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Sachsen

Sachsen: Mehr Radunfälle unter Drogen

2020 gab es in Sachsen coronabedingt weniger Verkehrsunfälle. Das gilt allerdings nicht für Fahrradfahrer.

Radunfälle unter Drogeneinfluss haben 2020 deutlich zugenommen. Bei jedem vierten Unfall kamen Personen zu Schaden.
Radunfälle unter Drogeneinfluss haben 2020 deutlich zugenommen. Bei jedem vierten Unfall kamen Personen zu Schaden. © Brühl (Symbolbild)

Dresden. Im Corona-Jahr 2020 hat es in Sachsen deutlich weniger Verkehrsunfälle gegeben. Die Gesamtzahl ging gegenüber dem Vorjahr um 13,1 Prozent zurück - von 107 501 auf 93.442, wie das Landespolizeipräsidium am Donnerstag in Dresden mitteilte.

Auch bei Unfällen unter Alkoholeinfluss sind die Zahlen rückläufig, dagegen nahmen solche unter Drogeneinfluss zu - auch mit Fahrrädern. Auch im bundesweiten Trend gab es weniger Unfälle - bis auf die Radfahrer.

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Die Entwicklung ist nach Angaben von Landespolizeipräsident Horst Kretzschmar Corona geschuldet. "Weniger Menschen auf Sachsens Straßen bedeuteten auch weniger Unfälle", sagte er. Lockdown-Phasen mit unterschiedlicher Intensität, Homeoffice-Angebote und reduzierte Urlaubsmöglichkeiten schränkten die Mobilität der Menschen ein.

Weniger Alkohol, mehr Drogen im Spiel

So wurden je rund zehn Prozent weniger Unfälle mit Toten und Verletzten registriert. Die Zahl der Getöteten sank im Vorjahresvergleich von 160 auf 150, die der Schwerverletzten von 4.093 auf 3.580 und der Leichtverletzten von 12.871 auf 11.041 - das sind gut 14 Prozent. Die Zahl der Verunglückten insgesamt lag mit 14.771 um 13,7 Prozent unter dem Wert von 2.019.

Hauptursachen waren Vorfahrtsfehler, mangelnder Abstand und Fehler beim Abbiegen. Dreiviertel aller registrierten Verkehrsunfälle passierten in Ortschaften. Deutlich zugenommen haben Verkehrsunfälle unter Drogeneinfluss - um gut ein Drittel auf 298. Dafür gab es weniger Unfälle unter Alkoholeinfluss - ein Minus von 7,2 Prozent gegenüber dem Vorjahr.

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Allerdings verunglückten 330 Radfahrer mehr als 2019, fast jeder vierte war dabei Verursacher eines Unfalls mit Personenschaden. Die Polizei ahndete zudem mit 33.317 fast ein Drittel weniger Straftaten und 13 Prozent weniger Verkehrsordnungswidrigkeiten - insgesamt 393.544. Sie stoppte zudem ein Viertel weniger Alkoholsünder (4.504). (dpa)

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