Merken
Aktualisieren
Live Deutschland & Welt

Corona: PCR-Tests werden knapp

So viele PCR-Tests gemacht wie noch nie, Kretschmer bei Termin von "Freien Sachsen" beschimpft, Impfen wieder ohne Termin in Sachsen möglich - unser Newsblog.

 49 Min.
Wegen der rasanten Ausbreitung der Omikron-Welle drohen die besonders sicheren PCR-Tests in Deutschland knapp zu werden.
Wegen der rasanten Ausbreitung der Omikron-Welle drohen die besonders sicheren PCR-Tests in Deutschland knapp zu werden. © dpa

Coronavirus in Sachsen, Deutschland und der Welt – das Wichtigste in Kürze:

21.53 Uhr: Welche Corona-Schnelltests sind zuverlässig?

Wer bei einem Treffen mit Freunden oder Verwandten auf Nummer sicher gehen will, der macht vorab einen Corona-Schnelltest. Mittlerweile sind die Selbsttests fast überall zu bekommen. Doch längst nicht alle der vielen verschiedenen Corona-Tests sind zuverlässig. Das sorgt nach einem negativen Ergebnis für ein falsches Sicherheitsempfinden.

Anzeige VARO Direct
Grüner heizen, Haushaltskasse entlasten
Grüner heizen, Haushaltskasse entlasten

Kunden von VARO Energy Direct können jetzt im Rahmen einer besonderen Aktion viel Geld beim Brennstoffeinkauf sparen.

Das Paul-Ehrlich-Institut (PEI) hat 122 Schnelltests auf ihre Sensitivität hin untersucht. 96 von ihnen bestanden die Überprüfung. Die 26 restlichen Tests fielen durch. Sie waren nicht in der Lage, eine Covid-19-Infektion zuverlässig genug zu erkennen.

21.30 Uhr: Wegen Pandemie verschoben: Verleihung der Grammys nun im April

Die wegen der rasanten Ausbreitung der hochinfektiösen Omikron-Variante des Coronavirus verschobene Verleihung der Grammy-Musikpreise soll nun im April über die Bühne gehen. Die ursprünglich für den 31. Januar geplante Gala sei auf den 3. April verschoben worden, teilten die Veranstalter am Dienstag in Los Angeles mit. Die 64. Preisvergabe solle in Las Vegas stattfinden, als Moderator sei nach wie vor der Comedian Trevor Noah vorgesehen.

20.55 Uhr: Beschwerde über Löbauer Impfzentrum

Sicherheitspersonal ohne Maske, Mitarbeiterinnen, die selbst nicht geimpft sind, kein ordentliches Aufklärungsgespräch vom Impfarzt und eine Impfschwester, die nicht weiß, welches Serum sie spritzen soll - all das passierte einer Frau im Löbauer Impfzentrum, die sich in einem Brief an die Lokalredaktion beschwerte.

DRK-Chefin Silke Seeliger, die selbst nicht täglich im Impfzentrum ist, wischt diese Vorwürfe der Frau nicht vom Tisch. "Ich muss jede Beschwerde ernst nehmen, kann aber natürlich keine pauschale Massenbestrafung vornehmen", sagt sie. Sie hat den Vorgang dem Beschwerdemanagement gemeldet.

20.15 Uhr: Sebastian Pufpaff hat Corona - aber Raab wird ihn nicht vertreten

Der Comedian Sebastian Pufpaff hat sich mit dem Coronavirus infiziert. "Sebastian Pufpaff ist an Corona erkrankt und kann "TV total" morgen leider nicht moderieren. Wir versprechen, dass wir einen fantastischen Ersatz für Mittwoch finden", berichtete sein Sender ProSieben am Dienstag. ProSieben stellte zugleich klar: "Bevor Gerüchte entstehen: Stefan Raab kann "TV total" morgen nicht übernehmen." Ob der 45-Jährige nur diese Woche ausfällt, blieb zunächst unklar.

Der Entertainer Sebastian Pufpaff hat Corona.
Der Entertainer Sebastian Pufpaff hat Corona. © dpa

19.10 Uhr: Knapp zwei Drittel der Beschäftigten in Heimen geimpft oder genesen

65 Prozent der Beschäftigen in den sächsischen Alten- und Pflegeheimen sind gegen das Coronavirus geimpft oder von einer Infektion genesen. Der Anteil derjenigen, die eine Auffrischungsimpfung erhalten haben, liegt bei einem Drittel. Das geht aus der Antwort des Gesundheitsministeriums auf eine Kleine Anfrage des AfD-Landtagsabgeordneten Rolf Weigand hervor. Stichtag ist demnach der 1. Dezember 2021.

Am höchsten ist der Anteil der Geimpften und Genesenen in den Einrichtungen demnach in Leipzig (82,9 Prozent), im Landkreis Nordsachsen (76,6 Prozent), Dresden (69,4 Prozent) und Chemnitz (68,6 Prozent). Anteilig sind die wenigsten Beschäftigten in den Landkreisen Görlitz (54,2 Prozent) und Zwickau (54,6 Prozent) geimpft oder genesen. Zahlen zur Impfquote in anderen medizinischen Berufen lägen nicht vor, teilte das Ministerium mit.

🔸 Unser Push-Service zum Coronavirus 🔸

Wie entwickelt sich die Lage weltweit und in Sachsen? Über unsere Push-Benachrichtigungen halten wir Sie über das aktuelle Geschehen in Sachen Coronavirus auf dem Laufenden. So abonnieren Sie den kostenlosen Push-Service.
(Leider nicht kompatibel für iPhone und iPad.)

18.30 Uhr: PCR-Tests werden knapp

Wegen der rasanten Ausbreitung der Omikron-Welle drohen die besonders sicheren PCR-Tests in Deutschland knapp zu werden. "Wir werden nicht genug PCR-Tests haben", sagte Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) am Dienstag im Deutschlandfunk. Allerdings funktioniere für die Freitestung etwa für die Rückkehr in die Schule oder an den Arbeitsplatz auch ein Antigentest sehr gut.

In den Laboren wurden so viele PCR-Tests gemacht wie noch nie. In der vergangenen Woche bis zum Sonntag seien in den fachärztlichen Laboren in Deutschland etwa 1,95 Millionen PCR-Tests durchgeführt worden - mehr als je zuvor in der Pandemie, teilte der Laborverband ALM mit. Etwa jeder vierte Test sei positiv ausgefallen. Die Auslastung der Labore lag bei 86 Prozent.

18.15 Uhr: Corona-Warn-App kostete bisher rund 130 Millionen Euro

Die offizielle Corona-Warn-App hat den Bund bisher rund 130 Millionen Euro gekostet. Für Entwicklung, Weiterentwicklung und Betrieb durch die Unternehmen SAP und T-Systems fielen 2020 und 2021 insgesamt 116,3 Millionen Euro an, wie die Bundesregierung auf eine Kleine Anfrage der AfD-Fraktion antwortete. Für Werbung für die App entstanden beim Bundespresseamt Kosten von 13,7 Millionen Euro und für digitale Werbung beim Gesundheitsministerium 71 000 Euro.

Die monatlichen Betriebskosten lagen der Regierungsantwort zufolge im vergangenen Jahr bei durchschnittlich 3,94 Millionen Euro. Laut einer Prognose sollen es für 2022 im Schnitt rund 2,66 Millionen Euro sein.

🔹 Nachrichten aus Sachsen bei Google News

Folgen Sie Sächsische.de bei Google News und verpassen Sie keine Nachrichten aus Sachsen und der Welt. Hier geht es zu unserem Angebot bei Google News.

18.02 Uhr: Besuch Kretschmers in Frankenberg von Protest begleitet

Rund 200 Gegner der Corona-Maßnahmen haben den Besuch von Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) in Frankenberg (Landkreis Mittelsachsen) mit Protest begleitet. Bis zum frühen Abend habe es jedoch keine Zwischenfälle gegeben, teilte die Polizei am Dienstag mit. Zum Protest aufgerufen hatte im Vorfeld die rechtsextreme Kleinpartei "Freie Sachsen", die auch als Anmelder der Versammlung auftrat.

Anlass des Besuchs Kretschmers ist der Tag der Sachsen, der in diesem Jahr vom 9. bis 11. September in Frankenberg stattfinden soll. Bürgermeister Thomas Firmenich (parteilos) hatte den Regierungschef zu einer Gesprächsrunde mit dem Stadtrat eingeladen, um über die Veranstaltung zu sprechen.

17.30 Uhr: Schweden lockert Testpflicht für Reisende

Geimpfte und genesene EU-Bürger müssen auf dem Weg nach Schweden künftig keinen Corona-Test mehr vorweisen. Die seit dem 28. Dezember geltende Anforderung eines negativen, maximal 48 Stunden alten Tests für Einreisende fällt ab Freitag weg, wie die schwedische Regierung am Dienstag mitteilte. Reisende würden nicht mehr als besonderes Risiko bei der Ausbreitung der Omikron-Variante in dem skandinavischen Land betrachtet. Damit reicht es ab Freitag, wenn man einen gültigen Corona-Pass bei sich hat und damit Impfung, Genesung oder einen maximal 72 Stunden alten Test vorzeigen kann. Das gilt für ausländische Erwachsene, es gibt Ausnahmen.

17.02 Uhr: Zweitimpfung bei Johnson&Johnson nötig

Bis Anfang kommenden Monats sollen in Deutschland die digitalen Impfnachweise an jüngste EU-Vorgaben sowie an Erkenntnisse zur Wirksamkeit des Impfstoffs von Johnson&Johnson angepasst werden. Umgesetzt werden soll damit die Vorgabe der Europäischen Union, nach der Impfzertifikate in der EU künftig nur noch neun Monate nach der Grundimmunisierung gegen das Coronavirus gültig sind, wie ein Sprecher des Bundesgesundheitsministeriums am Dienstag in Berlin sagte. Im Zuge dessen sollen in Deutschland demnach auch die Vorgaben für eine Impfung mit dem Vakzin von Johnson&Johnson geändert werden.

Als geimpft mit vollständigem Grundschutz gilt man in Deutschland künftig erst dann, wenn auf die Johnson&Johnson-Erstimpfung eine zweite Impfung erfolgt, so der Sprecher. Dies solle möglichst mit einem mRNA-Vakzin wie dem von Biontech/Pfizer oder Moderna erfolgen, wie er bekräftigte. Der vollständige Schutz ist etwa für die Einhaltung von 2G-Zugangsregeln nötig.

Mit diesem Schritt soll einer Empfehlung der Ständigen Impfkommission nachgekommen werden. Diese empfiehlt allen Menschen ab 18 Jahren, die eine erste Johnson&Johnson-Dosis erhalten haben, ihre Immunisierung mit einer zweiten Impfstoffdosis mit einem mRNA-Impfstoff zu optimieren. Die Optimierung der Immunisierung mit einem mRNA-Impfstoff als zweite Impfdosis wird dabei unabhängig vom Zeitpunkt der Erstimpfung empfohlen - aber mit einem Mindestabstand von vier Wochen.

