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Königsteins Kino läuft trotz Corona

Wegen des Lockdown sind Lichtspielhäuser seit Monaten zu. Eigentlich. In der Sächsischen Schweiz hat man eine Idee, wie es trotzdem flimmern kann.

Vorhang auf: Simone Leonhardi vom Verein Königsteiner Lichtspiele will das Kino gut durch die Corona-Krise bringen.
Vorhang auf: Simone Leonhardi vom Verein Königsteiner Lichtspiele will das Kino gut durch die Corona-Krise bringen. © Steffen Unger

Kein Theater, keine Konzerte, kein Kino: Wegen der Corona-Pandemie liegt die Kulturszene auf Eis. Der Lockdown trifft auch den Verein Königsteiner Lichtspiele, der das Kino auf der Goethestraße betreibt. Vor fast genau zehn Jahren gegründet, wollen die Mitglieder das Kino zu einem neuen kulturellen Treffpunkt in der Festungsstadt machen. Ein Plan, der durch den Virus durchkreuzt wurde.

Denn aktuell gibt es keine öffentlichen Filmvorführungen in dem ehrwürdigen Saal. Das will der Verein gern ändern - und hat bereits Ideen. Thomas Leonhardi vom Verein will "aus der Not eine Tugend machen", wie er selbst sagt. Man will das Kino beleben und sich gleichzeitig an die verordneten Corona-Regeln halten. Wie das geht? Zum Beispiel, indem das Kino exklusiv an Familien oder kleine Gruppen vermietet wird - je nachdem, welchen Spielraum die rechtlichen Vorgaben gerade hergeben. Wer das Kino mietet, könne sich selbst einen Film aussuchen und diesen individuell zeigen. Im Kino könne genügend Abstand gehalten werden.

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Kino kann exklusiv gemietet werden

Ein Angebot, das der Lichtspiele-Verein auch über die Corona-Zeit hinaus gern beibehalten möchte. Zum Beispiel könne der Saal von Kindergruppen oder für Klassen- und Freunde-Treffen gemietet werden. Auch Jubelkonfirmanden könnten die Räumlichkeiten nutzen. Nicht nur beim Thema Feiern will das Königsteiner Kino mitmischen. Das Objekt biete sich zudem für Lehrgänge oder auch Elternabende an. Leonhardi führt die Liste der Möglichkeiten noch weiter. "Warum nicht das Kino als Ausgangspunkt für eine Wanderung nutzen, um nach der Rückkehr einen Film in gemütlicher Runde zu sehen", fragt er. Neben dem Saal gibt es eine kleine Teeküche, die mit genutzt werden kann.

Veranstaltungskalender für dieses Jahr steht

Leonhardi und die anderen Mitstreiter im Verein hoffen, dass die Zwangspause im Kulturbereich bald ein Ende haben wird. Für das Frühjahr und den Sommer haben die Königsteiner bereits erste Veranstaltungen geplant. Und zwar nicht nur Filmvorführungen. Auch Lesungen und Theatervorstellungen sind geplant.

Was das Königsteiner Kino für 2021 plant

  • 10. April: Lesung mit Thea Lehmann "Blut und Blüten"
  • 17. April: Film "Das Konzert"
  • 1. Mai: Impro-Theater "Yes oder Nie"
  • 8. Mai: Film "Schmeiß die Mama aus dem Zug"
  • 17.-31 Mai: Schulkinowochen in Sachsen
  • 26. Juni: Film "Der Engländer, der auf einen Hügel stieg und von einem Berg wieder herunterkam"
  • 17. Juli: Film "Tulpenfieber"
  • 20./21./27./28. August: 3. Sommer-Filmfest, u.a. mit "Die Abenteuer des Huck Finn" und "The King's Speech"
  • 2./9. Oktober: Film zu 23. Tschechisch-Deutschen Kulturtagen

Am Veranstaltungskalender zeigt sich, dass das Kino mehr sein will, als nur ein Kino. Dem Verein schwebt ein Begegnungszentrum für die Königsteiner vor. Um das zu verwirklichen, wird das denkmalgeschützte und rund 100 Jahre alte Haus in der Innenstadt bereits seit April 2019 saniert und umgebaut.

Keine Aufführungen, keine Spenden

Insgesamt 1,5 Millionen Euro sollen investiert werden. Mehr als 600.000 Euro hat der Verein bereits verbaut. Der erste Bauabschnitt ist inzwischen geschafft. Das wurde im Oktober letzten Jahres gefeiert. Der zweite Bauabschnitt soll bis voraussichtlich 2023 abgeschlossen sein. Mehr als 500.000 Euro sollen über Fördermittel abgedeckt werden. Ein Teil wurde bewilligt, ein weiterer Teil ist beantragt.

Der Nachteil: Die Finanzspritzen werden erst ausgezahlt, wenn die Bauarbeiten ausgeführt und abgerechnet sind. Der Verein muss deshalb in Vorleistung gehen. Ein Kraftakt, der zum Großteil über Spenden funktioniert. Wegen der Corona-Krise bekommt der Lichtspiele-Verein derzeit jedoch weniger Spenden, wie Thomas Leonhardi mitteilt. Eine Situation, die ihm zusätzliche Sorgen bereitet.

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