merken
PLUS Dresden

Was Sie zu Schnelltests in Dresden wissen müssen

Ein gutes Dutzend Stellen in Dresden bietet bereits Schnelltests an. Welche das sind, wie viele bisher positiv ausfielen und was Apotheker von kostenlosen Tests halten.

Wer einen Corona-Schnelltest machen lassen möchte, hat in Dresden eine relativ große Auswahl.
Wer einen Corona-Schnelltest machen lassen möchte, hat in Dresden eine relativ große Auswahl. © dpa/Hendrik Schmidt

Dresden. Ab kommendem Montag sollten sich alle Dresdner kostenlos auf das Coronavirus testen lassen können – in ausgewählten Apotheken, Testzentren und Arztpraxen. Doch daraus wird erst einmal nichts. Der Plan von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) liegt vorerst auf Eis. Selbst zahlen, heißt es deshalb für alle, die keine Symptome haben, sich aber Gewissheit wünschen.

In Dresden bieten zum Beispiel mehrere Apotheken Antigen-Schnelltests an. Wie stark diese überhaupt gefragt sind, wie viele Tests schon positiv ausgefallen sind und was aus Sicht der Apotheker sogar gegen kostenlose Tests spricht – das sind die wichtigsten Fragen und Antworten zur Testsituation in Dresden.

Anzeige
Digitaler Infotag an der BA Riesa & Leipzig
Digitaler Infotag an der BA Riesa & Leipzig

Die Berufsakademie (BA) Sachsen in Riesa und Leipzig lädt Studieninteressierte am 13. März 2021 zum digitalen Tag der offenen Tür mit Praxispartnern ein.

Wie viele Selbstzahler-Angebote gibt es in Dresden?

Im Moment bieten ein reichliches Dutzend Apotheken, Hilfsorganisationen und private Unternehmen kostenpflichtige Schnelltests für Menschen ohne Corona-Symptome an. Neu sind zuletzt die Sophien-Apotheke in Strehlen, die Apotheke am Ei am Nürnberger Platz sowie das Deutsche Rote Kreuz (DRK) in Langebrück dazugekommen.

Die Kosten für einen Schnelltest bewegen sich zwischen knapp 30 Euro und 45 Euro – je nach Anbieter. Das Ergebnis liegt innerhalb von 15 Minuten vor. Termine können in den meisten Fällen über das Internet vereinbart werden.

Wie viele Dresdner lassen sich auf eigene Kosten testen?

Tatsächlich müssen durchgeführte Schnelltests dem Gesundheitsamt nicht gemeldet werden. Es sei denn, die Ergebnisse fallen positiv aus. Deshalb ist es schwer zu sagen, wie viele Dresdner sich auf eigene Kosten testen lassen. In ihrer Apotheke im Ärztehaus Mickten werden pro Woche etwa 20 Menschen getestet, sagt Maret Hoffmann. Seit dem 11. Januar bietet sie Antigen-Schnelltests an. Die Nachfrage sei weiterhin ungebrochen, wenn auch auf einem übersichtlichen Niveau, sagt die Apothekerin.

Im Hellerauer Bürgerzentrum testen die Johanniter unter anderem eigene ehrenamtliche und hauptamtliche Mitarbeiter, aber auch Mitarbeiter der Hellerauer Werkstätten sowie Selbstzahler. Im Schnitt würden somit 35 Personen am Tag getestet, so Sprecherin Sophie Koch. Im Januar wurden in Hellerau insgesamt 259 Schnelltests durchgeführt, im Februar waren es 544.

Auch Karsten Olzmann bietet in seiner Erste-Hilfe-Schule in Pieschen Schnelltests an. "Das wird sehr gut angenommen", sagt er. An den Wochenenden testen er und sein Team täglich um die 30 Personen, in der Woche sind es rund 50 am Tag, darunter Firmenbelegschaften. "Viele unserer Kunden brauchen die Tests auch für eine bevorstehende Kur oder Reha", so Olzmann weiter.

