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Sachsen

Impfen ohne Termin: Wenig Resonanz

Seit dem 2. Juli wird in den sächsischen Impfzentren spontan und ohne festen Termin geimpft. Doch das Interesse hält sich in Grenzen.

Menschen warten vor dem Impfzentrum in Riesa.
Menschen warten vor dem Impfzentrum in Riesa. © Sebastian Schultz

Dresden. Das Angebot von Impfungen auch ohne Termin in Sachsen ist in den ersten Tagen nur auf geringe Resonanz gestoßen. "Es wurde wahrgenommen, aber sehr verhalten", sagte Kai Kranich, Sprecher des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) Sachsen, am Montag auf Anfrage. Pro Tag seien nur bis zu zehn, zwölf Menschen pro Impfzentrum gekommen. "Es gab keinen Andrang".

Seit vergangenem Freitag wird in elf der 13 Einrichtungen zusätzlich und abhängig von der Kapazität spontan geimpft, bis Mitte dieser Woche mit Astrazeneca. Andere Impfstoffe sollen im Laufe der Woche dazukommen. Laut Kranich sind Leipzig und Dresden derzeit noch ausgelastet, dort gibt es den Piks ohne Anmeldung erst ab Donnerstag.

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Das DRK untersucht aktuell, wie viele Termine für Erst- und Zweitimpfungen tatsächlich nicht wahrgenommen wurden. Bisher könne das nicht valide beziffert werden, sagte Kranich. Es gebe viele Menschen, die Termine umbuchten und sich dann zu einer anderen Zeit oder an anderem Ort impfen ließen. Nach derzeitigen Schätzungen verfielen etwa fünf Prozent gebuchter Impftermine.

Das DRK erarbeitet laut Kranich ein Bonussystem mit Rabatten für Produkte und Dienstleistungen, um die Impfbereitschaft zu fördern. Details seien noch offen. Statt auf Bestrafung setze Sachsen auf Anreize und mehr Service.

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