolge der einrichtungsbezogenen Impfpflicht und der Omikron-Welle ausfällt, ist dementsprechend sehr groß. Mehr zu den Problemen lesen Sie hier im Artikel.

In Sachsens Pflegeeinrichtungen droht wegen der berufsbezogenen Impfpflicht ein akuter Personalmangel.
In Sachsens Pflegeeinrichtungen droht wegen der berufsbezogenen Impfpflicht ein akuter Personalmangel. © Christoph Schmidt/dpa (Archiv)

9.30 Uhr: Institut: Corona hat riesige wirtschaftliche Schäden verursacht

Die Corona-Pandemie hat in den vergangenen beiden Jahren zu riesigen wirtschaftlichen Schäden geführt. Das Institut der deutschen Wirtschaft (IW) in Köln kommt in einer Analyse zum Ergebnis, dass der Wertschöpfungsausfall bei rund 350 Milliarden Euro liegt. Ein Großteil davon gehe auf Ausfälle beim privaten Konsum zurück, unter anderem wegen Lockdown-Maßnahmen. Selbst wenn zum Jahresende 2022 beim Bruttoinlandsprodukt das Vorkrisenniveau wieder erreicht werden sollte, bestehe auch dann noch eine "markante Lücke" zur Wirtschaftsleistung im Vergleich dazu, wenn es die Pandemie nicht gegeben hätte, heißt es in einem IW-Kurzbericht.

"Erst mit einem kräftigen Wirtschaftswachstum in den nächsten Jahren können Stück für Stück die Wertschöpfungs- und Einkommenslücken infolge der Pandemie wieder geschlossen werden." Die Bundesregierung rechnet in diesem Jahr mit einem schwächeren Wirtschaftswachstum in Deutschland. Wie die Deutsche Presse-Agentur am Freitag aus Regierungskreisen erfuhr, erwartet die Regierung nun noch ein Wachstum des Bruttoinlandsprodukts von 3,6 Prozent. Die Vorgängerregierung war im Herbst noch von 4,1 Prozent Wachstum in diesem Jahr ausgegangen. Die Prognose ist Teil des Jahreswirtschaftsberichts, der am Mittwoch im Kabinett beschlossen werden soll.

2021 legte die deutsche Wirtschaft mit 2,7 Prozent Wachstum nach dem Einbruch 2020 zwar wieder zu. Allerdings fiel der vom Statistischen Bundesamt anhand erster Zahlen vermeldete Zuwachs des Bruttoinlandsprodukts geringer aus als lange erhofft.

9.12 Uhr: Virologin Brinkmann für Impfpflicht für Menschen ab 50

Die Virologin Melanie Brinkmann befürwortet eine Impfpflicht gegen Corona für Menschen ab 50. "Ich bin kein Fan der Impfpflicht, aber ich bin skeptisch, ob wir mit anderen Maßnahmen wie Impfkampagnen und Aufklärung allein die Impflücke so schließen können, dass wir in ruhige Fahrwasser kommen", sagte Brinkmann der "Rheinischen Post" (Sonntag). "Wenn alle Menschen über 50 bis zum Herbst geimpft wären, könnten wir beruhigter in den nächsten Winter gehen."

Eine Impfpflicht für Menschen über 50 würde Sinn machen, sagte Brinkmann mit Blick auf eine entsprechende Vorgabe in Italien. Bislang sei es überwiegend diese Altersgruppe, die die meisten Corona-Krankenhausbehandlungen notwendig mache. Allerdings gab sie zu bedenken, dass auch jüngere Menschen schwer erkranken und mit einer Impfung ihr Risiko stark senken könnten. Die Professorin der Technischen Universität Braunschweig sitzt im Corona-Expertengremium der Bundesregierung.

Virologin Melanie Brinkmann steht am Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung HZI. Die Forscherin und Professorin an der TU Braunschweig ist Mitglied des "Expertengremiums zur wissenschaftlichen Begleitung der Covid-19-Pandemie".
Virologin Melanie Brinkmann steht am Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung HZI. Die Forscherin und Professorin an der TU Braunschweig ist Mitglied des "Expertengremiums zur wissenschaftlichen Begleitung der Covid-19-Pandemie". © Julian Stratenschulte/dpa

8.45 Uhr: Lauterbach kündigt neue Impfkampagne in verschiedenen Sprachen an

Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach hat für die kommende Woche den Start einer neuen Impfkampagne in der Corona-Pandemie angekündigt. "Wir sind in der Pflicht, die Menschen zu erreichen", sagte der SPD-Politiker der "Bild am Sonntag". Daher beginne am Dienstag eine breit angelegte Kampagne mit Plakaten sowie Radio- und Fernsehspots. Diese sei "kreativer" als die bisherigen Versuche, die Bevölkerung zum Impfen zu ermuntern. "Und sie ist in ganz unterschiedlichen Sprachen", fügte Lauterbach hinzu. Die neue Impfkampagne soll demnach unterschiedliche Zielgruppen ansprechen, darunter Ältere, Familien und junge Männer auf dem Land sowie Menschen mit Migrationshintergrund. "Wir müssen alles versuchen, die Impflücke zu schließen, das ist auch eine Voraussetzung für eine eventuelle Impfpflicht."

Laut dem Robert Koch-Institut haben bis zum Samstag (Stand: 9.01 Uhr) in Deutschland mindestens 61 Millionen Menschen ihre Grundimmunisierung mit der meist nötigen zweiten Spritze erhalten. Das sind 73,3 Prozent der Gesamtbevölkerung. Mindestens 41,7 Millionen Menschen haben zusätzlich eine Auffrischimpfung erhalten.

8.19 Uhr: Expertenrat empfiehlt Vorbereitung möglicher weiterer Maßnahmen

Der Expertenrat der Bundesregierung fordert wegen der rasanten Ausbreitung der Corona-Variante Omikron Vorbereitungen für mögliche weitere Schritte. "Das hochdynamische Infektionsgeschehen erfordert aktuell eine Beibehaltung und strikte Umsetzung der bisherigen Maßnahmen", heißt es in einer am späten Samstagabend veröffentlichten Stellungnahme. Wenn infolge weiter steigender Inzidenzen kritische Marken etwa bei Klinikeinweisungen erreicht würden, könnten weitergehende Maßnahmen zur Infektionskontrolle nötig werden. "Diese sollten daher jetzt so vorbereitet werden, dass sie ohne Verzögerung umgesetzt werden können."

Sowohl Kontaktbeschränkungen als auch Booster-Impfungen seien notwendig, um die Dynamik der aktuellen Welle zu bremsen und das Gesundheitssystem und die kritische Infrastruktur zu schützen, heißt es in der einstimmig gefassten Empfehlung der 19 Ratsmitglieder. Auf eine Intensivierung der Booster-Kampagne sei daher Wert zu legen. Durch die bestehende Kontaktreduktionen und das besonnene Verhalten der Bürger sei der international beobachtete steile Anstieg der Infektionszahlen in Deutschland zunächst verlangsamt worden. Der Expertenrat erwartet aber einen weiteren Anstieg. In der Spitze könnten Sieben-Tages-Inzidenzen "von mehreren Tausend regional erreicht werden". Das Ausmaß der Klinikbelastung werde entscheidend von den Inzidenzen bei ungeimpften Erwachsenen und den über 50-Jährigen abhängen. Noch seien diese vergleichsweise niedrig, es seien aber Infektionen in die Gruppe der Älteren eingetragen worden.

Die Hospitalisierungsrate werde niedriger als bei der Delta-Variante erwartet, müsste aber etwa um den Faktor 10 niedriger liegen als im vergangenen Winter, um die erwartete hohe Fallzahl zu kompensieren und das Gesundheitssystem nicht zu überlasten. Von einer derart starken Reduktion sei aktuell trotz Impfungen nicht auszugehen. "Entsprechend sind bei weiter steigenden Inzidenzen sehr viele Krankenhausaufnahmen zu erwarten", schreibt das Gremium. Mehr dazu erfahren Sie hier im Artikel.

Sonntag 8.01 Uhr: RKI registriert 85.440 Corona-Neuinfektionen - Inzidenz bei 806,8

Die vom Robert Koch-Institut (RKI) gemeldete bundesweite 7-Tage-Inzidenz hat erstmals die Schwelle von 800 überschritten. Das RKI gab den Wert der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner und Woche am Sonntagmorgen mit 806,8 an. Zum Vergleich: Am Vortag hatte der Wert bei 772,7 gelegen. Vor einer Woche lag die bundesweite Inzidenz bei 515,7 (Vormonat: 220,7).

Die Gesundheitsämter in Deutschland meldeten dem RKI binnen eines Tages 85.440 Corona-Neuinfektionen. Das geht aus Zahlen hervor, die den Stand des RKI-Dashboards von 05.04 Uhr wiedergeben. Vor einer Woche waren es 52.504 Ansteckungen. Experten rechnen mit immer mehr Fällen, die nicht erfasst werden können, unter anderem, weil Testkapazitäten und Gesundheitsämter zunehmend am Limit sind. Deutschlandweit wurden nach den neuen Angaben binnen 24 Stunden 54 Todesfälle verzeichnet. Vor einer Woche waren es 47 Todesfälle. Das RKI zählte seit Beginn der Pandemie 8.681.447 nachgewiesene Infektionen mit Sars-CoV-2. Die tatsächliche Gesamtzahl dürfte deutlich höher liegen, da viele Infektionen nicht erkannt werden. Die Zahl der Menschen, die an oder unter Beteiligung einer nachgewiesenen Infektion mit Sars-CoV-2 gestorben sind, stieg auf 116.718.


