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5.000 Corona-Neuinfektionen in Sachsen

Deutlich mehr Fälle als vor einer Woche, Apotheken impfen ab 8. Februar, Sachsen bereitet Medizin-Impfpflicht vor - unser Newsblog.

 70 Min.
In Sachsen wurden am Freitag mehr als 5.000 Neuinfektionen gemeldet - deutlich mehr als in der vergangenen Woche.
In Sachsen wurden am Freitag mehr als 5.000 Neuinfektionen gemeldet - deutlich mehr als in der vergangenen Woche. © dpa/Sina Schuldt

Coronavirus in Sachsen, Deutschland und der Welt – das Wichtigste in Kürze:

21.48 Uhr: Großbritannien: Polizei bittet um Zensur von Partygate-Bericht

Chance zum Aufatmen für Premierminister Boris Johnson: Die Londoner Polizei will den mit Spannung erwarteten Bericht über Lockdown-Partys im britischen Regierungssitz in wesentlichen Teilen schwärzen lassen. "Wir haben darum gebeten, in dem Bericht des Cabinet Office nur minimalen Bezug auf die Veranstaltungen zu nehmen, die von der Metropolitan Police untersucht werden", hieß es in einer Mitteilung von Scotland Yard am Freitag. Damit solle "jegliche Voreingenommenheit" bei den Ermittlungen verhindert werden, hieß es zur Begründung.

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Die Polizei hatte am Dienstag überraschend angekündigt, in der Sache zu ermitteln. Die Veröffentlichung des internen Regierungsberichts durch die Spitzenbeamtin Sue Gray wurde dadurch verzögert - obwohl die Polizei am Freitagabend nachschob, nicht für die Verzögerung verantwortlich zu sein. Eigentlich wurde schon in dieser Woche mit dem vollständigen Bericht gerechnet. Nun ist fraglich, ob er überhaupt noch vor Abschluss der polizeilichen Ermittlungen ans Tageslicht kommt.

Für den seit Wochen heftig unter Druck stehenden Johnson sind das gute Neuigkeiten. Der interne Bericht zu mehreren Events in dessen Amtssitz 10 Downing Street und anderen Regierungsgebäuden gilt als höchst brisant. Berichten zufolge sollen Regierungsmitarbeiter und auch Johnson selbst während der Pandemie mit Feiern die eigenen Regeln für Kontaktbeschränkungen missachtet haben. Sollte sich das bestätigen, gilt ein Misstrauensvotum gegen den Premier als wahrscheinlich. Doch bis das geklärt ist, dürften nun Wochen vergehen.

20.20 Uhr: Bautzener demonstrieren für Vernunft und Solidarität in der Pandemie

Zahlreiche Menschen haben am Freitagabend in Bautzen für Vernunft, Mitgefühl und Solidarität in der Corona-Pandemie demonstriert. Sie folgten einem Aufruf der Initiative "Bautzen gemeinsam", mit Kerzen in der Hand ein sichtbares Zeichen zu setzen. Die Aktion war gedacht als Abgrenzung von den sogenannten Spaziergängen der Corona-Maßnahmen-Gegner. Sie begann mit einem Friedensgebet im Dom St. Petri und mündete in dem Umzug.

Die Veranstalter zeigten sich zufrieden. "Aus Bautzen mal was friedliches und ruhiges", sagte Initiativ-Mitglied Heinrich Schleppers. Es sei wichtig zu zeigen, dass es auch andere Menschen als die angeblichen Spaziergänger gebe. Laut Schleppers beteiligten sich rund 850 Menschen. Die Polizei hatte zunächst noch keine Angaben zu Teilnehmerzahlen.

Die Bautzener Demonstration war Teil einer deutschlandweiten Aktion. Auch in Freiberg und Zwönitz - beides Orte, an denen es häufig Aufzüge gegen die Corona-Maßnehmen gegeben hat - wurde zum stillen Gedenken nach zwei Jahren Pandemie aufgerufen. Damit sollte Solidarität gezeigt werden mit den Angehörigen von Corona-Toten und jenen, die unter der Pandemie leiden.

Mehr zur Demo in Bautzen lesen Sie hier.

19.22 Uhr: 6.800 Fans bei Bundesligaspiel zwischen Mainz und Hoffenheim erlaubt

Zum Spiel in der Fußball-Bundesliga zwischen dem 1. FSV Mainz 05 und der TSG Hoffenheim am 5. Februar dürfen 6.800 Zuschauer kommen und damit mehr als zuletzt. Dies teilten die Mainzer am Freitag mit und verwiesen dabei auf die vom Montag an gültige Neufassung der Corona-Bekämpfungsverordnung des Landes Rheinland-Pfalz. Demnach dürfen 20 Prozent der Zuschauerkapazität im Mainzer Stadion genutzt werden. Für Fans aus Hoffenheim stehen gemäß den Absprachen der Bundesliga fünf Prozent des Kontingents zur Verfügung, dies entspricht 340 Karten. Zuletzt durften nur 1000 Zuschauer in Mainz den 1:0-Sieg gegen den VfL Bochum im Stadion verfolgen.

18.22 Uhr: Einnahmen der Rentenkasse auch im zweiten Pandemie-Jahr gestiegen

Die Beitragseinnahmen der Rentenkasse sind im zweiten Pandemiejahr 2021 erneut gestiegen. Das teilte ein Sprecher der Deutschen Rentenversicherung Bund am Freitag der Deutschen Presse-Agentur mit. Gegenüber dem Vorjahr 2020 wuchsen die Einnahmen aus Pflichtbeiträgen demnach um 3,9 Prozent auf rund 233 Milliarden Euro. Bereits im ersten Corona-Jahr 2020 hatte es mit Einnahmen von rund 224 Milliarden Euro einen Zuwachs gegenüber dem Vorjahr gegeben. Im Vergleich zu 2019 seien die Beiträge im Jahr 2021 sogar um 4,8 Prozent gestiegen. "Wir sind als Rentenversicherung bisher gut durch die Pandemie gekommen. In einer solchen Krise sieht man gut, wie der Arbeitsmarkt und die Sozialversicherungssysteme ineinandergreifen", bilanzierte der Sprecher. Auch in Zeiten von Corona würden Beschäftigte, die arbeitslos würden oder in Kurzarbeit seien, weiterhin Beiträge zur Rentenversicherung zahlen, hieß es.

17.15 Uhr: Anteil einsamer Senioren ab 80 höher als vor der Pandemie

Alte Menschen haben laut einer Umfrage in der Corona-Pandemie häufiger mit Einsamkeit zu kämpfen. Der Anteil der Menschen ab 80 Jahren, die sich als einsam bezeichneten, lag im Befragungszeitraum von November 2020 und April 2021 bei 12,1 Prozent. Und damit doppelt so hoch wie bei Befragungen in den Jahren 2017 und 2018, wie das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) am Freitag mitteilte.

An der Befragung im Rahmen der Studie "Hohes Alter in Deutschland" nahmen den Angaben zufolge über 10 000 zufällig ausgewählte Menschen ab 80 Jahren teil. Durchgeführt wurde die Befragung vom Cologne Center for Ethics, Rights, Economics, and Social Sciences of Health (ceres) sowie vom Deutschen Zentrum für Altersfragen (DZA). Während des Befragungszeitraums herrschten in Deutschland strenge Maßnahmen zur Eindämmung des Coronavirus, das öffentliche Leben war stark heruntergefahren. Es ist daher unklar, ob die Studie in einem anderen Befragungszeitraum während der Pandemie mit weniger einschneidenden Maßnahmen zu einem anderen Ergebnis gekommen wäre.

16.30 Uhr: 5.008 Neuinfektionen in Sachsen

Sachsens Gesundheitsministerium hat am Freitag 5.008 Corona-Neuinfektionen in 24 Stunden gemeldet. Damit gab es in Sachsen seit Beginn der Pandemie 719.661 Infektionen. Vor einer Woche waren es 2.912 Fälle gewesen. Im Gleichen Zeitraum verstarben 36 Menschen, die Zahl der Corona-Toten liegt in Sachsen nun bei 14.063. Am stärksten ist das Infektionsgeschehen in den Sächsischen Großstädten Leipzig (Inzidenz: 887,4) und Dresden (852,7).

15.48 Uhr: Verfassungsschutz stuft "Freie Sachsen" als Verdachtsfall ein

Die rechtsextreme Kleinstpartei "Freie Sachsen" wird bundesweit vom Verfassungsschutz beobachtet. Das Bundesamt für Verfassungsschutz stuft die Gruppierung als Verdachtsfall ein, wie eine Sprecherin der Deutschen Presse-Agentur am Freitag bestätigte. Zuvor hatte das Nachrichtenmagazin "Der Spiegel" darüber berichtet. Dem Bericht zufolge misst das Amt den "Freien Sachsen" überregionale Bedeutung zu.

15.18 Uhr: Sachsen wirbt mit lokalen Anzeigen für Corona-Impfung

Sachsens Gesundheitsministerium wirbt noch einmal verstärkt für die Corona-Schutzimpfung. Ziel sei es, besonders die Über-60-Jährigen von einer Impfung zu überzeugen, teilte das Ministerium am Freitag mit. Dafür werde Werbung mit Angaben zu örtlichen Impfangeboten in Lokalzeitungen und Amtsblättern sowie im Radio veröffentlicht. Gesundheitsministerin Petra Köpping (SPD) appellierte noch einmal an alle Menschen, sich für eine Corona-Impfung zu entscheiden. "Unsere aktuelle Werbung enthält neben dem Appell zum Impfen als besonderen Service auch gleich die Information zu den Impfmöglichkeiten ganz in Ihrer Nähe. Bitte nutzen Sie diese. Vielerorts ist das auch ohne vorherige Terminbuchung möglich." In Sachsen haben laut Angaben des Ministeriums 62,6 Prozent der Menschen eine Grundimmunisierung gegen das Coronavirus, 41,9 Prozent haben eine Auffrischungsimpfung (Booster) erhalten. Die Impfquote unter den Pflegekräften liegt den Angaben zufolge bei rund zwei Dritteln.

14.44 Uhr: Corona-Impfungen in Apotheken ab 8. Februar

Apotheken können vom 8. Februar an bundesweit Corona-Impfungen anbieten. Damit soll das Impfangebot vereinfacht und verbreitert werden. Die Voraussetzungen dafür seien jetzt geschaffen, sagte Gabriele Regina Overwiening, Präsidentin der Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände (ABDA), am Freitag. Seit Januar seien die Apothekerinnen und Apotheker geschult worden, parallel habe man die technischen Voraussetzungen geschaffen, um die Zahl der Geimpften elektronisch an das Robert Koch-Institut (RKI) zu melden.

Die letzten offenen Punkte - die Impfstoff-Kontingente und der Bestellzyklus - seien geklärt. "Kommende Woche können die Apotheken erstmals Impfstoffe bestellen, um sie selbst zu verimpfen. Die ersten Impfungen können dann ab dem 8. Februar durchgeführt werden", so Overwiening. Das Angebot ist freiwillig und als Ergänzung zu den Impfangeboten in Arztpraxen und Impfzentren gedacht.

"Wir wollen diejenigen erreichen, die sich noch nicht impfen lassen konnten, zum Beispiel weil ihnen die Organisation eines Impftermins bisher zu aufwändig war", sagte die ABDA-Präsidentin. "Wir bringen das niedrigschwellige und flächendeckende Angebot der Apotheken ein, um die Impfkampagne der Bundesregierung zu unterstützen."

14.35 Uhr: Frankreich verschiebt Abiturprüfungen wegen Corona-Welle

Frankreich verschiebt die Abiturprüfungen angesichts der massiven Corona-Welle von Mitte März auf Mitte Mai. Die aktuell hohe Zahl von Corona-Infektionen mache die Organisation der Prüfungen schwierig, außerdem gebe es viele Krankheitsfälle, begründete das Bildungsministerium in Paris die Entscheidung am Freitag. Alle sollten die gleichen Chancen und genügend Zeit für eine vernünftige Vorbereitung haben, hieß es. Verschoben werden die schriftlichen Prüfungen, Erleichterungen gibt es bei der Auswahl der Fragen und die Überprüfung des Sprachniveaus wird gestrichen.

13.56 Uhr: Lauterbach vorerst gegen Lockerungen von Corona-Auflagen

Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach hat sich gegen Lockerungen von Corona-Auflagen in der aktuellen Lage gewandt. Er bleibe bei dem "konservativen Kurs", sagte der SPD-Politiker am Freitag in Berlin. Der Zenit der Omikron-Welle sei noch nicht überschritten. Wenn beispielsweise ein Gericht eine Regel kassiere oder ein Land sich mit Öffnungen profiliere, müsse er damit leben. Lauterbach betonte aber: "Ich begrüße die Lockerungen nicht." Auch wenn Nachbarländer wie Dänemark gerade anders vorgehen, sei das dort so. "Aber das sind nicht wir." Der Minister verwies zugleich auf Vereinbarungen von Bund und Ländern, Öffnungen in Aussicht zu stellen, wenn die Welle gebrochen sei. Dies bedeute, dass es eine "Lockerungsperspektive" für die zweite Februarhälfte oder Anfang März geben könne. Mit Blick darauf sei Deutschland gerade "einigermaßen gut auf dem Weg unterwegs".

Zur Situation an Schulen sagte Lauterbach: "Je besser wir die Welle in der Gänze begrenzen, desto schneller und besser kommen wir auch für die Kinder durch." Es werde an vielen Stellen in Schulen noch getestet, sonst wüsste man auch gar nicht, wie viele Fälle es gibt. Hierfür seien Antigen-Schnelltests gut, weil man Ergebnisse sofort habe und nicht erst später nach der Auswertung von PCR-Tests. Generell gelte es, konsequent Masken zu tragen, nach jeder Stunde zu lüften und positiv getestete Kinder sofort zu isolieren. Insofern habe man nicht die Kontrolle verloren, das Problem sei aber, dass die Fallzahlen so hoch seien.

Die Corona-Auflagen in Deutschland, darunter die 2G+-Pflicht in Restaurants, soll weiter bestehen bleiben.
Die Corona-Auflagen in Deutschland, darunter die 2G+-Pflicht in Restaurants, soll weiter bestehen bleiben. © Sebastian Gollnow/dpa (Symbolbild)

13.42 Uhr: Corona-Impfpflicht: Warnung vor Versorgungsproblemen in Heimen

Die Präsidentin des Deutschen Pflegerats, Christine Vogler, hat davor gewarnt, dass die ab Mitte März gültige Impfpflicht in Heimen und Kliniken die Versorgung von Pflegebedürftigen gefährden könnte. "Es gibt so wenig Personal, dass wir uns nicht erlauben können, dass auch nur eine Einzige oder ein Einziger kündigt", sagte Vogler dem Hamburger Nachrichtenmagazin "Der Spiegel" (Print, Freitag). "Wenn ungeimpfte Pflegekräfte Tätigkeitsverbote bekommen, wird die Versorgungslage immer prekärer."

