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Wann sich OP-Masken mehrfach nutzen lassen

Sie sind Einmalprodukte, doch aus Kostengründen ziehen viele ihre OP-Maske mehrfach auf. Das ist nicht immer zu empfehlen.

Schnell auf, ab, wieder in die Tasche - so benutzen viele ihre Maske. Doch ist das wirklich so gut?
Schnell auf, ab, wieder in die Tasche - so benutzen viele ihre Maske. Doch ist das wirklich so gut? ©  dpa/Robert Michael

Von Tom Nebe

Die Maske gehört mittlerweile zum Alltag dazu. Aufsetzen, absetzen, einstecken, wieder aufsetzen – das machen viele so. Dabei sind OP-Masken eigentlich Einmalprodukte, die nach dem Tragen entsorgt werden müssen. Doch im privaten Alltag kann man den chirurgischen Mund-Nasen-Schutz unter bestimmten Voraussetzungen länger tragen, sagt der Infektiologe Peter Walger: „Wenn die Maske nur durch Atemfeuchte befeuchtet wurde, kann man sie durchaus trocknen und wiederverwenden, allerdings immer nur jeder seine eigene Maske.“ Die Betonung liegt auf Trocknen: Im Ofen oder in der Waschmaschine haben die Masken nichts verloren.

Dass man die Masken durchaus mehrere Tage nutzen kann, wenn man sie immer zum Trocknen aufhängt, sagt auch der Vorstandssprecher der Deutschen Gesellschaft für Krankenhaushygiene. Er stellt klar: „Einen konkreten Maßstab gibt es dafür nicht, denn wir bewegen uns hier in einem Bereich, wo die OP-Masken nicht bestimmungsgemäß eingesetzt werden, da sie ja eigentlich Einmalprodukte sind.“ Im medizinischen Einsatz wäre das ein No-Go.

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Bei Handhabung achtsam sein

Im privaten Bereich muss man ebenfalls achtsam sein: Ist die OP-Maske verschmutzt oder stark durchfeuchtet, gehört sie entsorgt. Das gilt auch, wenn man angehustet oder angeniest wurde. Wer länger unterwegs ist, sollte mehrere OP-Masken dabei haben, rät Walger. „Denn auch wenn man selbst hinein hustet oder niest, tauscht man sie besser.“

Wichtig ist zudem: Wer die OP-Maske mehrfach benutzen möchte, muss beim Aufsetzen und Abnehmen vorsichtig sein. An der Außenseite können Schmutz und Viren haften, sie sollte also keinesfalls mit der Innenseite, in die man atmet, in Berührung kommen. Auch die Hände dürfen Maskenrand und Innenseite nicht berühren.

Vielerorts sind medizinische Masken oder alternativ FFP2-Masken und Modelle mit vergleichbarem Standard in Bus und Bahn sowie beim Einkaufen Pflicht. In anderen Situationen ist aber auch die Alltagsmaske aus Stoff weiterhin erlaubt. Walger hält diese ebenfalls für effektiv bei der Verhinderung der Ausbreitung des Coronavirus. „Wir haben keinen Grund, an der grundsätzlichen Empfehlung zu Alltagsmasken zu rütteln.“

FFP2-Maske schwer zu handhaben

FFP2-Masken für Laien sieht Infektiologe Walger indes kritisch: Sie würden eigentlich dem Arbeitsschutz dienen, durch ihre Dichtigkeit sei die Atmung grundsätzlich behindert oder erschwert. Damit sie Viren effektiv abhalten, müssen sie eng am Gesicht anliegen, weil die Luft beim Atmen sonst durch die Lücken zieht.

Schon ein kleines Leck, durch das die Atemluft strömt, kann die Filterleistung der FFP2-Maske enorm reduzieren. Träger sollten darauf achten, dass sich die Maske beim Einatmen ans Gesicht saugt. Spürt man einen Luftstrom, sitzt sie nicht gut. Dann hilft nur, eine andere Passform auszuprobieren. Bartträger sollten sich im Zweifel rasieren, wenn die Haare den engen Sitz verhindern.

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Bei richtiger Anwendung bieten FFP2-Masken einen hohen Fremdschutz und auch einen guten, wenn auch nicht hundertprozentigen Eigenschutz für ihren Träger vor Viren in der Luft. Die OP-Masken bieten weniger Eigenschutz, weil sie nicht so eng anliegen. Je fester sie sitzen, desto besser schützen sie auch den Träger. (dpa)

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