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Donald Trump mit Coronavirus infiziert

Die USA sind auf der Zielgeraden zur Wahl. Nun hat sich Präsident Trump mit dem Virus angesteckt. Er zeigt leichte Erkrankungssymptome.

Ehepaar Trump am Weißen Haus: "Wir werden das GEMEINSAM durchstehen", schrieb der US-Präsident auf Twitter.
Ehepaar Trump am Weißen Haus: "Wir werden das GEMEINSAM durchstehen", schrieb der US-Präsident auf Twitter. © Alex Brandon/AP/dpa

Washington. Vier Wochen vor der US-Präsidentenwahl haben sich Amtsinhaber Donald Trump und First Lady Melania mit dem Coronavirus angesteckt. "Wir werden unsere Quarantäne und Erholung sofort beginnen. Wir werden das GEMEINSAM durchstehen", schrieb der 74-jährige Trump kurz nach Mitternacht am Freitag (Ortszeit) auf Twitter.

Trump zeigt leichte Erkrankungssymptome. "Er hat milde Symptome", sagte Trumps Stabschef Mark Meadows am Freitag im Weißen Haus. "Ich bin optimistisch, dass er sich sehr schnell und zügig erholen wird." Trump sei nicht nur "in guter Stimmung", sondern auch sehr energiegeladen. "Seine erste Frage an mich heute Morgen lautete: Wie geht es unserer Wirtschaft?"

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Die "New York Times" hatte zuvor von Erkältungserscheinungen berichtet. First Lady Melania Trump schrieb auf Twitter, sie habe ebenfalls "milde Symptome", fühle sich aber insgesamt gut.

Trump traf sich mit Spendern

Wie am Freitagabend öffentlich wurde, ist Trump am Donnerstag zu einem Treffen mit Spendern geflogen, obwohl das Weiße Haus bereits vom positiven Corona-Test einer engen Beraterin wusste. "Es wurde befunden, dass es sicher für den Präsidenten ist, dorthin zu reisen", sagte Trumps Sprecherin Kayleigh McEnany am Freitag vor Journalisten.

Die größere Frage ist allerdings angesichts des positiven Corona-Tests von Trump in der Nacht zum Freitag, ob er selbst eine Gefahr für die Teilnehmer des Treffens darstellte. McEnany sagte nichts dazu, ob dies auch berücksichtigt worden sei. Das Weiße Haus erfuhr vom positiven Test seiner Beraterin Hope Hicks als Trumps Hubschrauber sich in Washington auf den Weg zum Flugplatz Joint Base Andrews machte, wo er ins Präsidentenflugzeug umstieg.

Das Treffen mit Spendern in Trumps Golfclub in Bedminster im Bundesstaat New Jersey fand unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt. "Es war ein Event im Freien", sagte McEnany. Die Website "Politico" berichtete allerdings unter Berufung auf einen Teilnehmer, es habe auch ein Treffen im engeren Kreis mit Spendern, die besonders viel Geld bereitgestellt hätten, gegeben. Bei dem Teil der Veranstaltung unter freiem Himmel sei Trump auf Abstand zu den Teilnehmern gewesen, hieß es.

Auch Joe Biden ließ sich testen

Der demokratische Präsidentschaftskandidat Joe Biden, der am Dienstag immerhin anderthalb Stunden mit Trump auf einer Bühne debattiert hatte, ließ sich ebenfalls testen. Das Resultat war negativ.

Donald Trump muss seine Amtsgeschäfte nun in Quarantäne im Weißen Haus führen. Seine Wahlkampfauftritte - bei denen der 74-jährige Republikaner regelmäßig ohne Schutzmaske aufgetreten ist - liegen auf Eis. Sollte Trump seine Amtsgeschäfte nicht ausüben können, müsste Vizepräsident Mike Pence einspringen.

Pence ließ einen Test machen, der negativ ausfiel. Der Vizepräsident werde seit Monaten täglich auf das Coronavirus getestet, schrieb sein Sprecher Devin O'Malley auf Twitter. Der Blick richtete sich auch auf Trumps demokratischen Herausforderer Joe Biden, mit dem der Präsident am Dienstag bei einem Fernsehduell auf einer Bühne stand. Dem Sender CNN zufolge wollte Biden sich noch am Freitag testen lassen.

Je nach Verlauf könnte die Infektion Trumps schwerwiegende Auswirkungen auf das weitere Wahlverfahren haben. Trump wird seit Monaten dafür kritisiert, die Gefahr durch das Coronavirus kleinzureden.

