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Tschechien bittet Sachsen um Corona-Hilfe

Die Lage in Tschechien ist weiter angespannt, die Kliniken sind überfüllt. Nun werden die ersten Covid-Patienten ins Ausland verlegt. Auch Sachsen hilft.

Sanitäter in Schutzkleidung bringen Corona-Patienten aus einem überfüllten regionalen Krankenhaus in Náchod in Krankenhäuser in Mähren. Bald kommen auch Erkrankte nach Sachsen.
Sanitäter in Schutzkleidung bringen Corona-Patienten aus einem überfüllten regionalen Krankenhaus in Náchod in Krankenhäuser in Mähren. Bald kommen auch Erkrankte nach Sachsen. © David Taneèek/CTK/dpa

Tschechien nimmt in der Corona-Krise nach langem Zögern nun doch Hilfsangebote aus dem Ausland an. Man habe Deutschland, Polen und die Schweiz um die Übernahme und Behandlung von mindestens einem Dutzend Covid-19-Patienten gebeten, teilte das Gesundheitsministerium in Prag mit. Grund sei die Überlastung der Krankenhäuser, so dass die üblichen Behandlungsstandards nicht mehr gewährleistet werden könnten.

Der Freistaat Sachsen unterstützt Tschechien bei der weiteren Bekämpfung der Corona-Pandemie, teilte die sächsische Staatskanzlei nun mit. Dies beinhalte die Aufnahme tschechischer Intensivpatienten, die Lieferung von Impfstoff und Schnelltests in die besonders betroffenen Grenzregionen. Voraussetzung für die Aufnahme der Patienten sei das jetzt offiziell vorliegende Hilfeersuchen der Tschechischen Staatsregierung an den Bund. Bereits in den vergangenen Tagen hatte Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer dem tschechischen Ministerpräsidenten Andrej Babiš seine Unterstützung versichert.

Kretschmer betonte: "Die wirksame Eindämmung der Corona-Pandemie gelingt nur gemeinsam. Die tschechischen Nachbarn sind unsere Freunde – wir sind dankbar für das gewachsene Vertrauen und das Miteinander. In Zeiten der Krise ist eine Hilfe für uns selbstverständlich." In den sächsischen Krankenhäusern können der Mitteilung nach vorerst bis zu neun COVID-19-Patienten mit schweren Lungenkrankheiten aus dem Nachbarland aufgenommen werden. Dafür stünden freie Intensivbetten zur Verfügung. Neben Sachsen werden auch weitere Bundesländer tschechische Covid-Patienten aufnehmen. Gemeinsam mit Bayern und Thüringen seien bereits insgesamt 16.800 Impfdosen an die tschechischen Grenzregionen geliefert worden.

Konkrete Patienten seien noch nicht ausgewählt worden, hieß es aus dem Prager Gesundheitsministerium. Die Entscheidung liege beim jeweiligen behandelnden Arzt. "Wir sind in einer Situation, in der wir niemals sein wollten", sagte Gesundheitsminister Jan Blatny.

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