Ab 16. März gilt eine sogenannte einrichtungsbezogene Impfpflicht für Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer in Kliniken, Pflegeheimen, Arzt- und Zahnarztpraxen, Rettungs- und Pflegediensten, Geburtshäusern und anderen medizinisch-pflegerischen Einrichtungen. Auch die Pflegebevollmächtigte der Bundesregierung, Claudia Moll (SPD), warnte vor Problemen. "Die Pflegekräfte könnten das Gefühl bekommen, sie seien die Sündenböcke der Nation", sagte Moll dem "Spiegel". Bei der Kommunikation sei einiges falsch gelaufen.

13.23 Uhr: Sachsens Handelsverband fordert Abschaffung von 2G im Einzelhandel

Der Sächsische Handelsverband hat erneut die Abschaffung der 2G-Regel im Einzelhandel gefordert. Es sei unverhältnismäßig, dass nur geimpfte und genesene Kunden in Geschäfte dürften, die nicht zum lebensnotwendigen Bedarf zählen, kritisierte der Verband am Freitag. Es gehe nicht um die Lockerung des Schutzes, sondern um die Abschaffung einer funktionslosen und für die Unternehmen existenzbedrohenden Maßnahme. Viele Betriebe hätten mit Umsatzverlusten von 50 Prozent im Vergleich zum Vorkrisenniveau zu kämpfen.

Hauptgeschäftsführer René Glaser sagte, zahlreiche Studien und Erfahrungen aus dem Lebensmittel- und Drogeriehandel machten deutlich, dass der Handel kein Infektions-Hotspot sei. "Es ist schlicht nicht logisch begründbar, warum die Kundenkontakte im Lebensmittel- und Drogeriebereich, die ca. 80 Prozent des Gesamtkundenaufkommens ausmachen, ohne größere Auswirkungen auf das Infektionsgeschehen stattfinden, während die restlichen 20 Prozent im Non-Food-Einzelhandel derart problematisiert werden."

Am Dienstag will die Landesregierung eine neue Corona-Verordnung beschließen, die ab 6. Februar gelten soll. Geplant sind einige Lockerungen. So sollen künftig Messen und Kongresse unter 2G und mit Kapazitätsbegrenzungen wieder möglich sein.

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13.00 Uhr: Meldestelle: 91 Mal Antisemitismus auf Corona-Demos seit November

Seit Beginn der Debatte über die Corona-Impfpflicht mehren sich nach Erkenntnissen der Meldestelle Rias antisemitische Äußerungen von Gegnern der Pandemiemaßnahmen. Allein zwischen dem 20. November und dem 8. Januar seien bundesweit 91 Corona-Demonstrationen mit judenfeindlichen Inhalten registriert worden, berichtete der Bundesverband der Recherche- und Informationsstellen Antisemitismus (Rias) am Freitag in Berlin. Dabei geht es unter anderem um die Verwendung gelber Sterne mit dem Hinweis "ungeimpft".

"Die mit dieser Art von Vergleichen einhergehende Selbstinszenierung als Opfer verharmlost die Schoah und den Nationalsozialismus", schreibt Rias. Sie gehe auch mit Aggressionen gegen Jüdinnen und Juden einher. Bei den registrierten antijüdischen Äußerungen wurden nach Angaben der Meldestelle in 81 Fällen antisemitische Bezugnahmen auf den Nationalsozialismus gemeldet. In zehn Fällen ging es um antisemitische Verschwörungsmythen oder ähnliches. Die Meldungen kamen aus 14 Bundesländern. Es sei zusätzlich von einer hohen Dunkelziffer auszugehen, hieß es.

Dass mit einer "Dynamik des öffentlichen Diskurses" über Anti-Corona-Maßnahmen auch antisemitische Zwischenfälle zunehmen, hatte Rias schon im Sommer 2021 beobachtet. "Entsprechend bieten die Versammlungen seit November 2021 wieder eine Gelegenheit, sich öffentlich antisemitisch zu artikulieren", schreibt der Verband.

Demonstration gegen Corona-Maßnahmen gab es im ganzen Land, hier in Zittau. Mancherorts kam es zu antisemitischen Vorfällen.
Demonstration gegen Corona-Maßnahmen gab es im ganzen Land, hier in Zittau. Mancherorts kam es zu antisemitischen Vorfällen. © Rafael Sampedro/foto-sampedro.de

12.26 Uhr: Intensivmediziner: Sehen "Omikron-Effekt" auf Intensivstationen

Angesichts der rasant in die Höhe schießenden Zahlen von Corona-Neuinfektionen beobachtet der Intensivmediziner Christian Karagiannidis mittlerweile auf den Intensivstationen einen deutlichen "Omikron-Effekt". Zwar sei die Hospitalisierungsrate derzeit noch "akzeptabel", dennoch zeigten sich die hohen Inzidenzen nun vermehrt auch in den Krankenhäusern, sagte der wissenschaftliche Leiter des Divi-Intensivregisters am Freitag in Berlin. Seit etwa sieben bis zehn Tagen zeige sich eine "Seitwärtsbewegung bei den Neuaufnahmen, hin zu einem Trend, dass es jetzt wieder leicht hochgeht".

Karagiannidis sagte, die wichtigsten Fragen, die sich stellten, seien nun die nach der Krankheitslast mit der Omikron-Variante, nach der Hauptdiagnose, die den Patienten oder die Patientin ins Krankenhaus führe und "wie viele von denen haben auch wirklich ein respiratorisches Problem, also eine Pneumonie?"

Der Experte verwies auf die sogenannte syndromische Überwachung des Robert Koch-Instituts (RKI), durch die man wisse, wie viele Patientinnen und Patienten mit Atemwegserkrankungen man habe. Der Anteil der Beatmeten sei extrem hoch. Derzeit liege der Anteil derer, die nicht beatmet werden müssten, bei 20 Prozent, erklärte Karagiannidis. Der Intensivmediziner warnte zudem: "Wir sollten nicht vergessen, dass Covid keine reine Lungenerkrankung ist, sondern eine Systemerkrankung, die insbesondere auch die Gefäße betrifft."

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12.08 Uhr: Corona-Impfquote von 80 Prozent bis Ende Januar kaum zu schaffen

Das Ziel der Bundesregierung, dass bis Ende Januar 80 Prozent der Bevölkerung zumindest einmal gegen Corona geimpft sind, droht zu scheitern. Bundesweit wurden am Donnerstag mindestens 466.000 Impfdosen verabreicht, wie aus Daten des Robert Koch-Instituts (RKI) vom Freitag hervorgeht. Aber nur gut 40.000 davon gingen an Menschen, die bisher noch nicht geimpft waren. Bei 85.000 handelte es sich um Impfungen, die zum vollen Grundschutz führten, bei 344.000 um Auffrischungsimpfungen. Damit haben bisher nur 75,7 Prozent der Bevölkerung mindestens eine Impfdosis erhalten.

73,8 Prozent verfügen laut RKI über einen vollständigen Grundschutz, 52,2 Prozent haben bereits eine Auffrischungsimpfung erhalten. Nicht geimpft sind der Statistik zufolge 24,3 Prozent, insgesamt 20,2 Millionen Menschen. Darunter sind aber auch vier Millionen Kinder im Alter bis zu vier Jahren, für die bisher noch kein zugelassener Impfstoff zur Verfügung steht. Die Bundesregierung hatte ihr Ziel von 80 Prozent Erstgeimpften schon einmal verschieben müssen. Ursprünglich wollte sie diese Quote bereits bis zum 7. Januar erreichen.

Um die Zielmarke jetzt noch zu schaffen, müssten sich bis einschließlich Montag noch 4,3 Prozent der Bevölkerung impfen lassen, also mehr als 3,5 Millionen Menschen. Das dürfte so gut wie ausgeschlossen sein. Auf dem RKI-Dashboard wird darauf hingewiesen, dass die Impfquoten als Mindestquoten zu verstehen sind, "da eine hundertprozentige Erfassung durch das Meldesystem nicht erreicht werden kann". Das Robert Koch-Institut geht davon aus, dass die tatsächliche Impfquote um bis zu fünf Prozentpunkte höher liegt.

11.43 Uhr: Trotz Rekordzahlen: Angst vor Corona geht zurück

Trotz der rasant steigenden Infektionszahlen ist einer Umfrage zufolge die Angst vor dem Coronavirus in Deutschland deutlich zurückgegangen. Nach dem am Freitag veröffentlichen ZDF-"Politbarometer" halten zwar 70 Prozent der Befragten "Corona und die Folgen" weiter für das wichtigste Problem, allerdings sehen jetzt nur noch 42 Prozent ihre Gesundheit durch das Virus gefährdet. Vor zwei Wochen waren es noch 53 Prozent.

Inzwischen wird aus Sicht vieler Experten immer klarer, dass eine Infektion mit der hochansteckenden Omikron-Variante in vielen Fällen einen eher milden Krankheitsverlauf auslöst. Spürbar gestiegen ist die Zufriedenheit mit den aktuell geltenden Corona-Maßnahmen, laut "Politbarometer" von 44 auf 49 Prozent. Nur noch 25 Prozent der Befragten meinen, die Maßnahmen müssten härter ausfallen (minus 5), während 23 Prozent (plus 1) sie für übertrieben halten. Optimistisch sieht eine klare Mehrheit die Lage in den Krankenhäusern: 74 Prozent glauben, dass die Krankenhäuser die erwarteten, stark steigenden Infektionszahlen der Omikron-Welle bewältigen können (nicht bewältigen: 23 Prozent).

Ein Ende der Pandemie ist nach Überzeugung der meisten Bürger nicht in Sicht. Gut ein Fünftel der Befragten (21 Prozent) glaubt, die Corona-Pandemie werde nach der Omikron-Welle hierzulande im Großen und Ganzen überwunden sein, 75 Prozent gehen davon aus, dass es auch nach Omikron weitere Wellen mit neuen Virusvarianten und hohen Fallzahlen geben wird.

Eine Mitarbeiterin hält in einem Corona-Testcenter einen positiven Corona-Schnelltest.
Eine Mitarbeiterin hält in einem Corona-Testcenter einen positiven Corona-Schnelltest. © Sebastian Kahnert/dpa-Zentralbild

11.20 Uhr: Sächsischer Erlass für berufsbezogene Impfpflicht bis Mitte Februar

Der sächsische Erlass zur Umsetzung der Corona-Impfpflicht für Pflegekräfte und medizinisches Personal soll möglichst bis Mitte Februar vorliegen. Ziel sei die zweite Februarwoche, teilte das Gesundheitsministerium am Freitag mit. Zurzeit laufen den Angaben zufolge noch Beratungen zwischen Bund und Ländern, um eine bundesweit möglichst einheitliche Umsetzung sicherzustellen.

Der Bundestag hatte im Dezember eine einrichtungsbezogene Impfpflicht beschlossen, die für Personal etwa in Krankenhäusern und Pflegeheimen gilt. Die Länder müssen das Gesetz nun durch Erlasse regeln. Gesundheitsministerin Petra Köpping (SPD) betonte, dass Sachsen dafür mit allen Betroffenen reden wolle, um sich über vertretbare Umsetzungsregelungen zu verständigen. "Wir werden natürlich auch die Landkreise und Kreisfreien Städte einbinden und den geplanten Erlass in der kommenden Woche mit den Landräten, den Oberbürgermeistern und den Gesundheitsämtern abstimmen", sagte sie. Genauso spreche die Landesregierung mit Verbänden und betroffenen Einrichtungen. In Sachsen fallen etwa 300.000 Beschäftigte unter diese Impfpflicht.

Weitere Artikel zum Thema:

10.58 Uhr: Lauterbach: Corona-Kurs zeigt trotz hoher Fallzahlen Wirkung

Die Maßnahmen zur Eindämmung der massiven Corona-Welle mit der Omikron-Variante zeigen laut Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach bisher die erwartete Wirkung. "Mit den hohen Fallzahlen hatten wir gerechnet", sagte der SPD-Politiker am Freitag in Berlin. Sie könnten noch bis auf 400.000 pro Tag steigen. Das Ziel sei aber bisher erreicht worden, mit so wenig schweren Krankheitsverläufen und Todesfällen durchzukommen. Die Sieben-Tage-Inzidenzen lägen jetzt im Schnitt bei 1.000, bei Jüngeren teils bei 2.000, in der Risikogruppe der Älteren, auf die es besonders ankomme, aber zwischen 200 und 300. "Das ist unser Erfolg", sagte Lauterbach.

Dies gelinge durch die bestehenden Alltagsauflagen und Zugangsregeln wie 3G, 2G und 2G plus. "Das werden wir weiter machen", sagte der Minister. Er verwies auf das "Sonderproblem" Deutschlands mit einer im Schnitt sehr alten Bevölkerung und einem hohen Anteil Ungeimpfter in der besonders gefährdeten Gruppe der Menschen ab 60 Jahre. Er rief eindringlich dazu auf, Auffrischimpfungen umgehend wahrzunehmen und nicht auf mögliche Impfstoffe zu warten, die an Omikron angepasst seien. Das Risiko zu sterben sinke mit den vorhandenen Impfstoffen um 99 Prozent im Vergleich dazu, wenn man ungeimpft ist.

Der Minister kündigte für kommende Woche Vorschläge zu Neuregelungen unter anderem zu Tests und der Verfolgung von Kontaktpersonen an. Dazu liefen noch enge Abstimmungen mit den Ländern.

10.33 Uhr: Was kommt nach Omikron?

Das Coronavirus Sars-CoV-2 dürfte sich über kurz oder lang weiterentwickeln - neue Varianten können entstehen. Über deren Eigenschaften lasse sich aber nur spekulieren, erklärte der Präsident der Gesellschaft für Virologie, Ralf Bartenschlager, der Deutschen Presse-Agentur. "Die Erfahrung zeigt aber, dass mit der Anpassung eines Virus an seinen Wirt die Pathogenität in der Regel abnimmt."

Pathogenität meint die Fähigkeit, Krankheiten auszulösen. "Das bedeutet nicht, dass dieses angepasste Virus gar keine Erkrankung mehr macht, aber es ist in der Regel weniger krankmachend." So verbreitet sich die neue Variante Omikron zwar schneller in Deutschland als Delta, verursacht aber Forschern zufolge im Schnitt mildere Krankheitsverläufe. Wie sich das Coronavirus nach den bisher bekannten Mutationen Alpha, Beta, Gamma, Delta und Omikron weiter entwickeln könnte, erfahren Sie hier im Artikel.