16.30 Uhr: Sachsen veröffentlicht Stufenplan - Orientierung für Corona-Regeln

Das Gesundheitsministerium hat einen Stufenplan zu Corona-Regeln abhängig vom Infektionsgeschehen veröffentlicht. Er basiert auf der aktuell geltenden Corona-Schutzverordnung und Empfehlungen des Robert Koch-Instituts (RKI), wie das Gesundheitsministerium am Dienstag mitteilte. Eine tabellarische Übersicht zeigt, welche Maßnahmen ab welcher Inzidenzstufe ergriffen werden könnten. Die Übersicht solle Orientierung und Perspektive bieten, sei aber juristisch nicht bindend, betonte das Ministerium. Die dargestellten Maßnahmen seien Grundlage für weitere Diskussionen mit dem Sächsischen Landtag und in der Landesregierung.

Bei einer Inzidenz unter 100 könnten demnach Kontaktregeln fallen, die FFP2-Maskenpflicht könnte auf Pflegedienste und Besucher in Pflegeeinrichtungen und Krankenhäuser beschränkt werden. Großveranstaltungen mit mehreren Tausenden Menschen könnten für Geimpfte, Genesene und Getestete (3G) möglich werden.

15.44 Uhr: Sachsen meldet mehr als 3.462 neue Corona-Fälle - 49 Todesfälle

Das Gesundheitsministerium hat am Dienstag 3.462 Neuinfektionen innerhalb von 24 Stunden in Sachsen gemeldet. Vor genau einer Woche wurden 2.172 neue Infektionen gemeldet. Mit den aktuellen Zahlen haben sich seit Beginn der Pandemie insgesamt 684.207 Menschen in Sachsen mit dem Coronavirus infiziert. Innerhalb eines Tages kamen zudem 49 Todesfälle hinzu. Damit kamen im Freistaat bisher 13.834 Menschen im Zusammenhang mit einer Corona-Infektion ums Leben.

In den sächsischen Krankenhäusern sind aktuell 515 Betten auf Normalstation mit Corona-Patienten belegt - eine Auslastung von 41,4 Prozent, auf den Intensivstationen liegen derzeit 285 patienten (76,6 % Auslastung).

15.25 Uhr: Impfaufruf an alle Über-60-Jährigen in Sachsen - DRK impft ohne Termin

Sachsen will per Post Aufrufe zur Corona-Schutzimpfung an die Über-60-Jährigen schicken. Das Kabinett habe in seiner Sitzung beschlossen, die Meldeordnung entsprechend zu ändern, sagte Regierungssprecher Ralph Schreiber am Dienstag. Damit seien die rechtliche n und technischen Voraussetzungen geschaffen, um die über 60 Jahre alten Personen anschreiben zu können. In Sachsen haben laut Angaben der Landesregierung 61,9 Prozent der Menschen eine Grundimmunisierung erhalten. In der besonders gefährdeten Gruppe ab 60 Jahren sind es demnach 80,6 Prozent.

Zudem können sich in allen festen Impfstellen und Impfzentren des DRK Sachsen Impfwillige ab sofort wieder ohne Termin impfen lassen. Derzeit führe die Nachfrage nicht mehr zu Warteschlangen vor den Impfstellen, teilte das Deutsche Rote Kreuz am Dienstag mit.

14.50 Uhr: Novavax-Impfstoff erst ab April in Sachsen

Viele Ungeimpfte warten auf einen Alternativimpfstoff gegen Corona. Mit Nuvaxovid kommt dieser laut Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach in Deutschland nun Ende Februar – allerdings in sehr begrenzter Menge. Angekündigt war er bereits für Januar. Von den insgesamt fünf Millionen gekauften Dosen des US-Herstellers Novavax könnten 1,75 Millionen bis 21. Februar zur Verfügung stehen.

Dr. Torben Ostendorf, Vorsitzender der Hausärzte in Sachsen, rechnet jedoch erst im zweiten Quartal mit nennenswerten Lieferungen. „Wahrscheinlich müssen wir wieder priorisieren, wie zu Beginn der Corona-Impfungen“, sagt er. Vorrang hätten ungeimpftes medizinisches Personal und vulnerable Gruppen, um die Durchimpfungsrate zu erhöhen. Danach dürfe sich der Impfwillige aber wie bisher grundsätzlich den Impfstoff auswählen. „Limitierend ist nur die Verfügbarkeit“, so Ostendorf.

14.20 Uhr: Krankschreibung am Telefon vor Verlängerung

Die Möglichkeit zur Krankschreibung am Telefon bei leichten Atemwegsinfektionen soll bei fortdauernder Corona-Pandemie verlängert werden. Das gelte auch für weitere Sonderregelungen, durch die Kontakte reduziert und Praxen entlastet würden, sagte der Vorsitzende des Gemeinsamen Bundesausschusses, Josef Hecken, am Dienstag in Berlin. Der Gemeinsame Bundesausschuss ist das für die Regelung von Leistungen zuständige Spitzengremium im Gesundheitswesen.

Derzeit können - momentan noch befristet bis 31. März - Patienten mit leichten Atemwegserkrankungen telefonisch bis zu sieben Kalendertage krankgeschrieben werden. Die Gesundheitsministerinnen und -minister der Länder hatten am Montagabend in einer Schalte das Bundesgesundheitsministerium gebeten, eine weitere Verlängerung der Regelungen zur telefonischen Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung bei Atemwegserkrankungen zu prüfen.

Hecken sagte, der Bundesausschuss werde im Rahmen seiner Zuständigkeiten die wichtigsten der derzeit bis zum 31. März 2022 laufenden Corona-Sonderregelungen bei Fortdauer der Pandemie "selbstverständlich auch unabhängig von dem Beschluss der Gesundheitsminister" verlängern. "Denn die aktuelle Situation lässt keine Experimente zu", so Hecken. Der Ausschuss habe die mit Beginn der Pandemie 2020 eingeführte Regelung schon wiederholt verlängert.

13.50 Uhr: Hongkong lässt Hamster einschläfern

Im Zuge eines Corona-Ausbruchs haben die Behörden in Hongkong die Tötung von etwa 2.000 Hamstern und anderen Kleintieren angeordnet. Vorangegangen war nach Medienberichten der Fall einer Besitzerin einer Tierhandlung, bei der die erste Infektion mit der Delta-Variante in Hongkong seit gut drei Monaten festgestellt worden war. Im Anschluss seien Hamster in ihrem Geschäft positiv getestet worden, die nach Angaben des öffentlichen Senders RTHK aus den Niederlanden importiert worden waren.

Wie die Hongkonger Zeitung "South China Morning Post" und andere Hongkonger Medien übereinstimmend berichteten, wurden Geschäfte und Hamster-Halter am Dienstag aufgefordert, ihre Tiere einschläfern zu lassen. Betroffen seien alle Hamster, die nach dem 22. Dezember gekauft wurden. Auch einige andere Kleintiere in Tierhandlungen sollen demnach vorsorglich getötet werden.

Ein Mitarbeiter des Ministeriums für Landwirtschaft, Fischerei und Naturschutz geht an einer Tierhandlung vorbei, die geschlossen wurde, nachdem einige Hamster positiv auf das Coronavirus getestet worden waren.
Ein Mitarbeiter des Ministeriums für Landwirtschaft, Fischerei und Naturschutz geht an einer Tierhandlung vorbei, die geschlossen wurde, nachdem einige Hamster positiv auf das Coronavirus getestet worden waren. © AP

13.16 Uhr: Israel verteilt bis zu 30 Millionen Antigen-Tests an Bürger

Israel will bis zu 30 Millionen kostenlose Corona-Schnelltests an seine Bürger verteilen. Das Angebot richte sich vor allem an finanziell schwächere Bevölkerungsgruppen unter den etwa 9,4 Millionen Einwohnern, teilte die Regierung am Dienstag mit. So sollen vor allem Schüler, bedürftige Familien, Studenten und Senioren die Antigen-Testkits erhalten. Die Verteilung solle nächste Woche beginnen. Verantwortlich dafür seien unter anderem das Sozialhilfeministerium und das Heimatschutzkommando.

Israel hatte wegen Überlastung der PCR-Teststationen vorletzte Woche die PCR-Testpflicht massiv eingeschränkt. Weite Teile der Bevölkerung müssen seither nur noch Antigen-Tests machen, wenn sie mit einem Corona-Infizierten in Kontakt gekommen sind. Allerdings kostete ein Antigen-Test zuletzt rund sechs Euro. Nach Medienberichten bemüht sich die Regierung, die Preise zu senken.

12.48 Uhr: Gewalt bei Corona-Demo in Berlin - Bewährungsstrafe für Mann aus Sachsen

Nach Angriffen auf Polizisten bei einer Demonstration in Berlin gegen Corona-Maßnahmen ist ein Angeklagter zu einem Jahr und acht Monaten Haft auf Bewährung verurteilt worden. Das Amtsgericht Berlin-Tiergarten sprach den 50-jährigen am Dienstag des besonders schweren Landfriedensbruchs sowie der versuchten gefährlichen Körperverletzung und des tätlichen Angriff auf Vollstreckungsbeamte schuldig. Der Mann aus Sachsen habe sich am 18. November 2020 in einer aufgeheizten Stimmung dazu hinreißen lassen, Flaschen aufzunehmen und zu werfen, begründete der Richter. "Von dem Handeln ging hohe Gefährlichkeit aus."

Rund 9.000 Menschen hatten sich damals in Berlin zu Protesten gegen die Corona-Politik versammelt, während der Bundestag über die staatlichen Maßnahmen zum Schutz der Bevölkerung in der Corona-Pandemie beriet. Die Polizei hatte den Bereich damals weiträumig abgesperrt, erstmals seit Jahren wurden Wasserwerfer eingesetzt. Rund 2500 Beamte waren nach Behördenangaben im Einsatz, knapp 80 von ihnen wurden verletzt.

