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Weihnachten, wie wir es nicht wollten

Was tun an Heiligabend und den drei freien Tagen danach, wenn wir besser nichts tun sollen? Die stillen Tage genießen. Unsere Lockdown-Kolumne.

In diesem Jahr feiern viele von uns ein Weihnachtsfest, wie wir es eigentlich nicht wollten. Darin liegt aber auch eine Chance, findet SZ-Redakteur Christoph Springer.
In diesem Jahr feiern viele von uns ein Weihnachtsfest, wie wir es eigentlich nicht wollten. Darin liegt aber auch eine Chance, findet SZ-Redakteur Christoph Springer. © Robert Michael/dpa; SZ-Bildstelle

Dresden. Jetzt kommen die Tage, die wir so nie wollten. Heiligabend ohne gemeinsamem Gesang und Krippenspiel. Danach Geschenke, die wir eigentlich nie schenken wollten. Feiertage mit traditionellen Treffen, die nicht stattfinden. Und zu allem Überfluss danach auch noch ein Sonntag, an dem wir dann überhaupt nicht mehr wissen, was wir mit uns anfangen sollen. So viel spazieren gehen, wie jetzt bevorsteht, kann man doch gar nicht.

Aber fangen wir von vorn an. Der letzte Geschenkestress wird sicher noch aufkommen am Donnerstagmorgen. Parfüm darf man auch im strengen Lockdown noch kaufen, Socken gibts auch in dem einen oder anderen Laden. Bei Krawatten wirds schon problematisch. Spiele sind hier und da noch zu haben, CDs auch. Notgeschenke, auf die man eigentlich verzichten kann. Dazu kommt: Geldgeschenke sind eigentlich ein Tabu. Aber vielleicht in diesem Jahr nicht?

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Dann kommt der Weihnachtsabend. Viele gehen da in die Kirche, vielleicht das einzige Mal im Jahr und nur, weil es dazugehört. Das ist nicht schlimm und wer sich damit wohlfühlt, ist da gern gesehen. Doch so wie in jedem Jahr ist es auch dort nicht. Wer geöffnete Kirchen mit ein wenig Musik mag, kann hingehen. Aber richtige Weihnachtsstimmung mit "Oh du fröhliche" und Krippenspiel - daraus wird in diesem Jahr nichts.

Danach gibt's dann die Geschenke und wer einen Volltreffer landet, hat sich um das gewünschte Präsent entweder schon vor dem Start der strengen Einschränkungen Mitte Dezember gekümmert oder Glück gehabt und die bestellte Lieferung rechtzeitig bekommen.

Der erste Feiertag ist Familientag. Da trifft man die Großeltern oder die Eltern, isst gemeinsam, sitzt bis zum Nachmittag zusammen und dann gibts vielleicht noch Stollen. In diesem Jahr ist das gefährlich. Vor allem dann, wenn man nicht genau weiß, ob einen das Virus an den Tagen zuvor verschont hat - oder nicht. Corona als Weihnachtsgeschenk für Oma - eine schlimme Vorstellung.

Vielleicht bleibts wegen der Ansteckungsgefahr in diesem Jahr bei telefonischen Weihnachtsgrüßen. Was danach tun? Spazieren gehen, um das Weihnachtsessen gleich ein bisschen abzutrainieren. Das könnte klappen. Aber dann kommen ja noch der zweite Feiertag und der Sonntag. Auch da spazieren gehen?

Heiligabend und die drei darauffolgenden Tage werden eine besonders ruhige Zeit. Vielleicht eine für Beschäftigungen, die sonst immer zu kurz kommen: ein Buch lesen, ganz in Ruhe Musik hören, ein Spiel spielen, einen Dankesbrief für ein Geschenk schreiben... Und schön vorsichtig bleiben, damit Corona keine Chance hat. Frohe Weihnachten!

An dieser Stelle schreiben Redakteure der Dresdner Stadtredaktion aus ganz persönlicher Sicht über Gedanken, Beobachtungen und Erfahrungen aus dem Alltag im Lockdown.

Auf Sächsische.de möchten wir ganz unterschiedliche Erfahrungsberichte von Corona-Infizierten aus Dresden teilen. Wenn Sie die Erkrankung bereits überstanden haben und uns davon erzählen möchten, schreiben Sie uns an [email protected]ächsische.de.

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