10.10 Uhr: Deutsche Wirtschaft Ende 2021 um 0,7 Prozent geschrumpft

Die deutsche Wirtschaft ist in der erneuten Corona-Welle zum Ende des vergangenen Jahres geschrumpft. Das Bruttoinlandsprodukt sank im vierten Quartal gegenüber dem Vorquartal um 0,7 Prozent, wie das Statistische Bundesamt am Freitag in einer ersten Schätzung mitteilte.

9.59 Uhr: Von der Leyen: Booster für Geimpfte verhindert viele Krankenhausfälle

Mehr als jeder zweite erwachsene EU-Bürger hat bereits eine Auffrischungsimpfung gegen das Coronavirus erhalten. 82 Prozent der Erwachsenen seien mit meist zwei Dosen grundimmunisiert, sagte EU-Kommissionschefin Ursula von der Leyen am Freitag in Brüssel. Sie forderte alle zum Impfen auf, für die es möglich sei. Impfung und Booster böten den besten Schutz gegen das Coronavirus, einschließlich der Omikron-Variante. Dabei verwies sie auf Daten der EU-Gesundheitsbehörde ECDC, nach denen die Booster-Impfung eine Million Krankenhauseinweisungen in der EU verhindern könne. "Die Pandemie ist nicht vorbei."

9.19 Uhr: Philippinen öffnen nach zwei Jahren wieder für Tourismus

Die Philippinen öffnen ab kommendem Monat erstmals seit zwei Jahren wieder ihre Grenzen für internationale Touristen. Urlauber aus 157 Staaten, die den vollständigen Corona-Grundschutz mit der meist nötigen zweiten Spritze haben, dürften ab dem 10. Februar wieder visa- und quarantänefrei in den Inselstaat einreisen, sagte Regierungssprecher Karlo Nograles am Freitag. Dazu gehören auch Deutschland sowie alle anderen Länder Europas. Voraussetzung für die Einreise sind demnach ein negativer PCR-Test, der maximal 48 Stunden vor Abreise gemacht werden müsse, sowie ein internationaler Impfausweis.

"Die Tourismusbranche wird sich dadurch erholen und so erheblich zum Lebensunterhalt der Menschen und zum Wirtschaftswachstum des Landes beitragen können, betonte Nograles. Das für seine herrliche Landschaften, Vulkane und Traumstrände bekannte Land hat seine Grenzen seit März 2020 für internationale Feriengäste geschlossen. Die Philippinen mit etwa 110 Millionen Einwohnern waren lange eines der am schwersten von der Pandemie betroffenen Länder in der Region.

8.51 Uhr: Corona-Inzidenz in Sachsen steigt wieder über 500

Die Corona-Inzidenz in Sachsen steigt weiter stark an und liegt erstmals seit Weihnachten (24.12. 510,6) wieder über 500. Am Freitag meldete das Robert Koch-Institut (RKI) 546,4 wöchentliche Neuinfektionen je 100.000 Einwohner. Am Vortag hatte der Wert noch bei 497,0 gelegen, am Mittwoch bei 428,2. Der bisherige Höchstwert von 1.284,4 war am 29 November erreicht worden. Derzeit verzeichnet nur Thüringen (402,2) niedrigere Corona-Zahlen als Sachsen. Bundesweit kletterte die Inzidenz auf 1073,0 nach 1017,4 am Vortag.

Über der Marke von 800 lagen in Sachsen am Freitag die Städte Leipzig (887,4) und Dresden (852,7). Die niedrigste Inzidenz wurde mit 240,4 im Erzgebirgskreis verzeichnet. Damit ist der Kreis bundesweit die Region mit den drittniedrigsten Infektionszahlen. Die höchsten bundesweiten Werte wurde aus vier Stadtbezirken in Berlin gemeldet. Die Liste der Hotspots führt Tempelhof-Schöneberg mit 1392,2 an. Die Gesundheitsämter in Sachsen meldeten dem RKI binnen eines Tages 28 weitere Todesfälle. Damit sind seit Pandemiebeginn 14 031 Menschen im Zusammenhang mit dem Virus gestorben.

8.31 Uhr: Medizinethiker Eckhard Nagel gegen Corona-Impfpflicht für Ältere

Der Medizinethiker Eckhard Nagel hält eine Corona-Impfpflicht ab 50 Jahren für "äußerst problematisch". "Wir sollten klar und eindeutig jede Form der Altersdiskriminierung ausschließen", sagte er der "Augsburger Allgemeinen" (Freitag). Im Umkehrschluss sei man schnell bei Diskussionen, ab welchem Lebensalter bestimmte medizinische Leistungen noch erbracht werden sollen. "Auch das würde womöglich das Gesundheitswesen entlasten, ist aber aus ethischer Sicht zutiefst inakzeptabel", sagte Nagel.

Am Mittwoch hatte der Bundestag erstmals in einer Orientierungsdebatte über eine mögliche Impfpflicht beraten. Im Parlament gibt es die Vorschläge, sie entweder für alle Erwachsenen ab 18 Jahre oder nur für Ältere vorzusehen. Eine weitere Gruppe lehnt eine allgemeine Corona-Impfpflicht ab. Bislang liegen allerdings noch keine konkreten Anträge vor, bis Ende März soll eine Entscheidung fallen. Ein geplanter Gruppenantrag von Parlamentariern rund um den FDP-Gesundheitspolitiker Andrew Ullmann sieht eine Verpflichtung zum Beratungsgespräch vor.

Nagel begrüßte das: "Die Solidargemeinschaft kann erwarten, dass sich alle ernsthaft mit diesem Thema auseinandersetzen." Er setze darauf, "dass die deutsche Ärzteschaft und die Patientinnen und Patienten in diesem Land ein so starkes Vertrauensverhältnis haben, dass die überwiegende Mehrzahl der noch nicht geimpften Menschen sich für eine Impfung entscheidet".

8.09 Uhr: Zweifel an Protest mit Berufsurkunden in Sachsen

Nach der symbolischen Rückgabe von 550 Berufsurkunden von Schwestern und Pflegern im Sozialausschuss des Kreistages im Landkreis Sächsische Schweiz/Osterzgebirge gibt es Zweifel an der Seriosität der Aktion, die sich gegen eine Impfpflicht für medizinische Berufe richtete. Laut Landratsamt waren auf den Kopien persönliche Daten geschwärzt. Zudem stammten viele Urkunden aus anderen Bundesländern.

Der Kreisverwaltung in Pirna wurde ferner ein Protestbrief von 23 Ärzten überreicht, die angeblich mit einer Schließung ihrer Praxen drohen. Die Initiatoren scheuen bislang die Öffentlichkeit, daher bleibt es unklar, welche Praxen nach dem Stichtag Mitte März schließen könnten. Mehr dazu im Artikel Schließen bald Arztpraxen in SOE wegen der Impfpflicht?

7.31 Uhr: RKI: Krankheitslast rückt neben Infektionszahl in den Fokus

Angesichts der in die Höhe schnellenden Zahlen von Omikron-Neuinfektionen sieht das Robert Koch-Institut (RKI) nicht die Messung jeder Infektion, sondern immer mehr die Krankheitslast im Fokus. Für die aktuelle Lagebewertung stehe nicht die Erfassung aller Corona-Infektionen, "sondern die Entwicklung der Anzahl und Schwere der Erkrankungen im Vordergrund", wie aus dem neuen RKI-Wochenbericht hervorgeht. Auch wenn nicht mehr jeder Einzelfall im Meldesystem erfasst werde, ermöglichten ergänzende Schätzwerte "eine zuverlässige Einschätzung der Gesamtentwicklung der epidemiologischen Situation" in Deutschland, hieß es.

Konkret weisen die Experten darum Schätzungen zu Infizierten mit Krankheitssymptomen verschiedener Schwere aus. Spezifisch liegen damit auch Schätzwerte zu Fällen unterhalb der Schwelle von Krankenhausaufnahmen vor, etwa die Häufigkeit von Arztbesuchen: In der Woche bis 23. Januar waren dies demnach 280 pro 100.000 Einwohner, in der Vorwoche waren es noch 178 gewesen. Für die dritte Woche des Jahres wurde zudem geschätzt, "dass in etwa 1,3 bis 2,3 Prozent der Kinder und Jugendlichen bis 14 Jahre und 0,6 bis 1,3 Prozent der Bevölkerung ab 15 Jahren an Covid-19 mit Symptomen einer akuten Atemwegserkrankung erkrankte".

7.03 Uhr: Medizin-Studenten in Dresden warten auf Bußgeld-Post

Zwei Wochen nach der Corona-Demonstration rund um das Uni-Klinikum ist weiter unklar, ob die Stadt ein Bußgeld gegen die Gegen-Demonstranten verhängen wird. Die Bußgeldstelle hat sich noch nicht bei den Medizin-Studenten gemeldet, die sich symbolisch schützend vor ihre Hochschule gestellt hatten. Die Dresdner Stadtverwaltung verweist auf Nachfrage an die Polizei.

Gegner der Corona-Regeln und der Impfpflicht in Gesundheitseinrichtungen hatten für den 13. Januar dazu aufgerufen, vor dem Universitätsklinikum in der Johannstadt zu demonstrieren. Mehrere Studenten hielten mit einer Protestaktion dagegen. Der Abend endete nicht nur mit Anzeigen gegen die Gegner der Corona-Regeln. Auch 22 Studenten sollen sich verantworten, weil sie gegen die geltenden Corona-Regeln verstoßen haben sollen. Mehr dazu im Artikel Dresdner Demo-Studenten warten auf Bußgeld-Entscheidung

6.35 Uhr: Berlin bleibt weiter Deutschlands Top-Hotspot

Die Corona-Inzidenz in Berlin ist erneut angestiegen und hat weiterhin den höchsten Wert aller Bundesländer. In der Hauptstadt gab es laut den Daten des Robert-Koch-Instituts (RKI) vom Freitagmorgen in den letzten sieben Tagen 1829,4 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner. Damit ist der Wert im Vergleich zum Vortag (1863,2) allerdings etwas gefallen. Auch in Hamburg erreichte die Inzidenz mit einem Wert von 1.673,4 mehr als 1.500, gleiches gilt für Bremen mit 1.588,7. Die niedrigsten Ansteckungsraten registrieren weiterhin Sachsen (546,4) und Thüringen (402,2).

Auch auf Land- bzw. Stadtbezirksebene liegt die Hauptstadt vorn, allen voran Tempelhof-Schöneberg mit einer Inzidenz von3192,2. Unter den bundesweit zehn aktuell am stärksten von Corona betroffenen Verwaltungsgebieten sind allein sechs Berliner Bezirke. Neben Tempelhof-Schöneberg sind dies Mitte, Pankow, Friedrichshain-Kreuzberg, Neukölln und Spandau - allesamt mit Ansteckungsraten von über 2.000.

Berlin ist derzeit das am heftigsten von Corona betroffene Bundesland.
Berlin ist derzeit das am heftigsten von Corona betroffene Bundesland. © dpa/Christophe Gateau

5.57 Uhr: Verdienstausfall für Kontaktpersonen nur noch mit Booster?

Niedersachsens Gesundheitsministerin Daniela Behrens will nicht "geboosterten" Kontaktpersonen von Corona-Infizierten keinen Verdienstausfall mehr zahlen. "Das muss kommen, und mir persönlich schwebt da der 1. März als Stichtag vor", sagte die SPD-Politikerin der "Neuen Osnabrücker Zeitung". Sie verwies darauf, dass Kontaktpersonen mit einer Auffrischungsimpfung eine Quarantäne vermeiden könnten. Behrens sagte, sie habe hierzu einen Austausch in der Gesundheitsministerkonferenz angeregt.

"In jedem Dorf bekommen Sie relativ schnell einen Impftermin. Vor diesem Hintergrund können wir es den Steuerzahlern, der Allgemeinheit also, aus meiner Sicht nicht länger zumuten, Zahlungen für Kontaktpersonen in Quarantäne zu schultern, obwohl diese mit einer Booster-Impfung hätten vermieden werden können", sagte Behrens der Zeitung. Wer an Corona erkranke, solle aber weiterhin die Lohnfortzahlung bekommen - unabhängig vom Impfstatus.

5.21 Uhr: RKI registriert 190.148 Corona-Neuinfektionen - Inzidenz bei 1073,0

Das Robert Koch-Institut (RKI) hat einen deutlichen Anstieg der bundesweiten Sieben-Tage-Inzidenz gemeldet und damit erneut einen Höchstwert. Das RKI gab den Wert der Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner und Woche am Freitagmorgen mit 1073,0 an. Zum Vergleich: Am Vortag hatte der Wert bei 1017,4 gelegen, vor einer Woche bei 706,3. Die Gesundheitsämter in Deutschland meldeten binnen eines Tages 190.148 Corona-Neuinfektionen. Experten gehen von einer hohen und weiter steigenden Zahl von Fällen aus, die in den RKI-Daten nicht erfasst sind, unter anderem, weil Testkapazitäten und Gesundheitsämter vielerorts am Limit sind. Zudem melden einige Städte und Kreise seit Tagen Probleme bei der Übermittlung der Corona-Fallzahlen.

Deutschlandweit wurden nach den neuen Angaben binnen 24 Stunden 170 Todesfälle verzeichnet. Vor einer Woche waren es ebenfalls 170 Todesfälle. Das RKI zählte seit Beginn der Pandemie 9.429.079 nachgewiesene Infektionen, die Zahl der Genesenen gab das RKI am Freitagmorgen mit 7.494.200 an. Die Zahl der Menschen, die an oder unter Beteiligung einer Infektion mit Sars-CoV-2 gestorben sind, stieg auf 117.484.

Freitag, 4.50 Uhr: US-Politikerin Palin isst nach positiven Corona-Tests in Restaurant

Kurz nach mehreren positiven Corona-Tests ist US-Politikerin Sarah Palin in einem New Yorker Restaurant gesichtet worden. Wie mehrere US-Medien am Donnerstag übereinstimmend berichteten, verstieß die Reizfigur der politischen Rechten damit gegen die Corona-Regeln in der US-Ostküstenmetropole. Palin saß zwar am Mittwoch im Außenbereich des Restaurants in der noblen Upper East Side, müsste sich aber eigentlich von anderen Menschen isolieren.

Republikanerin Palin - die ehemalige Gouverneurin von Alaska und Bewerberin für das Amt der Vize-Präsidentin 2008 - ist nicht geimpft und sagte zu den Aussichten, sich immunisieren zu lassen kürzlich: "Nur über meine Leiche". Deshalb sorgte sie in New York schon vor einigen Tagen für Unmut, weil sie im Innenbereich eines Restaurants aß - dies dürfen in der Großstadt nur vollständig Geimpfte. Die 57-Jährige hält sich in New York wegen einer Zivilklage gegen die "New York Time" auf.

