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Wann kommt der digitale Impfpass?

Noch müssen Geimpfte ihren Papierausweis in der Tasche haben, um den Impfstatus nachzuweisen. Gerade im Urlaub wäre eine Handy-App hilfreich.

Immer mehr Sachsen haben den Nachweis eine Corona-Schutzimpfung in ihrem gelben Impfausweis. Ein digitales Dokument wäre vielen lieber.
Immer mehr Sachsen haben den Nachweis eine Corona-Schutzimpfung in ihrem gelben Impfausweis. Ein digitales Dokument wäre vielen lieber. © dpa (Symbolfoto)

Knapp 900.000 Menschen in Sachsen sind inzwischen vollständig gegen das Coronavirus geimpft worden. Wer beim Einkauf, beim Ausgehen oder im Urlaub nachweisen will, dass er durch das Impfen immun gegen Covid-19 ist, muss den gelben Impfpass oder die Ersatzbescheinigung in der Tasche haben. Eine digitale Lösung wäre hilfreich. Wie ist der Stand der Dinge beim digitalen Impfpass?

Kommt der digitale Impfpass rechtzeitig vor der Urlaubssaison?

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Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hatte angekündigt, den Impfausweis im Handy "im Laufe des zweiten Quartals" zur Verfügung zu stellen. Inzwischen heißt es, Ende Juni, aber spätestens Anfang Juli soll das digitale Zertifikat kommen. In Sachsen orientiert sich das Gesundheitsministerium am Zeitplan des Bundes. "Der Testlauf ist gestartet. Wann die ersten digitalen Impfnachweise ausgestellt werden können, hängt vom Erfolg der Testphase ab", sagte Ministeriumssprecher Andreas Friedrich auf Anfrage.

Wie funktioniert die EU-weite digitale Lösung?

Der digitale Impfnachweis wird von den Nutzern über eine App, die kostenfrei zum Download angeboten wird, auf dem Smartphone gespeichert, erläuterte Friedrich. Sie wird als neue Funktion in der Corona-Warnapp, aber auch als eigenständiges Smartphone-Programm verfügbar sein. Das Robert-Koch-Institut hat hierfür die App CoVPass unter Führung des Technologiekonzerns IBM entwickeln lassen. Mit der App wird nach der Impfung in einem Impfzentrum oder in der Arztpraxis, also dort, wo geimpft wurde, von einem Computer-Bildschirm oder vom Papier ein sogenannter Impfbescheinigungstoken (2DBarcode) abgescannt. Die App speichert die Impfbescheinigung lokal auf dem Handy und kann dort im Falle von Kontrollen abgelesen werden. Eine Internetverbindung sei nicht nötig, heißt es. Die Daten im QR-Code sind mit einer Signatur abgesichert, die Fälschungen verhindern soll.

Sind alle niedergelassenen Ärzte bereit, bei dem Projekt mitzumachen?

Das sächsische Gesundheitsministerium geht davon aus, dass diese Bereitschaft besteht, wie Friedrich sagte. Die Ausstellung des digitalen Nachweises solle zusätzlich vergütet werden. Die Kassenärztliche Vereinigung ist nach eigenen Angaben "aktuell nicht direkt involviert". Vorstandsvorsitzender Klaus Heckmann sagte: "Aus unserer Sicht hat der digitale Impfnachweis erst einmal keine Priorität. Die Leute haben ihn auf Papier." Wichtiger sei die Frage, wie lange der Nachweis nach der Impfung anerkannt werde. Seiner Ansicht nach hätte die Politik sich bereits im vorigen Jahr bei der Impfstoff-Bestellung Gedanken machen müssen, wie die Impfung dokumentiert werden könnte.

Welche Daten werden in dem QR-Code hinterlegt?

Nach Angaben des Robert-Koch-Instituts werden folgende Informationen hinterlegt: Name, Vorname, Geburtsdatum, Krankheit, gegen die geimpft wird, Impfstoff, Produkt, Hersteller, Dosennummer, Gesamtdosen, Impfdatum, Land und Aussteller des technischen Zertifikates sowie die einzigartige Identifikationsnummer für das Zertifikat. Angezeigt werden aber nur Impfstatus, Name, Vorname und Geburtsdatum der geimpften Person.

Wie erhalten bereits Geimpfte einen digitalen Nachweis?

Das Bundesgesundheitsministerium antwortete kürzlich auf diese Frage, dass für die nachträgliche Ausstellung auch die Impfzentren beziehungsweise die Hausärzte zuständig seien - je nach dem, wo geimpft wurde. "Wenn entsprechende Kontaktdaten vorliegen, sollen die QR-Codes möglichst automatisch per Post zugesandt werden", hieß es vor zwei Wochen. Von dieser vergleichsweise umständlichen und teuren Lösung hat das Ministerium offenbar wieder Abstand genommen. Stattdessen verhandelt der Bund mit den Apotheken über das Thema. Der Vorteil: Sie sind in fast jedem Ort gut zu erreichen. Sie sollen die Berechtigung erhalten, nach Prüfung des herkömmlichen Impfausweises und Authentifizierung ein digitales Impfzertifikat auszustellen. Die Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände steht der Aufgabe positiv gegenüber, möchte aber ebenso wie die Ärzte mit 18 Euro pro Nachweis bezahlt werden. Ein Verbandssprecher sagte, derzeit würden die technischen Voraussetzungen geschaffen.

Wie werden die Daten gegen Missbrauch gesichert?

Die Zertifikate sind laut RKI mittels der kryptografischen Signatur vor Manipulation und Fälschung abgesichert. Bei der Überprüfung des Corona-Impfstatus ist zudem ein Ausweisdokument vorzulegen.

Gibt es Alternativen zur CoVPass-Lösung?

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Bundesweit haben eine Reihe von Kommunen eigene Angebote geschaffen. In Sachsen gibt es beispielsweise im Landkreis Bautzen eine amtliche Bestätigung für die vollständige Impfung, die mittels QR-Code in die vom Landkreis verwendete Schnelltest.Click-App eingespeist wird. Sie soll den Nachweis bei Restaurantbesuchen, beim Einkauf und anderen Angeboten erleichtern. Unklar ist, inwieweit lokale Apps bei Urlaubsreisen im Ausland anerkannt werden. Das sächsische Gesundheitsministerium erklärte dazu, der Freistaat werde der bundeseinheitlichen Lösung beitreten, die eine Speicherung in der Corona-Warnapp sowie in der CoVPass-App vorsehe.

Was wird aus dem gelben Impfpass?

Die CovPass-App ist nach Angaben des RKI nur eine ergänzende Möglichkeit zum bekannten gelben Impfpass. Ihre Nutzung ist freiwillig.

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