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Was kosten die Corona-Tests?

Die Preisspanne in Löbau-Zittau ist sehr breit gefächert. Nach wie vor sind aber von Apotheken bis zu Ärzten und Obi-Märkten viele Anbieter dabei. Ein Überblick.

Von Anja Beutler & Matthias Klaus
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Stäbchen rein und das offiziell beglaubigte Ergebnis in 15 Minuten. So wird es bei den Testcentern auch weiterhin sein - aber für die meisten nicht mehr kostenlos.
Stäbchen rein und das offiziell beglaubigte Ergebnis in 15 Minuten. So wird es bei den Testcentern auch weiterhin sein - aber für die meisten nicht mehr kostenlos. © Hendrik Schmidt/dpa-Zentralbild

Seit diesem Montag sind Corona-Tests nicht mehr kostenlos. Nur noch bestimmte Personengruppen können sich gratis testen lassen, für alle anderen wird es teuer. Wie teuer, das bleibt den Anbietern der Tests überlassen. Denn laut Gesundheitsministerium will der Freistaat in dieser Hinsicht keine Vorgaben machen. Eine Art Gebührenordnung gibt es nicht. Ärzteverbände gingen bisher von Kosten für einen Test von bis zu 35 Euro aus. So teuer wird es aber im Kreis Görlitz jetzt erst einmal nicht - allerdings ist die Preisspanne mitunter durchaus beträchtlich, wie Nachfragen zeigen.

Uwe Hoffmann, Inhaber der Herz-Apotheke in Zittau und der Bahnhof Apotheke in Löbau, hat sich entschieden, weiter zu testen. "Wir bieten den Test für zwölf Euro an", erklärt Hoffmann. Darin einkalkuliert seien der Test selbst, die Arbeitsleistung und auch die Finanzierung des Software-Programmes, das zum Erstellen des QR-Codes nötig ist. Orientiert habe er sich an der bisherigen Abrechnung der kostenlosen Bürgertests - auch da konnte man zwölf Euro abrechnen. "Aufwand und Nutzen müssen im Verhältnis stehen", betont der Apotheken-Inhaber, daher werde man schauen, wie sich die Nachfrage entwickle.

Preisunterschied mit und ohne Termin

Darauf ist auch Birgit Schleicher, die in Löbau die Alte Apotheke und die Linden-Apotheke betreibt, gespannt. Gleich am Montagvormittag habe sie einen kleinen "Ansturm" in der Alten Apotheke gespürt: Schüler, die wegen der vorübergehenden Schließung des Löbauer Scholl-Gymnasiums nun einen Extra-Test für die Musikschule brauchen - sonst konnten sie immer das Ergebnis der Schultests nutzen - kamen. Für die Schüler bis 18 Jahre sind die Tests nach wie vor kostenfrei, ebenso wie für Schwangere oder Menschen, die sich aus medizinischen Gründen nicht impfen lassen können. "Für alle anderen kostet bei uns der Test mit Voranmeldung 12,50 Euro oder 15 Euro ohne Voranmeldung", erklärt Birgit Schleicher.

Dass sie diese Unterscheidung macht, hat einen Grund: "Wenn ich über eine Stunde lang mehrere Personen nach Anmeldung teste, ist das etwas anderes, als wenn ich alle anderthalb Stunden extra die Schutzkleidung anlegen muss", erklärt sie. Getestet werde natürlich dennoch jeder, der es wünscht - keine Frage. Aber mit Anmeldung sei das Prozedere für alle Beteiligten leichter zu handhaben. Das Online-Formular sei nach wie vor geschaltet.

Informationen zum Testen hat auch der ASB auf seiner Internetseite. In Löbau kann man sich hier für zwölf Euro testen lassen. Ebenso viel kostet der Schnelltest in allen Obi-Märkten der Region - also in Ebersbach, Löbau und Zittau - bestätigte man dort auf Nachfrage. Auch die Ergotherapie Ergomanus in Neugersdorf hat sich dazu entschieden, weiterhin Tests anzubieten - für 15 Euro. Bei der Zahnarztpraxis Koppe in Jonsdorf, die ebenfalls bereits Tests angeboten hat, schlagen sie jetzt mit 20 Euro pro Person zu Buche.

In Görlitz zum Teil günstigere Preise

Generell gibt es offensichtlich keine Absprachen zwischen den einzelnen Anbietern - was man auch mit einem Blick nach Görlitz sieht: "Wir bieten den einfachen Test für 11,50 Euro an", sagt Thomas Neumann, Chef der Bären-Apotheke, An der Frauenkirche 2. Dass er damit großen Gewinn macht, bestreitet er. "Wenn pro Test 50 Cent übrigbleiben, ist das okay", sagt Thomas Neumann. Er sehe die Tests in seiner Apotheke viel mehr als eine "soziale, gesellschaftliche Verpflichtung".

Geht er davon aus, dass nun weniger Personen zum Test kommen, wenn der kostet? Thomas Neumann möchte keine Prognose wagen. "Einen Impfgegner interessiert das Thema Testen sicherlich auch wenig", sagt er. Aber, so fügt er hinzu, mit den kostenpflichtigen Tests werde schon ein gewisser Druck auf die Menschen ausgeübt, sich doch impfen zu lassen. Dass sich deshalb weniger Leute testen lassen, glaubt Silke Seeliger, Geschäftsführerin des DRK Löbau, nicht. 11,50 Euro verlangt ab sofort auch das DRK. Wer den Test benötigt und sich nicht impfen lassen will, werde ihn auch bezahlen, meint sie.

Stefan Menzel sieht das anders: Der Chef der Flamingo-Casinos und "Boats and Friends" in Görlitz verlangt nur glatte zehn Euro pro Test. Derzeit hat Stefan Menzel zwei Testzentren in Betrieb, bei Penny auf der Görlitzer Bahnhofstraße und in der Theaterpassage. "Wir gehen das Ganze wirtschaftlich an", sagt er. Die Tests an sich seien derzeit relativ günstig zu haben. Zudem setze er auf effiziente Abläufe bei den Tests selbst, etwa mit Online-Anmeldungen.

Einen Corona-Test, den brauchen auch jene, die jeden Euro umdrehen, bevor sie ihn ausgeben, beispielsweise Studenten. Wurde in der neuen Regelung an sie gedacht? Thomas Neumann von der Bären-Apotheke jedenfalls hat es. "Bei uns bekommen sie den Test günstig", schildert er. Wer einen gültigen Studentennachweis vorlegt, zahlt fünf Euro für einen Corona-Test. Mit der Hochschule Zittau/Görlitz hat Thomas Neumann deswegen bereits Gespräche geführt.