Die Zahl der in Kliniken aufgenommenen Corona-Patienten je 100.000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen gab das RKI am Freitag mit 3,77 an (Donnerstag: 3,56). Am Wochenende wird der Wert nicht gemeldet. Die Zahl der Genesenen gab das RKI am Sonntag mit 7.230.000 an.

Corona-Pandemie: Das geschah am Sonnabend

17.55 Uhr: Einrichtungsimpfpflicht: Bußgelder vor Tätigkeitsverbot?

Die Gesundheitsministerinnen und -minister der Länder fordern bei der beschlossenen einrichtungsbezogenen Impfpflicht gegen Corona vom Bundesgesundheitsministerium mehr Informationen zur konkreten Umsetzung. Zudem sprechen sie sich für die Prüfung eines mehrstufigen Verfahrens aus, so dass ungeimpfte Beschäftigte nicht sofort mit einem Tätigkeitsverbot belegt werden müssten. Außerdem plädieren sie dafür, den bald zur Verfügung stehenden Impfstoff Novavax zunächst vorrangig diesem Personenkreis anzubieten.

In einem gemeinsamen Beschluss nach einer Schaltkonferenz der Ressortchefs am Samstag wird das Bundesgesundheitsministerium gebeten, gemeinsam mit den Bundesländern "unverzüglich" alle offenen Fragen bei dem Thema zu klären, etwa für wen ganz genau die Impfpflicht gelten soll, welche Ausnahmen es gibt und wie Betroffene angehört werden.

Die sogenannte einrichtungsbezogene Corona-Impfpflicht wurde Mitte Dezember beschlossen: Beschäftigte in Einrichtungen mit schutzbedürftigen Menschen wie Kliniken und Pflegeheime müssen bis zum 15. März 2022 nachweisen, dass sie geimpft oder genesen sind. Das Gesundheitsamt kann sonst ein Tätigkeitsverbot aussprechen. Kritiker hatten immer wieder Befürchtungen geäußert, dass durch die Impfpflicht im bereits knapp besetzten Pflegebereich weitere Arbeitskräfte verloren gehen könnten.

Die Gesundheitsminister fordern nun eine Prüfung, ob nicht vor einem Tätigkeitsverbot zunächst Bußgelder verhängt werden könnten. Die Gesundheitsministerkonferenz sieht es in ihrem Beschluss zudem "als erforderlich an, den Impfstoff von Novavax prioritär an bisher nicht geimpfte Beschäftigte in den betroffenen Einrichtungen zu verimpfen". Novavax soll ab Ende Februar erhältlich sein. Der Impfstoff könnte für Skeptiker eine Alternative sein, weil er auf einer anderen Technologie basiert als die bisher verfügbaren Corona-Präparate.

17.15 Uhr: Erneut größere Corona-Proteste in Sachsen

Gegner der Corona-Maßnahmen haben am Samstag erneut ihren Protest auf Sachsens Straße getragen. In Chemnitz beteiligten sich ersten Schätzungen der Polizei zufolge weit mehr als 1.000 Menschen an einer Demonstration in der Innenstadt. Die Versammlung sei vor Ort angezeigt worden und vorerst ohne Störungen verlaufen, sagte ein Polizeisprecher. Auch in Leipzig meldete die Polizei einen Protestzug am Völkerschlachtdenkmal. Zur genauen Teilnehmerzahl konnte sie noch keine Angabe machen.

In Dresden hatte die Stadt nach einem sachsenweiten Aufruf in sozialen Medien entsprechende Versammlungen für Samstag verboten, weil die Teilnahme einiger hundert Gewaltbereiter und Extremisten befürchtet wurde. Es kam dennoch zu einzelnen Ansammlungen etwa auf dem Altmarkt und im Großen Garten. Wir berichten zu den Geschehnissen in Dresden im Ticker:

Polizisten hindern einen Mann auf dem Dresdner Altmarkt daran, das Grundgesetz vorzulesen.
Polizisten hindern einen Mann auf dem Dresdner Altmarkt daran, das Grundgesetz vorzulesen. © Alexander Schneider

16.55 Uhr: Kontaktnachverfolgung wird auf gefährdete Gruppen konzentriert

Die Gesundheitsämter sollen sich wegen der stark steigenden Infektionszahlen künftig auf die Kontaktnachverfolgung bei Corona-Fällen im Klinik- und Pflegebereich und in Einrichtungen der Eingliederungshilfe für Menschen mit Behinderung konzentrieren. Das haben die Gesundheitsministerinnen und -minister der Länder am Samstag bei einer Schaltkonferenz beschlossen. Neben der Kontaktaufnahme zu infizierten Personen und deren Haushaltsangehörigen solle die Nachverfolgung in diesen Bereichen "mit höchster Priorität" zum Schutz sogenannter vulnerabler Gruppen durchgeführt werden, hieß es in einem einstimmig gefassten Beschluss.

Verwiesen wird darin auf die erwarteten weiter stark steigenden Infektionszahlen durch Omikron und die Kapazitäten in den Gesundheitsämtern. "Neben den von Bund und Ländern beschlossenen Anpassungen der Quarantäne und Isolierungsregeln (...) sollte deshalb auch die Kontaktpersonennachverfolgung strategisch bundeseinheitlich neu ausgerichtet werden", heißt es weiter. Notwendig sei eine "länderübergreifend einheitliche Ausrichtung der Kontaktpersonennachverfolgung auf vulnerable Gruppen".

"Weitere Kontaktpersonen" müssen demnach damit rechnen, dass sie "in der Regel mit deutlichem Zeitverzug oder nicht mehr durch die zuständigen Behörden kontaktiert werden können." Auch Gesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) hatte sich für eine Neuausrichtung der Kontaktnachverfolgung ausgesprochen.

16.45 Uhr: 2.291 Neuinfektionen in Sachsen - 17 Todesfälle

Das Gesundheitsministerium hat am Samstag 2.291 Neuinfektionen innerhalb von 24 Stunden in Sachsen gemeldet. Vor genau einer Woche wurden 1.415 neue Infektionen registriert. Mit den aktuellen Zahlen haben sich seit Beginn der Pandemie insgesamt 695.944 Menschen in Sachsen mit dem Coronavirus infiziert. Innerhalb eines Tages kamen zudem 17 Todesfälle hinzu. Damit starben im Freistaat bisher 13.956 Menschen im Zusammenhang mit einer Corona-Infektion.

Sachsen hat mit einer Inzidenz von 363,9 weiterhin hinter Thüringen (286,2) den zweitniedrigsten Wert in Deutschland. Mit 629,3 hat die Stadt Leipzig die höchste Inzidenz im Freistaat. Die niedrigste verzeichnet der Erzgebirgskreis (155,5).

In den sächsischen Krankenhäusern sind aktuell 344 Betten auf Normalstation mit Corona-Patienten belegt - eine Auslastung von 31,6 Prozent, auf den Intensivstationen liegen derzeit 217 Patienten (65,6 Prozent Auslastung).

16.25 Uhr: Tausende demonstrieren im Süden gegen Corona-Maßnahmen

Knapp 5.000 Menschen haben am Samstagnachmittag in Freiburg gegen die Corona-Maßnahmen demonstriert. Die Lage sei weitestgehend ruhig geblieben, sagte ein Polizeisprecher dem Evangelischen Pressedienstes (epd). Auch in Stuttgart verlief die Kundgebung friedlich: Mehr als 1.000 Personen hatten sich vor dem SWR-Funkhaus unter dem Motto "Wir ziehen vor die Medienhäuser, denn da sitzt das Virus" versammelt.

Die Gewerkschaft Verdi und SWR-Vertreter hatten die Stuttgarter Demonstration im Vorfeld kritisiert. "Wer unter so einem menschenverachtenden Motto direkt vor den Arbeitsplätzen von Medienschaffenden demonstrieren will, missbraucht das Demonstrationsrecht", sagte Verdi-Landesbezirksleiter Martin Gross. Dies sei ein Angriff auf die Pressefreiheit.

"Was haben das Corona-Virus, Impfungen und der unabhängige öffentlich-rechtliche Rundfunk überhaupt miteinander zu tun?", fragte Andrea Valentiner-Branth vom Verdi-Senderverband im SWR. Immer wieder seien Kolleginnen und Kollegen bei der Berichterstattung vor Ort auch gewaltsam angegriffen worden. Mit der Demonstration vor dem SWR-Funkhaus würden die Medienschaffenden nun auch an ihrem Arbeitsplatz bedroht.