Er beobachte außerdem eine steigende Reiselust. "Vermehrt erzählen uns Kunden, sie brauchen das Ergebnis für eine Kreuzfahrt oder eine Flugreise nach Spanien." Auch Geschäftsreisen würden aktuell zunehmen. Darüber fragten derzeit auch Friseure an, die sich ab kommender Woche regelmäßig testen lassen sollen.

Das DRK, das in Übigau Schnelltests sowie Schulungen zur Durchführung von Schnelltests anbietet, berichtet ebenfalls von einem hohen Zuspruch. Aktuell ließen sich verstärkt Mitarbeiter von Friseur-Salons ausbilden, damit die gesamte Belegschaft nicht ständig ins Testzentrum fahren muss, wenn es am 1. März wieder losgeht, so DRK-Sprecherin Ulrike Peter.

Wie viele Schnelltests fielen bisher positiv aus?

Bei den Johannitern in Hellerau fielen bislang zwei Ergebnisse positiv aus (0,25 Prozent), in der Apotheke von Maret Hoffmann waren es drei (etwa ein Prozent). Karsten Olzmann von der Erste-Hilfe-Schule berichtet von einer Quote von weniger als fünf Prozent. Betrachtet man nur diese drei Teststationen, so kommen auf 1.000 Schnelltests zwischen zwei und 50 Corona-Nachweise.

Den genauen Überblick für Dresden hat das Gesundheitsamt. Diesem sind seit Jahresbeginn 140 positive Schnelltest-Ergebnisse mitgeteilt worden, darunter 81 im Februar, teilte die Stadtverwaltung am Dienstag auf SZ-Anfrage mit. Die Zahl schließt Schnelltests ein, die regelmäßig in Alten- und Pflegeheimen durchgeführt werden, um den Bewohnern Besuche zu ermöglichen.

Das Gesundheitsamt empfiehlt in jedem Fall, ein positives Ergebnis durch einen genaueren PCR-Test bestätigen zu lassen. Fällt dieser nämlich negativ aus, darf die Quarantäne sofort abgebrochen werden. Ansonsten müssen die Betroffenen zehn Tage zu Hause bleiben.

Bisher wurden 114 der 140 Ergebnisse mittels eines PCR-Tests bestätigt, darunter 65 im Februar. In den übrigen Fällen hätten sich die Betroffenen gegen einen PCR-Test entschieden, so die Stadt weiter.

Was halten Apotheker von dem Plan, kostenlose Tests anzubieten?

Den Plan der Bundesregierung, kostenlose Tests für alle anzubieten und diese in Apotheken und Arztpraxen durchführen zu lassen, sieht Maret Hoffmann von der Apotheke im Ärztehaus Mickten mit großer Sorge. Die üblichen 20 wöchentlichen Tests könnten sie und ihre Mitarbeiter leisten, ohne Kopfstände zu veranstalten. Zehn mehr wären sicherlich auch kein Problem. Aber vielleicht 50 oder 100 am Tag? "Ich denke nicht, dass sich viele Apotheken daran beteiligen werden. So etwas ist nicht einfach nebenbei zum normalen Apothekengeschäft zu leisten, in irgendeiner Ecke des Verkaufsraumes."

So sei ein abgetrenntes Zimmer nötig. Darüber hinaus hat Maret Hoffmann zwei Mitarbeiter abgestellt. Einer nimmt den Abstrich, der andere erledigt den Papierkram. Dann dauere es etwa eine Viertelstunde, bis das Ergebnis feststeht. Allein dadurch sei die Zahl der täglichen Tests begrenzt. "Ich kann nicht zehn Tests gleichzeitig machen."

Vor diese Herausforderung könnte sie aber durchaus gestellt werden, sollte sie an der Aktion teilnehmen. Hoffmann erinnert sich an die Verkündung des Gesundheitsministers, Senioren erhielten kostenlos Masken. Am nächsten Tag hätten die Menschen bei ihr in der Apotheke gestanden und Masken gefordert. "Wenn es etwas kostenlos gibt, wird zugegriffen."

