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Begehrte Ärzte aus Tschechien

Das Nachbarland sucht in der Corona-Krise händeringend Mediziner. Hinzu kommt die Angst vor Problemen im Grenzverkehr. Wie ist die Lage im Kreis Görlitz?

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Symbolbild © dpa

Sie sind begehrte Fachkräfte auf beiden Seiten der Grenze: tschechische Mediziner. Und sie bleiben ihren Jobs im deutschen Grenzgebiet offenbar trotz Corona-Krise treu. Das ergab eine kleine SZ-Umfrage. Dabei spielt es offenbar keine Rolle, ob die Mediziner in einem Angestelltenverhältnis oder selbstständig arbeiten.

Zwar verfügt die Kassenärztliche Vereinigung Sachsen (KVS) über keine spezifischen Informationen zu niedergelassenen tschechischen Ärzten. Sprecherin Julia Leditzky erklärte jedoch auf Anfrage, dass Praxen ja nicht einfach so geschlossen werden dürfen: "Der niedergelassene Vertragsarzt hat - wie bei anderen Abwesenheiten von seiner Praxis - selbst eine geeignete Vertretung zu organisieren. Dauert eine Abwesenheit von der Praxis länger als eine Woche, so ist dies der KVS zu melden", teilte sie mit. Solche Meldungen seien von tschechischen Ärzten bislang aber nicht bei der KVS eingegangen.

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Klinikum derzeit nicht besorgt

Auch am Klinikum Oberlausitzer Bergland haben die Mitarbeiter aus Tschechien bislang wie gewohnt ihre Dienste angetreten, betont Klinik-Sprecherin Jana-Cordelia Petzold. Sie habe auch keine Informationen darüber, dass Mitarbeiter die Absicht hätten, ins Heimatland zurückzukehren. Gründe dafür gäbe es durchaus: Zum einen wirbt Tschechien bei im Ausland arbeitenden Medizinern um Unterstützung in der Pandemie, mit der Tschechien derzeit stark zu kämpfen hat. Zum anderen könnte auch die Angst, dass das Pendeln durch verstärkte Schutzmaßnahmen erschwert werden könnte, dazu beitragen. Im Frühjahr war es hier zu Problemen gekommen, weil in Deutschland Arbeitende in Tschechien und auch in Polen nach dem Grenzübertritt in Quarantäne mussten. Diese Situation besteht derzeit aber nicht.

Der Oderwitzer Mediziner Gottfried Hanzl, Sprecher der Hausärzte im Südkreis, bestätigt, dass es generell keine Abkehr der tschechischen Kollegen aus hiesigen Praxen gibt. Allerdings muss er selbst in seiner Praxis auf zwei Kollegen von jenseits der Grenze verzichten. Das Ehepaar habe sich allerdings vor allem aus persönlichen und familiären Gründen entschieden, in die Heimat zurückzukehren und habe außerdem auch selbst für Ersatz gesorgt. Der MDR hatte über den Fall kürzlich berichtet.

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