Corona-Pandemie: Das geschah am Donnerstag

22.00 Uhr: Nun auch noch Corona-Fälle im deutschen Team nach EM-Rückkehr

Die Corona-Fälle in der deutschen Handball-Nationalmannschaft reißen auch nach der Rückkehr von der EM nicht ab. Wie der Deutsche Handballbund am Donnerstagabend mitteilte, sind Torwarttrainer Mattias Andersson und Spieler Fabian Wiede, der wegen der großen Anzahl von Corona-Fällen überhaupt erst nachgereist war, betroffen. Wiede wird somit den Füchsen Berlin zunächst auch nicht zur Verfügung stehen.

Noch am Abreisetag hatte Lukas Stutzke vom Bergischen HC ebenfalls einen positiven Befund erhalten. Die Zahl der insgesamt positiv auf das Coronavirus getesteten Personen aus der deutschen Delegation stieg damit auf 18. Immerhin konnten Marcel Schiller, Sebastian Heymann, Timo Kastening und Lukas Mertens nach DHB-Angaben ihre Quarantäne mit negativen Tests beenden. Die deutsche Mannschaft hatte sich am Dienstagabend mit einem 30:29-Sieg aus dem EM-Turnier in der Slowakei und in Ungarn verabschiedet.

20.25 Uhr: Kekulé: Impfpflicht für Klinik- und Pflegepersonal verschieben

Der Virologe Alexander Kekulé plädiert dafür, die Impfpflicht für Klinik- und Pflegepersonal zu verschieben. Für die sich ausbreitende Omikron-Welle komme die Impfpflicht im März viel zu spät, sagte Kekulé am Donnerstag MDR Aktuell. Wenn die Politik im November gehandelt hätte, wäre die Wirkung rechtzeitig gekommen. Es zeige sich immer deutlicher, dass die Omikron-Variante leichtere Verläufe bei Infektionen auslöse. "Das macht keine Überlastung der Intensivstationen." Das Hauptproblem seien nun viele leichtere Fälle, bei denen zu diskutieren sei, ob sie überhaupt alle ins Krankenhaus müssten. Deshalb sollte seiner Meinung nach geprüft werden, ob die Impfpflicht für Personal zum richtigen Zeitpunkt komme. Er wäre dafür, die Übergangsfrist zu verändern. Gekippt werden sollte die Impfpflicht für Berufstätige in Kliniken und Pflegeeinrichtungen aber nicht. "Ich finde, man darf und soll das von diesen Menschen abverlangen." Die Impfungen sollten spätestens wirksam sein, wenn die nächste größere Corona-Welle komme - er erwarte sie im Herbst.

19.20 Uhr: Lauterbach rechtfertigt Impfpflicht in sensiblen Einrichtungen

Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach hat die Mitte März greifende Corona-Impfpflicht für Personal in Einrichtungen wie Kliniken und Pflegeheimen gerechtfertigt. "Das Gesetz gilt. Es geht dabei um den Schutz derer, die besonders gefährdet sind", sagte der SPD-Politiker der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" (Freitag). Konkrete Probleme betreffend, könne der Bund den Ländern helfen, ein einheitliches Vorgehen zu bestimmen - also wie damit umzugehen sei, wenn Personal ausfalle. "Was nicht geht, ist, dass die Impfpflicht in Pflegeheimen eines Landes gilt, ein paar Kilometer weiter aber nicht." Eine Verschiebung lehne er strikt ab.

Das von Bundestag und Bundesrat im Dezember beschlossene Gesetz legt fest, dass Beschäftigte in Einrichtungen mit schutzbedürftigen Menschen wie Pflegeheimen und Kliniken bis 15. März 2022 Nachweise als Geimpfte oder Genesene vorlegen müssen - oder ein Attest, nicht geimpft werden zu können. Arbeitgeber müssen die Gesundheitsämter informieren, wenn Nachweise nicht vorgelegt werden. Diese können dann die Beschäftigung in der Einrichtung untersagen. Unter Kommunen, Betreibern und den Ländern gibt es Bedenken wegen der Umsetzbarkeit.

Lauterbach sagte: "Es wird natürlich so sein, dass der eine oder andere radikale Impfgegner, der in der Pflege arbeitet, dann aussteigt. Dann stellt sich aber ohnehin die Frage, ob die Person für den Beruf überhaupt geeignet war." Dass medizinisches Personal wissenschaftliche Erkenntnisse leugne und sogar bereit sei, Patienten zu gefährden, könne nicht sein. Er glaube aber, dass die Widerstände unter Pflegekräften am geringsten seien. Viele Einrichtungen schauten eher auf Küchen- und Reinigungspersonal sowie die Verwaltung.

18.22 Uhr: Corona-Fälle an Schulen innerhalb einer Woche deutlich gestiegen

Die Zahl der Corona-Infektionen an Schulen ist nach Daten der Kultusministerkonferenz (KMK) deutlich gestiegen. Wie am Donnerstag aus der wöchentlichen KMK-Statistik hervorging, waren in der vergangenen Woche deutschlandweit mehr als 147.000 Fälle unter Schülerinnen und Schülern bekannt. Mehr als 212.000 weitere waren in Quarantäne.

In der Woche zuvor - zwischen 10. und 16. Januar - waren rund 73 000 Corona-Infektionen registriert worden, 111.000 befanden sich demnach in häuslicher Quarantäne. Ein KMK-Sprecher bestätigte auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur einen deutlichen Anstieg, wies aber auf mögliche Doppelzählungen hin - sofern sich etwa eine Infektion oder Quarantäne auf beide Kalenderwochen erstreckte.

Auch bei der Zahl der infizierten Lehrkräfte zeigt die KMK-Statistik eine deutliche Zunahme: Wurden in der Woche bis zum 16. Januar noch etwas mehr als 5.900 infizierte Lehrerinnen und Lehrer erfasst, waren es in der Kalenderwoche bis 27. Januar bereits 9551. Zum Vergleich: In der Woche vor Weihnachten lag die Zahl bei knapp 5.300 infizierten Lehrkräften.

17.15 Uhr: Demo-Ankündigung: Polizei sichert Stadtratssitzung in Dresden ab

Wegen mehrerer Protestaufrufe auch von Kritikern der Corona-Maßnahmen ist die Polizei in Dresden am Donnerstag zu einem Einsatz an der Messe der Stadt ausgerückt. Ziel sei es, das dortige Impfzentrum zu schützen und einen störungsfreien Ablauf der Stadtratssitzung zu gewährleisten, teilte die Polizei über den Kurznachrichtendienst Twitter mit. Der Stadtrat wollte am Donnerstag in der Messe tagen und unter anderem über einen Antrag zur Seenothilfe beraten.

Nach Beginn der Stadtratssitzung teilte die Polizei mit, dass zwei von drei angemeldeten Protesten inzwischen störungsfrei beendet worden seien. An beiden hätten jeweils 50 Menschen teilgenommen. Eine weitere Versammlung zum Thema "Entscheidung über die Petition der Initiative Seebrücke" dauere voraussichtlich bis in die Abendstunden.

16.30 Uhr: Ampel zu Nachtragshaushalt: Long Covid für Wirtschaft verhindern

Die Regierungsfraktionen von SPD, Grünen und FDP haben den geplanten Nachtragshaushalt mit einer Milliarden-Umschichtung im Bundestag verteidigt. "Wir wollen diese Pandemie nachhaltig verlassen. Wir wollen ein Long Covid für die deutsche Wirtschaft verhindern", sagte SPD-Haushälter Dennis Rohde am Donnerstag vor der Abstimmung. Wegen der Corona-Pandemie seien viele für die Transformation der Wirtschaft wichtige Investitionen aufgeschoben worden. Diese Investitionen sollten mit den nicht genutzten Krediten jetzt nachgeholt werden.

Finanzminister Christian Lindner (FDP) will mit dem Nachtragshaushalt 60 Milliarden Euro Kredite umschichten, die in 2021 nicht genutzt wurden. Sie sollen so auf die hohe Kante gelegt werden, dass sie nicht verfallen, sondern in den kommenden Jahren für Klimaschutz und Transformation genutzt werden können.

Ursprünglich waren die Kredite zur Bekämpfung der Corona-Pandemie gewährt worden. Die Union hält die Pläne daher für verfassungswidrig und hat eine Klage angestoßen. Unions-Haushälter Mathias Middelberg warf Lindner zudem vor, bewusst die Schuldenbremse zu umgehen. Wahrscheinlich werde er auch den Haushalt 2022 noch nutzen, "um sich die Taschen voller Geld zu laden" und dann nicht Pandemiebekämpfung, sondern Klimawendepolitik zu betreiben, spekulierte Middelberg.

Der deutsche Finanzminister Christian Lindner (FDP).
Der deutsche Finanzminister Christian Lindner (FDP). © Kay Nietfeld/dpa

15.44 Uhr: EU-Behörde EMA gibt grünes Licht für Covid-Pille von Pfizer

Die EU-Arzneimittelbehörde EMA hat grünes Licht gegeben für die Zulassung des Medikaments Paxlovid gegen Covid-19. Das Mittel des US-Herstellers Pfizer könne bei Patienten eine schwere Erkrankung nach einer Corona-Infektion verhindern, teilte die EMA am Donnerstag in Amsterdam mit. Nach der Zulassung ist dies das erste Medikament gegen Covid, das oral eingenommen werden kann. Die Pille gilt als sehr effektiv. Die EU-Kommission muss der Zulassung noch zustimmen, das aber gilt als Formsache.

Nach Angaben von Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) wurden bereits eine Million Packungen Paxlovid geordert. "Das Mittel eignet sich insbesondere für die Behandlung ungeimpfter Risikopatienten." Nach Angaben von Pfizer soll das Mittel das Risiko von Krankenhauseinweisungen und Todesfällen bei Covid-19-Patienten um 89 Prozent senken. Patienten nehmen nach Angaben des Herstellers fünf Tage lange zwei Mal täglich jeweils drei Tabletten ein. Der Wirkstoff Nirmatrelvir soll ein Sars-CoV-2-Protein hemmen und dadurch die Vermehrung des Virus stoppen. Zu möglichen Nebenwirkungen gehören eine Beeinträchtigung des Geschmackssinns, Durchfall, Bluthochdruck und Muskelschmerzen. Mehr zum Mittel Paxlovid lesen Sie hier.

15.30 Uhr: Polizei entdeckt gefälschte Impfpässe

Rund zwei Dutzend gefälschte Impfausweise hat die Kriminalpolizei im Raum Lichtenstein (Landkreis Zwickau) entdeckt. Die genaue Herkunft sei noch unklar und Gegenstand der Ermittlungen, sagte eine Sprecherin der Polizeidirektion Zwickau am Donnerstag. Die Ermittler hätten einen Hinweis von Kollegen in Chemnitz erhalten. Daraufhin sei es zu einem Einsatz in 17 Wohnungen gekommen. Die Fälschung von Gesundheitszeugnissen sei kein Kavaliersdelikt. Wer in einer Apotheke einen gefälschten Impfausweis benutze, dem drohe eine Geldstrafe oder Freiheitsstrafe von bis zu einem Jahr. Wer einen falschen Impfpasse erstelle, muss laut Polizei sogar mit einer Freiheitsstrafe von bis zu fünf Jahren rechnen.

14.46 Uhr: Infektionsgeschehen in Sachsen nimmt zu

Das Gesundheitsministerium hat am Donnerstag 4.937 Neuinfektionen innerhalb von 24 Stunden in Sachsen gemeldet. Vor genau einer Woche wurden 3.111 neue Infektionen gemeldet. Mit den aktuellen Zahlen haben sich seit Beginn der Pandemie insgesamt 709.716 Menschen in Sachsen mit dem Coronavirus infiziert. Innerhalb eines Tages kamen zudem 28 Todesfälle hinzu. Damit kamen im Freistaat bisher 14.027 Menschen im Zusammenhang mit einer Corona-Infektion ums Leben.

Auch die Inzidenz stieg deutlich von 428,2 am Mittwoch auf 497 am Donnerstag. Am stärksten betroffen sind die Städte Leipzig (820,4) und Dresden (757,6). Fünf sächsische Regionen liegen nun über der 500er-Inzidenz. In den sächsischen Krankenhäusern sind aktuell 393 (Vortag: 390) Betten auf Normalstation mit Corona-Patienten belegt - eine Auslastung von 37,3 Prozent, auf den Intensivstationen liegen derzeit 203 (206) Patienten (71 Prozent Auslastung).

13.58 Uhr: Wegen Corona-Infektion: Biathletin Preuß mental "am Tiefpunkt"

Biathletin Franziska Preuß reist nach ihrer überstandenen Corona-Infektion womöglich erst mit Verspätung zu den Olympischen Winterspielen nach Peking. "Ob ich mit der Mannschaft mitfliege oder vielleicht erst zwei, drei Tage später, entscheide ich Ende der Woche", sagte die 27-Jährige am Donnerstag in einer digitalen Medienrunde. Die deutschen Skijäger machen sich am kommenden Montag von Frankfurt/Main aus auf den Weg nach China. Preuß hatte sich Ende Dezember mit dem Coronavirus infiziert und fehlte deswegen bei den Weltcups in Oberhof, Ruhpolding und Antholz. "Da war ich schon am Tiefpunkt", sagte die Ex-Weltmeisterin speziell zur Zeit Mitte Januar, als in ihrer Wahlheimat Ruhpolding Rennen stattfanden. Sie habe die Sportler vor ihrem heimischen Fenster gesehen, konnte selbst aber noch nicht mitwirken.

"Das mentale Gerüst ist zusammengeprasselt. Es war nicht so einfach, sich da wieder rauszuziehen", sagte Preuß, die nun wieder normal trainieren kann. Die Gesamtweltcup-Dritte der Vorsaison galt als eine der größten Medaillenhoffnungen, tritt nach ihrer langen Wettkampfpause und einer im Dezember erlittenen Fußverletzung nun aber unter ganz anderen Vorzeichen bei ihren dritten Winterspielen an. "Ich kämpfe jeden Tag darum, dass ich konkurrenzfähig dort bin", sagte Preuß, die ihre Corona-Infektion als mental ziemlich belastend bezeichnete.

Zweifel an ihrer Reise nach Peking hat Preuß zwar nicht, offen bleibt aber, wann die Bayerin ihr erstes Rennen bestreiten kann. Ein Einsatz zum Auftakt in der Mixed-Staffel am 5. Februar in Zhangjiakou nordwestlich von Peking scheint schon jetzt so gut wie ausgeschlossen.