15.35 Uhr: Untervariante von Omikron wird in Großbritannien stärker beobachtet

Eine möglicherweise noch leichter übertragbare Untervariante von Omikron wird in Großbritannien künftig aufmerksamer beobachtet. Die britische Gesundheitsbehörde stufte die Variante namens BA.2, eine spezielle Ausprägung der Omikron-Mutante, als "Variante unter Beobachtung" ein. Üblicherweise werden Varianten, die gegebenenfalls irgendwann "besorgniserregende Varianten" genannt werden, zunächst beobachtet und weiter analysiert. Grund ist der Verdacht, dass BA.2 noch leichter übertragbar sein könnte als die Urform der Omikron-Variante, die auch BA.1 heißt.

Bislang seien in Großbritannien 426 Fälle von BA.2 bekannt, hieß es am Freitagabend von der Behörde. Erste Analysten legten die Vermutung nahe, dass die Untervariante noch leichter übertragbar sein könnte als BA.1 - aber es seien noch weitere Analysen notwendig. Unklar ist außerdem, wo die Variante als erstes aufgetaucht sein könnte. Es seien auch Fälle aus Dänemark, Indien, Schweden und Singapur bekannt - der Großteil davon in Dänemark mit mehr als 6.400 Fällen.

14.45 Uhr: Gesundheitsminister: In vielen Fällen kein PCR-Test mehr

Angesichts der steigenden Zahl von Corona-Infektionen in Deutschland sollen nicht mehr alle per Schnelltest positiv Getesteten einen PCR-Test bekommen. Die Gesundheitsminister der Länder sprachen sich am Samstag einstimmig dafür aus. Sie begrüßten entsprechende Vorschläge von Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) für eine Priorisierung von PCR-Tests.

Die Laborkapazitäten seien endlich, sagte Sachsen-Anhalts Gesundheitsministerin Petra Grimm-Benne (SPD) in Magdeburg nach einer Schaltkonferenz mit ihren Kolleginnen und Kollegen aus den Ländern. Unbedingt eine PCR-Testung erhalten sollten Personal in Krankenhäusern, Arztpraxen und Pflegeeinrichtungen sowie Hochrisikopatienten und Personen mit dem Risiko schwerer Krankheitsverläufe. "Da soll der Zugang zu PCR-Tests erhalten bleiben."

"Für alle anderen Personen, die keine Symptome haben und ein positives Antigentest-Ergebnis vorweisen können, soll auf eine Bestätigung per PCR verzichtet werden." Befürwortet wird stattdessen eine Nachtestung mit einem zweiten überwachten Antigentest. Die Ressortchefs sprachen sich auch dafür aus, bei einer roten Anzeige in der Corona-Warn-App auf einen PCR-Test zu verzichten und stattdessen auf "qualitativ hochwertige Antigentests" zurückzugreifen.

14.20 Uhr: Lindner: Kein Gesetzentwurf der Koalition zur Impfpflicht

Aus der Bundesregierung wird es laut Bundesfinanzminister Christian Lindner (FDP) "ausdrücklich keinen Gesetzentwurf" zur Einführung einer Impfpflicht geben. Das strittige Thema gehöre in die Mitte des Parlaments, sagte Lindner am Samstag bei einem digitalen Parteitag der NRW-FDP. Wenn Gegner der Impfpflicht sähen, dass diese Frage nicht einfach von einer Regierungsmehrheit entschieden, sondern das Pro und Kontra sorgfältig abgewogen werde, habe das "eine befriedende Wirkung auf die Gesellschaft insgesamt".

Der FDP-Politiker kritisierte: "Es gibt diese Erzählung von CDU und CSU, die Ampel müsse einen Gesetzentwurf zur Impfpflicht vorlegen." Dieser Forderung schließe sich die FDP nicht an: "Es ist ausdrücklich keine Koalitionsfrage." Tatsächlich gebe es ganz unterschiedliche Positionen - von der Befürwortung einer allgemeinen Impfpflicht über eine Altersgrenze bis hin zur Ablehnung. Er sei gespannt daher auf die "Orientierungsdebatte" in der kommenden Woche im Bundestag.

Christian Lindner (FDP) am Samstag beim digitalen Parteitag der FDP.
Christian Lindner (FDP) am Samstag beim digitalen Parteitag der FDP. © Federico Gambarini/dpa

13.50 Uhr: Zwei weitere Corona-Fälle bei deutschen Handballern

Die deutschen Handballer werden bei der Europameisterschaft weiter von der Omikron-Welle erfasst. Am Samstag wurden Rückraumspieler Christoph Steinert und Kreisläufer Sebastian Firnhaber positiv getestet. Das Duo vom Bundesligisten HC Erlangen steht der deutschen Mannschaft damit in den ausstehenden Hauptrundenspielen gegen Schweden am Sonntag (18.00 Uhr/ARD) und Russland am kommenden Dienstag nicht zur Verfügung.

Insgesamt verzeichnet die DHB-Auswahl bei der Endrunde in Ungarn und der Slowakei bereits 13 Corona-Ausfälle. Ob Bundestrainer Alfred Gislason im Duell mit dem WM-Zweiten Schweden überhaupt über einen kompletten 16er Kader verfügen kann, ist äußerst fraglich. Eine Nachnominierung gab es zunächst nicht. Der 62 Jahre alte Isländer hofft aber immer noch auf die Rückkehr von infizierten Spielern ins Turnier. "Das wäre für mich wie Weihnachten", sagte Gislason nach dem Norwegen-Spiel.

Stattdessen gibt es neue Fälle. Die Ct-Werte des am Freitagabend vorgenommenen PCR-Tests wiesen bei Steinert und Firnhaber jeweils auf eine geringe Infektiosität hin, teilte der Deutsche Handballbund am Samstag mit. Beide Spieler begaben sich auf ihren Hotelzimmern in Isolation. Die zwei neuen Fälle sind ein herber Rückschlag für das DHB-Team, nachdem es zuvor vier durchweg negative Testreihen gegeben hatte.

Bei Steinert hatte es bereits am vergangenen Mittwoch ein auffälliges Ergebnis gegeben. Der 32-Jährige durfte nach mehreren negativen PCR-Tests jedoch schon am Donnerstag gegen Spanien mitwirken. Firnhaber kam seit seiner Ankunft am vergangenen Dienstag auf fünf negative Testergebnisse. Außer einer gemeinsamen Spielerwärmung am Donnerstag habe er keinen Kontakt ohne FFP2-Maske zu Delegationsmitgliedern gehabt, hieß es vom DHB.

Deutschlands Handballer am Freitag nach dem Spiel gegen Norwegen. Deutschland verlor mit 23:28 (12:14).
Deutschlands Handballer am Freitag nach dem Spiel gegen Norwegen. Deutschland verlor mit 23:28 (12:14). © Marijan Murat/dpa

12.00 Uhr: Rekordwert in Polen: Mehr als 40.000 Corona-Neuinfektionen

Die Zahl der Corona-Neuinfektionen in Polen hat am zweiten Tag in Folge einen Rekordwert erreicht. Innerhalb von 24 Stunden kamen 40.876 neue Fälle hinzu, wie das Gesundheitsministerium am Samstag mitteilte. Dies ist der höchste Wert seit Beginn der Pandemie. Im selben Zeitraum starben 193 Menschen in Zusammenhang mit dem Virus. Polen hat rund 38 Millionen Einwohner.

In der vergangenen Woche war es im Streit um die Corona-Politik zu einem Eklat im medizinischen Beratergremium von Polens Regierung gekommen. Aus Protest gegen den zunehmenden Einfluss von Impfgegnern hatten 13 von 17 Mitgliedern den Medizinischen Rat verlassen. Ministerpräsident Mateusz Morawiecki kündigte am Freitag an, der Rat soll nun umgebildet werden. Künftig sollen ihm nicht nur Mediziner angehören.

Die Opposition wirft der nationalkonservativen PiS-Regierung schon länger vor, angesichts einer vergleichsweise geringen Impfquote drastische Maßnahmen zu vermeiden, um Impfgegner in den eigenen Reihen nicht zu verprellen. So fehlt beispielsweise weiterhin eine rechtliche Grundlage dafür, dass Betreiber von Restaurants, Hotels und Geschäften den Impfstatus ihrer Kunden abfragen können. Regelungen wie 2G (also Zugang nur für Geimpfte und Genesene) oder 3G (also auch für Getestete) sind in Polen unbekannt.

11.05 Uhr: Hälfte der Bevölkerung hat Booster-Impfung bekommen

Mindestens die Hälfte der Bevölkerung hat eine Auffrischungsimpfung gegen das Coronavirus erhalten. Knapp 41,7 Millionen Menschen (50,1 Prozent) seien inzwischen geboostert, teilte das Robert Koch-Institut am Samstag mit. Das ist wichtig für einen wirksamen Schutz vor der besonders ansteckenden Virusvariante Omikron.

Mindestens 75,4 Prozent der Bevölkerung (62,7 Millionen Menschen) sind bislang einmal geimpft. Die Bundesregierung strebt 80 Prozent Erstgeimpfte bis Ende Januar an.

Mindestens 73,3 Prozent der Bevölkerung (60,9 Millionen) haben nach RKI-Angaben einen vollständigen Grundschutz erhalten. Dafür sind in der Regel zwei Impfdosen nötig. Noch zählt das RKI auch Menschen, die nur eine Dosis des Johnson-&-Johnson-Präparats erhalten haben, mit - allerdings wird das gerade umgestellt. Künftig sollen Johnson-&-Johnson-Geimpfte nur noch nach einer zweiten Impfdosis - möglichst mit einem mRNA-Impfstoff wie dem von Biontech/Pfizer oder Moderna - von den 2G-Regeln profitieren.

