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Besondere Weihnachtsgrüße für Pirnaer

Carola Nacke ahnte nicht, was aus ihrer Idee wird. Heiligabend werden Menschen überrascht, die es am allerwenigsten erwarten.

Kleine Karte, große Freude: eine der Karten, die am Heiligabend in Pirnaer Einrichtungen verteilt werden.
Kleine Karte, große Freude: eine der Karten, die am Heiligabend in Pirnaer Einrichtungen verteilt werden. © privat

Kleine Idee, große Wirkung. Carola Nacke hatte jetzt eine Idee, die immer mehr Leute toll finden. Als Mutter eines mehrfach behinderten Sohnes dachte sie in der Adventszeit an die Menschen in Behinderten- und Alteneinrichtungen, die in Quarantäne sind. Wie könnte ihnen einen Freude gemacht werden? Ihnen einen Kartengruß zu schreiben, war die Idee.

Carola Nacke schrieb die Idee in die Facebook-Gruppe Corona-Hilfe Pirna. Die hatte sich im Frühjahr gegründet. Als Erstes wurde damals Mundschutz genäht. Es gab immer jemanden, der nähen wollte und keinen Stoff hatte oder Stoff hatte und nicht nähen konnte. So fanden dank der Gruppe Stoff und Näher zusammen. "Eine feine kleine Gruppe", sagt Carola Nacke, "in der Hilfe einfach praktisch organisiert wird." Klein bedeutet inzwischen immerhin rund 1.300 Mitglieder. Und Hilferufe kommen nun sogar schon aus Bayern. Hier war es jemand, der für seine Großeltern in Pirna eine Hilfe suchte. "Und wir fanden sie", sagt Carola Nacke.

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Freude für Senioren und Behinderte

Auch für die Kartenaktion finden sich immer mehr Mitstreiter. Erst vor ein paar Tagen hatte Carola Nacke in ihrem Briefkasten einen Schwung Karten aus der Pienitz-Förderschule. Eine Seniorin bei ihr im Haus steuert zehn gebastelte 3D-Karten bei und auch Carola Nacke hat mit ihrem Sohn gewerkelt. Immer wieder melden sich Leute, eine Grundschullehrerin, ein Kindergarten. Gehäkelte Weihnachtssterne sind ebenfalls dabei. Über 80 Karten sind so schon zusammengekommen.

Ein Stapel Karten, der bei Carola Nacke schon abgegeben wurde.
Ein Stapel Karten, der bei Carola Nacke schon abgegeben wurde. © privat

Ebenso schnell hatten sich auch Sammelstellen gefunden. Dort können die Karten bis spätestens 14. Dezember abgegeben werden. Dann werden sie zusammengestellt und am 18. Dezember den Einrichtungen übergeben. Das sind das Pflegeheim auf der Einsteinstraße, die Einrichtung des ASB sowie die Seniorenresidenzen Alexa und Maximilian. Im großen Haus auf der Einsteinstraße schauen die Pfleger jetzt, wer Weihnachten ganz allein ist und dem die Karte eine besondere Freude ist. Zu viele Karten können es nie sein, sagt Carola Nacke.

An diesen vier Pirnaer Sammelstellen können noch bis 14. Dezember die Grüße abgegeben werden:

  • Tini Zahn, Dr.-Willhelm-Külz-Straße 6
  • Quad-Zweiradcenter, Longuyoner Straße 1
  • Romantik Hotel Deutsches Haus, Niedere Burgstraße 1
  • Carola Nacke, Lauterbachstraße 11
Und noch mehr Karten: Es ist der Wahnsinn, sagt Carola Nacke.
Und noch mehr Karten: Es ist der Wahnsinn, sagt Carola Nacke. © privat

Sie staunt noch immer, was aus der kleinen Idee geworden ist. "Es ist der Gedanke von Weihnachten, der außerhalb von Kommerz lebt", sagt sie. Die Reaktionen zeigen ihr, dass er den Menschen wichtig ist. Und wenn ein bisschen davon bleibt, auch nach Weihnachten und Corona, dann hat es sich doppelt gelohnt. Für die Menschen, die Heiligabend allein sind, auf jeden Fall. "Und für alle, die ein oder mehrere Karten geschrieben bzw. gebastelt haben, auch."

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