Franziska Preuß liegt bei den Olympischen Spielen im südkoreanischen Pyeongchang 2018 auf dem Schneeboden.
Franziska Preuß liegt bei den Olympischen Spielen im südkoreanischen Pyeongchang 2018 auf dem Schneeboden. © Angelika Warmuth/dpa (Archiv)

13.44 Uhr: Spielerberater Struth: "Ohne Impfung kein Transfer"

Spielerberater Volker Struth sieht im Fußballgeschäft angesichts der Corona-Pandemie nur noch Wechselchancen für geimpfte Spieler. "Wenn Sportdirektoren Interesse an einem Spieler haben, für jetzt oder den kommenden Sommer, wird mir oft die Frage gestellt, ob dieser geimpft sei. In Zukunft heißt es: Ohne Impfung kein Transfer. Da bin ich mir sicher", sagte Struth in einem "Stern"-Interview. Mit der Agentur Sport360 berät Struth mehr als 80 Profis, darunter auch Ex-Weltmeister Toni Kroos sowie die deutschen Nationalspieler Timo Werner und Niklas Süle. Zudem gehört Bayern-Trainer Julian Nagelsmann zu seinen Klienten.

"Die aktuelle Transferperiode ist so ruhig wie nie zuvor in den 15 Jahren, in denen ich das mache. Von unseren Spielern wechseln bis zum Ende der Transferperiode - Stand jetzt - höchstens fünf bis sechs den Verein", sagte Struth mit Blick auf das Ende des Wintertransfer-Fensters am 31. Januar. "Es sind ja noch ein paar Tage, aber viel wird das nicht mehr. Corona hat unser Business deutlich verändert."

Kritik äußerte Struth an Nationalspieler Joshua Kimmich vom FC Bayern München, der seine Impfskepsis im Herbst öffentlich verteidigt und sich lange gegen die Impfung gewehrt hatte, ehe er schließlich an Corona erkrankte. "Ich hab mich schon gefragt, was passiert wäre, wenn jeder zweite Bundesligaspieler die Einstellung von Joshua Kimmich gehabt hätte. Dann hätte die Liga ihren Betrieb einstellen können", sagte Struth.

13.26 Uhr: Zahl der Teilnehmer an Corona-Protesten nimmt zu

An den Protesten gegen die staatlichen Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie haben am vergangenen Montag mehr Menschen teilgenommen als zwei Wochen zuvor. Wie ein Sprecher des Bundesinnenministeriums am Donnerstag auf Anfrage mitteilte, versammelten sich am Montag dieser Woche nach Angaben aus den Ländern bundesweit insgesamt rund 350.000 Menschen, um gegen Maßnahmen zur Kontaktbeschränkung und eine mögliche Impfpflicht zu demonstrieren. An Kundgebungen, die sich gegen diese Proteste richteten, beteiligten sich demnach am gleichen Tag rund 15.000 Demonstranten.

Zum Vergleich: Laut Bundesinnenministerium hatten sich an Corona-Protesten am 10. Januar den Angaben der Länder zufolge bundesweit mehr als 260.000 Menschen beteiligt. Über den Zuwachs hatte zuerst das ARD-Magazin Kontraste berichtet. Nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur wurde der Anstieg bei der Zahl der Protestierenden allerdings nicht in allen Bundesländern festgestellt. Nach Angaben eines Behördensprechers blieb die Teilnehmerzahl beispielsweise in Brandenburg zuletzt mit 25.000 bis 26.000 relativ stabil.

Teilnehmer bei einer Demonstration gegen die aktuellen Corona-Maßnahmen und gegen eine geplante Corona-Impfpflicht in Berlin am 26. Januar.
Teilnehmer bei einer Demonstration gegen die aktuellen Corona-Maßnahmen und gegen eine geplante Corona-Impfpflicht in Berlin am 26. Januar. © Fabian Sommer/dpa

13.05 Uhr: RKI fordert Verbesserung der Corona-Meldesoftware

Bei der von Gesundheitsämtern genutzten Software zur Meldung von Corona-Fällen sind nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) Verbesserungen erforderlich. Dabei geht es "neben der Behebung von aktuellen Problemen in der Software auch um Verbesserungen der Benutzerführung, damit Vorgänge einfacher und schneller bearbeitet werden können", teilte eine RKI-Sprecherin auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur mit. Darüber hinaus gehe es "um technische Ertüchtigungen, damit die großen Datenmengen insgesamt bewältigt werden können". Das RKI sei in engem Austausch mit den Gesundheitsämtern und unterstützte entsprechend.

Mitarbeiter in etlichen Gesundheitsämtern hatten sich in den vergangenen Wochen darüber beschwert, dass die vom RKI bereitgestellte Software "SurvNet" zum Teil so langsam auf Eingaben reagiere, so dass die Software oft unbrauchbar sei. Außerdem stürze die Software häufig ab. Das SurvNet-System wird von vielen der rund 400 Gesundheitsämtern verwendet, um ihre Daten an 16 Landesgesundheitsämter zu übermitteln. Dort werden die Daten noch einmal aufbereitet, bevor sie dann an das RKI gehen.

12.43 Uhr: Mindestens 43 Millionen Menschen haben Booster-Impfung erhalten

Mehr als die Hälfte der Bevölkerung hat eine Auffrischungsimpfung gegen das Coronavirus erhalten. Mindestens 43 Millionen Menschen (51,7 Prozent) seien inzwischen geboostert, teilte das Robert Koch-Institut am Donnerstag mit. Das ist wichtig für einen wirksamen Schutz vor der besonders ansteckenden Virusvariante Omikron. In Deutschland sind am Mittwoch rund 458.000 Impfungen gegen das Coronavirus verabreicht worden. Mindestens 75,6 Prozent der Bevölkerung (62,9 Millionen Menschen) sind bislang einmal geimpft. Die Bundesregierung strebt 80 Prozent Erstgeimpfte bis Ende Januar an. Das Ziel scheint zunehmend unrealistisch.

Mindestens 73,7 Prozent der Bevölkerung (61,3 Millionen) haben nach RKI-Angaben einen vollständigen Grundschutz erhalten. Dafür sind in der Regel zwei Impfdosen nötig. Noch zählt das RKI auch Menschen mit, die nur eine Dosis des Johnson-&-Johnson-Präparats erhalten haben, - allerdings wird das gerade umgestellt. Künftig sollen Johnson-&-Johnson-Geimpfte erst nach einer zweiten Impfdosis - möglichst mit einem mRNA-Impfstoff wie dem von Biontech/Pfizer oder Moderna - als vollständig geimpft gelten.

Nicht geimpft sind derzeit 24,4 Prozent der Bevölkerung (20,3 Millionen Menschen). Für 4,8 Prozent (vier Millionen) dieser Menschen im Alter von 0 bis 4 Jahren steht bisher kein zugelassener Impfstoff zur Verfügung.

12.21 Uhr: Corona-Rekordwerte bei Deutschlands Nachbarn

Die Omikron-Variante des Coronavirus ist in Tschechien rasant auf dem Vormarsch. Erstmals hat die Zahl der Corona-Neuinfektionen innerhalb eines Tages die Schwelle von 50.000 überschritten. Auch in Polen hat die Zahl der Neuinfektionen einen Höchstwert erreicht. Innerhalb von 24 Stunden kamen fast 58.000 neue Fälle hinzu.

Am Donnerstag meldete das tschechische Gesundheitsministerium in Prag 54.685 neue bestätigte Fälle binnen 24 Stunden. Das war der dritte Rekordwert in Folge. Hinzu kommen 4.945 neue Infektionen bereits genesener Personen. Bezogen auf 100.000 Einwohner gab es demnach 1.957 Neuinfektionen innerhalb von sieben Tagen. Die Zahl der Toten im Zusammenhang mit Corona seit Beginn der Pandemie erhöhte sich auf 37.114. Der EU-Mitgliedstaat hat knapp 10,7 Millionen Einwohner. Die als ansteckender geltende Omikron-Variante macht nach Angaben des Gesundheitsministers Vlastimil Valek "fast 100 Prozent" aller neuen Corona-Fälle in Tschechien aus.

Das polnische Gesundheitsministerium meldete am Donnerstag 57.659 neue Infektionen in 24 Stunden und den zweiten Tag in Folge einen neuen Höchstwert. Im selben Zeitraum starben 262 Menschen in Zusammenhang mit dem Virus. Polen hat rund 38 Millionen Einwohner, also knapp halb so viele wie Deutschland. Nach einer Anweisung des Bildungsministeriums stellten am Donnerstag alle Schulen des Landes auf Fernunterricht für Schüler ab der 5. Klasse um. Diese Regelung soll für einen Monat gelten. Auch führt Polen nun die Möglichkeit zu kostenlosen Corona-Tests in Apotheken ein. Regelungen wie 2G (also Zugang nur für Geimpfte und Genesene) oder 3G (Zugang auch für Getestete) sind in Polen unbekannt.

12.02 Uhr: "TeamSportSachsen" präsentiert Stufenplan zur Zuschauer-Rückkehr

Die Initiative "TeamSportSachsen" hat am Donnerstag ihren Vorschlag für einen Stufenplan zur Rückkehr von Zuschauern in die Stadien und Hallen unter Corona-Bedingungen präsentiert. Wie die Initiative, in der 22 sächsische Profi-Mannschaftssport-Vereine zusammengeschlossen sind, mitteilte, wurde der Vorschlag bereits am Mittwoch in persönlichen Gesprächen Ministerpräsident Michael Kretschmer und Sozialministerin Petra Köpping vorgestellt und erläutert.

In einem ersten Schritt strebt die Initiative eine Aufhebung der zahlenmäßigen Obergrenze von 1.000 Zuschauern unterhalb der Überlastungsstufe und eine Genehmigung von mindestens 25 Prozent Auslastung während der Vorwarnstufe an. Eine Entscheidung dazu fällt das sächsische Kabinett in einer Sitzung am nächsten Dienstag. Mehr dazu im Artikel Sächsische Vereine kämpfen für mehr Zuschauer

11.42 Uhr: Forscher: Corona-Sterberisiko unter populistischen Regierungen höher

Das Risiko, an einer Corona-Infektion zu sterben, ist laut einer Studie des Kieler Instituts für Weltwirtschaft (IfW) unter populistischen Regierungen besonders hoch. Die Übersterblichkeit sei in Ländern wie Großbritannien, Ungarn oder Indien im Durchschnitt mit knapp 18 Prozent mehr als doppelt so hoch wie in nicht-populistisch regierten Ländern mit gut acht Prozent, heißt es in einem jetzt veröffentlichten Forschungspapier.

Grund sei vor allem eine hohe Mobilität. Dafür machte das Autorenteam zwei Gründe aus: Zum einen erlassen populistische Regierungen weniger Maßnahmen zum Infektionsschutz und insbesondere zur Kontaktbeschränkung. Zum anderen verharmlosen sie die Gefahren durch das Virus. Dies halte die Bevölkerung davon ab, ihre Bewegungsaktivität von sich aus einzuschränken.

Zur Messung der Bewegungsaktivitäten nutzte das Team Mobilitätsdaten von Google, die zeigen, wie stark Orte wie Lebensmittelgeschäfte oder Parks während der Pandemie besucht waren. Nach diesen Daten ist der Bewegungsindex in populistisch regierten Ländern doppelt so hoch ist wie in nicht-populistisch regierten Ländern. Die Forscher hatten das Krisenmanagement von 42 Ländern während der Corona-Pandemie im Jahr 2020 ausgewertet. Insgesamt elf Regierungen wurden dabei als populistisch eingestuft, darunter die in Polen, Ungarn, Großbritannien, Brasilien und Indien.

11.18 Uhr: So schätzt die Polizei die Lage in Bautzen ein

Seit Wochen prägen viele Polizeiautos jeden Montagabend das Bild im ostsächsischen Bautzen. Für die Einsätze der Beamten bei den Corona-Demos verantwortlich ist Polizeidirektor Mario Steiner, der das Revier in Bautzen leitet. Mit Sächsische.de sprach der 57-Jährige darüber, wie er die Lage einschätzt – und warum die Polizei nicht schärfer durchgreift. Das Gespräch lesen Sie im Artikel "90 Prozent der Teilnehmer sind friedlich"

Immer wieder montags: Polizeifahrzeuge stehen auf dem Kornmarkt in Bautzen.
Immer wieder montags: Polizeifahrzeuge stehen auf dem Kornmarkt in Bautzen. © dpa/Robert Michael

10.52 Uhr: Starker Besuchereinbruch im Zoo Hoyerswerda

Im Corona-Jahr 2021 ist die Zahl der Besucher des Zoos Hoyerswerda so niedrig wie seit mehr als 15 Jahren nicht mehr gewesen. In den Anlagen sowie dem angrenzenden Schloss seien rund 94.000 Besuche registriert worden, teilte der Zoo am Donnerstag mit. Die lange pandemiebedingte Schließzeit habe nicht mehr aufgeholt werden können. Vor der Pandemie wurden 2019 noch rund 140.000 Besuche gezählt. Gleichzeitig sei die vergangene Sommerferiensaison mit fast 40.000 Besuchern in Zoo und Schloss die erfolgreichste der letzten drei Jahre gewesen.

10.30 Uhr: Olympische Dörfer in Peking eröffnet

Unter strengen Vorsichtsmaßnahmen wegen der Corona-Pandemie sind die olympischen Dörfer für die Winterspiele in Peking am Donnerstag offiziell eröffnet worden. Mehr als 360 Sportler und Teammitglieder aus mehr als 20 Ländern sollen die Unterkünfte am Eröffnungstag beziehen, berichtete das chinesische Staatsfernsehen. Seit vergangener Woche waren allerdings auch schon Sportler und Vorausdelegationen eingetroffen und eingezogen.

Die Unterkünfte ähneln wie die Austragungsorte jeweils Hochsicherheitszonen, da sich die Sportler und Teammitglieder nur in hermetisch "geschlossenen Kreisläufen" (Closed Loops) bewegen dürfen. Es geht dabei weniger darum, die Olympia-Teilnehmer vor Infektionen von außen zu schützen. Vielmehr soll es verhindern, dass das Virus durch die ausländischen Gäste nach China eingeschleppt wird. Anders als andere Länder verzeichnet China gegenwärtig nur ein paar Dutzend Infektionen pro Tag. Die Gesundheitskommission meldete am Donnerstag offiziell landesweit 25 lokale Infektionen, davon fünf Fälle in Peking.

Ein Bus fährt in das Athletendorf in Peking ein: Die Olympischen Winterspiele dort finden vom 4. bis 20 Februar statt - unter strengen Corona-Auflagen.
Ein Bus fährt in das Athletendorf in Peking ein: Die Olympischen Winterspiele dort finden vom 4. bis 20 Februar statt - unter strengen Corona-Auflagen. © kyodo/dpa

9.40 Uhr: 42,6 Millionen mehr Impfzertifikate ausgestellt als Impfdosen verabreicht

In Deutschland wurden seit Beginn der Impfkampagne vor 13 Monaten offenbar viel mehr digitale Impfzertifikate ausgestellt als Corona-Impfdosen verabreicht. Wie die "Neue Osnabrücker Zeitung" (NOZ) berichtet, wurden bis zum vergangenen Freitag 204,7 Millionen dieser Zertifikate ausgegeben. Dies habe das Bundesgesundheitsministerium dem Blatt auf Anfrage mitgeteilt. Allerdings wurden bis zu diesem Montag lediglich 162,1 Millionen Dosen für Erst-, Zweit- und Drittimpfungen verabreicht - also 42,6 Millionen weniger.