Nicht geimpft sind derzeit 24,6 Prozent der Bevölkerung (20,5 Millionen Menschen). Für 4,8 Prozent (vier Millionen) dieser Menschen im Alter von 0 bis 4 Jahren steht bisher kein zugelassener Impfstoff zur Verfügung.

10.45 Uhr: Sachsen mit bundesweit zweitniedrigster Corona-Inzidenz

Trotz eines Anstiegs bleibt die Corona-Wocheninzidenz in Sachsen weit unter dem Bundesschnitt. Am Samstag lag die Quote der wöchentlichen Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner laut Robert Koch-Institut bei 363,9 - nach 339,2 am Vortag. Nur in Thüringen ist sie derzeit niedriger (286,2). Im bundesweiten Vergleich war der Wert mit 772,7 mehr als doppelt so hoch. In Berlin, Brandenburg, Bremen und Hamburg lag er über der 1.000er Marke.

Nach RKI-Angaben wurden im Freistaat bis zum frühen Samstagmorgen gut 2.900 neue Corona-Infektionen und 40 weitere Todesfälle gemeldet. Innerhalb Sachsens ist die Neuinfektionsrate in Leipzig und Dresden am höchsten. Der niedrigste Wert wird derzeit aus dem einstigen Corona-Hotspot Erzgebirge gemeldet.

10.30 Uhr: Verfassungsrat in Frankreich billigt Einschränkungen für Ungeimpfte

Die in Frankreich geplanten scharfen Einschränkungen für nicht gegen Corona Geimpfte haben grünes Licht vom Verfassungsrat bekommen. Das Gericht stimmte dem Gesetz, das Ungeimpfte und Nicht-Genesene von weiten Teilen des öffentlichen Lebens ausschließt, am Freitag weitgehend zu. Die Richter verfügten allerdings, dass die Regeln nur solange in Kraft bleiben dürfen, wie es die Corona-Pandemie erfordere. Zudem darf Ungeimpften laut dem Verfassungsrat, dem obersten Hüter der französischen Verfassung, nicht der Zugang zu politischen Veranstaltungen verwehrt werden.

Damit wird in Frankreich ab Montag der von der Regierung erdachte "Pass vaccinal" eingeführt, der in etwa der deutschen 2G-Regelung entspricht. Diesen Impf- oder Genesenennachweis müssen Menschen in Frankreich dann vorzeigen, wenn sie etwa Bars, Restaurants, Kulturstätten und Sportveranstaltungen besuchen oder Fernzüge und Fernbusse nutzen wollen. Wer sich bis Mitte Februar für eine erste Impfung entscheidet, darf vorübergehend weiter einen negativen Test als Zugangsvoraussetzung vorlegen.

Im Gegenzug sollen im Februar die Corona-Maßnahmen im Land gelockert werden. Nach und nach sollen etwa die Maskenpflicht im Freien, die Kapazitätsbeschränkungen für Sport- und Kultureinrichtungen sowie die Homeoffice-Pflicht fallen. Auch Diskos sollen ab Mitte Februar wieder öffnen können. Laut Frankreichs Premierminister Jean Castex schützt die hohe Impfquote im Land die Krankenhäuser vor Überlastung - trotz derzeit sehr hoher Infektionszahlen. Zuletzt lag die Sieben-Tage-Inzidenz, das heißt die Zahl der registrierten Infektionen auf 100.000 Einwohner binnen einer Woche, bei über 3.300. Am Freitag wurden 400.851 Neuinfektionen festgestellt.

9.55 Uhr: Tourismusbranche fordert vor Corona-Beratungen klare Regeln

Vor den Spitzenberatungen von Bund und Ländern über Corona an diesem Montag fordert die Tourismuswirtschaft eine klare und einheitliche Linie für die Branche. "Wir müssen zurück zu klaren, verständlichen und nachvollziehbaren Regeln. Sie sind jetzt das Gebot der Stunde", sagte der Präsident des Deutschen Tourismusverbandes (DTV), Reinhard Meyer, der Deutschen Presse-Agentur.

Bei der vergangenen Bund-Länder-Konferenz sei die flächendeckende Einführung der 2G-Plus-Vorschrift in der Gastronomie beschlossen worden. "Diese Regelung wird aber unterschiedlich angewendet und die Länder regeln selbst, ob nach einer Booster-Impfung noch ein Test für den Restaurantbesuch erforderlich ist", stellte Meyer fest. Während beispielsweise Bayern weiterhin nur 2G in der Gastronomie vorgebe, seien etwa in Berlin, Brandenburg, Schleswig-Holstein oder dem Saarland nur doppelt Geimpfte mit zusätzlichem Booster von der Testpflicht beim Gastronomiebesuch befreit.

Uneinheitlichkeit herrsche auch bei touristischen Übernachtungen: Während Übernachtungen in Nordrhein-Westfalen unter die 2G-Regel falle, werde in Rheinland-Pfalz von Gästen und Gastgebern die Einhaltung der 2G-Plus-Regel verlangt. In Hessen wiederum gelte eine inzidenzabhängige Stufenregelung, monierte Meyer. "Für die Tourismusbranche, die ohnehin schwer an der Krise zu tragen hat, bedeutet dieser Wirrwarr Unsicherheit bei Gästen und Gastgebern." Die Länder müssten eine einheitliche Handhabe vereinbaren, forderte er.

9.00 Uhr: Verwirrung um geänderte Regeln in Sachsen

In der letzten Woche hat sich in Bezug auf den Geimpften-, Genesenen- und Geboosterten-Status viel geändert. Deutschlandweit wurde der Zeitraum, in dem man nach einer überstandenen Corona-Infektion als genesen gilt, von sechs auf drei Monate verkürzt.

Wer eine Impfung mit Johnson & Johnson erhalten hat, gilt zudem nicht mehr als vollständig geimpft. Diese neuen Regeln sorgen für Verwirrung, auch in Bezug auf dem Status "geboostert". Denn die Regeln unterscheiden sich teilweise von Bundesland zu Bundesland. Was also gilt in Sachsen? Das lesen Sie hier:

8.30 Uhr: Lauterbach: Wichtige PCR-Kapazitäten für Höhepunkt der Welle sparen

Angesichts der erwarteten hohen Corona-Welle will Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach, dass in vielen Fällen künftig auf einen positiven Schnelltest kein PCR-Test folgt. "Mein Vorschlag für die Ministerpräsidentenkonferenz sieht vor, dass künftig nur noch Beschäftigte der kritischen Infrastruktur einen positiven Schnelltest mit einem PCR-Test bestätigen lassen können", sagte der SPD-Politiker der "Rheinischen Post" (Samstag). Alle anderen, die beispielsweise zu Hause einen positiven Schnelltest hatten, sollten diesen im Testzentrum nur noch mit einem "professionellen Antigen-Schnelltest" bestätigen lassen.

Bundeskanzler Olaf Scholz und die Ministerpräsidenten der Länder beraten am Montag über die Corona-Lage. An diesem Samstag befassen sich bereits die Gesundheitsminister unter anderem mit dem Umgang mit den PCR-Testkapazitäten. Lauterbach hatte angekündigt, an diesem Wochenende einen Vorschlag für eine Priorisierung vorzulegen. Ein Verordnungsentwurf mit Stand Dienstagnachmittag sah "eine vorrangige Befundung von Probenmaterial von Beschäftigten mit Kontakt zu besonders vulnerablen Personengruppen" vor.

Lauterbach argumentierte in der "Rheinischen Post", die Wahrscheinlichkeit, dass der PCR-Test ein anderes Ergebnis anzeige als ein professioneller Antigen-Test, sei "sehr gering bei der hohen Prävalenz der Omikron-Variante". Auch das Schnelltest-Ergebnis gehe an das Gesundheitsamt. "Der PCR-Test ist nicht mehr Voraussetzung für die Meldung beim RKI. So sparen wir wichtige PCR-Kapazitäten für den Höhepunkt der Welle."

Auch bei der Kontaktnachverfolgung - bei der Gesundheitsämter Personen kontaktieren, mit denen ein Corona-Infizierter Kontakt hatte - soll aus Sicht Lauterbachs das Vorgehen angepasst werden. Der Minister rechnet in kurzer Zeit mit mehreren Hunderttausend neuen Infektionsfällen pro Tag. "Das wird kein Gesundheitsamt mehr abarbeiten können, auch nicht mit Hilfe der Bundeswehr. Wir brauchen daher schnellstmöglich einen Fokus der Kontaktnachverfolgung, zum Beispiel bei Lehrkräften, medizinischem Personal, Beschäftigten von Energie- und Wasserversorgern, Einsatzkräften und anderen Bereichen der kritischen Infrastruktur." Einen Entwurf seines Ministeriums würden die Gesundheitsminister, der Bund und die Länder diskutieren und auf den Weg bringen, kündigte der Minister an.