Trumps Leibarzt hatte mitgeteilt, er erwarte, "dass der Präsident während der Genesung weiterhin ohne Unterbrechung seinen Pflichten nachkommen wird", erklärte Conley.

Trump wird in der Corona-Pandemie immer wieder vorgeworfen, die Gefahr durch das Virus nicht ernstzunehmen. Er trägt in der Öffentlichkeit meistens keine Maske und hat sich mehrfach abfällig über das Masken-Tragen seinen demokratischen Herausforderer Joe Biden geäußert - zuletzt am Dienstag beim ersten Fernsehduell.

Bei Beraterin angesteckt?

In den USA gibt es bisher 7,2 Milionen Corona-Fälle, mehr als 207.000 Menschen sind an den Folgen gestorben.

"Euer Präsident wird weiterhin das Volk an die erste Stelle stellen", schrieb die Sprecherin des Weißen Hauses, Kayleigh McEnany, auf Twitter und beschwor den Zusammenhalt der Nation: "Amerika steht vereint". Die Kraft des ganzen Landes sei mit Präsident Trump und der First Lady.

Die USA befinden sich auf der Zielgeraden zur Wahl am 3. November, bei der sich Trump um eine zweite Amtszeit bewirbt. Er tritt gegen den Demokraten Joe Biden an. Die Corona-Pandemie, die in den USA keineswegs unter Kontrolle ist, hatte den Wahlkampf ohnehin auf den Kopf gestellt. In den kommenden Tagen hatte der 74-Jährige zahlreiche Auftritte geplant, teilweise große Events. In den vergangenen Wochen hatten an solchen Veranstaltungen ungeachtet der Pandemie Tausende Anhänger teilgenommen.

Trumps enge Beraterin Hope Hicks war zuvor positiv auf das Virus getestet worden.
Trumps enge Beraterin Hope Hicks war zuvor positiv auf das Virus getestet worden. © Andrew Harnik/AP/dpa

Am Donnerstagabend war zunächst bekannt geworden, dass Trumps enge Beraterin Hope Hicks positiv auf das Virus getestet wurde. Trump selbst bestätigte die Infektion seiner Mitarbeiterin in einem Interview beim Sender Fox News und sagte, dass er und Melania getestet worden seien. Hicks war in den vergangenen Tagen an der Seite des Präsidenten gereist: Am Dienstag zur TV-Debatte zwischen Trump und Biden nach Cleveland, am Mittwoch zu einem Wahlkampfauftritt im US-Bundesstaat Minnesota.

Auf Fotos von Mittwoch war Hicks auf dem Militärflugplatz Joint Base Andrews außerhalb des Präsidenten-Helikopters Marine One in unmittelbarer Nähe von Trumps Berater und Schwiegersohn Jared Kushner zu sehen. Beide trugen keinen Mund-Nasen-Schutz. Sie war auch mit anderen Mitarbeitern des Präsidenten zusammen. Zunächst war unklar, ob sich weitere Personen aus seinem Umfeld angesteckt hatten.

"Wie viel zu viele andere Amerikaner in diesem Jahr sind der Präsident der Vereinigten Staaten und ich in häuslicher Quarantäne, nachdem wir positiv auf Covid-19 getestet wurden. Es geht uns gut, und ich habe alle bevorstehenden Verpflichtungen abgesagt", schrieb Melania Trump Freitagfrüh auf Twitter. "Passt bitte auf euch auf, und wir werden alle gemeinsam da durchkommen."

Ein Sprecher des Weißen Hauses, Judd Deere, hatte am Donnerstagabend auf Anfrage mitgeteilt: "Der Präsident nimmt die Gesundheit und Sicherheit von sich selbst und allen, die für ihn und das amerikanische Volk arbeiten, sehr ernst." Sowohl auf Reisen als auch im Weißen Haus würden die aktuellen Richtlinien der Gesundheitsbehörde CDC und bewährte Maßnahmen zur Minderung des Risikos einer Ansteckung befolgt, ging aus dem Statement hervor.

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Dass er in der Öffentlichkeit meist keine Maske trägt, begründeten Trump und das Weiße Haus stets damitn, er und sein Umfeld würden regelmäßig auf das Coronavirus getestet. Trumps Sprecherin McEnany hatte das Tragen von Masken im Juni als "persönliche Entscheidung" bezeichnet und darauf verwiesen, dass sie regelmäßig getestet werde.

Anfang Mai war bekannt geworden, dass sich die Pressesprecherin von US-Vizepräsident Mike Pence, Katie Miller, angesteckt hatte. Ende Juli wurde der Nationale Sicherheitsberater im Weißen Haus, Robert O'Brien, positiv getestet. (dpa)

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