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Verunglücktem Wachauer Kletterer geht es besser

Nach einem positiven Corona-Schnelltest waren die Verwandten in großer Sorge um Joe Balzer. Jetzt kam die erlösende Meldung.

Joe Balzer unterwegs in den Alpen. Er verfügte über jahrzehntelange Klettererfahrung. Freunde rätseln deshalb, wie es zu dem Unfall Anfang September kommen konnte.
Joe Balzer unterwegs in den Alpen. Er verfügte über jahrzehntelange Klettererfahrung. Freunde rätseln deshalb, wie es zu dem Unfall Anfang September kommen konnte. © privat

Wachau. So viele schreckliche, aber auch hoffnungsvolle Momente innerhalb weniger Wochen haben Joe Balzer und seine Familie wohl noch nie erlebt. Alles begann mit einem tragischen Unfall Anfang September in dem Alpen. Der Kletterer Joe Balzer stürzte im Gebiet des Wilden Kaisers in Tirol ab. Er fiel eine 150 Meter lange, steile Rinne hinunter und blieb bewusstlos liegen. Ein unbeteiligter Mann, der sich gerade auf einem Wanderweg in der Nähe befand, hörte den Schrei und beobachtete den Absturz des Deutschen.

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Der Schwerverletzte wurde von der Mannschaft des Rettungshubschraubers geborgen und in die Klinik nach Innsbruck gebracht. Der 61-Jährige soll sich bei seinem Sturz schwer am Rücken und am Kopf verletzt haben. Er lag wochenlang im Koma. Dann Anzeichen einer Stabilisierung seines Zustandes. Der Wachauer wurde ins Krankenhaus nach Kreischa verlegt.

„Er erwacht zeitweilig aus dem Koma und reagiert auf seine Umgebung. Beispielsweise nimmt er Geräusche wahr. Auch den Kopf kann er langsam wenden, wenn jemand ins Zimmer kommt“, berichtet Berthold Steinkamp, ein Vertrauter der Familie. Die Ärzte würden jetzt alles tun, um ihn weiter zu fördern. Eine zusätzliche Belastung war für die Angehörigen das Besuchsverbot. Seine Frau konnte ihn nicht persönlich treffen. Sie erfuhr nur von den Ärzten per Telefon, wie es ihm ging.

Dann kam die nächste Hiobsbotschaft. Ein Corona-Schnelltest im Krankenhaus fiel bei Joe Balzer positiv aus. Wie kann er in seinem Zustand eine Corona-Infektion überstehen? Für seine Familie, seine Verwandten und Freunde begannen bange Tage des Wartens. Seine Frau machte in einem leidenschaftlichen Appell ihrer Verärgerung über Corona-Verweigerer Luft. „Nach einem gerettetem Leben, nach einem Wanderunfall mit 150 Meter-Absturz in den Alpen, sollte doch die Rettung und die unvorstellbare 'Kunst' der Ärzte in Innsbruck und Dresden nun nicht wegen so einem Virus umsonst gewesen sein. Und die (Corona)-Ungläubigen sollen ihre ,wissenschaftliche‘ Gülle einfach bei sich behalten! Ich hab das Corona-Geschehen im September live in Tirol miterleben müssen“, schreibt sie auf Facebook.

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Jetzt erreichte die Familie jedoch die erlösende Nachricht: Der genauere PCR-Test ist negativ ausgefallen und auch ein zweiter Schnelltest zeigte ein negatives Ergebnis. „Er zeigte auch keine Symptome. Wir waren alle sehr glücklich über diese Wendung“, sagt Berthold Steinkamp.

Und es gibt weitere Anzeichen der Besserung. „Er ist bereits erste Schritte gelaufen, natürlich mit Unterstützung eines Pflegers. Das ist eine sehr positive Entwicklung.“ Denn unmittelbar nach dem Unfall konnte eine Lähmung nicht ausgeschlossen werden. Außerdem schaut Joe Balzer mit Interesse Dokumentationen und verfolgt die Tagespolitik, bei Telefongesprächen sei er gut zu verstehen, sagt Berthold Steinkamp. „Das ist für uns alles sehr ermutigend.“

Allerdings kann noch nicht gesagt werden, wann Joe Balzer das Krankenhaus verlassen kann. „Wir rechnen damit, dass es erst im Sommer 2021 der Fall sein wird.“ Wie es zu dem Unfall kam, ist bis heute unklar. Joe Balzer kannte sich in den Bergen aus. Jahrzehntelang war er auf Klettertouren bis in die höchsten Schwierigkeitsgrade unterwegs. Immer wieder fuhr er in die Alpen, um seiner Leidenschaft, dem Bergsteigen, nachzugehen.

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