Karl Lauterbach (SPD), Bundesminister für Gesundheit
Karl Lauterbach (SPD), Bundesminister für Gesundheit © Kay Nietfeld/dpa

8.15 Uhr: RKI registriert 135.461 Corona-Neuinfektionen - Inzidenz bei 772,7

Das Robert Koch-Institut (RKI) hat einen deutlichen Anstieg der bundesweiten Sieben-Tage-Inzidenz gemeldet und damit erneut einen Höchstwert. Das RKI gab den Wert der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner und Woche am Samstagmorgen mit 772,7 an. Zum Vergleich: Am Vortag hatte der Wert bei 706,3 gelegen. Vor einer Woche lag die bundesweite Inzidenz bei 497,1 (Vormonat: 289,0). Die Gesundheitsämter in Deutschland meldeten dem RKI binnen eines Tages 135.461 Corona-Neuinfektionen. Das geht aus Zahlen hervor, die den Stand des RKI-Dashboards von 05.01 Uhr wiedergeben. Vor einer Woche waren es 78.022 Ansteckungen.

Experten rechnen mit immer mehr Fällen, die nicht erfasst werden können, unter anderem, weil Testkapazitäten und Gesundheitsämter zunehmend am Limit sind.

Deutschlandweit wurden nach den neuen Angaben binnen 24 Stunden 179 Todesfälle verzeichnet. Vor einer Woche waren es 235 Todesfälle. Das RKI zählte seit Beginn der Pandemie 8.596.007 nachgewiesene Infektionen mit Sars-CoV-2. Die tatsächliche Gesamtzahl dürfte deutlich höher liegen, da viele Infektionen nicht erkannt werden.

Die Zahl der in Kliniken aufgenommenen Corona-Patienten je 100.000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen gab das RKI am Freitag mit 3,77 an (Donnerstag: 3,56).

Die Zahl der Genesenen gab das RKI am Samstag mit 7.206.100 an. Die Zahl der Menschen, die an oder unter Beteiligung einer nachgewiesenen Infektion mit Sars-CoV-2 gestorben sind, stieg auf 116.664.

8.00 Uhr: Ärzteverband: Anfang Februar wird es eng in den Kliniken

Bei weiter so rasant steigenden Corona-Infektionszahlen sieht die Ärzteorganisation Marburger Bund die Kliniken bereits in wenigen Tagen an ihrer Belastungsgrenze. "Spätestens Anfang Februar wird es in den Krankenhäusern deutschlandweit sehr eng werden, wenn die Infektionszahlen weiterhin in diesem Tempo steigen", sagte die Vorsitzende Susanne Johna den Zeitungen der Funke Mediengruppe (Samstag). Dabei gehe es nicht nur um steigende Patientenzahlen. "Wir erwarten, dass in den kommenden Wochen sehr viele Beschäftigte des ärztlichen und pflegerischen Personals ausfallen werden, weil sie sich infiziert haben und in Isolation müssen." Das gelte für den ambulanten Versorgungsbereich genauso wie für den stationären.

Weiter steigende Infektionszahlen könnten dazu führen, "dass die Versorgung der Bevölkerung nicht mehr dem üblichen Standard entsprechen wird", sagte Johna. Anders als in der ersten Pandemiewelle gehe es jetzt nicht mehr um zu wenig Technik oder zu wenige Beatmungsgeräte. "Das Personal ist der Engpass."

Auch der Bundesverband privater Anbieter sozialer Dienste warnt angesichts der sich verschärfenden Personalnot bei Pflegekräften vor einer Gefährdung der Versorgung. Ihr Präsident Bernd Meurer sagte der "Welt am Sonntag": "Ohne zusätzliche Kräfte - ob von der Bundeswehr oder aus dem Katastrophenschutz - drohen erhebliche Gefahren für die Versorgung." Die Belastungsgrenzen seien erreicht und weitere Personalausfälle nicht mehr verkraftbar. Der Verband vertritt 12.000 Pflegeheime und soziale Dienste.

Die Caritas Altenhilfe, die 72 Senioreneinrichtungen in drei Bundesländern betreibt, forderte eine Aussetzung der Impfpflicht für das Pflegepersonal. "Angesichts der relativ milden Verläufe durch die Omikron-Variante und der aktuellen Personalverknappung ist eine Impfpflicht für Beschäftigte in Pflegeeinrichtungen nicht mehr vertretbar und muss ausgesetzt werden, bis es eine Entscheidung zur allgemeinen Impfpflicht gibt", sagte eine Sprecherin der Zeitung. Bis zum 15. März müssen Beschäftigte in Gesundheits- und Pflegeeinrichtungen laut Bundesgesetz einen Nachweis über eine abgeschlossene Impfung, einen Genesenennachweis oder ein ärztliches Attest ihrer Nicht-Impfbarkeit vorlegen.

Corona-Pandemie: Das passierte am Freitag

21.50 Uhr: Neue Quarantäne-Regelung gilt in ganz Sachsen ab 24. Januar

Die von Bund und Ländern neu beschlossenen Quarantäne-Regeln treten am kommenden Montag in ganz Sachsen in Kraft. Alle Landkreise und kreisfreien Städte würden die Regelungen am 23. Januar mit Wirkung zum nächsten Tag anpassen, teilte das Gesundheitsministerium am Freitag in Dresden mit.
Vor zwei Wochen hatten die Ministerpräsidenten und Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) beschlossen, dass die Regeln angepasst werden sollen. Infizierte müssen sich dann nur noch zehn statt 14 Tage absondern. Kontaktpersonen müssen sich ebenfalls in Quarantäne begeben, wenn sie nicht geboostert oder maximal vor drei Monaten genesen oder doppelt geimpft worden sind.

20.45 Uhr: Döbeln gedenkt der Corona-Toten

Etwa 100 Menschen haben sich am Freitagabend zum Gedenken der 957 Corona-Toten in Mittelsachsen vor der Nicolaikirche in Döbeln eingefunden. Zu der Aktion aufgerufen hatte ein Bürgerbündnis. Kurz nach 18 Uhr läuten die Gedenkglocken. Oberbürgermeister Sven Liebhauser (CDU) betont, es sei ein sachlicher Austausch wichtig, weg von Hass und undifferenzierten Äußerungen. "Wir haben eine klare Vorstellung vom Leben in unserer Region, wir dürfen es nicht zu einer gesellschaftlichen Spaltung kommen lassen."

Die winterlichen Temperaturen hielten nicht davon ab, dass sich gut 100 Menschen an der Nicolaikirche am Lutherplatz eingefunden hatten.
Die winterlichen Temperaturen hielten nicht davon ab, dass sich gut 100 Menschen an der Nicolaikirche am Lutherplatz eingefunden hatten. © Lars Halbauer

20.01 Uhr: Überdurchschnittlich viel Klinik-Personal fällt aus

Deutschlands Krankenhäuser beklagen derzeit überdurchschnittlich hohe Personalausfälle und führen dies auf die Auswirkungen der Omikron-Welle zurück. Fast drei Viertel der Kliniken berichten von höheren Personalausfällen in patientennahen Bereichen als um diese Jahreszeit üblich, wie aus einer Umfrage des Deutschen Krankenhausinstituts unter mehr als 240 Kliniken von Mitte der Woche hervorgeht.

In 12 Prozent der Krankenhäuser sind die Personalausfälle demnach sogar deutlich höher als üblich. Hier seien über 20 Prozent mehr Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter erkrankt als normalerweise im Winter, so die Umfrage. Der Vorsitzende der Deutschen Krankenhausgesellschaft, Gerald Gaß, sagte: "Die Daten lassen vermuten, dass die deutlich höheren Personalausfälle auf Omikron-Infektionen bei Krankenhausmitarbeitenden zurückzuführen sind."

Besonders hoch ist der Krankenstand nach Angaben der Krankenhausgesellschaft unter den Pflegekräften. Jedes fünfte Krankenhaus gab an, über 20 Prozent mehr Pflegebeschäftigte als um die Jahreszeit üblich seien krank. Die Personalausfälle seien "aktuell ein deutlich größeres Problem als in normalen Jahren", sagte Gaß der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung".

Jedes zweite Krankenhaus gab in der Umfrage an, wegen des Personalmangels derzeit seine Betten auf den Allgemeinstationen nicht voll betreiben zu können, fast jedes zweite sagt dies über seine Intensivstationen.

19.20 Uhr: Irland hebt fast alle Corona-Regeln auf

Irland hebt fast alle Corona-Regeln auf. Von diesem Samstag an dürfen Pubs, Restaurants und Discos wieder öffnen, ohne Impfnachweise zu verlangen oder Abstandsregeln zu beachten, wie Regierungschef Micheal Martin am Freitagabend in Dublin sagte. Teilnehmerbeschränkungen für Veranstaltungen fallen ebenso weg wie Vorschriften für private Treffen. Vom kommenden Montag an endet zudem die Pflicht zum Homeoffice. Für internationale Reisen gelten allerdings noch immer die 3G-Regeln, wie Martin sagte. Wer positiv auf das Coronavirus getestet wird, muss sich weiterhin isolieren. Auch die Maskenpflicht bleibt mindestens bis Ende Februar in Kraft.