Das Gesundheitsministerium sieht in der Differenz aber weder einen Hinweis auf Fake-Impfpässe noch auf nicht gemeldete Impfungen. Ein Ministeriumssprecher erklärte der NOZ, dass insbesondere zu Beginn der Kampagne viele Zertifikate automatisch durch Impfzentren erstellt und an Geimpfte geschickt worden seien, während diese sich oftmals bereits ein Zertifikat in einer Apotheke ausstellen ließen. Allerdings ist die Diskrepanz in den zurückliegenden Wochen noch erheblich gewachsen. So betrug laut NOZ der "Überhang" an Zertifikaten Mitte Dezember "nur" knapp 26 Millionen.

Die Lücke aufklären kann auch die für Impfungen in Arztpraxen zuständige Kassenärztliche Bundesvereinigung nicht. Ein Sprecher sagte, dass vertiefende Analysen der Daten zur Zertifikatsausstellung nötig seien. Diese könne aber nur das Robert-Koch-Institut durchführen. Das RKI wiederum wollte sich auf NOZ-Anfrage nicht äußern - und verwies auf das Bundesgesundheitsministerium. Oppositionspolitiker sprachen von "Daten-Chaos" und sicherten dem Blatt zu, sich für eine Aufklärung einzusetzen.

Digitale Impfzertifikate sind bei Zutrittsbeschränkungen und Reisen besonders wichtig.
Digitale Impfzertifikate sind bei Zutrittsbeschränkungen und Reisen besonders wichtig. © dpa/Sebastian Gollnow

9.12 Uhr: Immunologe kritisiert "Blindflug" bei Genesenen

Der Immunologe Carsten Watzl hat sich dafür ausgesprochen, Geimpfte und Genesene gleichzustellen. Dass Geimpfte länger als immun gelten als Menschen, die eine Corona-Infektion überstanden haben, sei "nicht nachvollziehbar", sagte der Generalsekretär der Deutschen Gesellschaft für Immunologie der Deutschen Presse-Agentur. Das Bundesgesundheitsministerium hatte Mitte Januar unter Berufung auf eine Festlegung des Robert Koch-Instituts (RKI) bekannt gegeben, dass Genesene nur noch drei Monate als geschützt gelten. Zuvor waren es sechs Monate.

Der Immunologe glaubt nicht, dass sich die Situation durch Omikron entscheidend verändert hat. "Studien zeigen zwar, dass viele Antikörper von Genesenen die Omikron-Variante nicht mehr so gut erkennen können, und diese Personen damit kaum noch einen Schutz vor der Infektion haben", sagt der Immunologe. "Aber diese Veränderung gilt ebenso für Geimpfte. Wenn man den Genesenen-Status verkürzt, muss man das eigentlich auch für die Impfzertifikate tun." Als Plädoyer gegen eine Impfung will Watzl seine Aussagen nicht verstanden wissen: Nach einer Infektion sei es sehr ratsam, sich dennoch impfen zu lassen. Eine solche "hybride Immunität" sei "der beste Schutz, den die Wissenschaft aktuell kennt".

8.50 Uhr: Moderna startet klinische Studie zu Omikron-Impfstoff

Der Hersteller Moderna hat seine erste klinische Studie zur Untersuchung eines speziell auf die Omikron-Variante zugeschnittenen Corona-Impfstoffs begonnen. Insgesamt 600 Freiwillige - teils mit zwei oder bereits drei Injektionen - würden daran an 24 Standorten in den USA teilnehmen, teilte Moderna mit. Die Beständigkeit der Antikörper mit der normalen Booster-Impfung stimme zwar zuversichtlich, sagte Moderna-Chef Stéphane Bancel. "In Anbetracht der langfristigen Bedrohung durch die sogenannte Immunflucht von Omikron treiben wir unseren Omikron-spezifischen Impfstoffkandidaten dennoch weiter voran."

Zuletzt hatten auch Biontech und Pfizer die Erprobung ihres Impfstoffkandidaten gegen Omikron angekündigt. Dabei sollen Sicherheit, Verträglichkeit und Wirksamkeit geprüft werden, wie die beiden Unternehmen am Dienstag mitgeteilt hatten. Die Studie soll bis zu 1.420 Testpersonen umfassen, die in drei Gruppen unterteilt werden.

8.16 Uhr: Ansteckungsrate steigt auch in Sachsen deutlich

Die Sieben-Tage-Inzidenz in Sachsen auch am Donnerstag weiter gestiegen. Das Robert Koch-Institut (RKI) meldete nun einen Wert von 497,0, am Mittwoch lag die Zahl der gemeldeten Corona-Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner binnen einer Woche noch bei 428,2. Zum Vergleich: Vor einer Woche wurde eine Inzidenz von 299,9 gemeldet, vor einem Monat - also am 27. Dezember - waren es 402,8. Trotz des jüngsten Anstiegs sind Sachsen und das benachbarte Thüringen (371,8) die derzeit am wenigsten betroffenen Bundesländer. Den negativen Spitzenplatz hat weiter Berlin mit 1.863,2 inne. Deutschlandweit stieg die Inzidenz mit 1017,4 erstmals auf einen vierstelligen Wert - siehe Blogeintrag von 5.14 Uhr.

Von den 13 sächsischen Regionen liegen alle Gebiete unter dem Bundesdurchschnitt. Vergleichsweise hohe Zahlen registrieren die beiden Großstädte Leipzig (820,4) und Dresden (757,6), in den einstigen Hotspots Erzgebirgskreis und Vogtland liegen die Werte mit 217,5 bzw. 238,9 besonders niedrig.

7.45 Uhr: 62.000 französische Impfpässe gefälscht - Verdächtige festgenommen

Fahnder in Frankreich haben ein Netzwerk von Betrügern ausgehoben, das 62.000 gefälschte Impfnachweise erstellt haben soll. Die Ermittlungen einer Pariser Spezialeinheit für Cyberkriminalität hätten zur Festnahme von fünf Personen im Raum Poitiers und Lyon geführt, berichtete der Sender France Info unter Verweis auf die Polizei. Drei 22 bis 29 Jahre alte Verdächtige sollen die Daten von 35 Ärzten gehackt haben, um damit falsche Nachweise für Corona-Impfungen zu erstellen. Diese sollen sie direkt und über Mittelsmänner weiterverkauft haben.

Der Betrug war nach Hinweisen unter anderem einer Krankenkasse aufgeflogen, die in der Dokumentation auf Tausende angebliche Impfungen durch eine einzelne Krankenschwester gestoßen war, die an der Impfkampagne aber gar nicht beteiligt war.

7.08 Uhr: Dresdner Elbepark prüft Shopping-Stempel

Der Elbepark in Dresden prüft derzeit die Einführung eines Einkaufsstempels, wie es ihn in der Innenstadt gibt. Das bestätigte Geschäftsleiter Gordon Knabe gegenüber Sächsische.de. "Ich führe derzeit Gespräche mit dem Ordnungsamt und dem Amt für Wirtschaft dazu", so der Centermanager der Galerie. Er wolle noch ein wenig abwarten und schauen, ob es eine Nachfrage der Kunden nach dieser Shopping-Erleichterung gibt. Die Einführung einer sogenannten Bändchen-Lösung hatte Knabe zunächst abgelehnt, weil er lange Schlangen an den Eingängen befürchtete.

Der Elbepark kämpft wie die meisten anderen Händler mit Schwierigkeiten, der Umsatz ist stark zurückgegangen. Kunden bleiben durch die Masken nur kurz im Center und nutzen durch die 2G-plus-Regelung auch nur selten die Gastronomie. Mehr dazu im Artikel Bekommt der Dresdner Elbepark einen 2G-Stempel?

6.25 Uhr: Lauterbach will verkürzten Genesenenstatus europaweit umsetzen

Im Streit um die Verkürzung des Genesenenstatus nach Corona-Infektionen in Deutschland hat Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach die Drei-Monats-Frist verteidigt und will sich um Umsetzung auch auf europäischer Ebene bemühen. "Wir werden in Kürze erneut versuchen, die drei Monate auch auf europäischer Ebene umzusetzen", sagte der SPD-Politiker am Mittwochabend im ZDF-"heute journal". Im gleichen Interview äußerte er sich auch zur Impfpflicht.

Die EU-Staaten hatten sich am Dienstag darauf verständigt, dass sich Reisende innerhalb der Union ohne weitere Auflagen frei bewegen können sollen, wenn sie einen gültigen Impf-, Test- oder Genesenennachweis vorlegen. Beim Genesenennachweis wird hier eine Gültigkeit von 180 Tagen genannt, also sechs Monate. In Deutschland war der Status Mitte des Monats völlig überraschend auf eine Zeitspanne von 28 bis 90 Tagen nach einem positiven PCR-Test verkürzt worden.

5.51 Uhr: Ärztevertreter warnen vor Personalengpässen wegen Omikron-Welle

Ärztevertreter befürchten Lücken in der medizinischen Versorgung, weil zunehmend auch Personal sich mit dem Coronavirus infiziert. "Je stärker die Inzidenzen steigen, desto mehr Praxen werden auch vorübergehend krankheitsbedingt schließen müssen", sagte der Bundesvorsitzende des Deutschen Hausärzteverbandes, Ulrich Weigeldt, den Zeitungen der Funke Mediengruppe. Die Omikron-Infektionswelle mache auch vor Hausärztinnen und Hausärzten und ihren Praxisteams nicht Halt. Schon jetzt arbeiteten die Praxen "am Limit". Bei weiter steigenden Infektionszahlen werde sich die Lage zuspitzen.

Auch der Chef der Kassenärztlichen Bundesvereinigung, Andreas Gassen, warnte vor Personalengpässen. "Die Quarantäne wird zum Problem werden in den kommenden Wochen", sagte Gassen den Funke-Zeitungen. "Wenn im Krankenhaus die halbe Belegschaft zu Hause bleiben muss, weil sie in Quarantäne ist, ist auch ein normales Aufkommen schon schwer zu bewältigen. Dasselbe gilt für die Praxen - auch Ärzte und medizinische Fachangestellte können sich infizieren und in Quarantäne müssen, auch da wird das Personal knapp werden."

5.14 Uhr: Erstmals über 200.000 Neuinfektionen in Deutschland

Die vom Robert Koch-Institut (RKI) gemeldete bundesweite Sieben-Tage-Inzidenz hat exakt zwei Jahre nach dem ersten bestätigten Corona-Fall in Deutschland erstmals die Schwelle von 1.000 überschritten. Das RKI gab den Wert der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner und Woche am Donnerstagmorgen mit 1017,4 an. Auch die Zahl der Corona-Neuinfektionen erreichte erneut einen Rekordwert und überschritt zugleich die Schwelle von 200.000: Die Gesundheitsämter in Deutschland meldeten dem RKI binnen eines Tages 203.136 Corona-Neuinfektionen.

Deutschlandweit wurden den neuen Angaben zufolge binnen 24 Stunden 188 Todesfälle verzeichnet - weniger als vor einer Woche (234). Das RKI zählte seit Beginn der Pandemie 9.238.931 nachgewiesene Infektionen und 117.314 Verstorbene. Die Zahl der Genesenen liegt nun bei 7.443.300.

Donnerstag, 4.55 Uhr: England lässt erneut die Masken fallen

Trotz hoher Corona-Fallzahlen hat England erneut fast alle noch geltenden Pandemie-Maßnahmen aufgehoben. Seit heute gilt im größten britischen Landesteil in den meisten Innenräumen keine Maskenpflicht mehr und auch die ohnehin nur bei Großveranstaltungen und in Clubs eingesetzten Impf- oder Testnachweise müssen nicht mehr kontrolliert werden. Die Empfehlung, von zu Hause aus zu arbeiten, gilt ebenfalls nicht mehr.

Die Regierung von Boris Johnson hat diese wegen der Omikron-Variante eingeführten, sogenannten Plan-B-Maßnahmen auslaufen lassen, nachdem die Zahl der Corona-Neuinfektionen seit Anfang Januar rapide gefallen war. Auch für geimpfte Reisende gibt es bald weitere Erleichterungen: Vom 11. Februar fällt der bislang noch notwendige Pflichttest nach der Ankunft im Land weg. In der britischen Hauptstadt London gilt allerdings weiterhin in Bahnen und Bussen eine Maskenpflicht. Auch einige Supermärkte rufen ihre Kunden weiterhin dazu auf.

In den vergangenen Tagen haben sich die Neuinfektionen auf hohem Niveau eingependelt - täglich werden zwischen 80.000 und 100.000 Neuinfektionen gemeldet, die Sieben-Tage-Inzidenz lag zuletzt bei über 900. Schottland, Wales und Nordirland entscheiden eigenständig über ihre Corona-Politik und wählen einen etwas vorsichtigeren Weg.

Corona-Pandemie: Das geschah am Mittwoch

21.50 Uhr: US-Expertin: Bei Omikron verhältnismäßig weniger Patienten in Klinik

Trotz extrem hoher Corona-Fallzahlen ist die Zahl der in Kliniken aufgenommenen Patienten während der Omikron-Welle in den USA nicht im gleichen Maße angestiegen. "Während die Fallzahlen dramatisch zugenommen haben und fünfmal so hoch sind wie während der Deltawelle, haben die Krankenhauseinweisungen nicht im gleichen Maße zugenommen. Und die Sterbefälle sind im Vergleich zu den Fallzahlen nach wie vor gering", sagte die Chefin der US-Gesundheitsbehörde CDC, Rochelle Walensky, am Mittwoch. "Der Schweregrad der Covid-19-Erkrankung scheint bei der Omikron-Variante geringer zu sein als bei früheren Varianten."

21.03 Uhr: Verfassungsgericht weist AfD-Klage zu 2G plus im Bundestag ab

Das Bundesverfassungsgericht in Karlsruhe hat einen Antrag der AfD abgelehnt, zwei Politikern der Partei trotz 2G-plus-Regelung auch ohne Impfnachweis Zugang zum Bundestag zu gewähren. Der Antrag auf Erlass einer einstweiligen Anordnung sei unzulässig, teilte das Bundesverfassungsgericht am Mittwochabend mit. Das Gericht begründete dies damit, dass die Antragsteller nicht ausreichend begründet hätten, dass ihnen ein schwerer Nachteil drohe für den Fall, dass eine einstweilige Anordnung nicht erlassen werde.

