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2020 lief für Wackler besser als erwartet

Der Online-Handel hat den Wilsdruffer Logistiker gerettet. Um schnell zu liefern, musste das Unternehmen sogar Mitarbeiter einstellen.

2020 lief es für den Logistiker Wackler recht gut. Der Umsatzrückgang liegt im einstelligen Bereich. Niederlassungsleiter Markus Hecker ist nicht ganz unzufrieden.
2020 lief es für den Logistiker Wackler recht gut. Der Umsatzrückgang liegt im einstelligen Bereich. Niederlassungsleiter Markus Hecker ist nicht ganz unzufrieden. © Karl-Ludwig Oberthuer

Die Wirtschaft hat gelernt, mit dem Coronavirus umzugehen. Zu diesem Schluss ist Markus Hecker, Leiter der Niederlassung des Logistikers Wackler in Wilsdruff, nach einem Jahr Corona-Pandemie gekommen.

Zwischen April und Juli sei der Warenaustausch massiv zurückgegangen. Das sei eine Katastrophe gewesen, so Hecker. Im April ist der Exportanteil durch neue Einfuhrkriterien in mehreren europäischen Ländern über Nacht um 40 Prozent gesunken. Das habe sich auch auf sein Unternehmen ausgewirkt. Wackler musste im April Kurzarbeit anmelden. "Wir haben versucht, alles zu retten", so Hecker. Das sei geglückt. "Wir haben Arbeiten umverteilt, damit alle etwas zu tun haben." Um die Ansteckungsgefahr durch den Corona-Virus einzudämmen, wurden Mitarbeiter der Verwaltung ins Homeoffice geschickt. Nun werde im Wechselmodell gearbeitet.

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Mitarbeiter arbeiten im Wechsel-Modus

Die Hälfte der Mitarbeiter arbeitet zu Hause, die andere in der Firma. Das habe sich bewährt. Der Niederlassungsleiter vertraut seinen Mitarbeitern. Wer anfängt, die Mitarbeiter zu überwachen, der mache seiner Meinung nach einen großen Fehler. "Mir ist es wichtig, dass der Betrieb funktioniert. Das Arbeitsergebnis zählt." Bisher habe das Modell funktioniert. "Meine Mitarbeiter halten stabil zur Stange, der Laden läuft, besser geht es nicht."

Glücklicherweise habe sich die Wirtschaft nach dem ersten Lockdown erholt. Im August habe eine Aufholjagd begonnen, sagt Hecker. Das spürt er auch im eigenen Unternehmen. Die Jahresbilanz liegt zwar noch nicht vor, weil der Dezember ausgewertet werden muss. Doch es sei absehbar, dass der Umsatzrückgang gegenüber 2019 - damals lag der Umsatz bei 54,8 Millionen Euro - unter fünf Prozent liegen wird. Das sei besser als erwartet, so Hecker. Im Sommer ging er noch davon aus, dass seine Niederlassung mit einem Rückgang zwischen 10 und 15 Prozent rechnen müsse.

Online-Handel hat massiv zugelegt

Dass es nicht so kam, lang am Online-Handel. Dieser habe massiv zugenommen. "Für uns hat das bedeutet, dass die Zahl der privaten Endempfänger zugenommen hat." Im Gegenzug ist das durchschnittliche Gewicht der Sendungen gesunken. Geliefert werde in einem Umkreis von bis zu 100 Kilometer von Wilsdruff aus. Um die höheren Nachfragen zu bedienen, hat Wackler 2020 im Warenumschlag Mitarbeiter eingestellt.

Markus Hecker rechnet nicht damit, dass mit der Eröffnung des Einzelhandels der Online-Handel nachlassen wird. Viele hätten sich nun daran gewöhnt. "Der Online-Handel ist sehr bequem." Als Endkunde habe man es sehr einfach. Wenn man weiß, was man möchte, kann man Produkte und Preise gut miteinander vergleichen. "Am Bildschirm finde ich den besten Preis in Deutschland", so Hecker. Für den Einzelhandel wird es schwer werden, seinen Anteil am Handel zurückzuholen.

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Der Logistiker Wackler hat seinen Hauptsitz in Göppingen (Baden-Württemberg). In Wilsdruff befindet sich eine große Niederlassung. Im Gewerbegebiet Hühndorfer Höhe betreibt das Unternehmen mehrere große Lager. Anfang des Jahres hat es ein Gefahrenstofflager in Betrieb genommen, in dem leicht entzündbare Waren gelagert werden können. In Wilsdruff arbeiten rund 220 Mitarbeiter direkt bei Wackler, hinzu kommen rund 150 Lkw-Fahrer.

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