18.45 Uhr: Freibergs Oberbürgermeister will Proteste mit Dialogangeboten brechen

Freibergs Oberbürgermeister Sven Krüger (parteilos) beobachtet die Entwicklung der Coronaproteste in seiner Stadt mit Sorge beobachte. "Die Ereignisse um die Montagsspaziergänge haben dazu geführt, dass gerade an Montagnachmittagen die Innenstadt weitgehend verwaist ist." Die Menschen würden den Weg in die Stadt scheuen, weil man nicht wissen könne, wie der Abend verlaufen werde. "Das schadet unseren Einzelhändlern, Gastronomen und bringt uns in der Situation nicht weiter", so Krüger in der neuen Ausgabe des CoronaCast bei Sächsische.de.

Der seit 2015 amtierende OB sagt, es sei nun eine große Herausforderung, unterschiedliche Meinungen wieder zu einem "gemeinsamen Wir für unsere Stadt zusammenzuführen". Um das zu erreichen, will Freiberg wie bereits im vergangenen Jahr wieder auf gemeinsame Gespräche setzen. Krüger kündigt für Ende Februar einen Bürgerdialog an. Die ganze Folge hören Sie über den hier eingebetteten Player.

18.14 Uhr: Scholz verteidigt Vorgehen bei allgemeiner Impfpflicht

In der Diskussion über eine allgemeine Corona-Impfpflicht hat Bundeskanzler Olaf Scholz die geplante Parlamentsabstimmung ohne Fraktionsvorgaben erneut verteidigt. Dies solle dazu beitragen, dass es "einen großen Konsens" ergeben werde, sagte der SPD-Politiker am Freitag nach einer Kabinettsklausur in Berlin. Er verwies darauf, dass angesichts der zu niedrigen Impfquote viele in der Politik, aber auch unter den Bürgern, ihre ablehnende Meinung geändert hätten. Deshalb sei es so wichtig, genau diesen Weg zu gehen und nicht über einen Antrag der Regierung.

Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD)
Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) © AP Pool

17.40 Uhr: Fast 2.000 Ärzte in Italien wegen fehlender Impfung suspendiert

In Italien sind 1.913 Ärzte und Zahnärzte vom Dienst suspendiert, weil sie sich nicht gegen das Coronavirus impfen lassen. Das teilte die nationale Ärzte- und Zahnärztekammer (FNOMCeO) am Freitag mit. Jene Mediziner haben bislang keinen Nachweis einer Impfung in das einheitliche digitale Erfassungssystem hochgeladen und können damit nicht mehr ihrer Arbeit nachgehen.

Die Zahl der suspendierten Mediziner steigt damit an: Im November 2021 hatte die Kammer noch 1.656 Fälle gemeldet und eigentlich gehofft, dass sich immer mehr Ärzte impfen lassen. In Italien gilt seit April 2021 eine Impfpflicht im Gesundheitswesen.

Insgesamt haben aktuell gar mehr als 33.500 Ärzte ein unvollständiges Corona-Impfregister, wie FNOMCeO mitteilte. In diese Gruppe werden aber auch jene gezählt, die etwa wegen einer Genesung auf eine Impfdosis warten müssen, die im Ausland geimpft wurden oder die aus gesundheitlichen Gründen kein Vakzin erhalten können.

17.02 Uhr: Krankenstand beim Personal: Flughafen Frankfurt erwartet Flugausfälle

Die rasche Ausbreitung der Omikron-Variante zeigt Auswirkungen auf den Frankfurter Flughafen. Für das Wochenende rechnet der Betreiber Fraport mit Verzögerungen, Wartezeiten und vereinzelten Flugausfällen.

"Aktuell führen Infektionsfälle oder Quarantäneanordnungen bei uns im Bereich Flugzeug- und Gepäckabfertigung dazu, dass zunehmend Beschäftigte gleichzeitig ausfallen", sagte ein Sprecher von Deutschlands größtem Airport am Freitag in Frankfurt.

Wo möglich, würden Engpässe durch entsprechend qualifiziertes Personal aus anderen Bereichen abgefedert. Es zeichne sich jedoch ab, dass Ausfälle über diesen Weg "nicht vollständig kompensiert" werden könnten.

16.30 Uhr: Saarland: Verwaltungsgericht setzt 2G-Regel im Einzelhandel aus

Das Oberverwaltungsgericht des Saarlandes (OVG) hat die Zutrittsbeschränkung zu Einzelhandelsgeschäften nach der 2G-Regelung vorläufig außer Vollzug gesetzt. Damit gebe man einem Eilantrag mehrerer saarländischer Fachmärkte für Elektronikartikel statt, teilte das OVG in Saarlouis am Freitag mit. Die Entscheidung bedeute, dass im Saarland bis auf Weiteres die 2G-Regelung im Einzelhandel generell nicht mehr anzuwenden sei.

Bund und Länder hatten die 2G-Regeln für den Einzelhandel Anfang Dezember bundesweit vereinbart. Für Niedersachsen kippte das Oberverwaltungsgericht in Lüneburg die Regeln bereits Mitte Dezember. Der Bayerische Verwaltungsgerichtshof hatte die 2G-Regel für den Einzelhandel im Freistaat diese Woche außer Vollzug gesetzt.

16.00 Uhr: Sachsen meldet 2.912 neue Corona-Fälle - 32 Todesfälle

Das Gesundheitsministerium hat am Dienstag 2.912 Neuinfektionen innerhalb von 24 Stunden in Sachsen gemeldet. Ähnlich viele Fälle waren es gestern - 3.111. Vor genau einer Woche wurden 1.716 neue Infektionen gemeldet. Mit den aktuellen Zahlen haben sich seit Beginn der Pandemie insgesamt 693.653 Menschen in Sachsen mit dem Coronavirus infiziert. Innerhalb eines Tages kamen zudem 32 Todesfälle hinzu. Damit kamen im Freistaat bisher 13.939 Menschen im Zusammenhang mit einer Corona-Infektion ums Leben.

In den sächsischen Krankenhäusern sind aktuell 404 Betten auf Normalstation mit Corona-Patienten belegt - eine Auslastung von 36,7 Prozent, auf den Intensivstationen liegen derzeit 233 Patienten (68,5 Prozent Auslastung).

15.30 Uhr: Sozialministerium distanziert sich von gefälschtem Flyer

In verschiedenen Orten Sachsens wurde ein gefälschter Flyer mit Logo und Erscheinungsbild des Staatsministeriums für Soziales und Gesellschaftlichen Zusammenhalt verbreitet. Unter dem Titel "Sachsen muss wieder in Deutschland integriert werden" wurde ein Infoblatt über Hausbriefkästen zugestellt. In dem Flyer wird eine zunehmende Radikalisierung, Rechtsextremismus und Regierungsfeindlichkeit in Sachsen thematisiert. Das Ministerium distanziert sich ausdrücklich vom Inhalt und teilt am Freitag mit: "Bei dem Flyer handelt es sich um eine Fälschung. Offensichtlich wurde ein bestehender Flyer des Sozialministeriums grafisch geändert und mit einem frei erfundenen Text versehen und in Umlauf gebracht."

© Screenshot SZ

14.52 Uhr: Dresdner Forscher wollen PCR-Schnelltest für Covid-19 entwickeln

Eine Nachwuchsforschungsgruppe der Technischen Universität Dresden (TU) will noch in diesem Jahr einen PCR-Schnelltest für Covid-19 und andere Erreger entwickeln. Der neuartige Test soll die Vorteile der Antigen-Schnelltests mit denen der PCR-Tests kombinieren, teilte die TU am Freitag in Dresden mit. Die neu zu entwickelnden Tests sollen in weniger als 20 Minuten sehr zuverlässige Ergebnisse liefern und im Vergleich zum herkömmlichen PCR-Test um 90 Prozent weniger Nachweischemikalien benötigen.

Deutlich effizientere Tests würden eine flächendeckende Diagnose für künftige Wellen und Pandemien ermöglichen, hieß es. Auf diese Weise ließen sich Infektionsherde erkennen, Infektionsketten aufklären und die Dynamik der Infektionsgeschehens verringern. Das Projekt wird von der EU und Sachsen gefördert, teilte die Universität mit. Beteiligt seien die Institute für Halbleiter- und Mikrosystemtechnik, für Klinische Chemie und Laboratoriumsmedizin sowie das Institut für Mikrobiologie und Virologie.

14.18 Uhr: Ampel-Abgeordnete kündigen Entwurf für Corona-Impfpflicht an

Sieben Abgeordnete der Koalitionsfraktionen von SPD, FDP und Grünen haben einen ersten Gesetzentwurf für die Einführung einer allgemeinen Corona-Impfpflicht angekündigt. Die Gruppe spricht sich für eine Pflicht ab 18 Jahren aus, sie will nach der für nächsten Mittwoch geplanten Orientierungsdebatte im Parlament an einem Entwurf dazu arbeiten, wie es in einem am Freitag bekannt gewordenen Schreiben heißt.