Der Angeklagte hatte erklärt, er habe nur eine leere Plastikflasche «aufgehoben und zurückgeworfen». Er und seine Frau seien aus Sachsen nach Berlin gereist, um sich mit anderen Menschen, die wie sie als Selbstständige damals ohne Einnahmen waren, auszutauschen. Die Verteidigerin sagte, ihr Mandant sei kein Corona-Leugner. Die Staatsanwältin hatte auf ein Jahr und vier Monate Haft auf Bewährung plädiert. Die Verteidigerin forderte Freispruch. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

12.32 Uhr: Kitzbühel verschärft Maßnahmen nach verbotener Après-Ski-Party

Der österreichische Luxus-Skiort Kitzbühel will scharf gegen wegen der Corona-Pandemie verbotene Après-Ski-Partys vorgehen. Die Bezirksbehörde kündigte am Dienstag an, dass die Außengastronomie bis Ende der Woche geschlossen bleiben muss - also auch während der traditionellen Weltcup-Skirennen der Herren am Wochenende. Außerdem sollen Polizeistreifen "in Dauerschleife durch die Stadt ziehen", um Lokale und Bars zu kontrollieren, sagte Bezirkshauptmann Michael Berger dem Sender ORF. Ausgelöst wurden die strengeren Maßnahmen durch ein Video einer Après-Ski-Party.

Derzeit sind der Barbetrieb und das Servieren ohne zugewiesene Sitzplätze in allen österreichischen Lokalen verboten. Ein Unternehmer, der als Gast in einer Bar in Kitzbühel war, hatte Aufnahmen von dicht gedrängt Feiernden vor wenigen Tagen online geteilt. Eine Welle der Entrüstung folgte. "Das ist völlig inakzeptabel. So etwas können wir nicht dulden", sagte Kitzbühels Bürgermeister Klaus Winkler. Tourismusministerin Elisabeth Köstinger warnte, dass Gastronomen Corona-Hilfsgelder zurückzahlen müssen, wenn sie sich nicht an die Regeln hielten.

Einige Skiregionen in Österreich weisen die höchsten Sieben-Tage-Inzidenzen im Alpenland auf. Im Bezirk Kitzbühel lag die Zahl der Infektionen mit dem Coronavirus pro 100.000 Einwohner zuletzt bei etwa 3.600 - fast dreimal so hoch wie der bundesweite Wert. Laut der staatlichen Gesundheitsagentur Ages sind 70 bis 80 Prozent der Corona-Infektionen im Freizeitbereich in Österreich auf Lokalbesuche von Skifahrern zurückzuführen.

11.55 Uhr: Ungeimpfter Djokovic könnte auch Wimbledon verpassen

Novak Djokovic droht Medienberichten zufolge auch ein Ausschluss beim Grand-Slam-Klassiker in Wimbledon, sollte sich der Tennis-Weltranglistenerste nicht impfen lassen. Nach Angaben der britischen Zeitungen "Telegraph" und "Mirror" wollen die Londoner Turnier-Verantwortlichen keine Zusicherung geben, dass Djokovic im kommenden Sommer seinen Titel bei dem Rasen-Spektakel verteidigen darf. Damit würden sie über die gegenwärtig geltenden Corona-Regeln der britischen Regierung hinausgehen. Bislang dürfen ungeimpfte Spitzensportler nach Großbritannien einreisen, um dort zu trainieren und an Wettbewerben teilzunehmen.

Zuvor war bekannt geworden, dass sich auch die Titelverteidigung bei den French Open im Mai für den 34-jährigen Serben erledigt hat, wenn er sich weiterhin nicht impfen lässt. Die französische Sportministerin Roxana Maracineanu hatte mitgeteilt, dass in- und ausländische Sportler in Frankreich in Zukunft nur antreten dürfen, wenn sie geimpft oder genesen sind. Auch die Teilnahme an den US Open in New York ist nur für Geimpfte möglich.

Tennis-Star Novak Djokovic bei seiner Ankunft in Belgrad
Tennis-Star Novak Djokovic bei seiner Ankunft in Belgrad © AP

11.39 Uhr: Neue Version der Corona-Warn-App zeigt Status an

Die offizielle Corona-Warn-App des Bundes ist in einer neuen Version in der Lage, gültige Impf- oder Genesenenzertifikate sowie einen digitalen Testnachweis in einen Gesamtstatus zusammenzufassen. Das teilten die Betreiber der App, die SAP und Deutsche Telekom, in einem Blogeintrag mit. Die Version 2.16.1 war am Dienstagvormittag bereits im App-Store von Apple für das iPhone verfügbar. Für Android-Smartphones soll die Version bis zum Mittwochabend zur Verfügung stehen.

Damit die unterschiedlichen Zertifikate richtig zu einem Gesamtstatus zusammengefasst werden können, müssen die Details der Nachweise übereinstimmen. Das betrifft Daten wie das Geburtsdatum, sämtliche Vornamen und die Schreibweise des Namens. In der App werden dann vier verschiedene Kombi-Anzeigen dargestellt: "2G", "2G+", "3G" und "3G+".

Nutzer der App können über einen Schalter zwischen dem QR-Code des Impf- oder Genesenennachweises und dem Code des Testzertifikats wechseln, um schnell und unkompliziert einen 2G-plus-Nachweis zu erbringen. Beide QR-Codes müssen vor Ort mit der CovPassCheck-App zusammen mit Vorlage des Personalausweises geprüft werden, wenn ein 2G-plus-Nachweis erforderlich ist.

Aus Datenschutzgründen sei bei der Kontrolle der Zertifikate durch die CovPassCheck-App aber nicht ersichtlich, ob die Person ein Impf- oder Genesenenzertifikat hat. "Beim Scan der QR-Codes sehen die Kontrollierenden nur, ob das Zertifikat gültig ist oder nicht."

11.12 Uhr: Omikron verändert die Corona-Behandlung

Omikron breitet sich in Sachsen rasant aus. Die Mehrzahl der Erkrankten wird ambulant behandelt. Da die Virusvariante eher die oberen Luftwege angreift, wird mit weniger schweren Lungenerkrankungen gerechnet. Trotzdem stellt sie die Mediziner vor große Probleme. Einige bislang erfolgreiche Medikamente wirken nämlich nicht mehr. Sächsische Ärzte hoffen auf neue Mittel - eins kommt noch im Januar. Lesen Sie hier, wie Omikron die Corona-Behandlung verändert.

10.22 Uhr: Verband: 2G-Regelung im Handel könnte Konjunkturbremse werden

Wegen der 2G-Regelung im Einzelhandel sind aus Sicht des Mittelstandsverbundes die Umsätze von Unternehmen unter Druck geraten. Hauptgeschäftsführer Ludwig Veltmann sagte am Dienstag, die anhaltenden pandemiebedingten Restriktionen und das damit verbundene Kundenverhalten könnten sich zu einer Konjunkturbremse auswachsen. Gerade kleine und mittlere Handels- und Dienstleistungsunternehmen könnten krisenbedingt erheblichen Schaden nehmen.

Nach einer Konjunkturumfrage des Verbandes schätzen mehr als ein Drittel der befragten Kooperationen ihre Umsatzeinbußen aufgrund der 2G-Regelung auf 10 bis 30 Prozent. Mehr als 6 Prozent gehen von einem Umsatzminus von 30 bis 40 Prozent aus. Viele Unternehmen berichten von einem deutlichen Rückgang der Kundenfrequenz. An der Umfrage nahmen laut Verband 68 Verbundgruppenzentralen mit rund 50.000 angeschlossenen Unternehmen aus 17 Branchen teil. Der Mittelstandsverbund vertritt nach eigenen Angaben rund 230.000 mittelständische Unternehmen.

Der Handelsverband HDE hatte zuletzt gefordert, 2G-Kontrollen im Handel nur noch stichprobenartig durchführen zu dürfen. Mit der Kontrolle der Maskenpflicht und von 2G-Regeln übernehme der Handel staatliche Aufgaben, sagte HDE-Hauptgeschäftsführer Stefan Genth dem Nachrichtenportal T-Online. "Das darf nicht zum Dauerzustand werden. Das ist eine massive Überforderung der Unternehmen."

9.37 Uhr: Lauterbach gegen Impfregister

Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach plädiert für eine allgemeine Impfpflicht ohne ein erst noch zu schaffendes Impfregister. "Wir können die Impflicht auch monitorisieren ohne Impfregister", sagte der SPD-Politiker am Dienstag im Deutschlandfunk. Er warne davor, auf ein Register zu setzen. "Der Aufbau eines Impfregisters dauert lange und ist auch datenschutzrechtlich nicht unumstritten." Auf Details einer Impfstatus-Kontrolle ohne Register wollte er aber nicht eingehen, um noch zu formulierenden Anträgen im Bundestag nicht vorzugreifen.

Zur Begründung einer allgemeinen Impfpflicht wies er auf die seiner Ansicht nach zu niedrige Impfquote hin. Das Virus könne sich auch noch einmal verändern, in dem es wie Omikron höchstansteckend bleibe, aber wieder tödlich wie Delta werde. "So etwas kann niemand ausschließen. Daher sind Werte von 80 Prozent deutlich zu niedrig."

Lauterbach verteidigte, dass die genaueren PCR-Tests bei der Freitestung für ein vorzeitiges Quarantäne-Ende jetzt vorrangig für Gesundheits- und Pflegepersonal vorgehalten werden sollen. "Wir werden nicht genug PCR-Tests haben, da ist die Kapazität begrenzt", sagte er. Für andere Gruppen wie in den Schulen sei ein Antigentest ausreichend. Für das Freitesten funktioniere dieser Test sehr gut. "Er funktioniert nicht ganz so gut am Anfang einer Infektion", so Lauterbach, "er funktioniert aber sehr gut, wenn man zurück will".

Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD), setzt in einem Impfzentrum eine Spritze.
Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD), setzt in einem Impfzentrum eine Spritze. © dpa-POOL

8.57 Uhr: Corona-Inzidenz in Sachsen gesunken

Die Sieben-Tage-Inzidenz in Sachsen ist gesunken. Am Dienstag lag die Zahl der wöchentlichen Corona-Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner laut Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) bei 232,0 nach 248,5 am Vortag. Damit ist der einstige Corona-Hotspot Sachsen weiterhin das Bundesland mit der zweitniedrigsten Inzidenz nach Thüringen (197,9). Bundesweit lag der Wert am Dienstag bei 553,2.

Innerhalb des Freistaats wurden die höchsten Infektionsraten in den Städten Leipzig (372,7) und Dresden (290,7) registriert. Den geringsten Wert wies das RKI für den Erzgebirgskreis (136,2) aus.

Nach RKI-Angaben wurden im Freistaat bis zum frühen Dienstagmorgen weitere 713 Corona-Infektionen und 22 weitere Todesfälle im Zusammenhang mit Corona registriert. Demnach haben sich seit Beginn der Pandemie 680.797 Menschen nachweislich mit dem Coronavirus infiziert, 13 795 sind seit März 2020 im Zusammenhang mit Covid-19 gestorben.

8.08 Uhr: Werner über seine Corona-Infektion: Schnaufen "beim Treppensteigen"

Fußball-Nationalspieler Timo Werner ist durch seine Corona-Infektion Ende vergangenen Jahres körperlich sehr beeinträchtigt worden. Wie der 25 Jahre alte Profi des FC Chelsea im Interview des TV-Senders Sky Sport erläuterte, habe ihn das Virus "schon ein bisschen schlimmer erwischt, und da bin ich auch froh, dass mich die medizinische Abteilung eher langsam wieder an den Spielbetrieb herangeführt hat".

