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Corona: Urlauber sind stark verunsichert

Bis zu 90 Prozent der gebuchten Reisen wurden wegen des Coronavirus storniert. Die Reisebüros schwanken zwischen Hoffnung und Resignation.

Sandy Przybilla vom Reisebüro Przybilla in Döbeln ist vorsichtig optimistisch, dass es mit der Branche wieder aufwärts geht.
Sandy Przybilla vom Reisebüro Przybilla in Döbeln ist vorsichtig optimistisch, dass es mit der Branche wieder aufwärts geht. © Archiv/Dietmar Thomas

Region Döbeln. Einige Reisebüros in der Region Döbeln haben nach wie vor verkürzte Öffnungszeiten. Denn die Corona-Pandemie hat starke Auswirkungen auf die Branche.

„Wir hatten bis jetzt einen Einbruch von etwa 90 Prozent, also nur etwa zehn Prozent der Buchungen vom Vorjahr“, sagt Andreas Gerhardt von „Reisen und Service“ in Döbeln. Auch er arbeitet nur noch stundenweise im Büro, ist für die Kunden aber immer telefonisch erreichbar.

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 Die haben seit März viele Reisen storniert und einige umgebucht. Begehrt waren im Sommer vor allem Ostsee und Nordsee. „Aber dort war teilweise nichts mehr zu bekommen“, so Gerhardt.

Kein Aufschwung in der Reise-Branche

Es bestehe eine große Unsicherheit, wohin die Kunden fahren könnten und wohin nicht. Am stabilsten sei zurzeit Griechenland und begehrt bei den Kunden. Von denen komme nach der Reise auch stets ein positives Feedback. Schlechte Erfahrungen hätten Kunden dagegen mit Stornierungen in Polen gemacht. Da es sich nicht um einen Reiseveranstalter handelte, sondern ein privates Ferienhaus, mussten sie 75 Prozent des Reisepreises trotzdem zahlen.

Gerhardt sieht in der Reisebranche noch keinen wirklichen Aufschwung. Er erhält Überbrückungsgeld. „Ohne das hätten wir längst zuschließen müssen.“

Abwarten ist auch die Devise vieler Kunden des Döbelner Reisebüros Przybilla. Trotz 60 Prozent Stornierungen und Umbuchungen ist Inhaberin Sandy Przybilla aber optimistisch. „Die Menschen sind reisefreudig“, meint sie. 

Auch sie nennt Griechenland als beliebtes Reiseziel, dazu die Türkei und Deutschland. Urlaub auf den Seychellen, Malediven und Kuba sei ebenfalls wieder möglich. „Wir hoffen, dass viele in die Wärme wollen“, so Przybilla.

Die Kunden würden abwarten, welcher Reiseveranstalter und welche Fluggesellschaft künftig noch da sind. Ein Busunternehmen habe bereits aufgegeben. Die Veranstalter seien bei Umbuchungen aber sehr kulant.

Während Corona sogar Neukunden gewonnen

Das Reisebüro habe in der Corona-Zeit sogar Neukunden gewonnen. Sie hätten bisher online gebucht, jetzt aber die persönliche Beratung bevorzugt. Die ist bei Sandy Przybilla wieder während der ursprünglichen Öffnungszeiten möglich. „Wir wollen zeigen, dass wir da sind. Das ist wichtig für die Kunden. Wir stecken den Kopf nicht in den Sand“, sagt sie.

Weniger optimistisch ist Heidrun Bernhardt vom Harthaer Reisebüro. „Es wird keinen Aufschwung geben. Die Kunden sind so verunsichert, dass sie keine Lust haben, zu verreisen“, meint sie.

Für dieses Jahr hatte sie so viele Buchungen wie im Vorjahr. Etwa 90 Prozent wurden wieder storniert. Selbst einfache Tagesfahrten seien schwierig, weil die Hygienevorgaben so hoch seien, dass die Touren für den Veranstalter nicht rentabel seien.

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 Kurreisen seien anfangs noch gefragt gewesen. Aber die älteren Menschen, von denen sie überwiegend gebucht werden, würden aus Angst nicht mehr fahren.

Dazu komme, dass die Veranstalter mit denen Heidrun Bernhardt immer gut zusammengearbeitet hat, in Kurzarbeit und schwer erreichbar sind. „Das macht keinen Spaß“, sagt sie.

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