"Bei diesem bedeutenden Thema stellen wir uns ausdrücklich offen und fraktionsübergreifend auf, da wir einen demokratischen Konsens für die bestmögliche Lösung herbeiführen möchten", heißt es weiter. Ziel sei eine "nachhaltige, verhältnismäßige und gleichzeitig zielgerichtete" Lösung. "Unsere Motivation liegt vor allem darin, langfristig mit Blick auf die kommende Herbst- und Winter-Saison vorbereitet zu sein und eine Überlastung des Gesundheitssystems auch in zukünftigen Infektionswellen zu verhindern."

13.54 Uhr: Söder: Corona-Maßnahmen derzeit nicht verschärfen

Bayerns Regierungschef Markus Söder (CSU) hat sich vor der Ministerpräsidentenkonferenz am Montag trotz sprunghaft steigender Infektionszahlen gegen härtere Corona-Maßnahmen ausgesprochen. "Es ist nicht sinnvoll, jetzt zu verschärfen", sagte der Parteichef nach einer Sitzung des CSU-Vorstandes am Freitag in München. Vielmehr müsse mit Augenmaß beobachtet werden, inwieweit sich die Omikron-Welle auf die Belastung des Gesundheitswesens auswirke.

Auf der anderen Seite gebe es auch keinen Anlass dafür, wie etwa in Großbritannien auf ein Corona-Management völlig zu verzichten. Es könne aber nach Lage der Dinge Erleichterungen geben. Für Bayern kündigte er mögliche Lockerungen für die Zulassung von Zuschauern beim Profisport an. Zunächst wolle er schauen, ob man eine einheitliche Linie hinbekomme, notfalls wolle Bayern aber auch alleine handeln.

Die Maßnahmen im Kampf gegen die Delta-Variante könnten nicht einfach auf die inzwischen vorherrschende Omikron-Variante übertragen werden. Die Krankheitsverläufe seien milder, die Zahl der Booster-Impfungen steige, neue Impfstoffe und Medikamente kämen auf den Markt, sagte Söder.

13.26 Uhr: Neue Corona-Hochrisikogebiete

Das Robert Koch-Institut hat seine Risikogebietsliste um 19 Staaten erweitert. Das berichtet das Redaktionsnetzwerk Deutschland. Reisende müssen nach der Rückkehr aus einem Hochrisikogebiet für bis zu zehn Tage in Quarantäne, wenn sie weder geimpft noch genesen sind. Ab dem fünften Tag ist Freitesten möglich. Betroffen sind: Algerien, Bhutan, Brasilien, Chile, Ecuador, Indien, Japan, Kasachstan, Kosovo, Malediven, Marokko, Republik Moldau, Mongolei, Nepal, Paraguay, Rumänien, Saudi-Arabien, Tunesien, Usbekistan.

13.20 Uhr: Britische Corona-Politik ein Ablenkungsmanöver?

Der walisische Regierungschef Mark Drakeford sieht im angekündigten Ende aller Corona-Maßnahmen in England ein Ablenkungsmanöver von dem Skandal um Lockdown-Partys im Londoner Regierungssitz. "Jeder, der gesehen hat, was in Westminster vor sich gegangen ist, wird wissen, dass diese Ankündigungen nicht von der Wissenschaft getrieben sind", sagte Drakeford dem Nachrichtensender Sky News am Freitag. Es handle sich nicht um einen sorgsam durchdachten Plan, sondern nur um einen "Versuch britischer Minister, eine andere Schlagzeile zu finden als die, von der die Nachrichten dominiert wurden", sagte Drakeford weiter.

Die Regierung in London sei gelähmt von dem Skandal, weil alles darauf ausgerichtet werde, das politische Überleben von Premierminister Boris Johnson zu sichern. Der werde sich von dem Schaden an seinem Ruf aber nicht mehr erholen können, so Drakeford. Johnson, der wegen angeblicher Lockdown-Partys in der Downing Street heftig unter Druck geraten ist, hatte für den größten Landesteil England am Mittwoch ein Ende aller Maßnahmen in der kommenden Woche angekündigt. In Wales ist das Vorgehen weitaus vorsichtiger.

12.40 Uhr: Mehrheit der ausgeflogenen Corona-Patienten aus Kliniken entlassen

Von den Ende vergangenen Jahres ausgeflogenen sächsischen Corona-Patienten konnte die Mehrzahl die Krankenhäuser inzwischen verlassen. 18 seien aus der Behandlung in ihren Zielkrankenhäusern entlassen worden, teilte das Gesundheitsministerium in Dresden am Freitag auf Anfrage mit. Zwölf Menschen seien gestorben, vier weitere waren in der vergangenen Woche noch in stationärer Behandlung. Aktuellere Informationen zu ihrem Zustand gebe es nicht.

Aufgrund der Überlastung der Intensivstationen in Sachsen waren Ende vergangenen Jahres 34 Corona-Patientinnen und -Patienten über das sogenannte Kleeblatt-System nach Norddeutschland und Nordrhein-Westfalen verlegt worden. Sachsen gehört zum Kleeblatt Ost, das noch die Länder Berlin, Brandenburg, Sachsen-Anhalt und Thüringen umfasst. Das Kleeblatt-Konzept für die Verlegung von Patienten wurde unter dem Eindruck der ersten Corona-Welle im Frühjahr 2020 entwickelt. Es soll sicherstellen, dass es in einzelnen Bundesländern keine Engpässe bei der intensivmedizinischen Behandlung gibt.

12 Uhr: Italien: Sieben-Tage-Inzidenz der Corona-Fälle über Schwelle von 2.000

In Italien ist die Zahl der Corona-Neuinfektionen weiter leicht gestiegen. Stand Donnerstag registrierten die Behörden in den zurückliegenden sieben Tagen landesweit durchschnittlich 2011 Corona-Infektionen je 100 000 Einwohner, wie das Oberste Gesundheitsinstitut (ISS) am Freitag mitteilte. In der Vorwoche lag die Sieben-Tage-Inzidenz noch bei 1988 Fällen. Nach Ansicht der Experten stabilisiert sich der Wert damit etwas. Die Lage auf den Intensivstationen sei mit einer Belegung durch Covid-19-Patienten von etwa 17 Prozent verglichen mit dem Vorwochenwert etwa gleich geblieben. Auf den Klinik-Stationen stieg die Rate dagegen leicht auf 31 Prozent an.

Der rasante Anstieg der täglichen Corona-Neuinfektionen seit dem Jahreswechsel veranlasste die Regierung dazu, die Regeln weiter zu verschärfen. Seit Donnerstag müssen Menschen beim Friseur oder im Schönheitssalon mindestens einen negativen Corona-Test vorzeigen, um sich zum Beispiel die Haare schneiden lassen zu können. Anfang des Monats führte Italien außerdem eine umstrittene Corona-Impfpflicht für Menschen älter als 50 Jahre ein. Nach offiziellen Angaben stieg seitdem Zahl der Immunisierungen gegen die Krankheit in dieser Altersklasse deutlich.

11.05 Uhr: Sächsische Ausnahme: Längerer Genesenen-Status für doppelt Geimpfte

In Sachsen gilt in der Corona-Pandemie bei der Verkürzung des Genesenen-Status eine Ausnahme: Die neue Regelung betrifft nicht Menschen, die doppelt geimpft und genesen sind. Das teilte das Gesundheitsministerium am Freitag auf Anfrage mit. Für alle anderen seien ohne entsprechende Übergangsregelung des Bundes auch rückwirkend alle ausgestellten Genesenen-Nachweise nur für drei Monate gültig. Zunächst hatte der MDR berichtet. Sachsen unterstützt laut Ministerium einen Antrag der Gesundheitsministerkonferenz, der das Bundesgesundheitsministerium auffordert, eine Übergangsregelung zu prüfen.

Das Bundesgesundheitsministerium hatte am Montag mitgeteilt, dass der Corona-Genesenen-Status entsprechend einer Empfehlung des Robert Koch-Instituts von sechs auf drei Monate verkürzt wurde. Hintergrund sei, dass aufgrund der vorherrschenden Omikron-Variante ein sehr viel größeres Risiko bestehe, nach dieser Zeit zu erkranken oder Überträger zu sein. Die vorherige Zeitspanne von sechs Monaten habe gegolten, solange man mit der vorherrschenden Delta-Variante umgehen musste.

10.45 Uhr: Rekordwert in Polen: Mehr als 36.000 Corona-Neuinfektionen

Die Zahl der Corona-Neuinfektionen in Polen hat einen Rekordwert erreicht. Innerhalb von 24 Stunden kamen 36 665 neue Fälle hinzu, wie das Gesundheitsministerium am Freitag mitteilte. Dies ist der höchste Wert seit Beginn der Pandemie. Im selben Zeitraum starben 248 Menschen in Zusammenhang mit dem Virus. Polen hat rund 38 Millionen Einwohner.

Etwa 30 Prozent der Neuinfektionen seien auf die Omikron-Variante zurückzuführen, sagte Vize-Gesundheitsminister Waldemar Kraska am Freitag dem Sender Radio Plus. In den kommenden Tagen sei damit zu rechnen, dass Omikron die dominierende Variante werde. In vergangenen Woche war es im Streit um die Corona-Politik zu einem Eklat im medizinischen Beratergremium von Polens Regierung gekommen. Aus Protest gegen den zunehmenden Einfluss von Impfgegnern hatten 13 von 17 Mitgliedern den Medizinischen Rat verlassen.