Der Verlauf sei bei ihm so ähnlich wie bei Bayern-Profi Joshua Kimmich gewesen, er habe vier, fünf Tage langsames Aufbautraining gemacht, um in die Belastung zu kommen. Schwierig sei gewesen, "zehn Tage gar nichts zu machen: Bei mir war eher das Hauptproblem, dass ich beim Treppensteigen ziemlich schnaufen musste, was für einen Fußballer ungewöhnlich war", sagte Werner, der bisher 47 Spiele in der deutschen Nationalmannschaft absolvierte. Der Ex-Leipziger war am 16. Dezember positiv auf das Coronavirus getestet worden.

Fußball-Nationalspieler Timo Werner (links) ist durch seine Corona-Infektion nach eigenen Worten körperlich sehr beeinträchtigt worden.
Fußball-Nationalspieler Timo Werner (links) ist durch seine Corona-Infektion nach eigenen Worten körperlich sehr beeinträchtigt worden. © AP

7.39 Uhr: Sozialverband fordert für Hartz-IV-Empfänger Kostenübernahme für FFP2-Masken

Der Sozialverband VdK fordert Unterstützung für Hartz-IV-Empfänger in der Corona-Pandemie. Angesichts der Gefahren durch die Omikron-Variante des Virus sollte der Staat die Kosten für FFP2-Masken übernehmen. VdK-Präsidentin Verena Bentele sagte am Dienstag in Berlin, für jene, "die kaum über die Runden kommen, wie Pflegebedürftige, Menschen mit kleinen Renten und Grundsicherungsbezieher, sind regelmäßig frische FFP2-Masken zu teuer".

Im Moment seien im Hartz-IV-Regelsatz für Gesundheitskosten 17 Euro im Monat vorgesehen. "Das ist viel zu wenig", sagte Bentele und forderte Hilfen auch für Menschen mit geringen Einkommen wie Empfänger von Wohngeld oder Kinderzuschlag sowie für kinderreiche Familien. Auch Pflegebedürftige bräuchten Unterstützung, die Bundesregierung müsse die Pflegehilfsmittelpauschale dringend wieder auf 60 Euro hochsetzen, sagte Bentele und nannte es "völlig unverständlich", dass die Regelung zum Jahresende 2021 nicht verlängert wurde.

6.52 Uhr: Proteste gegen Corona-Maßnahmen in Deutschland

Wie in den Wochen zuvor haben am Montagabend in ganz Deutschland wieder Zehntausende Menschen gegen Corona-Maßnahmen und eine mögliche Impfpflicht demonstriert. Nach einer Schätzung, die auf Polizeiangaben beruht, waren es diesmal mehr als 70.000. Die Proteste waren von einem großem Polizeiaufgebot und mancherorts auch von Gegendemonstrationen begleitet. Mehrfach wurden Versammlungen aufgelöst, etwa in Rostock und Cottbus, weil die Polizei keinen Versammlungsleiter feststellen konnte oder weil gegen die Maskenpflicht verstoßen wurde, kein Mund-Nase-Schutz getragen wurde.

Nach Polizeiangaben wurden am Montagabend in Thüringen 21.000 Demonstranten gegen die Corona-Politik gezählt, in Bayern etwa 14.000, in Mecklenburg-Vorpommern 11.000, in Sachsen-Anhalt sowie Brandenburg und Baden-Württemberg jeweils um die 7.000, in Nordrhein-Westfalen etwa 4.000 und in Sachsen und Berlin je etwa 3.000.

In mehren Städten zogen auch Gegendemonstranten auf die Straßen. So trafen etwa in der Kölner Innenstadt je rund 1.000 Gegner der Corona-Schutzmaßnahmen und Teilnehmer der Gegendemonstration "Köln ist solidarisch" aufeinander. Alles verlief laut Polizei ohne nennenswerte Zwischenfälle.

Menschen ziehen bei einer Demonstration gegen die Corona-Maßnahmen über den Berliner Alexanderplatz.
Menschen ziehen bei einer Demonstration gegen die Corona-Maßnahmen über den Berliner Alexanderplatz. © dpa

6.24 Uhr: Zahl politisch motivierter Straftaten erreicht 2021 Rekordwert

Im vergangenen Jahr sind in Deutschland so viele Straftaten mit politischem Hintergrund verübt worden wie in den vergangenen 20 Jahren nicht. Wie aus einer Antwort der Bundesregierung auf eine schriftliche Frage des AfD-Abgeordneten Martin Hess hervorgeht, stieg die Zahl der politisch motivierten Straftaten 2021 nach vorläufigen Daten des Bundeskriminalamtes im Vergleich zum Vorjahr um knapp sechs Prozent auf insgesamt 47.303 Delikte. Damit erreichte die politisch motivierte Kriminalität den höchsten Stand seit Einführung der jährlichen Statistik im Jahr 2001.

Ursächlich für diesen Anstieg sind politisch motivierte Straftaten, die weder dem linken noch dem rechten Spektrum zuzuordnen sind. Nach Einschätzung der Sicherheitsbehörden spielt hier das aufgeheizte gesellschaftliche Klima in der Corona-Pandemie eine wesentliche Rolle.

Einen leichten Rückgang von rund sechs Prozent verzeichnete die Polizei laut vorläufiger Statistik insgesamt bei den Gewalttaten mit politischem Hintergrund. Allerdings fällt auch hier die hohe Zahl der Gewaltdelikte von Tatverdächtigen ins Auge, die keinem bestimmten politischen Spektrum zugeordnet werden. Mehr zu dem Thema lesen Sie hier.

5.36 Uhr: Ex-Berater Cummings wirft Boris Johnson Lüge zu Lockdown-Partys vor

Der britische Premierminister Boris Johnson hat im Skandal um Lockdown-Partys im Regierungssitz auch zu Beginn der neuen Woche keine Verschnaufpause bekommen. Sein ehemaliger Chefberater Dominic Cummings, der die jüngste Lawine von Enthüllungen in Gang gebracht hatte, legte am Montag nach. Einem Tweet Cummings' zufolge wurde Johnson vor der fraglichen Veranstaltung am 20. Mai 2020 ausdrücklich darauf hingewiesen, dass es sich um einen Bruch der Lockdown-Regeln handle. Der Regierungschef habe aber beschlossen, dass sie trotzdem stattfinden solle, so Cummings. Ein Johnson-Sprecher wies diese Darstellung noch am Abend als unwahr zurück.

Vergangene Woche hatte der Premier im Parlament eingestanden, bei dem Event mit Dutzenden Mitarbeitern im Garten von 10 Downing Street dabei gewesen zu sein. Er behauptete aber, die Veranstaltung, zu der sein Privatsekretär mit dem Hinweis "bringt euren eigenen Alkohol mit" eingeladen hatte, für ein Arbeitstreffen gehalten zu haben. Die Email will er laut einer Sprecherin nicht gesehen haben. Er entschuldigte sich lediglich für den Eindruck, der entstanden sei, gab aber keinen Regelbruch zu. Zuvor hatte Johnson im Parlament beteuert, von Lockdown-Partys im Regierungssitz überhaupt nichts mitbekommen zu haben.

Cummings warf Johnson nun vor, das Parlament belogen zu haben. Es habe sich tatsächlich um eine Party gehandelt, so Cummings. Er und andere Augenzeugen seien bereit, unter Eid auszusagen, um den Premier zu belasten, so der Ex-Berater weiter.

5.13 Uhr: RKI registriert 74.405 Corona-Neuinfektionen - Inzidenz bei 553,2

Das Robert Koch-Institut (RKI) hat erneut einen Anstieg der bundesweiten Sieben-Tage-Inzidenz gemeldet und damit einen neuen Höchstwert. Das RKI gab den Wert der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner und Woche am Dienstagmorgen mit 553,2 an. Zum Vergleich: Am Vortag hatte der Wert bei 528,2 gelegen, vor einer Woche bei 387,9 (Vormonat: 306,4). Die Gesundheitsämter in Deutschland meldeten dem RKI binnen eines Tages 74.405 Corona-Neuinfektionen. Das geht aus Zahlen hervor, die den Stand des RKI-Dashboards von 05.06 Uhr wiedergeben. Vor einer Woche waren es 45.690 Ansteckungen.

Deutschlandweit wurden den neuen Angaben zufolge binnen 24 Stunden 193 Todesfälle verzeichnet. Vor einer Woche waren es 322 Todesfälle gewesen. Das RKI zählte seit Beginn der Pandemie 8.074.527 nachgewiesene Infektionen mit Sars-CoV-2. Die tatsächliche Gesamtzahl dürfte deutlich höher liegen, da viele Infektionen nicht erkannt werden.

Die Zahl der in Kliniken aufgenommenen Corona-Patienten je 100.000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen gab das RKI am Montag mit 3,14 an (Sonntag 3,24). Die Zahl der Genesenen wurde am Dienstagmorgen mit 7.050.100 angegeben. Die Zahl der Menschen, die an oder unter Beteiligung einer nachgewiesenen Infektion mit Sars-CoV-2 gestorben sind, stieg auf 115.842.

Dienstag, 5 Uhr: Kliniken: Noch keine gestiegenen Kündigungszahlen wegen Impfpflicht

Die ab Mitte März geltende einrichtungsbezogene Impfpflicht hat nach Angaben der Deutschen Krankenhausgesellschaft (DKG) bislang zu keinen gestiegenen Kündigungszahlen in Kliniken geführt. "Aktuell haben uns noch keine Meldungen aus den Krankenhäusern zu möglichen Kündigungen aufgrund der ab 15. März geltenden Impfpflicht erreicht", sagte der DKG-Vorstandsvorsitzende Gerald Gaß der "Rheinischen Post". Die Impfquote in den Krankenhäusern sei bundesweit mit mehr als 90 Prozent sehr hoch. "Aber es gibt regionale Unterschiede, und wir können nicht ausschließen, dass es an einzelnen Standorten auch zu Problemen kommen kann." Die Krankenhausträger setzten deshalb alles daran, noch Aufklärungs- und Informationsarbeit zu leisten, um möglichst viele Beschäftigte für eine Impfung zu gewinnen, sagte Gaß.

Die sogenannte einrichtungsbezogene Impfpflicht sieht vor, dass Beschäftigte in Einrichtungen wie Arztpraxen, Kliniken und Pflegeheimen bis zum 15. März nachweisen müssen, dass sie geimpft oder genesen sind. Damit sollen Patientinnen, Patienten und Pflegebedürftige besser vor einer Corona-Infektion geschützt werden.

