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Warum Königsteins Stadtentwickler geht

Dirk Kohl hatte im Sommer die Geschäftsführung der KWE übernommen. Nach sechs Monaten wurde er beurlaubt. Jetzt spricht er über die Hintergründe.

Gehen künftig beruflich getrennte Wege: Königsteins Bürgermeister Tobias Kummer (li.) und der ehemalige KWE-Geschäftsführer Dirk Kohl.
Gehen künftig beruflich getrennte Wege: Königsteins Bürgermeister Tobias Kummer (li.) und der ehemalige KWE-Geschäftsführer Dirk Kohl. © Daniel Schäfer

Eigentlich wollte er länger bleiben. Doch seit Mitte Dezember steht fest: Königstein hat sich von seinem neuen Stadtentwickler getrennt. Dirk Kohl hatte im Sommer die Geschäftsführung der kommunalen Wohnungs- und Entwicklungsgesellschaft (KWE) übernommen. In der letzten Aufsichtsratssitzung wurde er plötzlich mit sofortiger Wirkung beurlaubt.

Eine Entscheidung, über die Königsteins Bürgermeister Tobias Kummer (CDU) in der letzten Stadtratssitzung die Öffentlichkeit informiert hatte. Zu den genauen Gründen hielt sich Kummer jedoch bedeckt. Er erklärte lediglich, dass auch die gesundheitliche Situation des Geschäftsführers den Ausschlag dafür gegeben hätte.

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Beruflich kürzer treten

Dass das der Hauptgrund ist, hat Dirk Kohl auf Nachfrage von Sächsische.de nun bestätigt. "Ich hatte im November eine ärztliche Diagnose bekommen, die sich so zum Glück nicht bestätigt hat. Dennoch soll und werde ich beruflich etwas kürzertreten", erklärt Kohl. Geplant hatte er aber etwas anderes. Kohl war bereit, die Leitung der städtischen Dienstleistungsfirma langfristig zu übernehmen.

Erst im Juni dieses Jahres trat er den Posten an. Zuvor hatte sich die Stadt von Geschäftsführer Heiko Scherz getrennt. Der Grund: En Prüfbericht des Sächsischen Rechnungshofes zeigte eklatante Mängel in der Geschäftsführung auf. Im Juni trat interimsmäßig Dirk Kohl die frei gewordene Stelle an. Sie war nur bis Ende 2020 befristet. Die Stadt Königstein wollte sie bis dahin neu ausschreiben. "Ich hatte die Bewerbung dafür bereits fertig, da kamen die gesundheitlichen Probleme dazwischen", sagt Dirk Kohl. Er zog seine Bewerbung deshalb wieder zurück.

In der Arbeit ausgebremst

Eine Entscheidung, die Dirk Kohl heute nicht bereut. "Ich wäre in der Position wahrscheinlich nicht glücklich geworden", äußert er. Als Geschäftsführer der KWE habe er sich in der Arbeit oft gebremst gefühlt. Von wem, darauf will Kohl nicht weiter eingehen. "Ich bin ein kreativer Typ, der einfach loslegen und machen will", sagt er. In Königstein sei das aber kaum möglich gewesen. Er fühlte sich kontrolliert.

"Mir tun nun vor allem die Mitarbeiter leid", sagt er. Zu dem städtischen Tochterunternehmen gehören 14 Angestellte. Die KWE verwaltet eigene und fremde Wohnungen, betreut die städtische Touristinformation am Stadtplatz und das Parkhaus an der Festung Königstein. Mit den Kollegen sei er gut ausgekommen, man hätte sich verstanden.

Neuer Geschäftsführer gesucht

Wie es für ihn beruflich weitergeht? Kohl war parallel zu seiner Tätigkeit in Königstein Vorsitzender der Geschäftsführung des Schweizer Weltbuch-Verlags und leitet deren Büro in Dresden. Das bleibt er auch künftig. "Ich konzentriere mich jetzt auf das, was mir guttut", sagt der studierte Werbefachwirt.

Die Suche nach einem neuen Geschäftsführer für die KWE geht indes weiter. Anfang 2021 soll der Posten neu besetzt werden. Erste Bewerbungsgespräche hätte es bereits gegeben. Laut Norbert Hückel, Mitglied im Aufsichtsrat der KWE und Fraktionschef der Freien Wähler und der Linken im Königsteiner Stadtrat, hätte es Gespräche mit vier Bewerbern gegeben. Mit zwei von ihnen sind intensivere Gespräche geplant. Was der neue Geschäftsführer mitbringen soll? "Gesunder Menschenverstand", sagt Hückel. Bis ein geeigneter Nachfolger gefunden ist, wird sich Simone Hartmann um die Geschäftsführung der KWE kümmern.

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