Mit dem Antrag wollte die AfD-Fraktion im Bundestag erreichen, dass zwei ihrer Mitglieder bei der Gedenkstunde an diesem Donnerstag im Bundestag zum Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus auf der Besuchertribüne auch ohne den geforderten 2G-plus-Nachweis teilnehmen können.

20.27 Uhr: Dänemark hebt Anfang Februar fast alle Corona-Beschränkungen auf

Trotz Rekordwerten an Neuinfektionen will Dänemark in der kommenden Woche beinahe alle Corona-Beschränkungen aufheben. Vom kommenden Dienstag, dem 1. Februar an, müssen die Dänen an den meisten Orten keine Masken mehr tragen oder Impfnachweise zeigen, wie die dänische Ministerpräsidentin Mette Frederiksen am Mittwoch in Kopenhagen sagte. Damit folgt ihre Regierung den Weisungen der zuständigen Kommission, die empfohlen hatte, die Notfallmaßnahmen zur Bekämpfung der Pandemie - und damit die meisten Beschränkungen - auslaufen zu lassen.

Fredriksen bezeichnete den Schritt als Meilenstein. "Wir sagen "Auf Wiedersehen" zu Einschränkungen und "Hallo" zu dem Leben, das wir vor Corona kannten", sagte die Regierungschefin. Die hohe Impfbereitschaft habe sich als "Superwaffe" herausgestellt, so Frederiksen weiter. In Dänemark sind mehr als 80 Prozent der Gesamtbevölkerung zweifach geimpft. Die Hälfte der Dänen hat bereits eine Auffrischungsimpfung erhalten. Bleiben sollen aber vorerst eine Testpflicht für einige Einreisende sowie nicht verpflichtende Empfehlungen zu Tests und anderen Vorsichtsmaßnahmen.

19.38 Uhr: Bundestag debattiert offen über Corona-Impfpflicht

In einer mehrstündigen Orientierungsdebatte des Bundestags hat sich eine Mehrheit der Rednerinnen und Redner für die Einführung einer Corona-Impfpflicht ausgesprochen - aber auch der stellvertretende Bundestagspräsident Wolfgang Kubicki (FDP) erhielt viel Beifall für seine Argumente gegen eine Impfpflicht. Abgeordnete von CDU und CSU nutzten ihre Redezeit vor allem, um erneut zu kritisieren, dass die Bundesregierung keinen eigenen Gesetzentwurf vorlegt, sondern die Entscheidung den Abgeordneten überlässt.

Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) plädierte als Abgeordneter, nicht als Minister, für "eine Impfpflicht, mit der wir uns alle gegenseitig schützen". Er sprach sich gegen weiteres Zögern aus. Für die Umsetzung der Impfpflicht würden fünf bis sechs Monate gebraucht. Man sei also für den Herbst vorbereitet, wenn jetzt im Frühjahr eine Entscheidung falle. "Wir müssen handeln", sagte Lauterbach. Andernfalls werde man nicht zu einem normalen Leben zurückkehren können.

19.15 Uhr: Streit über Genesenenregelung

Unionspolitiker haben mit Verweis auf eine neue EU-Vereinbarung (siehe Eintrag von 10.26 Uhr) gefordert, die Verkürzung des Genesenenstatus nach Corona-Infektionen in Deutschland zurückzunehmen. Der Chef der CSU-Abgeordneten im Bundestag, Alexander Dobrindt, griff in der "Welt" Gesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) an: "Während Lauterbach den Genesenenstatus in Deutschland fragwürdig auf drei Monate verkürzt, stimmt die Ampel auf EU-Ebene einem Genesenenstatus von sechs Monaten zu. Das ist vollkommen planlos". Die Regierung verwies erneut darauf, dass die Festlegung vom zuständigen Robert Koch-Institut auf Basis der aktuellen wissenschaftlichen Erkenntnisse getroffen worden sei.

Ein Sprecher des Gesundheitsministeriums sagte am Mittwoch in Berlin, bei der EU-Vereinbarung handele es sich um eine Regelung für Reisen innerhalb der Staatengemeinschaft. "Wenn Sie allerdings im Land sind (...), gelten die Regelungen des jeweiligen Mitgliedslandes". Die Länder könnten hier eigene Regelungen treffen.

18.35 Uhr: Polizei verhindert AfD-Demo vor Haus von Petra Köpping

Der AfD-Landtagsabgeordnete Jörg Dornau und ein weiteres AfD-Mitglied haben am Mittwochnachmittag versucht, vor dem Privathaus von Sachsens Gesundheitsministerin Petra Köpping (SPD) eine Demonstration durchzuführen. Das teilte das Sächsische Inneministerium am frühen Abend mit. Der Objektschutz der Polizei konnte die Demo unterbinden, heißt es in der Mitteilung.

"Gerade nach den bedrohlichen Aufzügen vor Privathäusern von Amts- und Mandatsträgern sollte klar sein, dass hier rote Linien überschritten sind. Nach dem heutigen Demonstrationsversuch zeigt sich einmal mehr, dass die AfD nicht davor zurückschreckt, Politikerinnen und Politiker gezielt einzuschüchtern und zu bedrohen", teilte Innenminister Roland Wöller mit. Er forderte die AfD auf, sich bei Petra Köpping zu entschuldigen und von ihrem Mitglied und Landtagsabgeordneten Jörg Dornau klar zu distanzieren.

Anfang Dezember hatten sich schon einmal etwa 30 Menschen laut rufend mit Fackeln und Plakaten vor Köppings Haus in Grimma versammelt. Mobilisiert von den sogenannten "Freien Sachsen", die seit Monaten zunehmend gewalttätige oder zur Gewalt aufrufende Auftritte gegen die Corona-Politik inszenieren.

18.14 Uhr: Gericht: Kein Geld zurück an Bund für mangelhafte FFP2-Masken

In dem Streit mit Corona-Maskenhändlern hat der Bund eine Schlappe einstecken müssen. Das Bonner Landgericht wies am Mittwoch eine Klage ab, mit der das Bundesgesundheitsministerium die Rückzahlung von 4,3 Millionen Euro hatte durchsetzen wollen. Diesen Betrag hatte der Bund an eine Firma aus dem Raum Frankfurt gezahlt, die im Frühjahr 2020 - wie viele andere Unternehmen auch - FFP2-Masken an den Bund geliefert hatte.

Damals hatte der Staat wegen der Corona-Pandemie händeringend nach Schutztextilien gesucht und in einem sogenannten Open-House-Verfahren Masken für 4,50 Euro pro Stück geordert. Das Ausschreibungsvolumen war nach oben nicht gedeckelt und der Bund bekam viel mehr Ware als gedacht. In vielen Fällen verweigerte das Ministerium die Bezahlung und berief sich auf Qualitätsmängel, die es nach Darstellung zahlreicher Händler aber gar nicht gegeben hatte. Vor einer Kammer des Bonner Landgerichts sind inzwischen 113 Klagen von Händlern gegen den Bund anhängig, bei denen es um insgesamt gut 206 Millionen Euro geht.

17.45 Uhr: Baden-Württemberg steigt bei Luca-App aus

Das Land Baden-Württemberg will künftig nicht mehr auf die Luca-App zur Kontaktverfolgung zurückgreifen. Der Vertrag mit dem privaten Betreiber der Software werde nicht über Ende März hinaus verlängert, bestätigte eine Sprecherin des Sozialministeriums der Deutschen Presse-Agentur am Mittwoch in Stuttgart. Baden-Württembergs Gesundheitsminister Manne Lucha (Grüne) wollte am Mittwochnachmittag den Sozialausschuss über die schon erwartete Entscheidung der Regierung informieren.

17.15 Uhr: Sahra Wagenknecht positiv auf Coronavirus getestet

Die Linken-Abgeordnete Sahra Wagenknecht ist positiv auf Corona getestet worden. Das bestätigte sie am Mittwoch. Nach eigenen Angaben hat sie bisher keine Symptome. "Ich merke bis jetzt nichts. Entweder kommt es noch, oder ich habe es schon hinter mir", sagte Wagenknecht der dpa. Sie habe am Dienstagmorgen einen PCR-Test wegen der geplanten Teilnahme an der Talkshow von Sandra Maischberger am Mittwochabend gemacht, wo es um die Impfpflicht gehen sollte. "Und heute morgen, ich war schon fast auf dem Weg zum Flughafen, kam das positive Ergebnis."

Sahra Wagenknecht
Sahra Wagenknecht © dpa

16.37 Uhr: Kretschmer bei Termin beleidigt - Polizei verhindert Konfrontation

Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer ist am Mittwoch bei einem Termin in Bischofswerda von Gegnern der Corona-Maßnahmen massiv beleidigt worden. Laut eines Reporters der Deutschen Presse-Agentur zeigten mehreren Menschen dem CDU-Politiker bei dessen Ankunft mit dem Dienstwagen den Mittelfinger und riefen ihm zu: "Kretschmer muss weg". Nach Polizeiangaben hatten die Protestierenden anschließend versucht, direkt zu dem Ministerpräsidenten vorzudringen. Dies wurde jedoch durch eine Kette von etwa zwei Dutzend Bereitschaftspolizisten verhindert, wie eine Sprecherin der Polizeidirektion Görlitz auf Anfrage sagte. Der Einsatz sei insgesamt ohne Vorkommnisse beendet worden - es seien keine Anzeigen erstattet worden, hieß es weiter.

Mehr zum Besuch auf dem zukünftigen Gelände der Landesuntersuchungsanstalt für Gesundheits- und Veterinärwesen in Bischpofswerda lesen Sie hier:

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16.15 Uhr: BKA nimmt Telegram stärker ins Visier

Mit Blick auf Hetze und Gewaltaufrufe in Chatgruppen nimmt das Bundeskriminalamt (BKA) den Kommunikationsdienst Telegram stärker ins Visier. "Insbesondere die Corona-Pandemie hat dazu beigetragen, dass sich Menschen auf Telegram radikalisieren, andere bedrohen oder sogar Mordaufrufe veröffentlichen", erklärte BKA-Präsident Holger Münch am Mittwoch in Wiesbaden. Zur Aufklärung solcher Straftaten hat das BKA nun eine sogenannte Taskforce eingerichtet, wie die Behörde mitteilte.

15.47 Uhr: Zusätzliche Millionenhilfen für Kultur und Tests in Sachsen

Für die Bewältigung der Corona-Pandemie hat der Haushalts- und Finanzausschuss des Sächsischen Landtages weitere Mittel freigegeben. Damit soll sichergestellt werden, dass Impfen, Krankenhäuser und sichere Schulen ausreichend finanziell untersetzt bleiben, wie Franziska Schubert, Vorsitzende und finanzpolitische Sprecherin der Grünen-Fraktion, am Mittwoch mitteilte. Demnach wurde die Richtlinie "Härtefälle Kultur" verlängert und es wurden dafür nochmals 30 Millionen Euro zur Verfügung gestellt. Zusätzlich wurden weitere 20 Millionen Euro für ausreichend Tests an den sächsischen Schulen bis nach Ostern bereitgestellt.

15.17 Uhr: Bundestag debattiert über Ausweitung der Impfpflicht

Der Bundestag debattiert aktuell über die mögliche Einführung einer Corona-Impfpflicht für weitere Teile der Bevölkerung. Für die Orientierungsdebatte, für die drei Stunden Zeit eingeplant sind, liegen noch keine konkreten Anträge vor. Es gibt aber mehrere fraktionsübergreifende Vorschläge, wie die ab Mitte März geltende einrichtungsbezogene Impfpflicht ausgeweitet werden könnte.

Hier können Sie die Debatte live verfolgen:

14.50 Uhr: Sachsen meldet 6.278 neue Corona-Fälle - 17 Todesfälle

Das Gesundheitsministerium hat am Mittwoch 6.278 Neuinfektionen innerhalb von 24 Stunden in Sachsen gemeldet. Gut 1.000 Fälle mehr als gestern - 5.188. Vor genau einer Woche wurden 3.423 neue Infektionen gemeldet. Mit den aktuellen Zahlen haben sich seit Beginn der Pandemie insgesamt 709.716 Menschen in Sachsen mit dem Coronavirus infiziert. Innerhalb eines Tages kamen zudem 17 Todesfälle hinzu. Damit kamen im Freistaat bisher 13.999 Menschen im Zusammenhang mit einer Corona-Infektion ums Leben.
In den sächsischen Krankenhäusern sind aktuell 390 Betten auf Normalstation mit Corona-Patienten belegt - eine Auslastung von 36,2 Prozent, auf den Intensivstationen liegen derzeit 206 Patienten (68,9 Prozent Auslastung).

14.25 Uhr: Streit in Mecklenburger Landkreis um berufsbezogene Impfpflicht

Nach Aufregung über Äußerungen des Landkreises Vorpommern-Greifswald hat dieser die Umsetzung der einrichtungsbezogenen Corona-Impfpflicht angekündigt. Man habe nie angekündigt, diese "nicht umsetzen zu wollen", teilte der Landkreis am Mittwoch mit. "Dies ist rechtlich auch gar nicht möglich. Einen Alleingang des Kreises wird es nicht geben." Landkreissprecher Achim Froitzheim hatte am Dienstag erklärt, der Landkreis werde die für Mitte März geplante Impfpflicht für Mitarbeiter etwa von Pflegeheimen und Krankenhäusern nicht durchsetzen können. Er verwies auf die coronabedingte Belastung von Gesundheitsamt und Teilen der Verwaltung. "Die Kontrolle und Durchsetzung dieser einrichtungsbezogenen Impfpflicht können wir deshalb nicht erfüllen."

Der Fall gleicht dem in Bautzen. Auch hier kam es Anfang dieser Woche zu einer ähnlichen Situation. Bautzens Vize-Landrat Udo Witschas (CDU) hatte am Montag angekündigt, die Impfpflicht im Gesundheitswesen nicht umzusetzen. Einen Tag später relativierte er seine Aussage, der Ärger bleibt.

13.57 Uhr: Corona-Lage in Russland spitzt sich zu: Rekord bei Neuinfektionen

In Russland hat die Zahl der Corona-Neuinfektionen mit fast 74.700 Fällen pro Tag einen neuen Höchstwert erreicht. Das seien 6.800 Neuinfektionen mehr als noch am Vortag, wie aus der Statistik der Regierung in Moskau am Mittwoch hervorgeht. 12.200 Menschen seien innerhalb von 24 Stunden in Krankenhäuser gebracht worden. Mittlerweile sei die Omikron-Variante des Coronavirus in den meisten Regionen des flächenmäßig größten Landes der Erde nachgewiesen worden, hieß es. Besonders in Europas größter Metropole Moskau spitzt sich die Lage mit fast 20.000 Neuinfektionen pro Tag deutlich zu. Es wird aber von einer hohen Dunkelziffer ausgegangen.