Der Deutsche Pflegerat geht allerdings davon aus, dass diese Impfpflicht noch zu Kündigungen führen werde. Dies betreffe weniger das Pflegefachpersonal, sondern unterstützende Tätigkeiten wie Betreuungsassistenten oder Küchen- und Reinigungskräfte, sagte Pflegerats-Präsidentin Christine Volger den Zeitungen der Funke Mediengruppe. In diesen Berufsgruppen herrsche "eine etwas geringe Impfquote". Einige dieser Beschäftigten überlegten, "den Job zu wechseln, wenn die Impfpflicht an ihrem Arbeitsplatz greift".

Corona-Pandemie - das geschah am Montag:

21.50 Uhr: Telefonische Krankschreibungen sollen verlängert werden

Die Gesundheitsminister der Länder haben den niedergelassenen Ärzten mit Blick auf die schnelle Verbreitung der Corona-Variante Omikron Unterstützung zugesagt. In einer Videoschalte am Montagabend baten die Ressortchefs das Bundesgesundheitsministerium, die Regelungen zur telefonischen Krankschreibung bei Atemwegserkrankungen zu verlängern. Die Ärzte bräuchten diese Unterstützung, "damit sie nicht von Patienten überrollt werden", sagte Sachsen-Anhalts Gesundheitsministerin Petra Grimm-Benne nach den Beratungen. Die SPD-Politikerin ist aktuell Vorsitzende der Gesundheitsministerkonferenz.

Zudem soll es weiterhin möglich sein, dass ärztliche und psychotherapeutische Konsultationen digital erfolgen. Auch einen Rettungsschirm für Praxen soll es geben, wenn diese einen hohen Personalausfall haben oder nicht akute Behandlungen verschoben werden müssten. Das Bundesgesundheitsministerium soll zudem die Kostenübernahme bei der Aufnahme ausländischer Patienten in Deutschland klären.

20.52 Uhr: Verfügbarkeit von PCR-Tests soll beschränkt werden

Die Gesundheitsminister der Länder diskutieren über eine Änderung der Corona-Teststrategie, um einer Überlastung der Laborkapazitäten entgegenzuwirken. Bei hohen Infektionszahlen sollen PCR-Tests künftig auf "symptomatische Personen und gegebenenfalls vulnerable Gruppen" beschränkt werden. Das geht aus einem Beschlussentwurf hervor, der den Gesundheitsministern vor einer Videokonferenz am Montagabend vorlag.

Antragsteller ist das Land Berlin. Dort ist die Nachfrage nach PCR-Tests aktuell zum Teil größer als das Angebot. Laut dem Antrag soll bei Personen mit einer symptomfreien Corona-Infektion nach einem positiven Schnelltest auf einen PCR-Test als Bestätigung verzichtet werden. Auch wenn die Corona-Warn-App auf Rot springt, soll künftig nur noch ein Schnelltest erfolgen.

Eine Freitestung aus der Quarantäne oder einer Isolierung soll ebenfalls "ausschließlich" mit einem "qualitativ hochwertigen und gegebenenfalls laborbasierten Antigentest" durchgeführt werden. Lediglich bei Beschäftigten der kritischen Infrastruktur wie in Pflegeheimen und Krankenhäusern soll möglicherweise noch ein PCR-Test erfolgen.

20.02 Uhr: Corona-Schock für Handballer: Fünf weitere Spieler positiv

Vor dem abschließenden Vorrundenspiel bei der Europameisterschaft gegen Polen sind fünf weitere Spieler am Montag positiv getestet worden. Betroffen sind Torwart Andreas Wolff, die Rückraumspieler Kai Häfner und Luca Witzke sowie die Außen Timo Kastening und Lukas Mertens. Nachdem sich zuvor bereits Julius Kühn und Hendrik Wagner mit dem Coronavirus infiziert hatten, fallen insgesamt sieben Akteure für die Partie an diesem Dienstag (18.00 Uhr/ZDF) in Bratislava aus.

19.30 Uhr: Tausende Gegner der Corona-Regeln demonstrieren in Sachsen

Am Montagabend gibt es an vielen sächsischen Orten wieder Corona-Proteste. Die rechtsextreme Kleinstpartei "Freie Sachsen" hat an mehr als 150 Orten zu Protesten aufgerufen. Neben Dresden, Leipzig und Chemnitz gab es auch wieder in Freiberg, Bautzen oder Görlitz Versammlungen und Aufzüge mit mehreren hundert Menschen in den jeweiligen Städten. Demnach sind es allein in Bautzen rund 650 Teilnehmer, in Zwickau twittert die Polizei von rund 450 Teilnehmern. Aus Freiberg berichtet eine SZ-Reporterin, dass hier rund 1.000 Menschen ohne Abstand und Masken in der Innenstadt zusammengekommen sind.

In der am Freitag in Kraft getretenen Corona-Schutzverordnung sind, wenn die Infektionszahlen niedrig bleiben, 1.000 Menschen bei Demos erlaubt.

Impfgegner und Kritiker der Corona-Maßnahmen in Bautzen.
Impfgegner und Kritiker der Corona-Maßnahmen in Bautzen. © dpa-Zentralbild

18.45 Uhr: Israelische Studie: Vierte Impfung nicht ausreichend gegen Omikron

Eine vierte Corona-Impfung schützt laut einer israelischen Studie nicht ausreichend gegen die Omikron-Variante. Man beobachte auch bei vierfach Geimpften Ansteckungen, sagte Professor Gili Regev vom Schiba-Krankenhaus bei Tel Aviv am Montag. Zwei Wochen nach einer vierten Dosis des Präparats von Biontech/Pfizer sei zwar ein "schöner Anstieg" der Antikörper zu beobachten. Deren Zahl liege sogar etwas über dem Wert nach der dritten Impfung. "Aber für Omikron ist dieser schöne Wert nicht genug." Regev betonte, es handele sich um Zwischenergebnisse der Studie, sie wollte daher auch keine genaueren Zahlen nennen.

Rund 150 Teilnehmer der Studie hatten vor zwei Wochen eine vierte Dosis des Vakzins von Biontech-Pfizer erhalten. Vor einer Woche erhielten dann 120 weitere Teilnehmer nach drei Dosen Biontech/Pfizer eine vierte Impfung mit Moderna. Es sei weltweit der erste Versuch mit einer vierten Impfung mit kombinierten Vakzinen, sagte Regev. Die Ergebnisse beider Gruppen nach einer Woche seien sehr ähnlich. "Wir sehen keinen erheblichen Unterschied."

18.02 Uhr: Dresdner SPD-Chef fordert "Bändchen-Lösung" für Einkauf

Der Dresdner SPD-Chef Albrecht Pallas fordert auch für die Landeshauptstadt eine "Bändchen-Lösung" für Einkäufe unter 2G-Bedingungen (geimpft oder genesen). Im Unterschied zu Leipzig sei das in Dresden bisher nicht möglich, erklärte Pallas am Montag und sprach von einem "Unding". "Dresden und Leipzig befinden sich bei der Frage nach der attraktivsten Einkaufsstadt im direkten Wettbewerb. Eine frühzeitige und kreative Lösung für den Dresdner Einzelhandel hätte daher höchste Priorität seitens der Stadtspitze haben müssen."

In Leipzig entfällt das Vorzeigen eines Impf- oder Genesenen- Nachweises sowie des Personalausweises an jeder Ladentür. Die entsprechenden Daten müssen nur einmalig an Kontrollpunkten vorgelegt werden. Statt eines Bändchens am Handgelenk bekommt man in der Messestadt einen Stempel, der zum Einkaufen in allen Geschäften der Innenstadt sowie des Hauptbahnhofes berechtigt.

17.32 Uhr: Omikron-Anteil in Tschechien bei mehr als 80 Prozent

Die ansteckendere Omikron-Variante des Coronavirus breitet sich in Tschechien immer weiter aus. Sie habe inzwischen einen Anteil von mehr als 80 Prozent an den auf Varianten untersuchten Proben, teilte die staatliche Gesundheitsbehörde SZU am Montag in Prag mit. Omikron hat in dem deutschen Nachbarland Delta als vorherrschende Mutante längst abgelöst.

"Die gute Nachricht ist, dass die Zahl der Krankenhauseinweisungen sinkt", sagte Innenminister Vit Rakusan nach einer Sitzung des zentralen Krisenstabs. Eine Überlastung des Gesundheitssystems drohe derzeit nicht. In Tschechien gab es nach aktuellen Zahlen innerhalb von sieben Tagen 678 bestätigte Neuinfektionen je 100.000 Einwohner.

Omikron steht nach Einschätzung der Behörden auch hinter dem Anstieg der positiven Fälle bei den Corona-Massentests an fast allen tschechischen Schulen. In der jüngsten Runde wurden 3.357 durch einen PCR-Test bestätigte Infektionen registriert. Vor zwei Wochen waren es nur 1.413 gewesen. An den Tests beteiligten sich landesweit knapp 1,2 Millionen Schüler und rund 170.000 Lehrkräfte.

Um eine Überlastung zu vermeiden, wollen sich die Gesundheitsämter bei der Kontaktnachverfolgung infizierter Personen künftig auf zwei Altersgruppen konzentrieren: Kinder und Jugendliche bis 18 Jahren sowie Menschen über 65 Jahren. Alle anderen sollen keinen Anruf mehr erhalten, sondern nur eine SMS mit der Aufforderung, im Internet einen Fragebogen auszufüllen.

17.08 Uhr: Bundestag: Auch Alice Weidel bald auf Zuschauertribüne

Mit der Verkürzung des Genesenenstatus von sechs auf drei Monate werden im Bundestag voraussichtlich bald weitere Abgeordnete vorrangig aus der AfD auf die Tribüne ausweichen müssen, so etwa Fraktionschefin Alice Weidel. Sie ist nach eigenen Angaben nicht geimpft und hatte im November eine Corona-Infektion. Wie ein Sprecher am Montag auf Nachfrage mitteilte, hat ihr Genesenenstatus noch bis Anfang Februar Gültigkeit. "Sie wird dann auf der Tribüne Platz nehmen", fügte er hinzu. Wie viele AfD-Abgeordnete darüber hinaus von der verkürzten Dauer des Genesenenstatus betroffen seien, lasse sich derzeit nicht sagen.

Im Bundestag gelten seit vergangener Woche verschärfte Corona-Regeln, gegen die in der AfD eine Klage erwogen wird: In den Plenarsaal oder in die Ausschusssäle dürfen nur noch Geimpfte oder Genesene mit zusätzlichem Test - Geboosterte brauchen keinen Test. Wer ungeimpft ist oder Corona noch nicht hatte, darf nur noch mit aktuellem negativen Test auf die Tribüne.

