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Deutschland & Welt

Geht das Hamstern wieder los?

Zu Beginn der Corona-Krise kam es zu Hamsterkäufen. In den kommenden Wochen würden sich viele wieder mit Klopapier eindecken, zeigt eine Umfrage.

Eine Frau kauft während der Corona-Krise Toilettenpapier.
Eine Frau kauft während der Corona-Krise Toilettenpapier. © Sven Ellger

Berlin. Auch wenn die Corona-Zahlen derzeit bundesweit kräftig steigen, gibt es bislang noch keine "zweite Welle" von Hamsterkäufen. Allerdings werden hier und da offenbar die ersten Verbraucher nervös. Das ergab am Montag eine Umfrage der Deutschen Presse-Agentur bei den großen Handelsketten. Knapp jeder zehnte Verbraucher will sich laut einer repräsentativen Erhebung des Meinungsforschungsinstituts YouGov in den kommende Wochen verstärkt mit Toilettenpapier, Nudeln und anderen Waren des täglichen Gebrauchs eindecken.

Erste Berichte in den sozialen Medien über leergekaufte Regale in einzelnen Geschäften hatten in den vergangene Tagen für Aufsehen gesorgt. Der Bundesverband des Deutschen Lebensmittelhandels gab jedoch am Montag Entwarnung. "Wir beobachten derzeit keine flächendeckende Veränderung des Einkaufsverhaltens der Kunden", betonte ein Sprecher des Verbandes. Die Nachfrage in den Lebensmittelgeschäften gehe aktuell nicht über die Bevorratung des normalen Bedarfs hinaus. Fast wortgleich äußerte sich auch Deutschlands größter Lebensmittelhändler Edeka.

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Auch ein Rewe-Sprecher erklärte: "Es gibt keine Hamsterkäufe." Die Lage in den mehr als 5.500 Rewe- und Penny-Märkten sei im Hinblick auf die Kundennachfrage vollkommen normal und entspannt.

Zuteilung von Toilettenpapier im Kaufland im Görlitzer Stadtteil Weinhübel.
Zuteilung von Toilettenpapier im Kaufland im Görlitzer Stadtteil Weinhübel. © privat

Doch eine gewisse Verunsicherung ist wohl doch wieder da. Aldi Süd räumte ein: "Aktuell verzeichnen wir in unseren Filialen erstmals wieder einen leichten Anstieg der Nachfrage nach vereinzelten Produkten." Auch Aldi Nord bemerkt "vereinzelt" eine erhöhte Nachfrage im Bereich Papierwaren. Und eine Sprecherin des Großflächen-Discounters Kaufland erklärte: "Wir beobachten derzeit nur in einzelnen Filialen ein verändertes Einkaufsverhalten der Kunden."

Alle drei Discounter betonten aber auch, es gebe keinen Grund für Hamsterkäufe. Die Warenversorgung sei sichergestellt. "Wenn jeder nur das kauft, was er braucht, ist auch genug für alle da", hieß es bei Kaufland. Auch dm-Geschäftsführer Sebastian Bayer beruhigt: "Wir bei dm sind gut auf die erhöhte Nachfrage nach Toilettenpapier, Desinfektionsmitteln sowie Seife, die wir derzeit beobachten, vorbereitet."

Einer Umfrage des Meinungsforschungsinstituts YouGov zufolge will sich rund jeder zehnte Verbraucher in Deutschland in den kommenden Wochen verstärkt mit Toilettenpapier, Nudeln und anderen Waren des täglichen Gebrauchs eindecken. Fast zwei Drittel (64 Prozent) schlossen derartige Hamsterkäufe dagegen ausdrücklich aus.

Leere Regale im März.
Leere Regale im März. © Archivfoto: Tom Weller/dpa

Vor allem jüngere Menschen wollen sich der Umfrage zufolge mit mehr Toilettenpapier und Nudeln eindecken: Am häufigsten beantworteten Menschen zwischen 25 und 34 Jahren die Frage mit "ja" oder "eher ja" (15 Prozent). Das Meinungsforschungsinstitut hatte Mitte Oktober knapp 6000 Menschen befragt.

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In den vergangenen Tagen hatten Politiker bereits auf vereinzelte Meldungen über eine steigende Nachfrage nach einigen lagerbaren Produkten reagiert. Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner (CDU) appellierte an die Verbraucher, trotz der steigenden Zahl von Corona-Infektionen keine größeren Mengen einzukaufen als sonst. "Für Hamsterkäufe gibt es keinen Grund", sagte sie der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" (Montag). "Die Lieferketten funktionieren - das gilt nach wie vor." Kanzleramtschef Helge Braun (CDU) sagte, die Verbraucher müssten "sich keine Sorgen machen", was die Versorgung des Einzelhandels betreffe. (dpa)

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