merken
Deutschland & Welt

Viele Ämter lehnen Corona-Software ab

Die angestrebte Einführung der Software "Sormas" zur Corona-Kontaktnachverfolgung stößt bei den Gesundheitsämtern auf wenig Akzeptanz.

Ein Mitarbeiter sitzt in der Zentralen Unterstützung der Kontaktnachverfolgung vor einem Computer, auf dessen Bildschirm der Hamburger Pandemie-Manager angezeigt wird.
Ein Mitarbeiter sitzt in der Zentralen Unterstützung der Kontaktnachverfolgung vor einem Computer, auf dessen Bildschirm der Hamburger Pandemie-Manager angezeigt wird. © dpa

Düsseldorf. Die von Bund und Ländern bis Ende Februar angestrebte Einführung einer einheitlichen Software zur Corona-Kontaktnachverfolgung stößt bei den Gesundheitsämtern auf wenig Akzeptanz. Nach Einschätzung des Deutschen Landkreistags ist mit dem neuen IT-System "Sormas" auch die angepeilte Entlastung der Gesundheitsämter "von unnötigem Aufwand" nicht zu erreichen. Das betonte der kommunale Spitzenverband, der knapp 300 Landkreise bundesweit vertritt, in einem Brief an Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU). "Wir halten das Ziel einer flächendeckenden Einführung deshalb weder für erstrebenswert, noch derzeit erreichbar", heißt es in dem Schreiben von Ende Januar, das der Deutschen Presse-Agentur vorliegt.

Nach Angaben des Landkreistags hatte Spahn zunächst für die Installierung geworben. Im Januar hätten Kanzlerin Angela Merkel (CDU) und die Länderregierungschefs dann den flächendeckenden Einsatz von "Sormas" bis Ende Februar für "erforderlich" erklärt.

Klinik Bavaria Kreischa
Perspektiven Schaffen - Teamgeist (Er-) leben
Perspektiven Schaffen - Teamgeist (Er-) leben

Wir sind die KLINIK BAVARIA Kreischa - eine der führenden medizinischen Rehabilitationseinrichtungen in Ostdeutschland.

Der Verband betonte in dem Schreiben, die Gesundheitsämter nutzen digitale Instrumente zur Kontaktnachverfolgung und bräuchten keine zusätzlichen Anwendungen. Man sei aber gezwungen gewesen, etwa mit dem Robert Koch-Institut (RKI) via Fax zu kommunizieren, da es "am digitalen Meldeweg" fehle.

Weiterführende Artikel

Freiwillige sollen Dresdens Gesundheitsamt helfen

Freiwillige sollen Dresdens Gesundheitsamt helfen

Eine Petition fordert, dass Ehrenamtler bei der Kontaktnachverfolgung unterstützen. Das sagt das Gesundheitsamt zu dem Vorschlag.

Sachsen plant Gesundheits-Notstandsgesetz

Sachsen plant Gesundheits-Notstandsgesetz

Der Freistaat Sachsen will sich stärkeren Zugriff auf Personal und Hilfsgüter sichern. Verstöße gegen die Meldepflicht sollen mit Geldbußen geahndet werden können.

„Das Gesundheitsamt ist völlig überlastet“

„Das Gesundheitsamt ist völlig überlastet“

Die Quarantäne-Erlebnisse eines Görlitzer Vaters zeigen, wie kritisch die Lage ist. Aber auch, dass mancher pragmatische Weg nicht gegangen wird.

Ein Verbandssprecher sagte, man wolle die Vielfalt der Programme vor Ort erhalten. Der Bund solle Schnittstellen und Standards definieren und entwickeln, um den Austausch der Daten unter den relevanten Akteuren zu gewährleisten.

Es sei zudem schwierig, inmitten der extremen Pandemie-Belastungssituation einen Umstieg zu vollziehen. Laut Landkreistag wird "Sormas" deutschlandweit bisher lediglich von rund 80 Gesundheitsämtern genutzt. (dpa)

Mehr zum Thema Deutschland & Welt