16.36 Uhr: Illegale Partys bereiten große Sorgen auf Mallorca

Illegale Partys und Massenansammlungen auf Mallorca im Rahmen der Januar-Volksfeste bereiten den Behörden der spanischen Ferieninsel angesichts der weiter steigenden Corona-Zahlen große Sorgen. Man befürchte, dass diese Ausgelassenheit das Erreichen des Höhepunkts der neuen Pandemie-Welle verzögern könnte, warnte am Montag in Palma die regionale Gesundheitsministerin Patricia Gómez.

Obwohl es auf Mallorca derzeit kaum Touristen aus Deutschland, Großbritannien und anderen Ländern gibt, macht die Mittelmeer-Insel ihrem Ruf der Party-Hochburg auch dieser Tage alle Ehre: Auf dem Dorfplatz von Sa Pobla versammelten sich am Sonntagabend zahlreiche vorwiegend jüngere Menschen, um am Vorabend des Sant-Antoni-Festes dichtgedrängt zu feiern, zu singen und unter anderem auch Alkohol zu trinken. An die aktuell auch im Freien landesweit geltende Maskenpflicht hielten sich nur wenige Teilnehmer, wie die "Mallorca Zeitung" und andere Regionalmedien berichteten. "Es herrschte wildes Chaos", titelte "Última Hora" Die Polizei schritt nicht ein.

Auf Mallorca und den anderen Balearen-Inseln wurden zuletzt 1.218 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen registriert, landesweit liegt die Sieben-Tage-Inzidenz in Spanien bei 1.654.

16.06 Uhr: Lauterbach will weiter keinen Vorschlag zur Impfpflicht machen

Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) will weiter keinen eigenen Vorschlag für eine allgemeine Impfpflicht ausarbeiten. "Als Bundesgesundheitsminister muss man respektieren, wenn eine Entscheidung eine Gewissensentscheidung des Parlaments ist. Dann machen die Abgeordneten Vorschläge und nicht der Minister oder die Ministerin", sagte Lauterbach am Montag in Schwerin bei seinem Antrittsbesuch in Mecklenburg-Vorpommern. Gemeinsam mit Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD) und Oberbürgermeister Rico Badenschier (SPD) hat der Bundesgesundheitsminister das Impfzentrum der Landeshauptstadt besucht und dort auch selbst geimpft.

Lauterbach kommentierte auch die Aussagen des Virologen Christian Drosten, der in der milder verlaufenden Omikron-Variante eine Chance sieht und im "Tagesspiegel am Sonntag" davon sprach, dass sich alle Menschen früher oder später mit Sars-CoV-2 infizieren müssen. Der SPD-Politiker bewertet die Aussage Drostens nicht als Parteinahme für oder gegen eine Impfpflicht. Der Wissenschaftler der Berliner Charité hatte zudem auf die Bedeutung der Impfung vor allem für Ältere hingewiesen. Genau diese Altersgruppe wolle Lauterbach nicht durch zu frühe Lockerungen gefährden.

Lauterbach betonte, dass er persönlich die Impfpflicht befürworte, da ansonsten im kommenden Herbst wieder eine Situation drohe, in der wie aktuell über Einschränkungen diskutiert werden müsse. Zu der Frage, ob die Impfpflicht angesichts der Omikron-Variante noch gebraucht wird, sagte er: "Ich bin fest davon überzeugt, wenn wir das Problem lösen wollen, auf eine saubere und sichere Art und Weise, dann ist die Impfpflicht der beste Weg."

Karl Lauterbach unterschreibt den Impfausweis, nachdem er einen Patienten im Impfzentrum in Schwerin geimpft hat.
Karl Lauterbach unterschreibt den Impfausweis, nachdem er einen Patienten im Impfzentrum in Schwerin geimpft hat. © dpa POOL

15.38 Uhr: Sachsen meldet 662 neue Corona-Fälle

In Sachsen sind nach einer am Montag veröffentlichten Aufstellung des Sozialministeriums binnen eines Tages 662 neue Corona-Infektionen gemeldet worden. Zudem wurden 16 Todesfälle im Zusammenhang mit einer Covid-19-Erkrankung registriert. Seit Beginn der Pandemie im März 2020 haben sich damit in Sachsen nachweislich 680.745 Menschen mit dem Coronavirus infiziert, 13.785 starben. Die Zahl der Genesenen wird mit 644.200 angegeben.

Die vom Robert Koch-Institut ermittelte Sieben-Tage-Inzidenz für den Freistaat ist mit 248,5 weiter gestiegen (Sonntag: 231,9). Der Wert gibt die Zahl der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner innerhalb einer Woche an.

15.22 Uhr: Anklage wegen erfundenen Coronatest-Zentren - Millionenschaden

Weil sie mindestens elf Corona-Testzentren komplett erfunden und fiktive Tests und Impfungen abgerechnet haben soll, ist eine Frau in Essen angeklagt worden. Wie aus einem Bericht an den Rechtsausschuss des Landtags hervor geht, soll ein Schaden von 1,1 Millionen Euro entstanden sein. Das meiste Geld sei sichergestellt worden - die Angeschuldigte sitze in Untersuchungshaft.

Laut Justizministerium wurde am 7. Januar vor dem Schöffengericht Essen Anklage erhoben. Die Beschuldigte soll demnach bundesweit bei Kassenärztlichen Vereinigungen im Online-Verfahren die elf Teststellen angemeldet haben, "die tatsächlich nicht existiert hätten." 925.000 Euro der mutmaßlichen Beute habe man durch Kontopfändungen sichern können.

14.54 Uhr: Staatsanwalt will beschleunigtes Verfahren gegen Corona-Demonstrant

Die Staatsanwaltschaft Dresden will gegen einen 34 Jahre alten Corona-Demonstranten im beschleunigten Verfahren verhandeln. Bei einer nicht angemeldeten Demonstration in Pirna am 3. Januar attackierte der Mann eine Polizistin mit einem Kinderwagen. Dem Mann werde unter anderem ein tätlicher Angriff auf Vollstreckungsbeamte, gefährliche Körperverletzung und versuchte Nötigung zur Last gelegt, teilte die Ermittlungsbehörde am Montag in Dresden mit.
Mehr dazu lesen Sie hier.

13.56 Uhr: Kürzerer Genesenenstatus wegen Omikron

Der Corona-Genesenenstatus ist auf drei Monate verkürzt worden - das Bundesgesundheitsministerium begründet dies mit der neuen Virusvariante Omikron. Diese Festlegung des Robert Koch-Instituts (RKI) sei aus wissenschaftlicher Sicht erfolgt, sagte ein Ministeriumssprecher am Montag in Berlin. Hintergrund sei, dass aufgrund der vorherrschenden Omikron-Variante ein sehr viel größeres Risiko bestehe, nach dieser Zeit zu erkranken oder Überträger zu sein. Die vorherige Zeitspanne von sechs Monaten habe gegolten, so lange man mit der vorherrschenden Delta-Variante umgehen musste.

Die neue Vorgabe knüpft an eine vom Bundesrat am vergangenen Freitag besiegelte Verordnung an und gilt seit Samstag. Demnach müssen Genesenennachweise Kriterien entsprechen, die das RKI auf einer Internetseite bekannt macht. Dazu gehört: "Das Datum der Abnahme des positiven Tests muss mindestens 28 Tage zurückliegen". Und: "Das Datum der Abnahme des positiven Tests darf höchstens 90 Tage zurückliegen." Das RKI erläutert: "Diese Vorgaben werden regelmäßig überprüft und können sich gemäß Stand der Wissenschaft ändern."

Zuvor hatte in der Verordnung als generelle Regelung gestanden, dass der Test "mindestens 28 Tage sowie maximal sechs Monate zurückliegt". Mehr zu dem Thema lesen Sie hier.

13.35 Uhr: Grassi Museum öffnet wieder

Nach gut zwei Monaten Corona-bedingter Schließzeit öffnet das Grassi Museum für Angewandte Kunst Leipzig am Dienstag wieder. Parallel dazu werden drei neue Sonderausstellungen präsentiert, wie das Museum am Montag mitteilte. Bis zum 3. April rücken diese Fotografie, Fotobücher und Glasskulpturen in den Vordergrund.

Besucherinnen und Besucher müssen entweder geimpft oder genesen sein (2G-Regel) und im Museum eine FFP2-Maske tragen. Für Kinder und Jugendliche im Alter von 6 bis 16 Jahren reicht auch eine medizinische Maske.

13.05 Uhr: Flucht aus angestammten Berufen ist globaler Corona-Trend

Unzählige Menschen haben nach einem Bericht der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO) ihre Prioritäten in der Corona-Pandemie neu sortiert und ihre Tätigkeitsfelder verlassen. In manchen Branchen werde es immer schwieriger, Positionen zu besetzen, sagte ILO-Generaldirektor Guy Ryder am Montag in Genf. Er nannte die Gastronomie, den Einzelhandel sowie Pflegeberufe.

Das Phänomen werde als "Covid-Klarheit" bezeichnet, sagte Ryder: Menschen seien sich in der Pandemie klar darüber geworden, dass ihre Arbeit nicht ihre Erwartungen erfülle oder sie nicht die gewünschte Anerkennung bekämen. Viele Menschen seien aus diesen und anderen Gründen nicht aktiv auf Arbeitssuche. Die wahre Zahl der Arbeitslosen sei deshalb sicher höher als es offizielle Statistiken nahelegten. Die ILO ist eine Sonderorganisationen der Vereinten Nationen.

Nach Hochrechnungen der offiziellen Statistiken dürften in diesem Jahr rund 207 Millionen Menschen weltweit arbeitslos sein, wie aus dem ILO-Bericht über Beschäftigungstrends 2022 hervorgeht. Das wäre zwar eine Verbesserung verglichen mit 2021 (214 Millionen) und 2020 (224 Millionen). Im Jahr vor der Corona-Pandemie, 2019, waren es aber nur 189 Millionen. "Die globalen Arbeitsmärkte erholen sich deutlich langsamer als erwartet", sagte Ryder. Die ILO rechnet damit, dass die Zahl der Arbeitslosen mindestens bis 2023 über dem Vorkrisen-Niveau bleibt. Gründe seien etwa die besonders ansteckenden Coronavirus-Varianten Delta und Omikron und die Unsicherheit über den Verlauf der Pandemie.

12.13 Uhr: 19 Dresdner Schulen sind geschlossen

An vielen Dresdner Schulen kann der Unterricht derzeit nicht so stattfinden, wie es sich Lehrer, Eltern und Schüler wünschen. Dutzende Schüler und Pädagogen sind nach Hause geschickt worden. Für fünf weitere Schulen gelten ab Montag Schließungsanordnungen wegen Corona-Fällen. Welche das sind, lesen Sie hier.

