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Sind im Kreis Görlitz Todesfälle durch Impfung bekannt?

Gerüchte gibt es viele. Die Datenlage ist schwierig. Kliniken und Sozialministerium liefern aber klare Anhaltspunkte für den Kreis Görlitz.

Risiko oder Schutz? Die Diskussion um Impfreaktionen sind bei Corona ein Dauerthema.
Risiko oder Schutz? Die Diskussion um Impfreaktionen sind bei Corona ein Dauerthema. © dpa

Berichte über Todesfälle und schwere Erkrankungen nach einer Corona-Impfung mit den derzeit zugelassenen Präparaten gibt es immer wieder. Aktuell kursiert ein Bericht über einen solchen Fall im Süden des Kreises. Vor wenigen Wochen erklärte ein Facebook-Nutzer zudem, drei Bekannte seien an einer Impfung verstorben. Eine Nachfrage bei ihm nach Konkreterem blieb unbeantwortet. Was also sagen Kliniken und verantwortliche Behörden dazu?

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Das Klinikum Oberlausitzer Bergland teilte vor Kurzem auf Nachfrage mit, dass man aktuell weder "Patienten mit schweren Impfschäden behandeln" musste, noch mutmaßlich an Impffolgen verstorbene Patienten an den Standorten betreut hat. Bei der Frage nach Fällen, bei denen eine Erkrankung mutmaßlich in Zusammenhang mit einer Corona-Impfung stand, gab Klinik-Sprecherin Jana-Cordelia Petzold die Zahl mit "weniger als fünf" an.

Ein Thrombosefall am Klinikum Görlitz

Am Städtischen Klinikum Görlitz berichtet Sprecherin Katja Pietsch von einem Fall mit schwerer Impfkomplikation, "der aus Zittau zur Behandlung zugewiesen wurde". Es habe sich um eine Hirngefäßthrombose gehandelt, die laut Aussage der Ärzte "mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit auf die Impfung zurückzuführen" war. Der ansonsten fitte Patient mittleren Alters konnte in einem sehr guten Zustand entlassen werden.

Da nicht alle Komplikationen nach einer Impfung zwingend in Kliniken behandelt werden, sind diese Daten nur ein Teil der Wahrheit. In Sachsen sammelt die Landesuntersuchungsanstalt (LUA), die dem Sozialministerium unterstellt ist, solche Meldungen. Allerdings betont das Ministerium, dass die Zahlen nicht vollständig sein müssen, da sich Ärzte und Erkrankte auch direkt an das auf Bundesebene zuständige Paul-Ehrlich-Institut wenden können.

Fälle in zeitlichem Zusammenhang

Bei den Zahlen, die beim LUA bis Ende August dieses Jahres gemeldet wurden, handelt es sich zudem um Verdachtsfälle, die zumindest in zeitlichem Zusammenhang zu einer Impfung standen. Ob es auch einen kausalen Zusammenhang gibt, heißt das aber noch nicht. Demnach gab es in Sachsen 32 Todesfälle - 15 Frauen, 17 Männer - deren Tod in einem zeitlichen Zusammenhang mit einer Covid-Impfung stand. Davon wurden neun Fälle aus dem Landkreis Görlitz gemeldet. "Hierbei ist unbedingt zu berücksichtigen, dass vorrangig hochbetagte und vorerkrankte Personen geimpft wurden, deren Versterben wegen des Vorliegens von anderen Erkrankungen möglicherweise andere Gründe hatte als die Impfung", teilte das Ministerium mit. Die Betroffenen waren zwischen 60 und 92 Jahre alt.

Bis Ende August gingen bei der Landesuntersuchungsanstalt zudem 271 Verdachtsfälle zu über das übliche Maß hinausgehenden Impfnebenwirkung ein, darunter 14 Fälle aus dem Kreis Görlitz. Von diesen Verdachtsfällen in Sachsen seien aber mindestens 123 als nicht schwerwiegend einzustufen, sondern lagen "im Bereich des zu Erwartenden", teilt das Ministerium mit. Bei 87 Betroffenen - darunter drei Personen aus dem Kreis Görlitz - war eine Krankenhausbehandlung erforderlich. Das deckt sich mit den Klinik-Angaben.

Einen Überblick über alle gemeldeten Fälle kann nur das Paul-Ehrlich-Institut geben. Allerdings werden hier die Fälle nicht nach Regionen erfasst - aus Datenschutzgründen. Es liegen daher nur bundesweite Berichte vor. Zugleich macht Pressesprecherin Susanne Stöcker darauf aufmerksam, welch riesige Menge an Corona-Schutzimpfungen in neun Monaten verimpft wurde: "Ausgehend von den Daten des Arzneimittelatlas entspricht das in etwa der Menge, die sonst in zweieinhalb Jahren verimpft wird - für alle Impfstoffe zusammen.

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