Die Gesundheitsbehörden der Hauptstadt sprachen von einem "beispiellosen Anstieg der Inzidenz bei Kindern". Die Zahl der Krankenhauseinweisungen sei in den vergangenen zwei Wochen stark gestiegen. Planmäßige Aufnahmen in Kinderkliniken würden für zunächst drei Wochen ausgesetzt. Die Behörden riefen die Moskauer auf, geplante Arztbesuche wegen hoher Auslastung zu verschieben. Schärfere Einschränkungen gibt es in Russland dennoch nicht.

13.42 Uhr: Premier unter Druck: Johnson muss sich Fragen im Unterhaus stellen

Der britische Premierminister Boris Johnson muss sich an diesem Mittwoch unbequemen Fragen im Unterhaus in London stellen. Der konservative Regierungschef steht wegen angeblicher Lockdown-Partys im Amtssitz 10 Downing Street massiv unter Druck, bei denen Corona-Kontaktbeschränkungen missachtet worden sein sollen. Mit Spannung wird dazu am Nachmittag auch ein interner Bericht der Spitzenbeamtin Sue Gray erwartet. Am Dienstag hatte auch die Polizei in London angekündigt, zu den mutmaßlichen Lockdown-Verstößen zu ermitteln.

Sollte der interne Bericht den Schluss nahelegen, dass im Amtssitz Corona-Regeln gebrochen wurden, gilt ein Misstrauensvotum der konservativen Fraktion über den Verbleib des Premiers im Amt als wahrscheinlich. Unklar war jedoch zunächst, ob der Bericht vollständig veröffentlicht wird und wann genau das geschehen soll.

13.27 Uhr: Dresden startet in die fünfte Corona-Welle

Die fünfte Corona-Welle erfasst nun auch Dresden. Das Gesundheitsamt hat am Mittwoch 1.224 Neuinfektionen gemeldet. Am Montag waren es bereits 1.404 weitere Fälle. Die Inzidenz klettert entsprechend schnell. Für Mittwoch meldet das Robert-Koch-Institut einen Wert von 682,5 - am Dienstag lag er noch bei 525. Hier gibt es alle neuen Zahlen zur Pandemie in Dresden.

In Dresden steigt die Zahl positiver Corona-Tests.
In Dresden steigt die Zahl positiver Corona-Tests. © Sebastian Gollnow/dpa (Symbolbild)

13.11 Uhr: Polen meldet Rekordwert: Mehr als 53.000 Corona-Neuinfektionen

Die Zahl der Corona-Neuinfektionen in Polen hat einen Rekordwert erreicht. Innerhalb von 24 Stunden kamen 53.420 neue Fälle hinzu, wie das Gesundheitsministerium am Mittwoch mitteilte. Dies ist der höchste Wert seit Beginn der Pandemie. Im selben Zeitraum starben 276 Menschen in Zusammenhang mit dem Virus. Polen hat rund 38 Millionen Einwohner, also knapp halb so viele wie Deutschland. Die Pandemie gewinne an Tempo, in den kommenden Tagen sei damit zu rechnen, dass die Zahl der täglichen Neuinfektionen auf über 60.000 steigen werde, sagte der Sprecher des Gesundheitsministeriums.

Die Opposition wirft der nationalkonservativen PiS-Regierung schon länger vor, drastische Beschränkungen im Alltagsleben zu vermeiden, um Impfgegner in den eigenen Reihen nicht zu verprellen. Bislang hat die Regierung in Warschau nichts unternommen, um etwa eine rechtliche Grundlage dafür zu schaffen, dass Betreiber von Restaurants, Hotels und Geschäften den Impfstatus ihrer Kunden abfragen können. Regelungen wie 2G (also Zugang nur für Geimpfte und Genesene) oder 3G (also auch für Getestete) sind in Polen unbekannt.

Auch ein Gesetzentwurf, der wenigstens Arbeitgebern ermöglichen soll, den Imfstatus oder ein Testergebnis der Beschäftigten abzufragen, steckt seit Monaten im Parlament fest. Die PiS hat dort nur eine bröckelnde Mehrheit und ist auf die Stimmen von Abgeordneten angewiesen, die Impfgegner sind.

12.49 Uhr: Omikron-Subtyp BA.2 breitet sich aus - viele Fragen offen

Eine möglicherweise noch leichter übertragbare Omikron-Untervariante breitet sich in einigen Ländern zügig aus - doch noch sind viele Fragen zum Subtyp BA.2 offen. "Weil man in verschiedenen Ländern beobachten kann, dass der Anteil an BA.2 zunimmt, wird vermutet, dass BA.2 einen Vorteil in der Übertragbarkeit gegenüber BA.1 hat", sagte Sandra Ciesek, Direktorin des Instituts für Medizinische Virologie an der Frankfurter Uniklinik, auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur. BA.1 ist der Omikron-Subtyp, der derzeit in Deutschland Daten des Robert Koch-Instituts (RKI) zufolge vorherrscht.

Neben einer höheren Übertragbarkeit könne auch eine stärkere Immunflucht dazu führen, dass sich immer mehr Menschen mit BA.2 infizierten, erklärte Ciesek. Immunflucht bedeutet, dass eine durchgemachte Infektion oder eine Impfung weniger gut vor dem Erreger schützen. "Sehr frühe Beobachtungen aus Dänemark legen nahe, dass zwischen BA.1 und BA.2 in der Krankheitsschwere kein großer Unterschied zu sein scheint", sagte Ciesek.

In Dänemark ist BA.2 nach Angaben des staatlichen Gesundheitsinstitutes SSI mittlerweile für rund die Hälfte aller Fälle verantwortlich. In Deutschland wurde BA.1 laut dem aktuellsten Wochenbericht des RKI in der ersten Januarwoche in einer Stichprobe 1.568-mal nachgewiesen werden. BA.2 tauchte 38-mal auf.

12.37 Uhr: Dreiviertel der Deutschen mindestens einmal gegen Corona geimpft

Die Zahl der Menschen in Deutschland, die sich erstmals für eine Corona-Impfung entscheiden, bleibt vergleichsweise gering. Bundesweit wurden am Dienstag mindestens 444.000 Impfdosen verabreicht, aber nur gut 37.000 davon erhielten Menschen, die bisher noch gar nicht geimpft waren. Bei knapp 71.000 handelte es sich um Zweitimpfungen, bei knapp 336.000 um Auffrischungsimpfungen.

Damit haben jetzt 75,6 Prozent der Bevölkerung - 62,8 Millionen Menschen - mindestens eine Impfdosis erhalten. Die Bundesregierung hatte als Ziel 80 Prozent Erstgeimpfte bis Ende Januar ausgegeben. Das scheint zunehmend unrealistisch. Nicht geimpft sind laut Robert Koch-Institut 24,4 Prozent, insgesamt 20,3 Millionen Menschen. Darunter sind aber auch vier Millionen Kinder im Alter bis zu vier Jahren, für die bisher noch kein zugelassener Impfstoff zur Verfügung steht.

Insgesamt haben inzwischen 51,3 Prozent der Deutschen eine Auffrischungsimpfung erhalten, 73,6 Prozent verfügen über einen vollständigen Grundschutz. Dafür sind in der Regel zwei Impfdosen nötig. Noch zählt das RKI dabei auch Menschen mit, die nur eine Dosis des Johnson-&-Johnson-Präparats erhalten haben. Künftig sollen Johnson-&-Johnson-Geimpfte aber erst nach einer zweiten Impfdosis - möglichst mit einem mRNA-Impfstoff - als vollständig geimpft gelten. Das RKI geht davon aus, dass die tatsächliche Impfquote wegen Meldeungenauigkeiten um bis zu fünf Prozentpunkte höher liegt.

12.11 Uhr: 1.600 Polizisten bei Corona-Demonstrationen in Berlin

Die Berliner Polizei hat sich auf eine große Zahl von Demonstranten bei den angekündigten Protesten gegen eine Corona-Impfpflicht am Mittwochnachmittag eingestellt. 1.600 Polizisten seien bei den Demonstrationen im Regierungsviertel und am Brandenburger Tor im Einsatz, sagte eine Sprecherin. Rund um das Reichstagsgebäude würden weiträumig Absperrungen aufgebaut. Wasserwerfer stünden bereit. Die Bundespolizei sei auch auf den Bahnhöfen präsent und beobachte die Lage.

Die Polizei kündigte an, auf die Pflicht zum Tragen der Corona-Masken zu achten, die Demonstranten anzusprechen und nicht angemeldete Veranstaltungen zu prüfen und wenn nötig auch aufzulösen. Unterstützung erhalte die Berliner Polizei aus Sachsen, Sachsen-Anhalt, Bremen und von der Bundespolizei. Angemeldet sind zudem eine ganze Reihe von Gegendemonstrationen, die sich in ihren Titeln gegen "Querdenker" richten.

11.45 Uhr: In Österreich endet Lockdown für Ungeimpfte

Nach mehr als zwei Monaten endet in Österreich am kommenden Montag formal der Lockdown für Ungeimpfte. Das kündigte Kanzler Karl Nehammer (ÖVP) am Mittwoch an. Ein von der Regierung eingerichtetes Experten-Gremium erachte diese Maßnahme als nicht mehr sinnvoll. Trotz der hohen Infektionszahlen in der aktuellen Corona-Welle drohe keine Überlastung der Intensivkapazitäten in den Kliniken, hieß es. Zugleich bleibe aber die 2G-Regel in weiten Teilen des öffentlichen Lebens erhalten, die Ungeimpften zum Beispiel das Einkaufen nur in Geschäften des täglichen Bedarfs erlaubt. Dafür können Menschen ohne Impfung gegen Corona ab Montag ihr Zuhause auch ohne triftigen Grund verlassen.

Unterdessen ist die Zahl der Neuinfektionen binnen 24 Stunden laut Gesundheitsminister Wolfgang Mückstein (Grüne) auf einen Rekordwert von mehr als 30.000 Fällen gestiegen. Das entspräche unter Berücksichtigung der Zahl der Einwohner 270.000 Fällen in Deutschland. Die Sieben-Tage-Inzidenz liegt in Österreich bei über 2.000 Fällen pro 100.000 Einwohnern.

11.26 Uhr: Dynamo-Stadion in Dresden am Samstag für Impfaktion geöffnet

In der 2. Bundesliga steht zwar kein Spieltag an, dennoch ist am kommenden Samstag das Rudolph-Harbig-Stadion in Dresden geöffnet. Dynamo lädt gemeinsam der Krankenkasse AOK PLUS zum "Familienimpfen in Dynamos Wohnzimmer" ein, teilte der Fußballverein am Mittwoch mit. Termine könnten ab sofort gebucht werden, das Stadion wird von 10 bis 16 Uhr geöffnet sein. Das Angebot zum Impfen richtet sich neben Erwachsenen explizit auch an Kinder. Mehr dazu im Artikel Familien-Impfen in Dynamos Wohnzimmer

11.05 Uhr: Wieder Rekord bei Corona-Neuinfektionen in Tschechien

Tschechien hat den zweiten Tag in Folge einen Rekord bei Corona-Neuinfektionen verzeichnet. Innerhalb von 24 Stunden wurden 39.614 bestätigte Fälle registriert, wie das Gesundheitsministerium in Prag am Mittwoch bekanntgab. Hinzu kamen 2.459 neuerliche Infektionen bereits genesener Personen.

Inzwischen gehen nach Behördenangaben fast alle Infektionen auf die Omikron-Variante zurück. Gesundheitsminister Vlastimil Valek erwartet, dass die Omikron-Welle in dieser Woche ihren Scheitelpunkt erreichen wird. Die Zahl der Krankenhauspatienten stieg leicht auf 1.781. Das tschechische Abgeordnetenhaus wird am kommenden Dienstag zu einer Sondersitzung zusammenkommen, um über eine Neuauflage des Pandemiegesetzes zu beraten. Das Gesetz, das sonst Ende Februar auslaufen würde, ermöglicht weitreichende Maßnahmen wie Geschäftsschließungen.

10.47 Uhr: Gestorbener Corona-Demonstrant war Musiker von "In Extremo"

Nachdem am Montag ein zunächst unbekannter Mann nach einer Demonstration gegen die Corona-Maßnahmen in Wandlitz zusammengebrochen und später im Krankenhaus gestorben ist, scheint nun auch die Identität des Toten geklärt. Bei dem Mann handelte es sich um Boris "Yellow" Pfeiffer, der zumindest Fans der Mittelalter-Band "In Extremo" bekannt sein dürfte. Der Musiker gehörte der Band mehr als 20 Jahre an. Die "Märkische Oderzeitung" hatte zuerst über den Tod des Pfeiffers berichtet. Auf ihrer Facebook-Seite zeigten sich "In Extremo" bestürzt. Mehr zum Tod des "In Extremo"-Musikers

10.26 Uhr: EU will Genesenen-Status für sechs Monate

Künftig soll ein gültiges EU-Corona-Zertifikat für Reisen in der EU wichtiger als das Infektionsgeschehen im Abreiseland sein. Wie Business Insider berichtet, einigten sich die EU-Staaten bereits am Dienstag darauf, dass vom 1. Februar an nicht mehr entscheidend sein soll, von wo aus eine Reise startet - sondern, ob ein gültiger Impf-, Test- oder Genesenennachweis vorliegt.

Interessant daran ist insbesondere, dass ein Genesenen-Zertifikat 180 Tage gültig sein soll. Deutschland hatte diese Dauer kürzlich auf 90 Tage reduziert. Wer kein Zertifikat hat, soll der EU-Einigung zufolge nach Ankunft im Zielland einen Test machen. Für Kinder gibt es Ausnahmen, zusätzliche Beschränkungen solle es nicht geben. Ein Sprecher der EU-Kommission betonte: "Das Mindeste, was wir alle erwarten können, ist, dass die Mitgliedstaaten diese Empfehlung auch umsetzen." Ob und wann Deutschland seine umstrittene Genesenen-Regelung wieder ändert, blieb bislang aber unklar.

9.51 Uhr: Wer hat künftig noch Anspruch auf einen PCR-Test?

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Krankenhäuser befürchten viele neue Corona-Patienten

Die Corona-Zahlen steigen rasant an. In einigen Tagen wird sich das auf Kliniken auswirken. Wie die sich darauf einstellen, trotz noch anderer Probleme.

Der PCR-Test galt bisher als "Goldstandard" zum Nachweis einer Corona-Infektion. Weil die Labore aber durch viele Neuinfektionen überlastet sind, soll künftig nicht mehr jeder einen Anspruch auf einen PCR-Test haben. Bund und Länder wollen zügig über die neue Testverordnung entscheiden, heißt es im Bundesgesundheitsministerium. Doch was gilt bei Auslandreisen und wo gibt es PCR-Tests in Sachsen? Die wichtigsten Fragen und Antworten

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