12.04 Uhr: Mehr als eine halbe Million Corona-Impfungen am Wochenende

In Deutschland sind am Wochenende mehr als eine halbe Millionen Impfungen gegen das Coronavirus verabreicht worden. Am Sonntag wurden 129.000 Impfungen vorgenommen, am Samstag waren es 408.000, wie aus Daten des Robert Koch-Instituts vom Montag hervorgeht.

Mindestens 60,5 Millionen Menschen haben den vollständigen Grundschutz gegen das Coronavirus mit der meist nötigen zweiten Impfung erhalten. Das entspricht mindestens 72,7 Prozent der Bevölkerung. Hier liegt wie auch bei der Quote Erstgeimpfter Bremen im Bundesländer-Vergleich an der Spitze. Sachsen ist jeweils Schlusslicht.

Eine zusätzliche Auffrischungsimpfung haben 39,2 Millionen Menschen (47,1 Prozent) erhalten. Diese ist wichtig für einen wirksamen Schutz vor der ansteckenderen Virusvariante Omikron. Beim Anteil der Menschen mit Auffrischungsimpfungen ist das Saarland vorn, auch hier liegt Sachsen am Ende der Skala.

Mindestens eine Impfdosis erhalten haben bisher 62,4 Millionen Menschen (75,1 Prozent). Die Bundesregierung strebt eine Quote von 80 Prozent Erstgeimpfter bis Ende Januar an.

Auf dem RKI-Dashboard wird darauf hingewiesen, dass die Impfquoten als Mindestimpfquoten zu verstehen sind, "da eine hundertprozentige Erfassung durch das Meldesystem nicht erreicht werden kann". Das Robert Koch-Institut geht davon aus, dass die tatsächliche Impfquote um bis zu fünf Prozentpunkte höher liegt.

10.20 Uhr: Sächsische FDP mahnt verständliche Corona-Verordnungen an

Die FDP hält die aktuelle sächsische Corona-Verordnung für unverständlich und "nicht mehr lesbar". Die Liberalen befürchten, dass damit die Einhaltung der Schutzmaßnahmen für die Bevölkerung erheblich erschwert wird. "Für und Wider der Corona-Schutzmaßnahmen beschäftigen die Menschen in Sachsen nunmehr seit mehreren Jahren teilweise sehr emotional. Gerade deshalb müssten die Verordnungen eigentlich bürgernah, verständlich und einfach umsetzbar geschrieben werden", erklärte die FDP-Landesvorsitzende Anita Maaß am Montag in Dresden. Das Gegenteil sei aber der Fall.

"Das Sozialministerium muss hier unbedingt nachbessern und einen Text veröffentlichen, der auch für Menschen verständlich ist, die keinen Abschluss in Jura oder Verwaltungsrecht haben", betonte Maaß. Es sei schwer für "gesetzestreue und aufmerksame Bürger, die für sie wichtigen Regeln aus dem Verordnungstext zu erfassen".

Zudem kritisierten die Freien Demokraten, dass auch nach zwei Jahren Pandemie die Verordnungen noch immer erst kurz vor dem Geltungsdatum veröffentlicht würden. Die Bürger brauchten Planungssicherheit und die Möglichkeit, sich auf neue Regeln vorzubereiten.

9.47 Uhr: Luca-App ändert Geschäftsmodell und senkt Preise

Die Macher der umstrittenen Luca-App zur Bekämpfung der Corona-Pandemie sind den Bundesländern in den laufenden Verhandlungen um eine Vertragsverlängerung entgegengekommen. Die Länder müssen sich nicht mehr für ein volles Jahr auf die Nutzung des Luca-Systems verpflichten, sondern können sich Monat für Monat entscheiden, ob die Gesundheitsämter die Luca-Daten nutzen können, teilte die Betreibergesellschaft Cultur4Life am Montag in Berlin mit.

Gleichzeitig halbierten die Luca-Macher die Kosten: Pro Gesundheitsamt werden künftig 9.000 Euro im Jahr fällig statt bislang 18.000 Euro. Damit könne die Infrastruktur und Software des Luca-Systems erhalten bleiben, sagte Culture4Life-Geschäftsführer Patrick Hennig der Deutschen Presse-Agentur.

Bislang hat von den 13 Luca-Vertragsländern nur Schleswig-Holstein eine Kündigung schriftlich ausgesprochen. Es gibt aber Hinweise darauf, dass auch Bundesländer wie Baden-Württemberg, Berlin, Brandenburg und Bremen vor einer Vertragskündigung stehen.

8.50 Uhr: Corona-Inzidenz in Sachsen steigt - bundesweit zweitniedrigster Wert

Die Sieben-Tage-Inzidenz in Sachsen ist erneut gestiegen. Am Montag lag die Zahl der wöchentlichen Corona-Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner laut Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) bei 248,5 - nach 231,9 am Vortag. Damit ist der einstige Corona-Hotspot Sachsen weiterhin das Bundesland mit der zweitniedrigsten Inzidenz nach Thüringen (197,9). Bundesweit lag der Wert am Montag bei 528,2.

Innerhalb des Freistaats wurden die höchsten Infektionsraten in den Städten Leipzig (376,2) und Dresden (346,3) registriert. Den geringsten Wert wies das RKI für den Vogtlandkreis (112,1) aus.

Nach RKI-Angaben wurden im Freistaat bis Mitternacht weitere 1.048 Corona-Infektionen und drei weitere Todesfälle im Zusammenhang mit Corona registriert. Demnach haben sich seit Beginn der Pandemie 680 084 Menschen nachweislich mit dem Coronavirus infiziert, 13.773 sind seit März 2020 im Zusammenhang mit Covid-19 gestorben.

7.54 Uhr: Virologe Stöhr: Erst Durchseuchung, dann sehr entspannter Sommer

Angesichts der aktuellen Corona-Welle mit der hoch ansteckenden Omikron-Variante erwartet der Virologe Klaus Stöhr erst eine Durchseuchung in den kommenden Wochen, dann eine natürliche Immunisierung der Bevölkerung - und schließlich ein Auslaufen der Pandemie. "In den nächsten zwei bis drei Wochen wird es eine Unsicherheit geben, wie hoch die Inzidenz steigen wird. Danach werden sich durch die sehr starke Durchseuchung, die dann leider einsetzen wird, die man nicht abwenden kann, sehr viele Menschen die natürliche Immunität holen", sagte er am Sonntagabend im TV-Sender Bild.

Diese Immunität werde "oben draufgepflanzt" auf die Immunisierung durch Impfungen, fuhr Stöhr fort. Beides zusammen werde zu einem anhaltenden Immunschutz führen, so dass man auch nicht das vierte, fünfte, sechste, oder siebte Mal boostern müsse. Im Herbst müsse man dann sehen, ob man den über 60-Jährigen noch einmal ein Impfangebot mache.

Angesichts der Millionen Ungeimpften oder zumindest nicht vollständig Geimpften ist Vorsicht nach den Worten Stöhrs zwar weiter ganz wichtig. Dennoch gibt er sich überzeugt: "Im Frühjahr, Sommer dann wird es sehr entspannt."

7.29 Uhr: Leipzig startet "Bändchen-Lösung"

Wer in der Leipziger Innenstadt einkaufen geht, muss künftig nicht mehr vor jeder Ladentür seinen Impf- oder Genesenen-Nachweis und den Personalausweis zücken, sondern kann mit einem Stempel auf der Hand von Geschäft zu Geschäft laufen. Die weithin als "Bändchen-Lösung" bekannte Praxis solle im Laufe dieser Woche eingeführt werden, sagt Leipzigs neuer Citymanager Robin Spanke auf saechsische.de-Nachfrage. An sechs Stationen und größeren Geschäften können Kunden ihre Nachweise als Geimpfte oder Genesene vorlegen und den Stempelaufdruck bekommen. Leipzig ist mit der Shopping-Lösung Vorreiter in Sachsen. In Dresden sind einige Centermanager skeptisch und verweisen unter anderem auf großen Aufwand. Das Citymanagement möchte eine Lösung, die neben Händlern und Gastronomen auch die Kultur mit einbezieht.

7.01 Uhr: Niedersachsens Innenminister: Konsequent bei Corona-Demos eingreifen

Niedersachsens Innenminister Boris Pistorius hat ein konsequentes Durchgreifen des Staates gegen Regelverstöße und Gewalt bei Protesten gegen die Corona-Politik angekündigt. "Wer sich den Maßnahmen der Polizei widersetzt oder versucht, mit rücksichtsloser Gewalt oder sogar einem Kind vor dem Bauch eine Polizeisperre zu durchbrechen, macht deutlich, dass es um Aggression und einen Angriff auf den Staat geht. Und das werden wir uns, stellvertretend für die große Mehrheit der Bürgerinnen und Bürger, nicht gefallen lassen", sagte der SPD-Politiker der "Neuen Osnabrücker Zeitung".

"Es wird von einer Diktatur und von Faschisten gesprochen, es wird von Gewalt und Verschwörungen geredet. Und daran erkennt man, dass es vielen derjenigen, die auf die Straße gehen, eigentlich nicht um die Corona-Maßnahmen geht, sondern vielmehr um eine Verächtlichmachung und Verunglimpfung des Staates und der Demokratie", betonte Pistorius. Hier werde der "wehrhafte Rechtsstaat" sehr genau aufpassen und einschreiten, wo immer es notwendig sei.

6.41 Uhr: Sachsen mit gut gefüllter Corona-Reserve

Sachsens Bestände an medizinisch-hygienischer Schutzausrüstung sind offenbar gut gefüllt. Nach Angaben des Innenministeriums lagern mehrere Millionen FFP2-Masken, Einmalhandschuhe und Pflegekittel in der sogenannten Notreserve. Die Daten gehen aus einer Antwort des Ministeriums auf eine Anfrage des Linkenabgeordneten Franz Sodann hervor. Demnach zählen mehr als vier Millionen Masken aus der Kategorie FFP2 zu der Reserve. Mehr als 16 Millionen Einmalhandschuhe hält der Freistaat vor, zudem rund 1,5 Millionen Schutz- und Pflegekittel. Die Reserven sind so üppig, dass Sachsen im vergangenen Jahr keine neuen Bestellungen auslösen musste.

6.18 Uhr: Sachsens Fitnessstudios hoffen auf späten Neujahrs-Boom

Die sächsischen Fitnessstudios dürfen unter strengen Auflagen wieder öffnen - die Betreiber hoffen auf einen späten Neujahrsboom. Mit Blick auf den Rest Deutschlands sei man optimistisch, heißt es von der Kette FitX, die im Freistaat vier Studios betreibt. "Die Zahl der Neuanmeldungen bleibt aufgrund der Auflagen natürlich hinter den Zahlen zurück, die wir vor der Pandemie hatten – wir merken aber trotzdem, dass die Menschen Lust auf Sport haben", sagte eine Sprecherin. Die Erfahrung aus anderen Bundesländern zeige, dass es ein paar Tage Eingewöhnung brauche - dann pendelten sich die Besuchszahlen in den Studios aber wieder recht schnell ein.