Das Wichtigste zum Coronavirus in Dresden:

Das sei aber nur eine Hürde, sagt die Apothekerin. "Meiner Meinung nach ist die Vergütung nicht kostendeckend." Sie liegt laut einem Entwurf des Bundesgesundheitsministers bei neun Euro für die Beschaffung der Tests sowie weiteren neun Euro für die Durchführung. Hoffmann könne deshalb verstehen, wenn Apotheker-Kollegen es ablehnen würden, bei sich zu testen.

Sven Lobeda sieht das ähnlich. Er leitet die Apotheke "Haus am Postplatz". Die räumliche Situation und das Infektionsrisiko für seine Mitarbeiter seien zwei Gründe, weshalb er keine Schnelltests vor Ort anbiete, sagt er.

Wie genau sind Schnelltests überhaupt?

Nicht so genau wie ein PCR-Test, der zwischen 24 und 48 Stunden dauert und im Labor durchgeführt wird. Das Problem: Der Test schlägt nur bei einer vergleichsweise hohen Viruslast an. Unter Umständen fällt das Ergebnis zu Beginn oder zum Ende einer Infektion negativ aus. Einigermaßen verlässlich sind dagegen positive Resultate.

Trotzdem sieht die Bundesregierung in Schnelltests einen Baustein, um weitere Lockerungen zu ermöglichen. Denn wer sich regelmäßig testen lässt, bei dem ist die Wahrscheinlichkeit höher, dass er auch in der Phase einer hohen Viruslast getestet wird.

Schnelltests für den Hausgebrauch, sogenannte Selbsttests, sind ebenfalls ab März erlaubt. Am Mittwoch, 24. Februar, sind die ersten drei Schnelltests für zu Hause zugelassen worden. Dresden hat bereits Regeln zum Umgang mit positiven Testergebnissen erlassen.

Sind Schnelltests geeignet, wenn ich Symptome habe?

Nein, ausdrücklich sollte niemand mit Symptomen eine Test-Apotheke oder ein anderes Testzentrum besuchen. Sollten typische Symptome wie Husten, Fieber oder der Verlust des Geruchs- oder Geschmackssinns vorliegen, sollte der Hausarzt telefonisch kontaktiert werden. Er entscheidet dann über einen Test. An Wochenenden steht auch das Testzentrum der Kassenärztlichen Vereinigung am Dresdner Uniklinikum zur Verfügung.

Auf Sächsische.de möchten wir ganz unterschiedliche Erfahrungsberichte von Corona-Infizierten aus Dresden teilen. Wenn Sie die Erkrankung bereits überstanden haben und uns davon erzählen möchten, schreiben Sie uns an [email protected]ächsische.de.

Weiterführende Artikel

Corona-Massentests in Radeberg verlängert

Corona-Massentests in Radeberg verlängert

Das Landratsamt bietet zwei zusätzliche Test-Tage an. Die Amtsärztin ist von der Resonanz positiv überrascht. Wie Sie einen Test-Termin reservieren können.

"Schnelltests werfen uns wieder zurück"

"Schnelltests werfen uns wieder zurück"

Die geplante Einführung von Schnelltests für jeden sieht man in Gesundheitsämtern kritisch. Wieso, das erklärt Maik Riße vom Amt in Meißen im CoronaCast.

Merkel kippt Spahns Schnelltestplan

Merkel kippt Spahns Schnelltestplan

Schritte, Stufen, Pakete - die Politik überlegt fieberhaft, wie der Corona-Lockdown nach den Grundschulen vorerst weiter gelockert werden kann.

DRK bietet Schnelltests in Langebrück an

DRK bietet Schnelltests in Langebrück an

Termine können über die Internetseite des Kreisverbandes Dresden Land gebucht werden. Der Test ist kostenpflichtig.

Nachrichten und Hintergründe zum Coronavirus bekommen Sie von uns auch per E-Mail. Hier können Sie sich für unseren Newsletter zum Coronavirus anmelden.

Abonnieren Sie unseren kostenlosen Newsletter "Dresden kompakt" und erhalten Sie alle Nachrichten aus der Stadt jeden Abend direkt in Ihr Postfach.

Mehr Nachrichten aus Dresden lesen Sie hier.

Mehr zum Thema Dresden