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Corona-Proteste: So lief der Tag in Leipzig

Corona-Leugner haben am Samstag erneut in Leipzig demonstriert. Doch ihre Autokorsos fallen kleiner aus als erwartet. Und sie stoßen auf breiten Gegenprotest.

An diesem Samstag wurde Leipzig zum Ziel des Auto-Protests der Corona-Leugner. Mehrere Zubringer-Korsos aus unterschiedlichen Teilen des Freistaats haben sich in der Messe getroffen. Doch es kamen deutlich weniger Teilnehmer als erwartet.
An diesem Samstag wurde Leipzig zum Ziel des Auto-Protests der Corona-Leugner. Mehrere Zubringer-Korsos aus unterschiedlichen Teilen des Freistaats haben sich in der Messe getroffen. Doch es kamen deutlich weniger Teilnehmer als erwartet. © Jan Woitas/dpa

In mehreren Stadtvierteln Leipzig herrschte am Sonnabend zeitweise Ausnahmezustand: Die „Querdenken“-Bewegung hatte mehrere Auto-Korsos aus Sachsen und Sachsen-Anhalt organisiert, um gegen Corona-Schutzmaßnahmen zu protestierten. Auch aus der Region Dresden kamen etwa 45 Fahrzeuge, angekündigt waren allerdings doppelt so viele. Insgesamt nahmen nach ersten Angaben der Polizei nur etwa 350 Autos auf mehreren Routen teil – etwa 1.000 Fahrzeuge waren jedoch im Vorfeld erwartet worden.

An Autoscheiben der Demoteilnehmer hingen Plakate gegen Corona-Maßnahmen und gegen Corona-Impfungen. Eine kleine Gruppierung aus Halle wurde vor dem Start am Vormittag auf einem Parkplatz blockiert und beendete ihre Aktion. Eine vogtländische Gruppe aus Plauen sagte ihren Konvoi kurzfristig ab.

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Das Aktionsnetzwerk „Leipzig nimmt Platz“ aus mehreren Vereinen, Parteien und Gewerkschaften protestierte mit Fahrradkorsos aus verschiedenen Stadtteilen, einem Motorradkorso vom Völkerschlachtdenkmal und Kundgebungen auf dem Augustusplatz. Mehr als Tausend Menschen nahmen an den Widerstandsaktionen unter dem Motto: „Querdenken ausbremsen“ teil. Immer wieder versuchten Gruppen von mehreren Dutzend Radfahrern an die Strecken der Autokorsos zu gelangen, um sie zu behindern und zu stoppen. Teilweise gelang dies auch. Dabei gab es einzelne Auseinandersetzungen mit Polizei-Einheiten.

Die Polizei war mit einem Großaufgebot aus mehreren Bundesländern massiv präsent, auch mehrere Hubschrauber waren im Einsatz. Bis zum frühen Abend verlief der Tag dennoch weitgehend friedlich, die meisten Auto-Kundgebungen verließen die Stadt im Laufe des Nachmittags. Nur auf einer letzten Korso-Strecke gab es am frühen Abend noch Blockaden.

Der Verfassungsschutz hatte im Vorfeld davor gewarnt, dass auch Rechtsextremisten und Reichsbürger „ihre Anschlussfähigkeit an die Mitte der Gesellschaft austesten und diese für ihre verfassungsfeindlichen Zielsetzungen instrumentalisieren“ wollten. Ursprüngliches Ziel der „Querdenker“-Korsos war das Impfzentrum des Freistaates auf der Leipziger Messe, davon wurde aber in Gesprächen mit dem Ordnungsamt der Stadt wieder Abstand genommen. Die Polizei kontrolliert dennoch am Sonnabend an der Messe herannahende Autos, das Impfen konnte weitergehen.

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