Die seit Freitag gültige Corona-Verordnung sieht für Fitnessstudios im Freistaat die 2G-plus-Regel vor: Geimpfte und Genesene dürfen in die Studios, wenn sie zusätzlich ein negatives Testergebnis oder eine Booster-Impfung vorzeigen können. Ausgenommen von der Pflicht sind etwa Personen, die erst in den vergangenen drei Monaten ihre Zweitimpfung erhalten haben oder eine Infektion durchgemacht haben.

Wie hoch die Mitgliederverluste der sächsischen Studios im vergangenen Jahr waren, kann der Arbeitgeberverband deutscher Fitness- und Gesundheits-Anlagen (DSSV) noch nicht beantworten. Zum Stichtag 31. Dezember 2020 waren den Angaben zufolge 380.000 Menschen Mitglieder einer Fitnessanlage - gut 90.000 weniger als im Vorjahr.

5.51 Uhr: Impfpflicht: Ungeimpften Beschäftigten in Arztpraxen droht Kündigung

Beschäftigte in Hausarztpraxen, die nach Inkrafttreten der Corona-Impfpflicht keinen Impf- oder Genesenennachweis vorlegen können, müssen mit einer Abmahnung und in letzter Konsequenz mit ihrer Entlassung rechnen. Das geht aus einem Informationsblatt des Deutschen Hausärzteverbandes hervor, über das als erstes das Redaktionsnetzwerk Deutschland berichtete. Die sogenannte einrichtungsbezogene Impfpflicht sieht vor, dass Beschäftigte in Einrichtungen wie Arztpraxen, Kliniken und Pflegeheimen bis zum 15. März nachweisen müssen, dass sie geimpft oder genesen sind. Damit sollen Patientinnen, Patienten und Pflegebedürftige besser vor einer Corona-Infektion geschützt werden.

Falls Mitarbeiter den Nachweis verweigerten, könne das Gesundheitsamt ihnen verbieten, die Arztpraxis zu betreten oder in dieser tätig zu sein, heißt es in dem Informationsblatt auf der Webseite des Hausärzteverbandes. "In diesen Fällen dürfte im Ergebnis für betroffene Arbeitnehmende der Vergütungsanspruch in der Regel entfallen." Weigere sich der Arbeitnehmer dauerhaft, einen Impf- oder Genesenennachweis oder ein Attest vorzulegen, wonach eine Impfung aus medizinischen Gründen nicht angezeigt sei, könne als letztes Mittel auch eine Kündigung in Betracht kommen, erklärt der Verband.

Die Impfpflicht gilt den Angaben zufolge in den Praxen für das medizinische Personal, aber auch für alle weiteren Beschäftigten wie Reinigungskräfte, Hausmeister, Transport- oder Küchenpersonal. Wer den Nachweis bis zum 15. März nicht vorlegen könne, dürfe weder tätig noch beschäftigt werden. Der Praxisinhaber müsse darüber sofort das Gesundheitsamt informieren. Mitarbeiter, die trotz Anforderung des Gesundheitsamtes innerhalb einer angemessenen Frist keinen Nachweis erbrächten, müssten mit bis zu 2.500 Euro Geldbuße rechnen.

5.32 Uhr: Bautzener Oberbürgermeister hofft auf ruhigere Demonstrationen

Seit Wochen demonstrieren Gegner der Corona-Maßnahmen montags in Bautzen - Oberbürgermeister Alexander Ahrens (SPD) hofft durch die geänderten Regeln zur Obergrenze bei Teilnehmern auf mehr Ruhe am Montagabend. "Ich hoffe sehr, dass die neuen Regeln Auswirkungen haben werden. Die Polizei wird zwar vor Ort sein, aber sie wird hoffentlich keinen Grund mehr haben, den Protest einzuschränken", sagte Ahrens der Deutschen Presse-Agentur. Die Schwelle für ein Eingreifen der Beamten sei nun deutlich höher.

Bislang waren Demonstrationen laut der gültigen Corona-Verordnung auf 10 Teilnehmer beschränkt, seit Freitag sind 200 erlaubt. Wird die Überlastungsgrenze bei der Krankenhaus-Belegung mit Covid-Patienten unterschritten und liegt die Corona-Inzidenz unter 1.500, dürfen 1.000 Menschen protestieren und auch durch die Straßen ziehen.

Er vertrete hier schon lange die Linie der Polizeigewerkschaft, sagte Ahrens. Es sei keine gute Idee, die Versammlungsfreiheit so scharf einzuschränken. "Wir sind in einer Situation, in der viele Menschen ohnehin verunsichert sind. Mit den strengen Regeln gießt man Öl ins Feuer." Bis zu einem gewissen Grad habe er Verständnis für den Protest der Menschen. Kein Verständnis habe er jedoch dafür, dass immer häufiger Rechtsextreme unter den Demonstranten seien und sich die Anmelder des Protests davon nicht distanzierten. In Bautzen waren in den vergangenen Wochen immer wieder Demonstrationen eskaliert. Am vergangenen Montag wurden drei Beamte bei Ausschreitungen verletzt. Nach Angaben der Polizei bewarfen Teilnehmer die Beamten mit Pflastersteinen und Flaschen.

5.12 Uhr: RKI registriert 34.145 Corona-Neuinfektionen - Inzidenz bei 528,2

Das Robert Koch-Institut (RKI) hat erneut einen Anstieg der bundesweiten Sieben-Tage-Inzidenz gemeldet und damit einen neuen Höchstwert. Das RKI gab den Wert der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner und Woche am Montagmorgen mit 528,2 an. Zum Vergleich: Am Vortag hatte der Wert bei 515,7 gelegen, vor einer Woche bei 375,7 (Vormonat: 413,7). Die Gesundheitsämter in Deutschland meldeten dem RKI binnen eines Tages 34.145 Corona-Neuinfektionen. Das geht aus Zahlen hervor, die den Stand des RKI-Dashboards von 04.57 Uhr wiedergeben. Vor einer Woche waren es 25.255 Ansteckungen.

Deutschlandweit wurden den neuen Angaben zufolge binnen 24 Stunden 30 Todesfälle verzeichnet. Vor einer Woche waren es 52 Todesfälle gewesen. Das RKI zählte seit Beginn der Pandemie 8.000.122 nachgewiesene Infektionen mit Sars-CoV-2. Die tatsächliche Gesamtzahl dürfte deutlich höher liegen, da viele Infektionen nicht erkannt werden.

Die Zahl der in Kliniken aufgenommenen Corona-Patienten je 100.000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen gab das RKI am Freitag mit 3,23 an (Donnerstag 3,09, Mittwoch 3,13). Sie war damit erstmals seit einigen Tagen wieder gestiegen. Am Wochenende wird sie nicht veröffentlicht. Die Zahl der Genesenen gab das RKI am Montag mit 7.000.000 an. Die Zahl der Menschen, die an oder unter Beteiligung einer nachgewiesenen Infektion mit Sars-CoV-2 gestorben sind, stieg auf 115.649.

Montag, 5 Uhr: Strack-Zimmermann wirft Generälen "Geschwurbel" vor

Die Vorsitzende des Verteidigungsausschusses im Bundestag, Marie-Agnes Strack-Zimmermann, fordert mehr Offenheit von den Bundeswehrgenerälen im Verteidigungsministerium. "Ich persönlich wünsche mir von der Generalität im Ministerium insgesamt deutlich mehr Klarheit und weniger Geschwurbel", sagte die FDP-Politikerin der "Welt".

Die Generäle legten sich gegenüber dem Parlament ungern fest, kritisierte sie. "Im Feld geben militärische Führer Befehle, knapp und verständlich. Im Umgang mit der Politik gibt es die Unart, sich 23 Notausgänge offen zu halten oder der Hausleitung nach dem Mund zu reden." Das sei ziemlich unerträglich.

"Die Bundeswehr ist eine Parlamentsarmee", betonte Strack-Zimmermann. "Wir Parlamentarier brauchen neben der politischen Einschätzung des Ministeriums auch einen klaren militärischen Rat, um uns eine Meinung bilden zu können." Sie erwarte unter Verteidigungsministerin Christine Lambrecht (SPD) eine neue Kultur der Offenheit, "mehr Tacheles in der militärischen Beratung - und eben weniger Herumgeeiere, geprägt von der Angst: Wen könnte ich mit meinen Ausführungen jetzt verärgern, und was bedeutet das für meine Karriere?"

Marie-Agnes Strack-Zimmermann ist FDP-Bundestagsabgeordnete und Mitglied des Bundesvorstandes ihrer Partei.
Marie-Agnes Strack-Zimmermann ist FDP-Bundestagsabgeordnete und Mitglied des Bundesvorstandes ihrer Partei. © Kay Nietfeld/dpa

Corona-Pandemie - das geschah am Sonntag:

18.11 Uhr: Reger Betrieb in Sachsens Skigebieten

Weiterführende Artikel

Impftermin in Sachsen: Alle wichtigen Infos

Impftermin in Sachsen: Alle wichtigen Infos

Die Corona-Lage in Sachsen ist angespannt. Experten und Politik raten zum Impfen und Boostern. Wie kommt man an einen Termin? Ein Überblick.

Das ist Sachsens neue Corona-Strategie

Das ist Sachsens neue Corona-Strategie

Ein neuer Stufenplan soll Orientierung für die Corona-Regeln in Sachsen geben. Was wann unter welchen Bedingungen wieder öffnen könnte - ein Überblick.

Impfen in Sachsen wieder ohne Termin möglich

Impfen in Sachsen wieder ohne Termin möglich

Die Nachfrage in den Impfzentren geht zurück. Interessierte können sich beim DRK nun spontan impfen lassen. Und Senioren bekommen Post.

Kretschmer-Besuch in Frankenberg von Protest begleitet

Kretschmer-Besuch in Frankenberg von Protest begleitet

Mit "Hau ab"-Rufen wurden Sachsen Ministerpräsident in Frankenberg begrüßt. Vor Ort versuchte er kurzzeitig mit den Protestlern zu sprechen.

Blauer Himmel und Frost: In Sachsens Skigebieten im Erzgebirge und Vogtland herrschte zum Saisonauftakt nach langer Corona-Zwangspause am Wochenende reger Betrieb und Kaiserwetter. "Ski und Rodel gut", hieß es unisono, auch wenn der erwartete Ansturm von Wintersportlern zeitweise und mancherorts verhalten war. René Lötzsch, Chef der Fichtelberg Schwebebahn, sprach am Sonntag von einem normalen Januarwochenende. Mehr zum ersten Ski-Wochenende in Sachsen

Mehr zum Thema Deutschland & Welt
Merken
Aktualisieren