Menschen zünden in Warschau Kerzen an, um der Menschen zu gedenken, die in Polen am Coronavirus gestorben sind.
Menschen zünden in Warschau Kerzen an, um der Menschen zu gedenken, die in Polen am Coronavirus gestorben sind. © Czarek Sokolowski/AP/dpa

9.49 Uhr: Leipziger Infektiologe: Infektionsgeschehen könnte endemisch werden

Der Leipziger Infektiologe Christoph Lübbert ist verhalten optimistisch, dass das Infektionsgeschehen langsam in eine endemische Situation übergeht. "Es gibt schon ein biologisches Drehbuch für Viren: Je länger eine Pandemie andauert, desto ansteckender wird der Erreger, aber desto mehr passt er sich auch an den menschlichen Wirt an und schwächt sich virologisch ab", sagte der Chef der Infektiologie am Uniklinikum und am St. Georg der "Leipziger Volkszeitung". Endemisch ist eine Krankheit, wenn sie in einer Region fortwährend auftritt. Dazu gehört etwa die saisonale Grippe.

Ein zweiter Effekt sei, dass der Organismus Immunität über verschiedene Infektionswellen und mehrfaches Impfen entwickele, sagte Lübbert. "Nach diesem Drehbuch wären wir vielleicht nächstes Jahr in der Endemie, spätestens das Jahr darauf." Mit viel Glück und deutlicher Steigerung der Impfquote könne eine solche Situation noch dieses Jahr erreicht werden.

Lübbert sagte, es sei wahrscheinlich, dass sich die Omikron-Variante in den nächsten Wochen flächendeckend durchsetze und sich viele Menschen infizierten. Er glaube jedoch nicht, dass die Intensivstationen noch einmal voll werden. Jedoch könnten die Corona-Normalstationen möglicherweise noch einmal strapaziert werden. "Das Hauptproblem könnte werden, dass im Gesundheitswesen und anderen relevanten Bereichen der Infrastruktur gehäuft Menschen erkranken oder in Quarantäne müssen."

9.33 Uhr: Ein Drittel weniger Wiederholer im Corona-Schuljahr 2020/21

Während der Corona-Pandemie haben deutlich weniger Kinder eine Klassenstufe wiederholt. Laut Statistischem Bundesamt lag das unter anderem an veränderten Versetzungsregelungen. Wie das Amt am Freitag berichtete, wiederholten im Schuljahr 2020/21 an allgemeinbildenden Schulen 93 100 Schülerinnen und Schüler eine Klasse - entweder freiwillig oder weil sie nicht versetzt wurden. Das waren 50 500 weniger als im Schuljahr davor.

Damit sank die Quote der Wiederholer bundesweit von 2,3 Prozent im Schuljahr 2019/20 auf zuletzt 1,4 Prozent. "Aufgrund von Unterrichtsausfällen, Wechsel- und Distanzunterricht wurden in vielen Bundesländern besondere Regeln in Hinblick auf die Versetzung eingeführt. So wurde die Versetzung vielfach nicht mehr an die schulischen Leistungen geknüpft", ordneten die Statistiker ein.

Die Quote ging in allen Bundesländern zurück. Am höchsten war sie, wie in den Vorjahren, in Bayern – 26.500 Schülerinnen und Schüler beziehungsweise 2,8 Prozent besuchten dort im Schuljahr 2020/2021 erneut ihre Klassenstufe. Am niedrigsten war die Quote in Berlin, hier wiederholten nur 2.500 Schülerinnen und Schüler die Klassenstufe, weniger als ein Prozent. Die Versetzung wird in den einzelnen Bundesländern unterschiedlich geregelt. 58 Prozent der Wiederholer waren männlich.

8.45 Uhr: Sachsens kassenärztliche Vereinigung gegen Impfpflicht

Sachsens kassenärztliche Vereinigung hat einen bundesweit in Umlauf gebrachten Text als Falschinformation bewertet. Im Text wird die einrichtungsbezogene Impfpflicht im Gesundheitswesen kritisiert. In der Begründung werden die Coronavirus-Impfstoffe als nicht "vollständig erprobt" bezeichnet und die Unterzeichner solidarisieren sich darin mit den "Impfkritikern". Dieser Text wurde unter anderem von zwei Freiberger Arztpraxen verbreitet. Zudem stellt die KVS in ihrer Mitteilung fest dass:

a) eine allgemeine Impfpflicht in Deutschland nicht beschlossen werden sollte und

b) auch die bereits beschlossene einrichtungsbezogene Impfpflicht unbedingt, besonders unter dem Aspekt der neuen Erkenntnisse zur Wirkung bei der Omikron-Variante, noch einmal intensiv und ergebnisoffen hinterfragt werden muss.

8.30 Uhr: Sachsen-Inzidenz macht großen Sprung

Die Corona-Inzidenz in Sachsen ist deutlich gestiegen. Am Freitag lag die Zahl der wöchentlichen Corona-Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner laut Robert Koch-Institut (RKI) bei 339,2, am Vortag lag sie noch bei 299,9. Nur das Nachbarbundesland Thüringen wies mit 264,5 eine geringere Infektionsrate aus. Bundesweit wurde dagegen mit 706,3 am Freitag erneut ein Höchstwert erreicht.

Nach RKI-Angaben wurden im Freistaat bis zum frühen Freitagmorgen 3.169 neue Corona-Infektionen und 26 weitere Todesfälle im Zusammenhang mit Corona registriert. Demnach haben sich seit Beginn der Pandemie 690.899 Menschen nachweislich mit dem Coronavirus infiziert, 13 912 Corona-Patienten sind gestorben.

8.15 Uhr: Immer mehr Kinder auf Corona-Station

Die Inzidenz in Dresden steigt wieder, liegt nun bei über 400. Insgesamt werden im Dresdner Uniklinikum 75 Patienten aufgrund einer COVID-19-Erkrankung behandelt, zehn weniger als vor einer Woche. In dem Krankenhaus mussten allein im Dezember und Januar schon knapp 20 Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren behandelt, die aufgrund ihrer Covid-Erkrankung stationär betreut werden müssen, auch auf der ITS. Sie waren im Alter von wenigen Monaten und 17 Jahren.

Mehr über die Lage in Dresdens größtem Krankenhaus lesen Sie hier: Uniklinik muss mehr Kinder stationär behandeln.

7.33 Uhr: Bildungsgewerkschaft: Auch Lehrer bei PCR-Tests priorisieren

Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) hat gefordert, Lehrer und Erzieher bei einer Priorisierung von Corona-PCR-Tests mit zu berücksichtigen. "Sie haben am Arbeitsplatz nicht nur viel Kontakt, sondern auch sehr viel Kontakt mit ungeimpften Menschen", sagte die GEW-Vorsitzende Maike Finnern den Zeitungen der Funke Mediengruppe.

Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) will am Wochenende eine Verordnung zur Priorisierung der Auswertung von PCR-Tests vorlegen. In einem Verordnungsentwurf seines Ministeriums mit Stand von Dienstagnachmittag hieß es, angesichts knapper Kapazitäten und drastisch zunehmender Infektionen sei es notwendig, dass "eine vorrangige Befundung von Probenmaterial von Beschäftigten mit Kontakt zu besonders vulnerablen Personengruppen sichergestellt wird".

Finnern kritisierte: "Es hätte nicht passieren dürfen, dass wir jetzt den Zugang zu den PCR-Tests priorisieren müssen." Es sei immer gesagt worden, dass Schulen unbedingt geöffnet bleiben sollten. "Da wäre die Vorsorge bei der Verfügbarkeit von Tests ein Baustein gewesen." Sie ergänzte: "Wenn es eine flächendeckende Versorgung mit PCR-Lollitests für Schulen und Kitas gäbe, stünden wir jetzt ganz anders da."

7.04 Uhr: Tschechien schafft geplante Impfpflicht für Senioren ab

Tschechien macht seine Entscheidung für eine Impfpflicht für Senioren und bestimmte Berufsgruppen wieder rückgängig. Es werde unter seiner Regierung keine Impfpflicht geben, versicherte der neue Ministerpräsident Petr Fiala nach einer Kabinettssitzung in Prag. Man wolle die Gräben in der Gesellschaft nicht vertiefen, führte der liberalkonservative Politiker zur Begründung an.

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Unterdessen sorgt die Omikron-Variante des Coronavirus auch in Sachsens Nachbarland für Infektionsrekorde. Am Dienstag meldete der Bezirk Ústí mit 2.358 den höchsten Zuwachs an Corona-Infizierten an einem Tag seit Ausbruch der Pandemie im März 2020. Die 1.946 Neuinfizierten am Mittwoch waren immer noch der zweithöchste Wert. Das gleiche Bild ergab sich auch landesweit, wo am Dienstag an einem Tag 28.490 Menschen gezählt wurden, die sich mit dem Coronavirus infiziert haben. Um sich eine Vorstellung von der Dynamik zu machen: In Deutschland entspräche das einem Zuwachs um über 227.000 Neuinfizierte. Mehr dazu lesen Sie im Artikel Omikron sorgt in Tschechien für Infektionsrekord

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