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Leisniger Tierschützer rechnen mit Corona-Jahr positiv ab

Die Sponsoren haben sich großzügig gezeigt. Auch sonst gab es viel Unterstützung. Sorgen gibt es trotzdem in Leisnig.

Rosi Pfumfel ist seit vielen Jahren Vorsitzende des Tierschutzvereins für Leisnig und Umgebung. Die Leitung des Tierheimes hat sie inzwischen an ihre Tochter Silke (rechts) abgegeben.
Rosi Pfumfel ist seit vielen Jahren Vorsitzende des Tierschutzvereins für Leisnig und Umgebung. Die Leitung des Tierheimes hat sie inzwischen an ihre Tochter Silke (rechts) abgegeben. © Dietmar Thomas

Leisnig. Mit seinen knapp 420 Mitstreitern ist der Leisniger Tierschutzverein der zweitgrößte in Sachsen. Viele der Mitglieder sind bereits seit 25 Jahren dabei. Im Jahr 1990 gegründet, konnte der Vorstand vergangenes Jahr auf das 30-jährige Bestehen zurückblicken.

Das nahm Vorsitzende Rosi Pfumfel zum Anlass, um sich bei all jenen zu bedanken, die die Arbeit der Tierschützer über so lange Zeit überhaupt möglich gemacht und sie unterstützt haben.

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Das Jahr 2020 war finanziell gesehen ein sehr erfolgreiches“, bilanzierte Rosi Pfumfel. Der Ausbruch der Corona-Pandemie habe für den Tierschutzverein und das Tierheim Leisnig zum Glück keine negativen Auswirkungen gehabt – zumindest finanziell. „Viele unserer Sponsoren haben an uns gedacht und uns noch mehr Spenden als sonst zukommen lassen, um den Tieren helfen zu können“, berichtete Pfumfel.

Notfallkasse wieder aufgestockt

Die Einnahmen, die letztlich nicht zur Finanzierung der Ausgaben für den Tierheimbetrieb nötig waren, sollen der Notfallkasse zugutekommen. Die Vorsitzende erklärte, dass diese Kasse besonders für Tiere gedacht ist, die von anderen Tierheimen abgelehnt werden.

„Es gibt manchmal Fälle, die einem Heim einfach kein Geld bringen, weil die Tiere nicht mehr vermittelt werden können. Unsere Notfallkasse ist für solche Tiere da, damit wir auch ihnen helfen können“, so Pfumfel.

Wie sie erzählte, finden sich gerade für solche Tiere, die eigentlich niemand mehr will und somit so gut wie keine Chancen auf Vermittlung haben, Paten. Als Tierpate können Menschen ein bestimmtes Tier direkt unterstützen – auch wenn sie keine Möglichkeit haben, es fest bei sich aufzunehmen, erklärte die Vereinsvorsitzende.

Viele Katzenbabys im Tierheim

Derzeit kümmern sich die Tierschützer im Leisniger Heim auf dem Eichberg um 57 Katzen und drei Hunde. Unter den Katzen seien besonders viele junge. Das Problem sei, dass viele Leute sich nicht um streunende Katzen kümmern oder ihnen nur ab und zu etwas Futter geben würden.

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Rosi Pfumfel zufolge wäre es jedoch wichtig, in solchen Fällen den Tierschutzverein zu informieren. „Häufig vermehren sich die Katzen unkontrolliert, und wir müssen uns im Endeffekt um noch mehr Tiere kümmern.“ Auch wenn die Katze ein festes Heim habe, könnten sich viele Besitzer oftmals nicht noch um zusätzlichen Nachwuchs kümmern. Auch das sei häufig ein Abgabegrund, so Pfumfel.

Sie meint, dass es wichtig sei, überhaupt erst zu verhindern, dass neue Katzen in die Welt gesetzt werden. Aus diesem Grund vermitteln die Leisniger Tierschützer auch nur kastrierte Fund- oder Jungkatzen wieder in Familien beziehungsweise an Tierfreunde.

17 Tiere derzeit in Pflegefamilien

Doch dieser Verhütungseinsatz genügt bisweilen nicht. Immer wieder gibt es Zeiten, in denen die Katzenhäuser voll belegt sind. In dieser Situation, oder wenn schwierige Tiere zu betreuen sind, freut sich der Vorstand über Pflegestellen beziehungsweise -familien.

„Dort bekommen die Tiere ein Dach über dem Kopf und der Tierschutzverein unterstützt die Familien bei den Kosten“, erklärte Rosi Pfumfel. Derzeit seien 17 von den 57 Katzen zur Pflege untergebracht.

Dafür allerdings hat nicht jeder die Gelegenheit. „Die Menschen können uns auf vielfältige Art und Weise unterstützen. Über Spenden, egal ob als Geld- oder Sachspende, freuen wir uns immer sehr. Aber auch neue Pflegefamilien oder Tierpaten können sich gern bei uns melden“, so Pfumfel.

Ebenfalls willkommen sind Menschen, die Zeit mit den Tieren verbringen wollen: Mit den Hunden eine Runde im Muldental spazieren gehen, mit den Katzen spielen oder sie mit Streicheleinheiten verwöhnen. Gerade dieser Kontakt ist während der Pandemie zu kurz gekommen. Denn auch das Tierheim durfte zeitweise nicht besucht werden.

Verein in Leisnig verliert unfreiwillig Mitglieder

Die Zahl der Mitglieder des Tierschutzverein Leisnig schrumpft schon seit ein paar Jahren. „Wir haben das Problem, dass die meisten unserer Vereinsmitglieder schon recht alt sind“, so Rosi Pfumfel.

„Deshalb kommen Sterbefälle inzwischen häufiger vor.“ Problematisch sei, dass darunter oftmals auch Spender größerer Summen seien und solche, die regelmäßig feste Beträge überwiesen haben.

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