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Überstunden statt Kurzarbeit

Nach dem Absturz im Sommer erholt sich die Dohnaer Firma Schiekel wieder. An einer Tradition wurde auch im schwersten Jahr der Geschichte festgehalten.

Von außen sieht man der Firma Schiekel im Dohnaer Gewerbegebiet die Probleme im schwersten Jahr ihrer Geschichte nicht an.
Von außen sieht man der Firma Schiekel im Dohnaer Gewerbegebiet die Probleme im schwersten Jahr ihrer Geschichte nicht an. © Daniel Schäfer

Der Abschied fiel in eine Zeit, die sich Martina Branitz ruhiger gewünscht hatte. Die langjährige Buchhalterin der Schiekel Präzisionssysteme Dohna ist im Dezember in Rente gegangen. Mit ihr endete auch ein Stück Geschichte des Unternehmens.

Martina Branitz war die letzte der acht Mitarbeiter, die 1992 dabei waren, als Peter Schiekel und sein 2016 verstorbener Bruder Gert den Betrieb in Nentmannsdorf gründeten. Peter Schiekel verabschiedete Martina Branitz mit einem Dankeschön für ihre „absolute Zuverlässigkeit, Exaktheit und Sorgfalt wie ihre immer freundliche Art für viele Wünsche und Probleme“. Nach 28 Jahren im Betrieb wird Martina Branitz auch künftig dessen Entwicklung verfolgen.

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Mit Martina Branitz ging im Dezember die letzte der Mitarbeiter in Rente, die bei der Firmengründung 1992 dabei waren.
Mit Martina Branitz ging im Dezember die letzte der Mitarbeiter in Rente, die bei der Firmengründung 1992 dabei waren. ©  privat

Zu den vielen Hochs und etlichen Tiefs kam in diesem Jahr wieder einmal Kurzarbeit. Im Juni und August war das Volumen der Aufträge um rund die Hälfe gesunken. Wird sonst für über eine Million Euro produziert, waren es plötzlich weniger als 600.000 Euro. Inzwischen ist die Talsohle im bisher schwersten Jahr der Firmengeschichte durchschritten, sagt Peter Schiekel.

Seit September steige Monat für Monat die Nachfrage von Kunden aus dem In- und Ausland wieder deutlich. Mittlerweile liege sie wieder bei knapp einer Million Euro, sodass der Umsatz in den ersten elf Monaten des Jahres 2020 immerhin 10,7 Millionen Euro betrug. Im Vergleichszeitraum 2019 waren es knapp 12,4 Millionen Euro.

"Für Januar haben wir in der Produktion nun auch wieder Überstunden anstatt Kurzarbeit angeordnet“, sagt Uwe Sippach. Er koordiniert seit Juli das operative Geschäft des Unternehmens und schaut nach seinem schwierigen Start nun wieder zuversichtlich in die Zukunft. Die CNC-Automaten laufen für hochpräzise Produkte aus Edelstahl, Titan und weiteren schwer zerspanbaren Materialien bald wieder auf Hochtouren. Kunden vor allem im Chemieanlagenbau und der Luft- und Raumfahrt schätzen die Dohnaer Qualität.

Zum 20. Mal: Spende statt Geschenke

Peter Schiekel ist trotz der Erfolgsgeschichte ein bodenständiger Mensch geblieben. Und dazu gehört seit 2001 eine Tradition, die er auch in schwierigen Jahren wie 2020 nicht aufgegeben hat. Statt Geschenke für Kunden und Geschäftspartner erhält jährlich die Evangelische Stiftung Diakoniewerk Oberlausitz 1.000 Euro. Das Diakoniewerk betreut in seinen Werkstätten, Bildungs- und Wohneinrichtungen – beispielsweise im Katharinenhof Großhennersdorf bei Zittau – auch viele jüngere Menschen mit Behinderung. Im Corona-Jahr brechen auch den Werkstätten die Aufträge aus der Wirtschaft und damit fest eingeplante Einnahmen weg.

Gerade jetzt sei es wichtig gewesen, "unser soziales Engagement dringend aufrechtzuerhalten", sagt Schiekel. Die Antwort aus der Oberlausitz kam prompt. „Das Geld wird dort eingesetzt, wo es dringend gebraucht wird, bei der Freizeitgestaltung, der Ausstattung von Wohn- und Arbeitsräumen und der Finanzierung besonderer Angebote“, schrieb Annett Güntzschel, Assistentin der Geschäftsleitung des Diakoniewerks, nach Dohna. Und 2021, hoffen alle, kann Peter Schiekel das Geld dann wieder persönlich übergeben.

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